Reisetipps La Gomera

Die Insel La Gomera liegt 30 Kilometer westlich von Teneriffa. Im Kanaren-Ranking belegt La Gomera den vorletzten Platz: Nur El Hierro ist kleiner. Die Form gleicht der eines Kreises. Die Abmessung von Nord nach Süd und Ost nach West beträgt etwa 25 Kilometer – eine Strecke kurz genug für die Pfeifsprache der Einheimischen. Nach einer sehr alten Tradition kommunizieren die Einwohner in „El Silbo“ – Silben werden durch Pfiffe übertragen und damit einfache Nachrichten transportiert. Mittlerweile steht die Pfeifsprache unter dem Schutz der UNESCO. Der fruchtbare Norden unterscheidet sich klimatisch vom eher trockenen Süden. In der Inselmitte liegt der Nationalpark Garajonay – ein Ur- oder Nebelwald mit dichtem Lorbeerbaumbewuchs. Er steht auf der Liste der UNESCO und ist der größte Lorbeerwald der Erde. La Gomera ist ein beliebtes Ziel für Wanderurlauber, aber auch Badetouristen finden in den kleinen Buchten im Süden das ganze Jahr über Sonne und Meer.  Im Folgenden bekommst du die wichtigsten Informationen für deinen Urlaub auf La Gomera.

Klima und Reisezeit

Passatwinde und der Golfstrom bestimmen das Klima von La Gomera. Die Temperaturen sind das ganze Jahr über mild, unterscheiden sich aber zwischen Norden und Süden. Im Norden fällt der meiste Niederschlag von November bis Januar und dann nur an durchschnittlich 6 Tagen pro Monat. Ansonsten regnet es kaum auf La Gomera. Im Norden ist es immer einen Tick feuchter und kühler als im Süden. Baden ist im Süden fast das ganze Jahr über möglich – bei Wassertemperaturen von durchschnittlich 20 Grad.

Die heißen Monate sind Juli und August mit Durchschnittstemperaturen zwischen 27 und 29 Grad Celsius, in den Wintermonaten liegen sie zwischen 21 und 22 Grad. In den Nächten kühlt es dann bis auf 15 Grad ab.

Strandurlaub ist das ganze Jahr über möglich – allerdings nur im Süden.

Die ideale Reisezeit zum Wandern und Mountainbiken reicht von November bis März.

Sehenswürdigkeiten

La Gomeras Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander. Die meisten von ihnen schuf die Natur. Ihre Werke und Formen faszinieren an vielen Orten auf der Insel. Highlight ist der Nationalpark.

Nationalpark Garajonay

Herzstück von La Gomera ist der als UNESCO-Weltnaturerbe proklamierte Nationalpark von Garajonay. Der immergrüne Nebelwald ist ein dichtes Geflecht von Lorbeerbäumen und Baumheide – zwischen 900 und 1.400 Meter über dem Meeresspiegel. Sein grünes Gewand bedeckt die Hänge des höchsten Gipfels der Insel, des Garajonay (1.487 m). In den 60er Jahren standen Pläne, den Wald vollständig abzuholzen. Naturschützern ist es zu verdanken, dass es anders kam. Im Jahr 1985 erkannte die UNESCO den Wert und setzte den Nationalpark auf die Liste zum schützenswerten Naturerbe. Highlight ist das Cedro-Tal – Wanderer schätzen die schmalen, von Holzbrücken unterbrochenen Pfade entlang eines Baches, dessen Ränder besonders schöne Lorbeerbäume säumen. Bevorzugter Ausgangspunkt für Wanderungen ist die Laguna Grande, ein trockener Kratersee. Eine hier installierte Übersichtstafel weist alle möglichen Wanderwege übersichtlich aus.

Valle Gran Rey

Das von Palmen überragte Tal des Königs im Westen zählt zu den Highlights der Insel. Charakteristisch ist die üppig mit Palmen und Bananenstauden bewachsene Terrassen-Landschaft, die steil nach oben ansteigt. Die fünf kleinen Orte La Playa, La Puntilla, La Calera, Vueltas und Borbalan hängen im Tal dicht aneinander. In den 60er Jahren erkannten Aussteiger und Hippies die Schönheit des Valle Gran Rey und ließen sich nieder. Heute ist es ein beliebter Ausflugs- und Erholungsort. 

