Reisetipps Ungarn – Traumhaftes Reiseziel an der Donau

Donaunostalgie, Trojakerwein und Pusztaromantik – das ist Ungarn! Aber nicht nur! Die über tausendjährige Geschichte Ungarns brachte großartige Kulturschätze hervor und landschaftlich betrachtet ist das Land im Zentrum Europas ein in vielen Facetten funkelndes Juwel. Hier findest du Informationen, Anregungen und Tipps für deinen Ungarn-Urlaub.

Klima und Anreise

In Ungarn herrscht ein Kontinentalklima, das zu Extremen neigt: Eisig kalte Winter und heiße Sommer sind nicht selten. Die höchste Niederschlagswahrscheinlichkeit ist im Frühsommer, Spätherbst und am Jahresanfang. Ungarn ist ein ganzjähriges Reiseziel. Beliebteste Reisezeit ist allerdings der Sommer, primär die Ferienmonate Juli und August. In dieser Zeit kann es in einigen Gebieten mit bis zu 30 Grad sehr heiß werden. Insofern bietet sich für Kulturreisen und Aktivurlaube auch die Zwischensaison an: Im April, Mai, September und Oktober sind weniger Feriengäste unterwegs und die Durchschnittstemperaturen pendeln zwischen angenehmen 18 und 24 Grad. Und im September, manchmal sogar im Oktober, sind die Wassertemperaturen der Badeseen noch ausreichend hoch. Ein besonderes Highlight ist die Weinlese im Herbst inklusive dazugehöriger Feste und Veranstaltungen. Und wer den ungarischen Winterzauber erleben möchte, darf einen Besuch der Weihnachtsmärkte nicht versäumen.

Anreise

Aus Deutschland landen regelmäßig Maschinen in Budapest (Direktflugdauer rund eineinviertel Stunden). Der internationale Flughafen Ferihegy liegt etwa sechzehn Kilometer südöstlich vom Budapester Zentrum. Von dort gelangst du mit der U-Bahn, einem Airportbus oder mit dem Taxi in die Stadt.

Die Anreise mit dem Zug ist problemlos machbar. Es gibt europaweit sehr gute Verbindungen nach Budapest. Aus Deutschland gehen diese in der Regel und je nach Ausgangsort über Wien, Prag und Bratislava (das gilt auch für die Anreise mit dem Auto). Die meisten internationalen Züge kommen im Hauptbahnhof Keleti pu an. Eine Direktverbindung München-Budapest dauert etwas mehr als sieben Stunden. Alle drei Budapester Hauptbahnhöfe sind Umsteigeplätze für weitere Ziele in Ungarn.

Ungarn gehört zum Schengen-Raum, das heißt, für die Einreise benötigen Besucher aus Deutschland einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Solltest du mit dem Auto anreisen, reichen ein gültiger Führerschein mit Foto sowie die nötigen Versicherungspapiere. Und beachte, dass die Autobahnen in Österreich und Ungarn mautpflichtig sind.

Gesundheitsprophylaxe und Tipps

Aufgrund der bereits im Mai mächtig strahlenden Sonne gehören guter Sonnenschutz, eine Kopfbedeckung und ausreichend Trinkwasser zur Standardausrüstung. Beim Sightseeing in der Stadt oder bei Touren mit dem Auto solltest du ebenfalls daran denken. Auch wenn du eher Museumsbesuche im Sinn hattest, das Angebot an Bädern im Land der Heilquellen und -thermen ist einfach verlockend. Deshalb kann es nicht schaden, wenn du deine Badesachen immer griffbereit hast.

Der medizinische Standard in Ungarn ist gut bis hoch. Viele Ärzte in Ungarn sprechen sogar Deutsch. Auch wenn gesetzlich versicherte deutsche Staatsbürger mit der EHIC (European Health Insurance Card) ein Anrecht auf eine Behandlung haben, lohnt sich in jedem Fall eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption. Damit bist du auf der sicheren Seite.

In einigen Regionen Ungarns (vorwiegend im Westen und Norden) können Mücken und Zecken in der wärmeren Jahreszeit ein wenig lästig werden. Mücken kannst du mit Insektenspray in Schach halten, für Zecken solltest du jedoch nach Rücksprache mit deinem Arzt eine Schutzimpfung in Erwägung ziehen, wenn deine Ungarn-Reise in die relevante Zeit fällt. Neben der Zusammenstellung einer soliden Reiseapotheke solltest du deinen Impfstatus überprüfen und gegebenenfalls auffrischen lassen. Genaue Informationen zu den Themen Gesundheit, medizinische Versorgung und Prophylaxe erhälst du bei einem Reisemediziner oder auch beim Auswärtigen Amt.

