Verfasst von Nima Ashoff am 14.06.2017

Andalusien: wilde Natur und weiße Dörfer

Dichter Saharastaub liegt in der Luft und verschleiert die Sicht auf den See. Obwohl ich nicht weit schauen kann, gefällt mir das, was ich sehe. Unter mir liegt das weiße Dorf Zahara de la Sierra, vor mir der Stausee.

Die berühmten weißen Dörfer

Um alles auf einmal im Blick zu haben, bin ich zur maurischen Burg hochspaziert, die direkt über dem Dorf auf einem Felsen thront. Schon der Weg hat sich gelohnt, über alte Pflastersteine und vorbei an blühenden Bäumen und großen Kakteen. Dass der feine Sand aus der Sahara die Landschaft einhüllt, verleiht der Szenerie einen besonderen Touch. Umso mehr glänzen die weißen Häuser und stechen aus dem Dunst hervor.
Natürlich will ich den Ort nicht nur von oben, sondern auch aus der Nähe betrachten. Auf dem Rückweg schlendere ich vorbei an der Kirche Santa María de la Mesa mit ihrem bunten Dach und flaniere durch die verwinkelten Gassen. In dieser entspannten Atmosphäre lässt es sich gut aushalten, aber ich möchte mir noch ein weiteres weißes Dorf ansehen, das nur 15 km entfernt ist: Grazalema!

Wir schlängeln uns über einen Pass

Die Strecke nach Grazalema führt uns mitten durch die Berge. Unberührte Natur so weit das Auge reicht. Eine große Anzahl an engen Kurven gibt es obendrauf. Obwohl unser Camper mit sieben Metern Länge ein ziemliches Schiff ist, schaffen wir die Strecke problemlos. Zwischendurch lassen wir es uns nicht nehmen, anzuhalten, um einen tiefen Zug frische Bergluft zu atmen.

Und dann erwartet uns das nächste Dorf mit seinen strahlend weiß getünchten Häusern. Grazalema hat einen ganz anderen Charme als Zahara de la Sierra. Ich habe erwartet, dass sich beide ähneln, aber das ist nicht der Fall. Die kleinen Geschäfte fügen sich ansprechend in das Gesamtbild ein und machen Lust, einen Blick hineinzuwerfen. Eine Spezialität der Region ist Honig, den ich normalerweise nicht gerne esse. Trotzdem probiere ich ihn und bin prompt begeistert! Deshalb landen direkt mehrere Gläser in meiner Einkaufstasche, dazu noch ein gutes Stück Ziegenkäse. Wenn sich schon einmal die Möglichkeit bietet, hochwertige regionale Produkte zu kaufen, dann greife ich gerne zu.

Muscheln sammeln am Atlantik

Nach einigen Tagen in den Bergen zieht es uns zurück ans Meer und unsere Wahl fällt auf den langen Strand von Zahara de los Atunes. Bekannt ist dieser Küstenort für seinen Thunfischfang und natürlich dafür, dass man hier herrlich frischen Fisch essen kann. Mich fasziniert jedoch etwas ganz anderes. Schon bei meinem ersten Spaziergang entlang des knapp 1,6 Kilometer langen Sandstrandes finde ich meine Lieblingsmuscheln, Shiva-Augen. Und so beginnt für mich in den folgenden Tagen jeder Morgen damit, in Ruhe die zahlreichen Muscheln zu sichten, die sich über Nacht neu angesammelt haben – eine fast meditative Tätigkeit.

Zum Baden ist es jetzt, Ende Februar, noch zu frisch, trotzdem springe ich einmal kurz in die Fluten. Der Strand von Zahara de los Atunes ist schließlich mit der Blauen Flagge ausgezeichnet, da kann ich mir das Meer doch nicht entgehen lassen.

Abgerundet werden unsere Tage mit traumhaften Sonnenuntergängen, die wie gemalt aussehen. An diesen Ort werde ich bestimmt noch einmal zurückkehren, nicht nur wegen seiner vielen Muscheln.

Die weißen Dörfer zu besuchen, hat sich gelohnt. Gerade außerhalb der Saison ist hier im Andalusien Urlaub noch echte spanische Atmosphäre zu spüren und genau die liebe ich. Wenn Sie einen Abstecher ins andalusische Hinterland machen möchten, fragen Sie mich gerne nach Tipps.

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