Agulo

Agulo liegt im Norden und gilt als schönstes Dorf der Insel. Getragen von einem Felsplateau, schwebt es 250 Meter über dem Meer. Kolonialbauten, Gassen und sattgrüne Terrassenfelder bestimmen das Ortsbild. Agulo war das erste Dorf Gomeras mit Trinkwasser- und Stromversorgung.

Hermigua

Kenner schätzen das im Nordosten gelegene Tal von Hermigua wegen seines milden Klimas. An den Hängen wachsen Palmen und Bananenpflanzen. Durch schmale Schluchten schlängelt sich Wasser. Wahrzeichen des Tals sind die kegelförmigen Zwillingsfelsen, die Roques de San Pedro, die sich wie zwei mächtige Buchstützen gegenüberstehen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Wasserfall El Chorro (der höchste der Insel), der Wald El Cedro, das Dominikanerkloster El Convento de Santo Domingo und das volkskundliche Museum Los Telares. In kleinen Läden verkaufen Künstler einen Teil ihrer Werke.

Los Organos

Das Felsmassiv an der Nordküste nahe dem Ort Vallehermoso erinnert an Orgelpfeifen. Es sind die schönsten Basaltfelsen der Kanarischen Inseln. 80 Meter überragen sie das Meer auf einer Breite von 200 Metern. Besucher passieren die eindrucksvolle Lavaschöpfung per Boot.

San Sebastian

Torre del Conde: Der Turm des Grafen ist eines der wenigen original erhaltenen Bauwerke von La Gomera. Er entstand im Jahr 1447 als Teil der Stadtmauer von San Sebastian und hielt etlichen Angriffen stand. Die Eroberer nutzten ihn als Versteck ihrer Beute aus Lateinamerika.

Pfarrkirche Nuestra Señora de la Asunción: Die Pfarrkirche von San Sebastian ist die wichtigste Kirche von La Gomera. Die gotische Kapelle entstand im Jahr 1450. Nach Angriffen und Bränden erfuhr sie eine Erweiterung um barocke Elemente im 18. Jahrhundert und glänzt heute mit drei Schiffen.

Brunnen im Zollhaus: Der Brunnen Pozo de la Aguada im Inneren ist von historischer Bedeutung. Der Legende nach füllte Christoph Kolumbus aus ihm seine Wasserflaschen für die Überfahrt nach Indien und taufte damit den entdeckten amerikanischen Kontinent.

Strand und Meer

Für eine mehrwöchige Strandreise eignet sich die Insel weniger. Die meisten Strände befinden sich im Süden und Westen.

Valle Gran Rey

Die Playa de Valle Gran Rey ist der Hauptstrand des Valle Gran Rey. Er liegt am Ort La Playa. Gleich nebenan befindet sich die Playa de La Puntilla. Beide Strände bedeckt schwarzer Sand.

Der schwarze Sandstrand Playa del Ingles liegt nördlich von La Playa und ist auch für FKKler geöffnet. Zum Baden ist er weniger zu empfehlen – Grund ist die Strömung.

Der Familienstrand Charco del Conde liegt an einer flachen Lagune am Ort La Puntilla. Eltern können ihre Kinder unbesorgt spielen und baden lassen – der Strand trägt den Beinamen Babystrand.

Auch die dunkelsandige Playa de Vueltas am gleichnamigen Ort des Valle Gran Rey gilt als Familienstrand. Ihn schützt eine Hafenmole.

San Sebastian

Die Strände befinden sich beide in der Nähe des Hafens: der Stadtstrand Playa de San Sebastian und die etwas lieblichere Playa de la Cueva – beide Strände bedeckt schwarzer Sand. 

Playa Santiago

Zum Ort gehören mehrere Strände: der gleichnamige Stadtstrand direkt am Hafen (kiesig), die 250 Meter lange Playa del Medio (kiesig) und die 150 Meter lange Playa de Chinguarime, die auch für FKK-Bader freigegeben ist (kiesig).