Sehenswürdigkeiten

Die Fülle an Sehenswürdigkeiten in Ungarn scheint unbegrenzt. Es braucht Zeit und Muße, die landschaftlichen und kulturellen Attraktionen des Landes zu erkunden. Der Trick ist: eine nach der anderen. Und gewiss ist: Alle lohnen sich! Hier findest du Anregungen für deinen Ungarn-Urlaub mit Neckermann Reisen.

Budapest

Das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Ungarns ist die Hauptstadt Budapest. Für den Besuch dieses Stadtjuwels solltest du mehrere Tage einplanen, denn das Angebot an Museen, Kunstschätzen und Baudenkmälern ist überwältigend. Besonders sehenswert ist das Burgviertel samt Königspalast und das Parlament, Ungarns mächtigster Bau. Nicht minder majestätisch präsentiert sich die Staatsoper und die klassizistische St.-Stephans-Basilika ist ebenfalls einen Besuch wert. Ein beliebtes Ausflugsziel ist der denkmalgespickte Gellertberg südlich des Burgbergs. Der Aufstieg wird mit einem tollen Ausblick über die Stadt belohnt.

Burgviertel von Budapest

Die Altstadt und der Burgpalast von Budapest bilden das einzigartige Burgviertel. Es gehört zu den bedeutendsten Attraktionen der Metropole. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile, so auch die Residenz, weitestgehend zerstört. Doch aufwändige Rekonstruktionen lassen sie heute in altem Glanz erscheinen. Die Highlights einer Besichtigung sind natürlich der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Palast. Seine Baugeschichte reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück und im 18. Jahrhundert ließen ihn die Habsburger zum Prachtbau erweitern. Des Weiteren begeistern die Matthiaskirche aus dem 13. bis 15. Jahrhundert sowie die Ungarische Nationalgalerie. Dort kannst du die umfassendste Sammlung ungarischer Kunstwerke aus dem Mittelalter bis zur Gegenwart bestaunen.

Schifffahrt auf der Donau

Ungarn-Urlaub ohne Donauzauber ist wie Gulasch ohne Paprika. Zudem zählt eine Bootsfahrt auf dem ungarischen Flussabschnitt zu den schönsten Arten, Land und Leute kennenzulernen. Im Sommer starten zahlreiche Touren von Budapest aus. Angelegt wird unter anderem am Donauknie, wo schöne Städte und historische Sehenswürdigkeiten auf die Besucher warten. Die Highlights von Esztergrom sind die malerische Altstadt sowie die größte Kathedrale Ungarns. In Visegrad thront die mächtige Burgruine über der Donau und die beschauliche Stimmung von Szentendre mit seinen hübschen Gässchen und barocken Gebäuden hat schon so manchen Donaukreuzfahrer verzaubert. Und der Zauber geht weiter: Das Herz eines jeden Sisi-Nostalgikers macht einen Satz beim Anblick des märchenhaften Schlosses Gödöllő. Sisis Faible für Ungarn ist bekannt und es heißt, an diesem Ort weilte die Kaiserin von Österreich am liebsten.

Abtei Pannonhalma

Die ersten Mönche der Benediktinerabtei Pannonhalma besiedelten im Jahr 996 den romanischen Vorgängerbau der heutigen Klosteranlage. Genau 1.000 Jahre später erhielt der gewaltige Gebäudekomplex von der UNESCO den Titel Weltkulturerbe. Im Rahmen einer Führung kannst du dieses einmalige Zeugnis architektonischer, kunst- und kirchengeschichtlicher Fülle besichtigen. Nicht nur für Bücherwürmer interessant ist beispielsweise die mit über 300.000 Titeln bestückte Klosterbibliothek. Und wer das materielle Gut dem geistigen vorzieht, der kann einen Blick auf den Kirchenschatz werfen. In seinen kostbaren Artefakten vereinen sich weltliche und sakrale Pracht auf schönste Weise.

Pecs

Pecs (Ungarisch: Pécs) ist eine der ältesten Städte Ungarns und war 2010 europäische Kulturhauptstadt. Nicht zuletzt Pecs Reichtum an Sonnenstunden (über 200 Tage im Jahr) verdankt die Stadt ihr mediterranes Flair. Aber auch die Spuren, die die türkischen Eroberer im 16. und 17. Jahrhundert hinterlassen haben, tragen zum kosmopolitischen Stadtbild bei. Besonders sehenswert sind der frühchristliche Friedhof Apaca utca (UNESCO Weltkulturerbe) sowie die mächtige ehemalige Moschee Gazi Kasim Paschas, die heute eine katholische Kirche und ein Museum beherbergt.

