Weimar zu Fuß in 2 Stunden

Ein zweistündiger Stadtspaziergang im Zeichen einiger der größten Künstler der Geschichte. In Weimar völlig normal. Begleitet Neckermann Reisen auf eine Tour durch die Kulturstadt und begebt euch auf die Spuren von Goethe, Schiller, Herder und Bach. Dazu besucht ihr Wohnhäuser von Herzoginnen sowie ein echtes Schloss und pausiert in einem der besten Cafés Deutschlands.

Start mit Schiller und Goethe

Unter uns: Einen Stadtspaziergang durch Weimar ohne Goethe und Schiller zu beginnen, wäre, als würdet ihr die Kulturstadt verlassen, ohne Thüringer Rostbratwurst und Kloß probiert zu haben. Daher nehmt ihr von eurem Hotel aus zunächst den Bus Nummer 2 oder 9 und steigt an der Station Hellerweg/EJBW aus. Einige Minuten nordwärts die Jenaer Straße entlang, schon taucht links das Goethe- und Schiller-Archiv auf. Zunächst als Goethe-Archiv gegründet, beheimatet es seit dem späten 19. Jahrhundert auch Schillers Nachlass und ist damit das älteste und bedeutendste Literaturarchiv Deutschlands. Zumal ihr auch Nachlässe andere Dichter und Philosophen findet.

Nun habt ihr zwei Möglichkeiten. Entweder ihr geht direkt hinein, was euren Weimarer Stadtspaziergang über die zwei Stunden hinaus ausdehnen könnte. Oder ihr genießt vorläufig – zurückkommen könnt Ihr angesichts der kurzen Wege der Kulturstadt jederzeit – zunächst nur das Äußere. Nachempfunden ist das Gebäude dem Petit Trianon im Park von Versailles. Überall seht ihr Elemente des Neoklassizismus. Eine Attraktion für sich.

Altstadt, Weimar
Entdecken Sie bei Ihrem Stadtspaziergang durch Weimar die bezaubernde Altstadt.

Ein „Besuch“ bei Albert Schweitzer

Von Dichtern und Denkern führt euch euer Weg durch Weimar nun zu einem der bekanntesten Humanisten der deutschen Geschichte. Dazu biegt ihr am Ausgang des Archivs rechts ab und folgt „Über dem Kegeltor“, bis ihr rechts abbiegen und die Ilm überqueren könnt. Biegt ihr danach an der Gerberstraße rechts ab, steht ihr nach wenigen Metern auf dem Kegelplatz und dort vor der Gedenkstätte Albert Schweitzer.

Selbst bewohnt hat der Humanist und Urwaldarzt das Haus zwar nie, historisch bedeutend ist es jedoch aus zweierlei Sicht. Einerseits lebte hier einst Märchendichter Carl August Musäus, andererseits bekommt ihr heute einen Einblick in Schweitzers Leben und Schaffen. Ihr erfahrt alles zu seinem Urwaldspital, lernt seine ethische Botschaft kennen. Zudem bewundert ihr ein spätbarockes Bürgerhaus.

Ein Unterschlupf für Hochbegabte

Sobald ihr wisst, was ihr schon immer über Albert Schweitzer wissen wolltet, ruft eines der ältesten Häuser Weimars. Vom Kegelplatz spaziert ihr in die Vorwerkgasse, biegt am Herderplatz rechts ab und lauft noch einige Meter geradeaus. Euer Ziel liegt auf der rechten Seite. Ein kleiner Garten. Ein Pavillon. Ruhe – und das mitten in Weimars wunderschöner Altstadt.

Das Kirms-Krackow-Haus zählt zu den schönsten Häusern der Stadt und schenkt euch gleichzeitig einen Einblick in die kulturelle Geschichte Weimars. Sowohl Franz Liszt als auch Hummel sowie Dichter und Dramatiker waren hier regelmäßig zu Gast. Sie entspannten. Sie trafen Gleichgesinnte. Sie holten sich Inspiration. Macht am besten eine kleine Pause und genießt die Schönheit.

Weder Goethe noch Schiller, dennoch ein großer Dichter

Goethe und Schiller sind die beiden größten Namen. Geprägt haben Weimar jedoch auch andere Größen der Kulturgeschichte. Johann Gottfried von Herder, zum Beispiel. Gemeinsam mit Goethe und Schiller sowie Christoph Maria Wieland bildete er das klassische „Viergestirn von Weimar“. Das gehört gewürdigt. Also widmete die Stadt Herder zu seinem 106. Geburtstag im Jahr 1850 ein Denkmal. Seither wacht er über den Herderplatz, hält dabei eine Schrift mit seinem Wahlspruch „Licht, Liebe, Leben“ in der linken Hand.

 Johann Gottfried Herder
Bronzestandbild von Johann Gottfried Herder in Weimar

Doch Herder war nicht nur Dichter, zudem arbeitete er als Generalsuperintendent der Stadtkirche – die praktischerweise auch gleich seinen Namen trägt und in direkter Nähe zum Denkmal liegt. Die Herderkirche ist Weimars bedeutendstes Kirchengebäude, zudem Teil des Ensembles „Klassisches Weimar“, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde sie über die Jahre wieder aufgebaut und restauriert. So könnt ihr das spätgothische Bauwerk und sein imposantes Inneres während eures Weimar-Spaziergangs intensiv begutachten, ehe ihr euch auf Goethes Spuren begebt.

