Verfasst von Nima Ashoff am 14.06.2017

Costa Blanca: auf den Spuren des Mittelalters

Nur noch wenige Minuten, dann verschwindet die Sonne hinter den Bergen. Außer meinem Freund und mir ist niemand hier oben auf der alten Burgmauer. Es ist wunderbar still. Vor uns liegt die Sierra de Albarracín, die langsam zur Nachtruhe übergeht.

Spanien von seiner anderen Seite

Die Sierra de Albarracín ist Anziehungspunkt für Kletterer aus der ganzen Welt. Deshalb sind auch wir hier. In Spanien gibt es kaum ein schöneres Gebiet für diesen Sport. Ich habe die Sierra de Albarracín aber nicht nur dafür in mein Herz geschlossen. Nein, von ihr geht etwas Besonderes, fast Mystisches, aus. Schluchten, Flüsse, kleine Dörfer und viel Ruhe sind kennzeichnend für diese Region. Beim Wandern durch den Naturpark verlasse ich den ausgeschilderten Rundweg und streife querfeldein durch den Wald. Eine gute Orientierung bieten mir die Steintürme, die von den Kletterern aufgestellt werden. Der Duft von Piniennadeln und Thymian liegt in der Luft. Durchatmen und entspannen. Ich setze mich auf einen Sandsteinfelsen, der sich angenehm weich anfühlt, und lausche der Stille.
Zwei weitere Höhepunkte bilden mein Ausflug zur 20 km entfernten Laguna de Bezas, einer kleinen Oase, sowie ein geführter Ausritt mit einem spanischen Guide. Meine Angst vor Sprachbarrieren ist unbegründet. Der Zauber der Landschaft entfaltet sich auch ohne viele Worte.

Einer der schönsten Orte Spaniens

Während die Sierra de Albarracín schon alleine wegen ihrer Natur sehenswert ist, wird das Ganze noch durch den Ort getoppt. Obwohl ich kein Freund von Superlativen bin, gebe ich zu, dass Albarracín zurecht zu den schönsten Orten Spaniens zählt. Die verwinkelten Gassen mit ihren historischen Häusern versetzen mich in eine andere Zeit. In Albarracín erwacht das Mittelalter zu neuem Leben. Nicht nur tagsüber ist das Dorf wunderschön anzusehen, sondern auch nachts, wenn die Laternen die Gassen in ein warmes Licht tauchen. Einen umwerfenden Blick auf das Dorf sowie die Sierra de Albarracín bietet die Burgmauer, die oberhalb des Ortes liegt. Ein Spaziergang dorthin ist für mich ein echtes Muss.
Bei einem Ausflug nach Albarracín mache ich außerdem immer Halt in der Käserei, die sich an der Ortseinfahrt befindet. Außer verschiedensten hauseigenen Käsesorten gibt es noch weitere lokale Spezialitäten. Der Käse kann übrigens auch verkostet werden, was ich mir nicht zweimal sagen lasse.

Die hängenden Häuser von Cuenca

Auch 115 Kilometer westlich von Albarracín geht es mittelalterlich zu. In Cuenca zieht es mich daher sofort in den alten Teil der Stadt, wo ich durch die engen Gassen schlendere. Viele der alten Häuser sind liebevoll restauriert und haben dabei nichts von ihrem ursprünglichen Charme eingebüßt. Nicht nur aus der Nähe, sondern vor allem aus der Ferne sind sie ein Blickfang. Einige wurden nämlich direkt an den steilen Fels gebaut und sehen aus, als würden sie schweben. Verschiedene Museen, hübsche Cafés und kleine Geschäfte mit regionalen oder handgemachten Produkten lassen die Zeit für mich wie im Flug vergehen. Am Ende verlasse ich Cuenca mit vielen Eindrücken, einer leckeren Flasche Wein und einem großen Stück Manchego-Käse.

Ist es in einigen Orten der Costa Blanca recht belebt, geht es im Landesinneren beschaulich zu. Sich diese Seite Spaniens entgehen zu lassen, wäre wirklich schade. Wenn Sie Fragen rund um diese besondere Region haben, beantworte ich Ihnen diese gerne.

Interessante Orte in der Nähe

Weitere Beiträge von Nima Ashoff

Weitere Beiträge zu den Urlaubsarten: Kultururlaub, Aktivurlaub

Aloha auf Hawaii!

Hawaii steckt voller Traumstrände, kulinarischen Highlight und Dingen die ihr...

Zum Artikel

Meran von oben

Wie ein Adler auf das beschauliche Meran in Südtirol herabblicken? Diesen...

Zum Artikel

Reise ins Zwischenreich

Malta ist eine Welt zwischen den Welten, die Inselgruppe liegt zwischen Europa...

Zum Artikel

Pure Lebensfreude

Man muss Costa Rica einfach gerne haben: Atemberaubende Natur im Überfluss,...

Zum Artikel