Seen und Natur

Ungarns Landschaft ist vielfältig und hat zahlreiche Naturschätze zu bieten. Die große Tiefebene nimmt fast die Hälfte des Landes ein und mit dem Balaton kann Ungarn den größten See Mitteleuropas vorweisen. Entdecke die Schönheit Ungarns bei einem Ausflug in die Natur.

Puszta

Die Große Tiefebene (Puszta) ist äußerst fruchtbar und gilt als eine der ersten kultivierten Landstriche Europas. Mit diesem Teil des Landes sind so viele romantische Ungarn-Klischees verbunden wie mit keinem anderen: Pferde galoppieren über die von Ziehbrunnen durchzogene Steppe, Reiterhirten hüten ihre Graurinder, Schäfer ihre Herden und in den Landgasthöfen (Csárdas) wird zünftig aufgespielt. Verewigt wurde das Puszta-Bild in Literatur, Film und Musik und auch wenn es heute nicht mehr zu einhundert Prozent zutrifft, ist der ursprüngliche Charme dieser Region nach wie vor erhalten geblieben. 1999 wurden die Puszta und der Nationalpark Hortobágy von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Balaton

Der Balaton (Plattensee) ist mit fast 600 Quadratkilometern Fläche der größte See Mitteleuropas und wird auch das „Ungarische Meer“ genannt. Vor allem im Sommer ist der See ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, Badegäste und Aktivurlauber. Der größte und lebhafteste Badeort am See ist Siofok mit einem siebzehn Kilometer langen Strand. Viele Budapester haben hier eine Ferienwohnung und junge Menschen schätzen das muntere Nachtleben. Wer es etwas ruhiger mag, kann nach Balatonszemes, Fonyod oder Balatonfenyves ausweichen. Dort findet sich immer ein stilles Plätzchen zum Entspannen.

Höhlen von Aggtelek

Ein weiteres UNESCO-Weltnaturerbe sind die über 200 Tropfsteinhöhlen im Naturpark Aggtelek. Das einzigartige Höhlensystem befindet sich an der Grenze zur Slowakei. Die eindrucksvolle Karstlandschaft erstreckt sich über beide Länder. Die bedeutendste Höhle ist die Baradla-Höhle. Mit Hilfe von Brücken und Treppen wurde das 25,5 Kilometer lange Höhlensystem für Besucher zugänglich gemacht. Begehbar ist eine Strecke von rund 5 Kilometern. Hinweis: Für eine Besichtigungstour solltest du warme Kleidung und gutes Schuhwerk tragen. Die Temperaturen in den Höhlen betragen teilweise nur 10 Grad.

Thermalsee von Hevíz

Seit 1795 wird der malerisch gelegene Thermalsee von Hevíz als Erholungs- und Kurort besucht. Die Mineralstoffzusammensetzung des Wassers dient therapeutischen Zwecken und wird für allerlei Beschwerden empfohlen. Im Sommer bringt es der 4,4 Hektar große See auf bis zu 36 Grad Wassertemperatur und auch im Winter laden tropische 24 bis 28 Grad zum Baden ein. Doch Vorsicht ist bei Kindern geboten und Menschen, die ein Bad in warmem Heilwasser nicht vertragen. Praktisch: Gespeist von steten Quellen tauscht sich das Wasser auf natürliche Weise alle paar Tage aus.

Land und Leute

Ungarns Lage am Schnittpunkt zahlreicher Handelswege ist ein zentraler Grund für die kulturelle Vielfalt des Landes und seine bewegte Geschichte. Von den fast 10 Millionen Einwohnern sind gut 96 Prozent ethnische Ungarn (Magyaren). Viele alte Brauchtümer stammen aus der Zeit vor der Ankunft der Magyaren im Jahr 896 und werden heute noch gepflegt. Die tatsächliche Herkunft der Magyaren ist bis heute nicht ganz geklärt, vermutlich kamen sie aus Asien in die ehemalige römische Provinz Pannonien. Im Lauf der Jahrhunderte emigrierten Menschen aus allen Ecken Europas nach Ungarn und trugen so zum Mix der Kulturen bei. Diese ungewöhnliche Entwicklungsgeschichte verleiht den Ungarn eine außerordentliche Stellung innerhalb der europäischen Völker.

