Wandern auf Mallorca – mein erster Aktivurlaub

Ungläubige Blicke. Hier und da ein kurzes Stirnrunzeln. Mehr hatten Freunde und Familie nicht für mich übrig, als ich meine Urlaubspläne voller Stolz verkündete: Wandern auf Mallorca. Nur meine beste Freundin konnte ihren Kommentar nicht herunterschlucken: „Echt jetzt? Wandern? Du meinst Bewegung und so?“ Vielleicht sollte ich erwähnen, dass sich in meinen vorherigen Urlauben mein sportliches Engagement auf den Weg zwischen Sonnenliege am Hotelpool, Strandhandtuch und All-inclusive-Buffet beschränkte. Ein Grund, kein Hindernis! Denn ich, ich wollte auf der spanischen Baleareninsel diesmal alles anders machen. Neues erleben, aktiv sein und Mallorca beim Wandern ganz individuell erkunden. Erfahre hier, was ich mit Neckermann Reisen dabei erlebt habe und wie mein erster Aktivurlaub mich verändert hat.

Wander-Ausrüstung
Mit der richtigen Ausrüstung für alle Eventualitäten gewappnet.

Wann soll es losgehen? Vorbereitung für meinen Wandertrip

Bevor das Wandern auf Mallorca überhaupt beginnt, muss ich mich erst einmal mit einigen Fragen auseinandersetzen. Denn wann eigentlich die beste Zeit für einen Wanderurlaub auf der Insel ist – woher soll ich das wissen? Also ab auf Recherche. Das Ergebnis: Die Frühlings- und Herbstmonate sind die ideale Reisezeit, um auf der Insel aktiv zu sein. Auch im November lässt es sich noch gut wandern. Ich kann mich auf milde Temperaturen, Sonne und vielleicht sogar ein Reiseschnäppchen freuen, da ich die Nebensaison ausnutze. Und wenn es bis Anfang März losgeht, erlebe ich sogar noch die Mandelblüte auf Mallorca. Wandern inmitten eines rosa-weißen Blütenmeers: ein Urlaubstraum, nur eben real.

Aber nicht nur die Reisezeit, auch die Ausrüstung muss ich bedenken. Feste Wanderschuhe, ein guter Rucksack, eine lange Wanderhose, die sich mit Reißverschlüssen in eine kurze verwandeln lässt … ein bisschen wehmütig schaue ich auf meinen Minirock, der in diesem Urlaub zu Hause bleibt. Aber gezweifelt wird nicht!

Ein Anblick der verzaubert – Mallorca zur Zeit der Mandelblüte.

Tag 1: Die Erdbeerbaum-Tour – Wandern rund um Cala Ratjada

Ich bin unglaublich motiviert! Mein Ausgangspunkt für die erste meiner Wanderungen ist Cala Ratjada im Nordosten Mallorcas. Felsküste und bewaldete Berge prägen die Landschaft. Perfekt. Ich starte das Wandern auf Mallorca mit einem leichten Rundwanderweg – der sogenannten Erdbeerbaum-Tour mit leichtem Schwierigkeitsgrad. Von Cala Ratjada geht es über Capdepera und über einen Bergkamm nach Fon de sa Calas und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Das sagt zumindest meine Wanderkarte. Rund 12 Kilometer. Na das ist doch an einem Tag zu schaffen.

„Leicht“ ist ein sehr dehnbarer Begriff. Mein Schuh drückt an der linken Ferse, seit ich Capdepera hinter mir gelassen habe. Der Weg verläuft jetzt steiler. Innerer Schweinehund, bitte jetzt einfach nur den Mund halten! Einfach einen Fuß vor den nächsten setzen. Auch beim Wandern auf Mallorca funktioniert das Vorwärtskommen so. Langsam atmen. Und … plötzlich bin ich oben. Ich bleibe stehen und schaue mich um. Die Aussicht ist fantastisch. Das Meer liegt tiefblau unter mir, das Inselinnere erstreckt sich in sattem Grün auf der anderen Seite zu meinen Füßen! Ruhig streift der Wind meine Haut. Ich spüre eine innere Ruhe, die mich unglaublich erfüllt. Belohnung für all die Mühe. Nur schwer trenne ich mich wieder von diesem Ort. Weiter geht es über einen Felskamm, immer noch mit Blick auf das Wasser. Natur pur. Dann kommen die Erdbeerbäume, die dem Weg ihren Namen geben. Ich fühle mich einfach nur gut!

