Verfasst von Ischta Lehmann am 15.07.2015

Allgäu: Schlösser, Berge und Bayerns deftige Küche

Mein Mann Siegmund ist Tourguide und das Allgäu so etwas wie sein „Büro“. Hierher bringt er regelmäßig vor allem amerikanische oder australische Touristen und zeigt ihnen, wie schön es dort ist.

Heute macht er eine Privatführung für mich. Auf der Autofahrt von München stimmen wir uns schon mal ein: mit dem Hörbuch „Die Ludwig-Verschwörung“ von Oliver Pötzsch. Das ist zwar eine fiktive Story, aber wir erfahren viel über einen der Hauptdarsteller des heutigen Tages: König Ludwig II. – und über seine Schlösser. Das Erste, was wir ansteuern, ist das Schloss Linderhof. Von München aus seid ihr mit dem Auto in etwa anderthalb Stunden da.

Start am Schloss Linderhof

Das zuckersüße, üppig verzierte Schloss steht in einem traumhaften Park im italienischen Stil, in dem u.a. auch die „Venus-Grotte“ und der „Maurische Kiosk“ zu finden sind. Der Eintritt ins Schloss kostet 8,50 Euro (ermäßigt 7,50 Euro), mit dem Ticket ist eine Führung zu einer bestimmten Uhrzeit verbunden. Wir begnügen uns aber diesmal mit dem Anblick der barocken Pracht von außen und schlendern ein wenig durch den Park. Linderhof ist übrigens das einzige von Ludwigs drei Schlössern (die anderen sind Neuschwanstein und Herrenchiemsee), das zu seinen Lebzeiten fertiggestellt wurde, erzählt mir Siggi.

Unser nächstes Ziel ist der Ort Hohenschwangau. Hier wartet das, was Siggi seinen Gästen als das „Disney Castle“ anpreist: Schloss Neuschwanstein, dessen Silhouette auf einem bewaldeten Bergrücken wirklich sehr an das Logo erinnert, das zu Beginn der Disney-Filme immer zu sehen ist.

Besuch im Märchenschloss

Das „Märchenschloss” König Ludwigs II. ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands, deswegen haben wir bereits eine Woche vorher Tickets reserviert, online über das „Ticket-Center Hohenschwangau“. Bis 15 Uhr zwei Tage vor dem Besuch ist die Reservierung möglich. Sie kostet zwar 1,80 Euro pro Person zuzüglich zum Ticketpreis (12 bzw. ermäßigt 11 Euro). Das lohnt sich aber, weil es vor allem in der Hochsaison schon mal vorkommen kann, dass die Eintrittskarten für einen bestimmten Tag ausverkauft sind. Die reservierten Tickets holen wir im Ticket-Center im Ort Hohenschwangau ab. Also bevor wir zum Schloss hinaufsteigen!

Fotoshooting von der Hängebrücke

Wichtig zu wissen: Die Tickets berechtigen zum Einlass ins Schloss nur zu einer bestimmten Uhrzeit – wenn ihr die verpasst, kommt ihr nicht mehr rein. Damit uns das nicht passiert, machen wir uns rechtzeitig auf den Weg hoch zum Schloss. Eine etwas schweißtreibende Wanderung den Schlossberg hoch ist angesagt, Autos dürfen hier nicht fahren. Alternativ könnten wir uns mit der Pferdekutsche hochziehen lassen (Bergfahrt 6 Euro pro Person, Talfahrt 3 Euro), aber wir sind heute sportlich.

Da wir früh dran sind und noch ein wenig Zeit haben vor Beginn unserer Führung, gehen wir nicht direkt zum Schloss, sondern erst zur Marienbrücke. Inklusive Aufstieg und Fotosession solltet ihr dafür ca. eine Stunde einplanen, damit ihr rechtzeitig zur Führung zum Schloss kommt.

Hier gibt es einen tollen Ausblick auf das Schloss – für den ihr allerdings schwindelfrei sein solltet! Denn die Brücke hängt frei in 90 Metern Höhe. Zugang habt ihr nicht immer, denn gelegentlich ist sie wegen Instandhaltungsarbeiten gesperrt. Gut so, denn das Geländer stammt schließlich noch aus der Zeit von Ludwig II.

Nach der Führung durchs Schloss (Fotos sind drinnen nicht erlaubt) sind wir nun echte Experten, was König Ludwig II. angeht. Wer jetzt Hunger hat: Eine tolle Aussicht auf Schloss Neuschwanstein und das gegenüberliegende Schloss Hohenschwangau habt ihr vom Restaurant „Alpenrose am See“ aus (am Alpsee in Hohenschwangau). Das Essen ist nicht günstig (rund 25 Euro), aber sehr köstlich. Alternativ: Im Restaurant im „Hotel Alpenstuben“, einem ehemaligen Bauernhaus direkt unterhalb von Schloss Neuschwanstein, könnt ihr deftige bayerische Küche zu günstigeren Preisen schlemmen.

Stippvisite nach Österreich

Wir machen weiter mit unserer Allgäu-Tour auf der österreichischen Seite des Allgäus, im Tannheimer Tal (ca. 40 Autominuten von Hohenschwangau entfernt). In Tannheim stellen wir das Auto auf dem Parkplatz nahe der Gondel ab. Von hier könnt ihr aufs „Neunerköpfle“ hochgondeln. Oben gibt es zahlreiche gut ausgeschilderte Wanderwege.

Wir lassen es aber etwas gemütlicher angehen und spazieren lediglich zum Vilsalpsee und drumherum. Zwischen 10 und 17 Uhr ist der Autoverkehr von Tannheim zum Vilsalpsee gesperrt. Der Weg zum See dauert etwa eine Stunde, er führt durch schattige Wälder mit vielen schönen Aussichten.

Alternativ nehmt ihr das Bimmelbähnchen „Alpenexpress“, eine Pferdekutsche oder den Bus. Alle starten am Parkplatz und fahren zum Vilsalpsee.

Biergarten am Vilsalpsee

Am See gibt es zahlreiche Restaurants. Alternativ kehrt ihr auf halbem Weg um den See herum in einer zünftigen Hütte ein, der Vilsalpe, ein kleines Stückchen abseits vom Ufer. Dorthin braucht ihr etwa eine halbe Stunde. Der Biergarten vor dem Haus bietet recht viel Platz, es gibt herzhafte Brotzeiten, deftige Suppen und leckeren Kuchen. Und den tollen Blick auf die umliegenden Berge gratis dazu.

Krimi-Pfade in Kempten

Ganz schön schön hier im Allgäu! Ich will unbedingt bald wiederkommen, denn es gibt ja noch so viel zu sehen. Kempten zum Beispiel. Dort könnt ihr auf den Spuren des kultigen Kommissars Kluftinger wandern. Krimi-Fans wissen, von wem ich rede. Eine Karte, die bei vielen Fremdenverkehrsämtern der Region erhältlich ist (ihr könnt sie euch auch im Internet herunterladen), zeigt, wo wichtige Schauplätze, Drehorte etc. zu finden sind. Es gibt sogar geführte Wanderungen. Also, bis zum nächsten Mal!

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