Verfasst von Claudia Ottilie am 28.01.2015

Andalusiens strahlend weiße Küsten

Albóndigas en Tomate und Patatas Bravas – mehr brauche ich in Spanien eigentlich nicht zum Überleben. Die Sonne gibt es ja meist gratis dazu, in Andalusien sogar an 300 Tagen im Jahr. In einer kleinen Cervecería in der Calle Granada stopfen wir uns die spanischen Pommes in den Mund und genießen den lauen Abend in Málaga.

Málaga – Labyrinth mit Überblick

Den ganzen Tag waren wir durchs Gassenwirrwarr der Altstadt geschlendert, den Blick abwechselnd auf die Mosaike der Gehwege und die mondänen Bauten der Calle Marques de Larios gerichtet. Im Teatro Romano sonnten wir uns auf den Steinen der Vergangenheit. Abkühlung erhofften wir uns von den Säulengängen, Palasträumen und Höfen im Labyrinth der maurischen Alcazaba – erhielten sie aber kaum.

Bevor wir am folgenden Tag auf Rundreise durch Andalusien gehen, werfen wir einen letzten Blick auf Málaga vom Gibralfaro aus. Vom Hausberg der Geburtsstadt Picassos schauen wir auf das Meisterwerk aus Farben und Formen, das Natur und Stadtplaner zusammen kreiert haben. Der Hafen und das Mittelmeer gründen in tiefem Azurblau, der goldgelbe Sand der Stierkampfarena dagegen strahlt wie eine Sonne, die man mitten im Stadtzentrum auf den Boden gemalt hat. Durch lilafarbene Jacaranda-Alleen düsen wir schließlich stadtauswärts nach Westen.

Strandtag in Marbella

Der Strand von Marbella hat alles, was ich mir unter der Costa del Sol immer vorgestellt habe: strohgedeckte Sonnenschirme, Sonnenmilch in der Luft und Strandbesucher aus allen Herren Länder. Wir hüpfen ins erfrischende Mittelmeer am Playa de la Venus. Am Nachmittag erstehen wir beim Flanieren auf der Strandpromenade zwei kleine und vor allem teure (4 Euro!) Kugeln Eis, bevor wir uns in die Altstadt aufmachen.

Die weißgetünchten Häuser mit ihren gelben Fensternischen, an denen pinke Bougainvillea entlang rankt, sind ein Vorgeschmack auf die weißen Dörfer, die wir auf diesem Trip noch durchfahren werden. Wir beehren eine weitere Heladería und setzen uns am Plaza de los Naranjos in den Schatten der Orangenbäume und saugen den Duft der Blüten ein. Als am Abend die Restaurants ihre Siesta beenden, sind wir durch die engen Gassen längst wieder an die Strandpromenade zurückgekehrt und lassen uns im Restaurante Sol de Europa gegrillte Dorade servieren, während die Sonne klischeehaft im Mittelmeer versinkt.

Windsurfer-Paradies Tarifa

Auf dem Weg nach Westen erreichen wir am nächsten Tag das Hafenstädtchen Tarifa. Kurz vor den Toren der Stadt schauen wir über grüne Hügel zum Meer hinüber und machen tatsächlich in der Ferne die Küste und die Spitzen des Atlasgebirges in Nordafrika aus. Schon jetzt bläst der Wind kräftig durch die Straße von Gibraltar. Kitesurfer jagen auf ihren Brettern über den Atlantik, die Wellen schäumen. Hier ist wohl keine gute Badestelle.

Archäologie am Strand

Eine halbe Stunde später biegen wir von der Carretera N-340 nach links ab und halten erneut auf den Atlantik zu. Vorbei an Weiden und durch kleine Waldstückchen sehen wir schließlich eine zerfallene Steinbrücke, vereinzelte knorrige Olivenbäume und den Flachbau des Museums der archäologischen Anlage von Baelo Claudia. Der alte Handelsposten der Römer aus dem 2. Jahrhundert liegt direkt am Strand von Bolonia und wir haben trotz Wind unseren Spaß beim Erkunden der Säulen einer ehemaligen Basilika, eines römischen Bades und der Statue Kaiser Trajans.

Steile, weiße Dörfer

Auf dem Weg nach Sevilla machen wir am vierten Tag einen morgendlichen Abstecher in das weiße Dorf Arcos de la Frontera. Im Calderon ordern wir Cortado zum zweiten Frühstück, denn für die Fahrt durch die engen und steilen Straßen benötige ich einen kräftigen Kaffee und volle Konzentration. Arcos thront auf einem Berg mit steilen Abhängen. Die gekalkten Häuserfassenden haben es berühmt gemacht, aber wir staunen vor allem über die Brücken, die über die Gassen gebaut wurden. Es ist ein mehrschichtiges Labyrinth, durch das man nur zu Fuß gehen möchte. Nach einem zweistündigen, steilen Stadtrundgang kann ich nicht widerstehen und kaufe in einer Bäckerei noch ein Tütchen Palmeras con cacao (Schweinsöhrchen) als Proviant für die einstündige Fahrt ins farbenfrohe Sevilla.

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