Verfasst von Jana Zieseniß am 17.11.2014

Auf Strandsafari an der Algarve

Mit den perfekten Stränden am Mittelmeer verhält es sich manchmal wie mit den „Big 5“ in Afrika: Sie sind garantiert da, nur schwer zu finden. Haltet ihr euch nur auf den abgetretenen Pfaden auf, werdet ihr sie nur schwer zu Gesicht bekommen. Das gilt auch für die schönsten Badeplätze an der Algarve: Aber auch hier gibt es sie, die unberührten Schönheiten, und genau die will ich finden. Noch in Deutschland vor dem Urlaub habe ich einen Mietwagen gebucht. Für nur rund 70 Euro bin ich hier vier Tage lang mobil und kann den Wagen bequem in Lissabon abholen und später in Faro wieder abgeben. Zwischen den beiden Stationen liegen 150 Kilometer feinste Algarvestrände, die sich von der spanischen Grenze im Osten bis zur Costa Vicentina im Westen ziehen.

Surferflair in Lagos

Der beste Ausgangspunkt, um die Algarve zu erkunden, ist Lagos. Die Hafenstadt hat ihr authentisches Fair komplett erhalten. Der historische Stadtkern innerhalb der Stadtmauern ist von den Bettenburgen verschont geblieben. Ich schlendere durch verkehrsberuhigte Gässchen und werfe noch einen Blick auf den kilometerlangen Sandstrand der Meia Praia, der Surfer aus der Region magisch anzieht.

Die schönsten Strände von Lagos entdeckt ihr am schnellsten bei einer Bootstour zu den Grotten und Felsen westlich der Stadt. Vom alten Hafen aus lasse ich mich für ein paar Euro aufs Meer schippern. Immer wieder eröffnet sich zwischen den Felsen der Blick auf kleine Sandbuchten, an denen fast kein Mensch zu sehen ist. Viele dieser kleinen Buchten könnt ihr auch problemlos vom Festland aus erreichen, wenn ihr deren genaue Lage und die Zugangspfade kennt. Ein absoluter Geheimtipp.

Die westliche Felsalgarve

Die Felsen westlich von Lagos bieten nur einen kleinen Vorgeschmack auf das, was mich an der Westküste erwartet. Wenige Kilometer hinter Aljezur beginnt die Schieferküste Costa Vicentina, die für ihre Einsamkeit und karge Landschaft bekannt ist. Mächtige Schieferfelsen stürzen sich über 50 Meter tief in die tosenden Fluten. Zur Praia de Arrifana führt ein schmaler Fußweg die Klippen herunter. Linker Hand befindet sich ein kleiner Hafen, von wo aus sich die Fischerboote auf die Jagd nach Entenmuscheln begeben, die an den steilen Klippen leben.

Nicht weit von der Bucht entfernt befindet sich das sagenumwobene Cabo de Sao Vicente, der südwestlichste Zipfel des europäischen Festlandes. Die Römer hielten die Landspitze einst für das Ende der bewohnten Welt. Sie glaubten, dass sich hier die Götter zum Schlafe betten würden. Weniger magisch, aber mindestens genauso skurril: Direkt am Kap gibt es in einer Würstchenbude die „letzte Bratwurst vor Amerika“.

Zum Sonnenuntergang entfliehe ich schließlich den Touristen, die sich am Kap tummeln, und mache mich auf den Weg zur Praia do Zavial. Die windgeschützte Bucht liegt abgeschieden auf halber Höhe zwischen Sarges und Lagos südlich von Raposeira. Neben einem kleinen Restaurant gibt es nichts, außer weißem Sand, seichten Wellen und gelben Felsen – ein echter Geheimtipp!

Zwischen roten Felsen und weißen Sandstränden

Während steile Schieferküsten die westliche Algarve dominieren, wird die Küste nach Südosten hin immer flacher und mediterraner. Bevor ich mich aber den weiten Sandstränden zwischen Faro und Travira widme, wartet noch ein ganz besonderer Strand auf mich: Kurz hinter Albufeira liegt nämlich die Praia da Falesia.

Lehmerde hat sich mit Muscheln und Kalkstein zu einem intensiv roten Sedimentgestein verfestigt, das sich teilweise mehr als 20 Meter über den Strand erhebt. Und während ich so sitze und beobachte, wie die Sonne langsam im Ozean versinkt, kann ich plötzlich verstehen, warum die Algarve auch als „Europas schönste Küste“ bezeichnet wird. Sie ist so unglaublich vielfältig, dass selbst Bademuffel wie ich Lust auf einen Strandurlaub bekommen.

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