Für den Mercat de la Boqueria gilt: Fotos machen vorne, kaufen hinten
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Verfasst von Inna Hemme am 16.01.2017

Schlagwörter:

Städtereise Barcelona

Barcelona: Wo das Alte sich ständig neu erfindet und das Neue sich so vertraut anfühlt

Hier stehe ich also wieder, vor der komplett aus Stahl und Glas konstruierten Halle des Mercat de la Boqueria. Es sind neun Jahre vergangen seit ich in Barcelona Studentin war, meine Universität lag schräg gegenüber. In den ganzen Jahren bin ich bewusst nicht zurückgekehrt – um die vielen Erinnerungen nicht mit neuen zu überspielen. Jetzt traue ich mich endlich. Und möchte den Morgen genauso beginnen wie damals: Mit einem frischgepressten Saft im schönsten und beliebtesten Markt Barcelonas.

Im hinteren Teil der Markthalle wird noch frisch gepresst

Auch wenn der Mercat de la Boqueria jetzt noch touristischer geworden ist, bin ich froh zu sehen, dass mein alter Trick immer noch gut funktioniert. Ich gehe einfach die langen Reihen bis nach ganz hinten durch. Hier sind die Lebensmittel vielleicht nicht so fotogen angerichtet wie im Eingangsbereich, dafür aber oft um die Hälfte günstiger. Und die Verkäufer haben noch Zeit, die Säfte frisch zu pressen (ca. 2 Euro). Ich nehme Kokos, Papaya und Mango – so wie damals.
BU Mercat: Für den Mercat de la Boqueria gilt: Fotos machen vorne, kaufen hinten

Die beste Fideuà der Stadt

Von Mercat de la Boqueria fahre ich etwa sieben Kilometer mit dem Taxi ins Xiringuito Escribà – ein maritim eingerichtetes Strandrestaurant, das mir eine Barcelona-Freundin empfohlen hat. Schon beim Betreten merke ich, dass hinter der offenen Küche nicht nur die größten Pfannen der Stadt im Einsatz sind, sondern auch die bestaussehendsten Kellner. Ich bestelle aber keine Paella, sondern stilecht die katalanischen Fadennudeln Fideuà (21 Euro). Meine Freundin hat nicht gelogen: Das sind die leckersten der Stadt.

Blick über das Meer und die ganze Stadt

Über all die Jahre meiner Barcelona-Abstinenz habe ich einen neuen Bau in dieser Stadt besonders bewundert: das segelförmige und komplett verspiegelte W Barcelona Hotel. Ich brauche etwas frische Luft und spaziere etwa 40 Minuten am Wasser entlang vom Xiringuito Escribà dorthin. Für die Übernachtung im W müsste ich zwar noch etwas sparen, ein paar Oliven mit Wein (ca. 10 Euro) auf der „Wet“-Sonnenterrasse mit Pool tun es aber auch. Denn sie ist ab 20 Uhr auch für Nicht-Hotelgäste geöffnet und hat einen atemberaubenden Ausblick über den langen Sandstrand von Barceloneta und den Barcelona-Hausberg Montjuïc. Später fahre ich mit dem Aufzug auf eine der oberen Etagen und mache es mir in einem der überdimensionalen Flurfenster bequem. Denn ich will diese Aussicht noch mal ganz für mich haben. Weitere neun Jahre wird es sicher nicht dauern, bis ich wieder in Barcelona bin. Zuhause ist wohl immer dort, wo sich selbst das Neue vertraut anfühlt.

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