Verfasst von Inna Hemme am 21.08.2015

Auf, über und unter den Malediven

Vom Urlaubsort verzaubert werden, noch bevor ich einen Fuß auf die Insel gesetzt habe? Auf den Malediven ist das garantiert so. Bereits beim Anflug denke ich: „Wow, alleine wegen dieser Aussicht hat sich die ganze Reise schon gelohnt!“ Von oben wirken die rund 1.190 Inseln wie ein Leopardenfell in Blau. Zum Glück sind die Stewardessen nicht so streng und ich darf selbst bei der Landung von Fenster zu Fenster hüpfen und Fotos machen.

Alle Urlaubsflieger landen auf einer Insel neben Malé, die zu den am dichtesten besiedelten Hauptstädten der Welt zählt. Gegenüber dem Flughafen-Ausgang ist auch gleich der Bootssteg für Fahrten auf die benachbarten Urlaubs-Inseln.

Ich muss aber noch einen Inlandsflug nehmen, denn „meine Insel” Funamadua liegt weitere 400 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Der nette Nebeneffekt: noch mehr Fotos. Und eine zusätzliche Sightseeing-Tour, die mit dem Helikopter sonst viel Geld kostet. Nach 16 Reisestunden bin ich endlich da. Und nichts fühlt sich nach einer so langen Reise besser an als eine Dusche im Freien.

Inselumrundung in 20 Minuten

Am nächsten Morgen nehme ich mir vor, die Insel akribisch zu erkunden – und bin in 20 Minuten fertig. Mein Clubhotel liegt auf der 450 mal 240 Meter großen Insel Funamadua. Oder genauer gesagt: Das Hotel ist die Insel. Da auf den Malediven die Regel gilt, dass nur ein Hotel pro Insel gebaut werden darf (mehr hätten auch gar keinen Platz), werden die Inseln oft einfach nach den Resorts benannt.

Erst jetzt im Hellen sehe ich, wie schön es hier ist. Unter den Stegen zu den Wasservillen gleiten Rochen, auf den mit Hängematten bespannten Palmen dösen kopfüber Flughunde und das Meer fühlt sich an wie ein Daunenbett.

Wie die meisten Malediven-Inseln liegt auch meine nur einen Meter über dem Meeresspiegel. Und ich kann sogar beobachten, wie sich die Sandbänke mit dem Wind ständig verschieben. Damit die Inseln durch den ständig steigenden Meeresspiegel irgendwann nicht zu klein werden, gibt es Bestrebungen, aus den Malediven das erste CO2-neutrale Land der Welt zu machen. Funamadua hat zum Beispiel eine eigene Bäckerei, einen Kräutergarten und sogar eine Soda-Anlage zum Entsalzen von Meereswasser.

Abtauchen zu den Haien

Langweilig wird es auf der kleinen Insel trotzdem nicht. Denn nach nur einem Tag kenne ich hier mehr Leute als in meinem Berliner Mietshaus. Ich verabrede mich mit der Tauchlehrerin Lydia zu einer Schnupperstunde.

Während Wasserblasen vom Atmen an meinem Gesicht hochsteigen und wir immer tiefer gehen, schwimmt ein Schwarzspitzen-Riffhai an uns vorbei. Schnell ein Beweisfoto! Ich halte vor Aufregung die Luft an und gehe automatisch etwas höher. Lydia zieht mich wieder runter. „Wie groß war der Hai?“, frage ich Lydia, als wir wieder aus dem Wasser steigen. „Ein Baby. Vielleicht einen Meter“, lacht sie. Muss ja keiner wissen …

Als ich stolz mein Equipment abgebe, entdecke ich an der Theke der Tauchstation ein weiteres Schild: Parasailing. Ha! Einmal die Insel zu umfliegen, dauert eigentlich zehn Minuten. Bei mir dauert es fast eine halbe Stunde – ich fliege nämlich dreimal um die Insel! Mein Tipp an die Mädels unter euch: Wenn ihr nicht gerade den Mann eures Lebens dabei habt, stehen eure Chancen gut, euch bei den Parasailing-Jungs so herrlich Extrazeit zu erbetteln.

Die schönste Dorfkneipe

Unsere „Dorfkneipe“ heißt Sundowner-Bar. Hier versammelt sich jeden Abend die gesamte Insel, um zu sehen, wie das Meer die Sonne verschluckt – bei einem Drink, versteht sich. Ich gebe mit meinen Hai-Bildern an. „Ja, genau, riesig. Ungefähr drei Meter lang“, sage ich und strecke die Arme aus. „Angst? Ne, hatte ich nicht!“

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