Ich war noch nie so müde. Meine Beine sind schwer, mein Kopf leer, ein großes Blasenpflaster bedeckt meine Ferse. Ich hab gelesen, dass viele auf Mallorca mit ihren Kindern wandern. Leichte Strecken, wenig Steigung. Dennoch macht sich Ehrfurcht breit.

Leuchtturm nahe Cala Rajada
Der Leuchtturm nahe Cala Rajada.

Tag 2: Her mit dem Abenteuer – Wandern im Norden Mallorcas

Ich spüre meine Muskeln. Und zwar jeden. Es sind viele – zum Teil unbekannt. Dennoch will ich los. Heute steht Wandern im Norden Mallorcas auf dem Plan. Genauer gesagt bei Alcúdia. Normalerweise würde ich mich dort an den feinen weißen Mittelmeerstrand packen. Cocktail in der einen, Buch in der anderen Hand. Diesmal nicht. Die Strände können heute noch so toll sein. Ich hab ein Ziel: den Aussichtspunkt Penya del Migdia. Ich starte am ehemalige Kloster Ermita de la Victoria, rund 15 Minuten mit dem Mietwagen von Alcúdia entfernt.

Bei einer Wanderung die Natur rund um Alcuida genießen
Bei einer Wanderung die Natur rund um Alcuida genießen.

Der breite Waldweg wird bald zum Pfad. Ein wenig Abenteuer – nur her damit. Schnell ein Foto für die Ungläubigen daheim. Ja, ich wandere! Hier auf Mallorca. Durch Kiefernwald, an Palmengewächsen, mediterranen Pflanzen und Felsen vorbei – immer bergauf. Meine Beine sind schon wieder ganz flüssig in der Bewegung. Der Muskelkater hat keine Chance. Doch mein Atem stockt. Abenteuer schön und gut, aber das? Am steilen – wirklich steilen Fels – öffnet sich ein schmaler Durchgang. Dahinter sichert eine Kette den weiteren Weg, auf der anderen Seite fällt der Fels tief nach unten ab. Ok, so fühlt es sich an, wenn der Adrenalinspiegel steigt. Nun ganz langsam. Die Hand immer an der Kette. Meine Knie zittern. Zum Glück bin ich schwindelfrei. Geschafft! Auf dem Penya del Migdia ziehen mich der blaue Ozean und der weite Blick auf das Meer wieder in den Bann. Dazu kommt das Gefühl, meine Grenzen heute überwunden zu haben. Ein wirklich gutes Gefühl! Ob ich noch weiter zum Gipfel hochwandern soll? Oben können Wanderer die Kanone der Penya des Migdia besichtigen. Heute nicht. Ich höre auf das leichte Zittern meiner Knie.

Ich lasse mich im Hotelpool treiben. Schwer liege ich auf der Wasseroberfläche. Aber nicht so schwer wie gestern. Tiefenentspannt beschreibt den Zustand ganz gut. Ich freue mich auf mein Bett und ich freue mich auf morgen – auf das Wandern auf Mallorca.

Entspannung im Hotelpool
Die verdiente Entspannung im Hotelpool lassen die Strapazen des Tages vergessen.

Tag 3: Größenwahn lässt grüßen – die Serra de Tramuntana bezwingt mich

Meine Füße tun weh, die Muskeln brennen, mein Herz versucht durch wildes Hämmern aus meinem Brustkorb zu springen und der Schweiß läuft mir über die Stirn, als hätte er nur ein Ziel: Flucht! Was hat mich nur geritten? Wandern auf Mallorca! Zu Fuß die Natur erkunden. Jetzt hab ich den Salat! Ich will eine Liege am Meer, ich will Strand, ich will eine Massage und das alles jetzt!