Ein Pavillon aus Goethes Zeit

Vom Herderplatz spaziert ihr dafür auf das „Eisfeld“ und biegt danach rechts in die Schwerfgasse ab, bis wenige Meter später links das Palais Schardt auftaucht. Hier verbrachte Charlotte von Stein, eine enge Freundin Goethes, ihre Kindheit. Hier lernte sie den Dichter kennen. Seht euch den wunderschönen Gartenpavillon, dazu den Duftgarten genauer an.

Danach besichtigt Ihr das Palais. Schließlich wollt ihr mit eigenen Augen sehen, wie Menschen im 19. Jahrhundert wohnten. Neben Möbelstücken gibt es immer wieder wechselnde Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen. Auch Kulturveranstaltungen finden im Palais Schardt statt. Vielleicht ist ja etwas für euch dabei.

Denkmäler und das Nationaltheater

Über Geleit- und Wielandstraße erreicht ihr nun den Theaterplatz. Ein Pflichtbesuch während eines Stadtspaziergangs durch Weimar. Einerseits blicken euch nun Goethe und Schiller in Bronze entgegen – alles Wissenswerte zum Goethe-Schiller-Denkmal erfahrt ihr hier –, andererseits steht ihr direkt vor dem Deutschen Nationaltheater, dem bedeutendsten Bühnenbetrieb Weimars.

Nationaltheater,weimar
Blick auf das Nationaltheater mit der Schiller und Goethe-Bronze.

Einst von Goethe gegründet, finden hier bis heute Theateraufführungen, Konzerte und Opern statt. Ebenfalls auf dem Theaterplatz entdeckt ihr das Wittumspalais, ein barockes Stadtpalais, das einst Herzogin Anna Amalia bewohnte. Zudem tagte hier zwischenzeitlich die von Goethe gegründete „Freitagsgesellschaft“. Ihr könnt alles besichtigen. Es gibt Porträts von Goethe und Schiller dazu Büsten und Ölgemälde sowie den authentisch eingerichteten Grünen Salon, früher immerhin Wohnzimmer von Anna Amalia.

Kaffeepause – und danach zu Schiller

All diese Eindrücke wollen natürlich verarbeitet werden – und am besten macht ihr das bei einer energiespendenden Tasse Kaffee und leckerem Gebäck. Dafür spaziert ihr wenige Minuten in die Karlstraße 8, ins Café Laden. Hier pausiert ihr in einem der besten Cafés Deutschlands, genießt eine riesige Auswahl an Kaffeekreationen – wie wäre es mit einem orientalischen Kaffee mit einem Schuss Kardamom – dazu leckere Snacks und belegte Sandwiches.

Schnauft kurz durch. Entspannt. Schillers Wohnhaus wartet. Auf dem Weg könntet Ihr Euch im Weimarhaus theoretisch multimedial durch die Geschichte führen lassen. Da das euren Stadtspaziergang zu sehr verlängern würde, kommt Ihr dafür allerdings später noch einmal zurück. Zuerst seht ihr euch an, wo Schiller einst wohnte, bekommt einen intensiven Einblick in das Leben des Dichters.

Schiller-Haus in Weimar
Das Schiller-Haus in Weimar.

Das Stadtschloss

Goethe und Schiller habt Ihr ausgiebig gesehen. Nun folgt Johann Sebastian Bach. Denn auch einer der größten Komponisten der Geschichte wirkte einst in Weimar. Dafür spaziert ihr nun Richtung Stadtschloss. Nur rund 5 Minuten über Schiller-, Frauentorstraße, Markt, Grüner Markt und Burgplatz sind es – schon steht ihr vor dem imposanten Weimarer Stadtschloss. In der Schlosskirche arbeitete einst Bach, im Schloss selbst lässt sich heute die Kunstsammlung des Schlossmuseums bewundern.

Auf dem Weg passiert ihr zudem das Cranachhaus, Weimars ältestes Renaissance-Gebäude, in dessen Gewölbe noch heute Theateraufführungen rund um das „Goldene Zeitalter“ und Goethes Schaffen stattfinden. Apropos: Wo Schiller zuhause war, habt Ihr bereits gesehen. Nun folgt Goethe.

Goethes Häuser und ein Park zum Abschluss

Dafür spaziert ihr einfach zurück zur Frauntorstraße und folgt ihr Richtung Süden. Irgendwann geht sie in den Frauenplan über und offenbart euch dort auf der rechten Seite Goethes Wohnhaus, in dem sich auch das Goethe Nationalmuseum befindet. Tiefer in Leben und Schaffen des Dichters taucht ihr nirgends ein.

Genug vom Dichter habt ihr jedoch noch nicht. Hoffentlich. Denn die letzte Station eures Weimarer Stadtspaziergangs führt euch mitten hinein in ein kleines Idyll. Zunächst geht es hinein in der Park an der Ilm, der sich nur wenige Meter von Goethes Wohnhaus entfernt befindet. Seht euch schon mal genau um. Hier lasst ihr in wenige Minuten eure Tour durch Weimar ausklingen. Hier spielt ihr mit den Kindern, macht Picknick oder entspannt einfach auf einer der grünen Wiesen.

Park an der Ilm mit Goethes Gartenhau
Park an der Ilm mit Goethes Gartenhaus im Hintergrund.

Goethe selbst hat den Park einst mitgestaltet und sich gleich auch noch ein kleines Gartenhaus hineinstellen lassen. An der Ostseite findet ihr es – und habt damit das Ende eures zweistündigen Stadtspaziergangs durch Weimar erreicht. Ein Ende im Zeichen von Goethe. Wie sollte es auch anders sein?

Magazin Redaktion

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