Verfasst von Dennis Fink am 26.02.2015

Amsterdam: Stadt der Grachten

Ein zufriedenes Seufzen geht mir von den Lippen, während ich genüsslich in meine „Frikandel“ beiße, der holländischen Version einer „Bratwurst“. Auf diesen Moment habe ich Monate gewartet. Und selbst wenn es nur für den Verzehr dieser äußerst köstlichen, holländischen Spezialität wäre, würde ich mich immer wieder auf eine Reise in die Niederlande machen. Die Optik erinnert mich zwar immer ein wenig an vergammeltes Fleisch, dafür ist der würzige Geschmack einfach einzigartig. Standesgemäß beginne ich also meine Städtetour durch Amsterdam mit einer Frikandel im Brötchen. Die aus verschiedenen Fleischsorten zusammengepresste Bratrolle (Hähnchen, Schwein oder auch Pferd) ist für 1,50 bis 2,- Euro an jedem Straßenimbiss erhältlich. Besonders gerne mag ich „Frikandel spezial“, die Variante mit Ketchup, Mayonnaise und gehackten Zwiebeln (für einen Aufpreis von 0,50 Euro).

Beeindruckende Architektur in Amsterdams Altstadt

Meinen Mietwagen habe ich im Parkhaus der Amsterdam Arena, etwas außerhalb der Stadt, abgestellt. Dieser gute Rat des Hotelangestellten hat sich als ultimativer Spartipp herausgestellt, denn die Parkmöglichkeiten in Amsterdam sind begrenzt und die Kosten hoch. Im Stadion parke ich nun 24 Stunden für 8,- Euro und fahre direkt vom Stadion aus mit der Bahn in die Innenstadt zum Hauptbahnhof (Ticket 2,80 Euro, ca. 20 Minuten Fahrzeit).

Ich beginne meinen Spaziergang durch die Amsterdamer Altstadt also direkt am Amsterdam Centraal. Das rote Backsteingebäude aus dem Jahr 1875 bildet mit seinen zwei Türmen das „Eingangstor“ zur wunderschönen Altstadt Amsterdams. Als ich nach wenigen Metern die Fußgängerzone erreiche, offenbart sich ein geschäftiges Treiben aus Touristen, Händlern und Amsterdamern. Hunderte von Fahrradfahrern bevölkern die Innenstadt und die blau-weiße Straßenbahn bimmelt sich achtsam ihren Weg durch die Massen an Menschen und Rädern. Die Geschäftigkeit inmitten alter Architektur erinnert an ein Jahrmarkttreiben aus vergangenen Zeiten. Die für Amsterdam typisch schmalenHäuserfronten aus dem 17ten und 18ten Jahrhundert liefern mir fantastische Fotomotive und ich stoppe für eine Weile an einer Brücke, um die beeindruckende Kulisse aus allen möglichen Perspektiven zu fotografieren.

Grachtenbootsfahrt – ein Muss für jede Amsterdam-Tour

Direkt an der Brücke am Damrak legen auch die bekannten Grachtenboote an. Ich entscheide mich für eine Grachtentour bei einem der vielen Anbieter für Ausflüge. Für günstige 16,- Euro buche ich eine 75-minütige Tour. Das ist die beste und angenehmste Art, die mit Grachten durchzogene Innenstadt Amsterdams zu besichtigen. Ich zahle mein Ticket und setze mich in eines der überdachten Boote. Langsam legt das Boot ab und chauffiert mich unter niedrigen Brücken hindurch, direkt ins Herz der Stadt. Über Kopfhörer unterhält mich eine Stimme (in deutscher Sprache) mit interessanten Infos zur Amsterdamer Geschichte und weist auf einige herausragende historische Gebäude hin. Ich habe also meine Architekturbesichtigung mit der Grachtenfahrt nicht unterbrochen, sondern genieße den Anblick auf die wunderschönen, schmalen Häuschen aus einer völlig neuen Perspektive, und zwar ohne mir die Füße wund zu laufen – das lasse ich mir gefallen.

Gierig fotografieren die Fahrgäste jedes Gebäude und diskutieren über die süßen Fensterläden aus Holz oder darüber, wie es sich lebt in solch schmalen Häusern. Ab und zu müssen wir für eine Weile an einer der Brücken stoppen, wenn uns Boote aus der anderen Richtung entgegenkommen. Nur jeweils ein Boot passt zwischen den schmalen Brückenpfeilern hindurch.

Café in de Waag – leckeres Essen an der historischenStadtmauer

Die Grachtenfahrt hat sich als eine super Investition erwiesen, um mir einen guten Eindruck der Stadt zu verschaffen, und ich mache mich hungrig auf die Suche nach einem Restaurant.

Als ich die Stadt durchstreife, stoße ich nach etwa 15 Minuten auf ein Gebäude, das einer kleinen Burg ähnelt, dem „Café in de Waag“ auf dem Nieuwmarkt Square. Das historische Schmuckstück aus dem Jahre 1488 war ursprünglich ein Stadttor und Teil der Stadtmauer Amsterdams. Es wurde umfunktioniert zu einem Restaurant und Café – ein grandioses Restaurantkonzept, ganz nach meinem Geschmack. Ich könnte mir keinen besseren Ort vorstellen, meinen wundervollen Tag in Amsterdam mit einem leckeren Eggs Benedict (8,50 Euro) ausklingen zu lassen.

Weitere Beiträge von Dennis Fink

Weitere Beiträge zu Niederlande

24 Stunden in Amsterdam

In den Gesichtern der Gäste macht sich ein Lächeln breit, wenn die Kellnerin...

Zum Artikel

Weitere Beiträge zu den Urlaubsarten: Städtereise

4 Tage in Athen

Die wichtigsten Highlights in Athen besucht Stefanie Thimm – in vier Tagen in ...

Zum Artikel

Montmartre, je t´aime!

Nicht umsonst wird Paris "die Stadt der Liebe" genannt. Besonders Montmartre...

Zum Artikel

24 Stunden in Amsterdam

In den Gesichtern der Gäste macht sich ein Lächeln breit, wenn die Kellnerin...

Zum Artikel

Frühling in Regensburg

Wir haben uns einen jener Frühlingstage ausgesucht für unseren Besuch in...

Zum Artikel

Ein Tag in Barcelona

Barcelona ist die perfekte Stadt für einen Städtetrip: schöne alte...

Zum Artikel

Viva Las Vegas!

Selbst im „Land der Superlative“ ist Las Vegas das Nonplusultra: Alles ist...

Zum Artikel

Brüssel als Comicstrip

Ich lasse mich hinüber in die Altstadt treiben, wo die Gassen schmaler und...

Zum Artikel

München leuchtet

Augenzwinkernd wird München das Millionendorf genannt. Wo, wenn nicht hier,...

Zum Artikel