Wieder beruhigt. Vielleicht hab ich mir doch zu viel vorgenommen. In der Nähe des Ortes Sóller, der in der Gebirgsregion Serra de Tramuntana im Nordwesten Mallorcas liegt, wollte ich besonders sportlich sein. Die Gegend muss Wanderer – zu denen ich mich zähle – ja anziehen. Vor allem die Schlucht von Biniaraix. Der Weg dorthin soll zu den schönsten Touren auf der Insel zählen. Steile Felswände und sagenhafte Ausblicke. Natürlich will ich das sehen. Die Tour startet am Stausee Embassament de Cúber. Der Weg dahin fällt mir leicht. Auto sei Dank. Die ersten Schritte gehen noch. Der Weg ist traumhaft, die Sonne strahlt. Ein bisschen wärmer als die letzten Tage. Ist ja eigentlich ganz schön. Doch das Vorwärtskommen fällt schwer. Eine kurze Pause. Mir ist heiß. Aber egal. Ich bin schließlich zum Wandern auf Mallorca!

Lass dich von der Serra de Tramuntana verzaubern.
Lass dich von der Serra de Tramuntana verzaubern.

Der weitere Verlauf ist bekannt. Ab da geht es nur noch bergab. Nicht der Weg, meine Kondition. Ich breche die Tour ab. Zurück zum Hotel. Ein kurzer Blick über die Schulter. Ich werde das schaffen … irgendwann.

Frisch geduscht mache ich einen Abstecher zum Port de Sóller. Der kleine Küstenort begeistert mich mit seinem Hafen. Ich kehre in ein Café ein und genieße den lauen Abend bei einem guten Glas Rotwein. Dann noch ein Bummel durch die Stadt. Ist zumindest ein Spaziergang.

Abstecher zum Hafen von Port de Soller.
Abstecher zum Hafen von Port de Soller.

Tag 4: Jetzt mal ganz entspannt – die Gegend um Palma entdecken

Mein erster Aktivurlaub soll nicht mit einer abgebrochenen Tour enden. Und da Aufgeben sowieso nicht drin ist, stehe ich im Wander-Outfit – relativ fit – in Gènova oberhalb von Palma im Südwesten Mallorcas. Ein Ziel habe ich mir nicht gesetzt, nur auf der Wanderkarte gesehen, dass es einige schöne Routen gibt. Ich spaziere über Waldwege, genieße die Natur und atme tief ein. Die Bewegung tut gut. Ein bisschen zwickt mein Bein, aber kein Vergleich zu gestern. Tatsächlich fühle ich mich unglaublich entspannt.

Gegen Mittag bin ich wieder am Hotel in Palma und tausche die Sportkluft gegen meinen Bikini. Palma ohne Strandbesuch. Das darf nicht sein. Auch nicht im Wanderurlaub. Und altbekannte Pfade – wie der vom Strand zum Buffet – sind schließlich auch nicht zu verachten.

Strand von Palma
Badesachen angezogen und ab an den Strand von Palma.

Tag 5: Was hat der Urlaub gebracht? Mein Fazit

Wieder zu Hause. Gegen Abend bin ich gelandet. Wandern auf Mallorca. Plötzlich vorbei. Was es gebracht hat, fragt meine beste Freundin mit hochgezogener Augenbraue. Ich überlege nicht lange: tolle Urlaubserlebnisse und innere Ruhe. Überwindung und Akzeptanz von Grenzen. Und die Erkenntnis, dass mein Urlaub ab heute unglaublich vielfältig sein kann. Auch wenn die Mehrtagestour bei mir wahrscheinlich nie mit auf dem Programm steht.

Aber hey – wer weiß?

Sonnenuntergang am Berg - unvergessliche Eindrücke, die bleiben.
Sonnenuntergang am Berg – unvergessliche Eindrücke, die bleiben.
Magazin Redaktion

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