Verfasst von Stefanie Schwarz am 12.06.2015

Cancun – Mayaruinen und Paradiesstrände

Bereits am frühen Morgen scheint die tropische Sonne unerbittlich auf die 364 Stufen der bekanntesten Maya-Pyramide der Welt. Die Palmen schütteln sich im karibischen Wind, Leguane kriechen über die Steine auf der Suche nach einem schattigen Plätzchen. Die Architektur der Kukulcán-Pyramide der alten Hauptstadt Chichén Itzá verkörpert alle Elemente des Maya-Sonnenkalenders, und ich staune darüber, wie die Maya schon vor tausend Jahren ein solch fundiertes Wissen über Astronomie erlangen konnten.

Neues Weltwunder Chichén Itzá

Es hat sich für mich wirklich gelohnt, mit dem Mietwagen bereits zur Eröffnung der Stätte um 8 Uhr anzureisen (Eintritt 204 Pesos/13€), denn zwei Stunden später ist Chichén Itzá völlig überlaufen von den Touristenhorden, die in Busladungen aus Cancún angekarrt werden. Doch so früh am Morgen kann ich in aller Ruhe die extrem gut erhaltenen Observatorien, Tempel und Opferbrunnen der imposanten Ruinenstätte besichtigen und begebe mich auf eine spannende Zeitreise zur Blütezeit der Maya-Kultur.

Zenoten – Mystische Wasserhöhlen

Nach zwei sehr lehrreichen, aber auch anstrengenden Stunden in der Hitze kann ich etwas Erfrischung gut gebrauchen. Da das Meer von hier aus noch weit ist, biege ich kurz vor Valladolid rechts ab und statte den beiden Zenoten Xkeken und Samula einen Besuch ab (Eintritt je 60 Pesos/4€). Zenoten sind Süßwasserhöhlen, oft hundert Meter tief, die für die Maya als heilig gelten. Jetzt zur Mittagszeit dringt gleißendes Sonnenlicht in die Höhle und hüllt sie in ein mystisches Licht. Vorsichtig tapse ich ins erfrischend kühle Nass und kann mit meiner Taucherbrille den tiefen Abgrund vor mir nur erahnen.

Kulinarische Kolonialstadt Valladolid

Die direkt neben den Zenoten gelegene Kolonialstadt Valladolid ist ein willkommener Kontrast zum modernen Cancún. Auf der Flanierstraße „Calzada de los Frailes“ bewundere ich die indigenen Frauen, die in bunt bestickten Blumenkleidern vor den bonbonfarbenen Fassaden der Kolonialhäuser spazieren. Am Ende dieser Straße kehre ich zum Mittagessen in die „Taberna de los Frailes“ ein. Mit Blick auf das Kloster San Bernardino kann man sich unter den schattigen Strohdach klassische Maya-Gerichte wie „Cochinita Pibil“ (eine Art Schweinegulasch) oder „Sopa de Lima“ (Hühnchen-Limettensuppe) in erstklassiger Qualität ab 10 Euro pro Portion schmecken lassen. Auf einen Nachtisch verzichte ich zugunsten der kostenlosen Verkostungen in den Schokoladen- und Tequila-Manufakturen in ebendieser Straße.

Ruinen mit Karibikkulisse in Tulum

Da es heute noch nicht so spät ist, mache ich noch einen Abstecher zu den 90 Minuten entfernten Ruinen von Tulum (Eintritt 60 Pesos/4 Euro). In der späten Nachmittagssonne leuchten die Tempel dieser Maya-Stätte besonders schön vor dem ihr zu Füßen liegenden türkisblauen Karibikmeer. Auf dem Rückweg, nur wenige Kilometer hinter den Ruinen, gönne mir in der Strand-Bar „Adelita” (Carretera Tulum – Punta Allen km 0750) einen ausgezeichneten Kahlua-Cocktail (150 Pesos/ 9 Euro).

Entspannung auf Isla Mujeres

Nach dem vollen Programm von gestern steht mir heute der Sinn mehr nach Entspannung. Dafür eignet sich bestens die „Insel der Frauen“, Isla Mujeres, die direkt vor Cancún liegt und in nur 20 Minuten erreichbar ist. Anstatt der Touristenfähre vom Hoteldistrikt benutze ich als Sparfüchsin die nur halb so teure Fähre vom Nordhafen Puerto Juarez (146 Pesos/ 9 Euro hin und zurück für Erwachsene, halbstündlich 5:00 Uhr – 21:00 Uhr). Untermalt mit wohltuenden Klängen der Live-Gitarrenmusik am offenen Deck fahren wir in den Hafen der Insel ein. In nur wenigen Gehminuten gelange ich von dort zur palmengesäumten „Playa Norte“, wo feinster Sandstrand auf mich wartet. Am Nachmittag umrunde ich mit einem Leihfahrrad (80 Pesos/ 5 Euro) in etwa einer Stunde die Insel. Alternativ kann man dies auch mit einem Golfwagen (35 US-Dollar) tun.

Abendlicher Rummel in Cancún

Zum Schluss habe ich noch einen Geheimtipp für euren Cancun Urlaub. Auf dem Rückweg vom Fährhafen zum Hoteldistrikt lässt sich wunderbar ein Stopp am „Parque Las Palapas“ einlegen. Jeden Abend verwandeln hunderte von mexikanischen Familien den Hauptplatz von Cancún in einen belebten Rummelplatz – ein Stück echte mexikanische Kultur, und die Touristen kann ich hier an einer Hand abzählen. Auf der gigantischen Bühne gibt es kostenlose Tanzvorführungen und Konzerte, riesige Menschentrauben bilden sich um die Straßenkünstler und Clowns. Ich bummle durch die kleinen, kunterbunt angemalten Souvenirstände. Meinen Hunger stille ich an einem der zahlreichen Essenswägen mit einer großen Portion Tacos und “Marquesitas con cajeta” (harte Crêpes mit Karamellsoße) für zusammen nicht einmal 4€.

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