Die Spuren des Kommunismus sind in Ungarn nicht gänzlich verwischt, aber seit der Öffnung des Ostblocks 1989 hat sich das Land enorm gewandelt. Auch wenn die Wirtschaftskraft immer wieder Schwankungen ausgesetzt ist (zuletzt während der Euro-Krise) kann das Land der Zukunft mit Optimismus begegnen. Mit Herzlichkeit, Höflichkeit und Gastfreundschaft begegnen die Ungarn in jedem Fall ihren Gästen und teilen mit ihnen die Begeisterung für ihr wunderschönes, traditionsreiches Land.

Sprache

Die ungarische Sprache gehört zur finno-ugrischen Sprachgruppe und ist ein komplexes Gebilde. Bis heute ist ihre Entwicklungsgeschichte nicht eindeutig geklärt. Kulturhistorische Einflüsse spielen eine große Rolle und es wird vermutet, dass die Urquelle aus dem Ural-Gebirge im heutigen Westsibirien stammt. Viele Ungarn verstehen oder sprechen Deutsch oder Englisch. Dennoch empfiehlt sich für deinen Ungarn-Urlaub mit Neckermann Reisen die Mitnahme eines Wörterbuches und es kann nicht schaden, sich mit der ungewohnten Aussprache bekannt zu machen. Mit ein paar flott gezückten (sprich vorher gelernten) Floskeln wie „Hogy van?“ (Wie geht’s?), „Nagyszerű“ (Ausgezeichnet!) oder „Köszönöm“ (Danke!) kannst du ohne Spicken sofort Punkte sammeln. Deine Gastgeber werden sich freuen!

Geld und Währung

Das etwas komplizierte Währungssystem in Ungarn ist den jüngeren politischen Veränderungen geschuldet. Aktuell ist die Landeswährung der Forint (Ft oder HUF). Die Unterteilung in Fillér (Heller) gibt es nur noch formal, praktisch gesehen gibt es keine kleinere Einheit. Auch die 1- und 2-Forint-Münzen sind seit 2008 nicht mehr in Gebrauch. Im Umlauf sind Münzen zu 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Forint. An der Kasse wird entsprechend auf- oder abgerundet. Banknoten gibt es zu 500, 1.000, 2.000, 5.000, 10.000 und 20 000 Forint. Grundsätzlich empfiehlt es sich, kleinere Münzen und Scheine bereitzuhalten. Damit lässt sich der Urlaubsalltag besser meistern.

Bankautomaten sind weit verbreitet. Dort kannst du mit deiner EC-Karte (Maestro) und Kreditkarte Geld abheben. Gängige Kreditkarten werden in touristischen Einrichtungen, Restaurants und Geschäften weitestgehend akzeptiert. Wichtig ist, sich über den aktuellen Wechselkurs zu informieren. Unter Umständen lohnt sich der Umtausch in einer Bank oder in einer der zahlreichen offiziellen Wechselstuben.

Besonderheiten und Tipps

Wusstest du, dass ein Ungar der Dreidimensionalität eine neue Dimension verliehen hat? Dem Architekten Ern? Rubik ist die Zauberwürfelmanie zu verdanken, die Anfang der Achtzigerjahre die ganze Welt vereinnahmte und bis heute für übermüdete Handgelenke und großen Spaß sorgt. Tipp: Das quadratisch-bunte Geduldspiel gibt es auch in kleinen Ausführungen und passt somit in jede Reisetasche. Auch in deinem Gepäck wird mit Sicherheit die Erfindung des Ungarn Lázló Bíró zu finden sein: Der Kugelschreiber ist ein auf Reisen unverzichtbares Utensil, schließlich schreiben sich deine Postkartengrüße aus Ungarn nicht von allein!

Zu den typischen Ungarn-Souvenirs zählen Paprika in allen Variationen sowie Salami. Und wessen Verdauungsapparat nach all der herzhaften Kost ein wenig Unterstützung braucht, kann den beliebten Magenbitter „Unicum“ testen. Für den Kauf von Souvenirgut bieten sich größere Märkte und Markthallen an. Dort findest du neben Lebensmitteln auch das ein oder andere folkloristische Mitbringsel wie Kleidung oder die charakteristischen Tücher. Was auf Ihrem Einkaufszettel auf keinen Fall fehlen sollte: Ungarn ist weltberühmt für seine Weine. Besonders die feine Tokajertraube, die fast ausschließlich in Ungarn angebaut wird, ist bei Weinliebhabern begehrt. Im Jahr 2002 hat die UNESCO die historische Tokajer Weinregion sogar mit dem Titel Kulturlandschaft versehen. Ein Grund mehr, den edlen Tropfen vor Ort zu verköstigen.

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