Verfasst von Marco Buch am 17.11.2014

Auf den Spuren der Hippies

Seid Ihr auf der Suche nach besonders schönen Urlaubsorten, müsst ihr euch nur an den Zielen der 60er-Aussteiger orientieren! Man kann ja vieles über Hippies sagen, doch sie hatten einfach ein untrügliches Gespür für außergewöhnliche Plätze. Meine Recherche bringt mich diesmal auf La Gomera, die ungewöhnlichste und zugleich untouristischste der kanarischen Inseln. Hierfür muss ich nach Teneriffa fliegen, von wo aus dann eine Fähre nach Gomera geht. Ein eigener Flughafen befindet sich noch im Bau.

Als Ausgangsort wähle ich das entzückende Valle Gran Rey, nicht zuletzt dank oben erwähnter Aussteiger heute voller guter Restaurants mit internationaler Küche sowie netter Bars mit Ambiente. Besonders gut schmeckt es mir im arabischen Habibi (Vueltas), aber auch die gomerischen Fischgerichte in den Tavernen nahe dem Hafen sind köstlich (Tipp: El Puerto, direkt am Hafen). Gut zu wissen übrigens: Dank der vielen Auswanderer kommt man mit Deutsch recht weit auf der spanischen Insel.

Mein erster Ausflug führt zu Fuß entlang der Küste, vorbei an der von Einheimischen unschmeichelhaft getauften Schweinebucht, wo über Jahre ein Haufen nackter Hippies in Höhlen gehaust hat. Dort lässt es sich gut für eine kurze Badepause stoppen. Ein Stück weiter lockt der tolle Tropische Fruchtgarten (1 km südöstlich von Vueltas, der Beschilderung folgen). Nicht nur, dass man sich hier fühlt wie in der Karibik, die Betreiber ermutigen auch noch dazu, jede Frucht zu probieren, die gerade reif ist. (Führungen: Di und Fr, 10 – 18 h)

Ich beschließe den Tag in der berühmten Cacatua Bar (Calle Vueltas 0), seit Jahrzehnten DER Szene-Treff der Insel. Neben Drinks und Tapas gibt es hier oft Live-Musik.

Vielseitigkeit

Tag 2 beginnt mit einem kräftigen Cortado (Kaffee mit süßer Kondensmilch). Dabei lese ich mich durch den unterhaltsamen ‘Valle-Boten’: ein deutsches Magazin mit wertvollen Detail-Informationen zur Insel, aber auch witzigen Kolumnen zum politischen Weltgeschehen (erhältlich in fast allen Cafés und Bars). Geheimtipp: Der Herausgeber ‘Capitano Claudio’ veranstaltet zudem Bootstouren, bei denen man Wale beobachten kann! (Calle Telémaco 7, auf Anfrage)

Dann breche ich auf in den faszinierenden Nebelwald, den es nur auf dieser Kanareninsel gibt. Ein Linienbus bringt mich hoch auf den Berg, ab da vertraue ich auf meine Wanderstiefel. Die steilen Wege durch den zauberhaften Wald geben immer wieder neue, tolle Panoramablicke in Richtung Meer frei.

Nebelschwaden und tropfenbesetzte Spinnweben lassen einen glauben, in einen Märchenfilm geraten zu sein!

Ich folge dem kleinen Pfad bis ins Tal von Alojera, wo ich die bekannteste gomerische Spezialität koste: Papas arrugadas, kleine Ofenkartoffeln mit Mojo, einer scharfen Sauce. Dazu noch ein im Ofen überbackener Käse. Köstlich! Der Wirt des namenlosen Restaurants am Wasser bestellt mir ein Taxi zurück nach Valle (knapp 25 Euro).

Ein Traum für Fotografen

Tags drauf miete ich ein Auto und fahre zur anderen Seite der Insel. Die Strecke zieht sich, da ich ständig für atemberaubende Fotos stoppen muss.

Die Hauptstadt San Sebastian, deutlich größer als Valle Gran Rey, bietet eine nette Abwechslung. Besonders lohnt es sich, auf den Spuren von Christoph Kolumbus zu wandeln, der hier damals seinen letzten Stopp einlegte, bevor er nach Amerika weitersegelte (Casa Museo Colón, Calle Real 56)

Nach der Rückfahrt über die hohen Berge Gomeras erhole ich mich an der Playa del Ingles, einem Strand mit besonderem Flair, nicht weit von Valle Gran Rey gelegen.

Später geselle ich mich zu den Trommlern, Jongleuren und Sonnenanbetern, die vor der Bar Las Jornadas (Playa Valle Gran Rey) allabendlich lautstark den Sonnenuntergang zelebrieren. Ein Dorada Bier in der Hand, die fröhliche Meute um mich herum, muss ich schon sagen, dass das Leben auf Gomera wirklich lebenswert ist. Und dass man sich auf die Hippies auch heute noch verlassen kann! Auf zum La Gomera Urlaub!

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