Playa Alojera

Der 250 Meter lange, schwarze Sandstrand liegt an der Nordwestküste. Hohe Felsen schützen die Bucht. Im Winter ist die Brandung beachtlich und Baden nicht günstig. Direkt an den Strand schmiegt sich der Ort.

Playa de La Caleta

Der Strand zählt zu den schönsten der Insel. Er befindet sich in 6 Kilometer Entfernung zum Ort Hermigua im Norden der Insel und entfaltet sich vor einer wunderschönen Naturkulisse. Die windgeschützte Bucht zieht sich 180 Meter in die Länge und bittet zum Strandbaden auf feinem schwarzen Sand.

Feste und Events

Die meisten Feste stehen vor einem religiösen Hintergrund. Die Inselbewohner verehren ihre Schutzheiligen glühend, erhoffen sich von ihnen Hilfe, Trost und Wohlstand.

Januar

Neujahr – Año Nuevo 1. Januar – Nationalfeiertag 

Heilige Drei Könige – Cabalgata de Reyes 
Prozessionen mit prächtigem Blumenschmuck ziehen am Vorabend des 6. Januar durch das Valle Gran Rey und überhäufen die Kinder mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken. Im Anschluss steigt eine Party mit Musik und Tanz auf dem Kirchplatz vor der Ermita de los Reyes im unteren Valle Gran Grey. Am 6. Januar ist nationaler Feiertag, die Läden und Behörden bleiben geschlossen.

Februar

Karneval – Carnaval 
Februar oder März – je nach Kalenderrhythmus – gehören dem Karneval. In San Sebastian und im Valle Gran Rey dauert das Fest mehrere Tage. Kostümwettbewerbe, Musik, Tanz, glamouröse Paraden und organisierte Kinderspiele dominieren die Tagesordnung. 

März

Karwoche – Semana Santa 
Fast alle Gemeinden Gomeras begehen die Karwoche mit prächtigen Trauerumzügen. In der Kirche von San Sebastian spielt nach der Karfreitagsprozession traditionell ein Kirchenorchester. 

April

24. April: Fiesta de San Marcos 
Die Einwohner Agulos feiern ihren Dorfheiligen, den Heiligen Markus. Spektakulär ist der Auftritt junger Männer, die am Abend wagemutig durch mehrere Feuer auf dem Dorfplatz springen. 

Mai

Tag der Arbeit – Fiesta del Trabajo 1. Mai – Nationalfeiertag 

3. Mai: Fest des Heiligen Kreuzes – Día de la Cruz 
Zum Tag des Heiligen Kreuzes schmücken die Einwohner vieler Orte die Kreuze ihrer Kirchen und religiösen Stätten.

Fiesta de San Isidro 
Mitte Mai (am Wochenende um den 15.) feiern die Bewohner von Chorros de Epina und Alajero ihren Schutzheiligen – den Patron der Bauern.

30. Mai: der Kanarische Tag – Día de Canarias 
Die Bewohner der Kanarischen Inseln haben einen eigenen Feiertag: den Día de Canarias. Anlässlich des Kanarischen Tags organisieren viele Städte und Städtchen festliche Programme mit Tanz, Musik, Spiel und gutem Essen.

Fronleichnam – Corpus Christi 
Die Fronleichnamsprozessionen ziehen am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest durch viele Ortschaften auf La Gomera (je nach Kalender im Mai oder Juni).

Juni

Johannistag – San Juan (Sommersonnenwende)
In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni entzünden die Einwohner vieler Orte stattliche Feuer in Gedenken an den Heiligen Johannes. Damit folgen sie der Tradition der kanarischen Ureinwohner, die glaubten, mit mächtigen Feuern böse Geister vertreiben zu können.

Juli

16. Juli: Fiesta del Carmen 
Besonders die Hafengemeinden inszenieren den Tag der Schutzheiligen der Fischer. Geschmückte Boote fahren aufs Meer hinaus und tragen die Statue der Heiligen Carmen. Eindrucksvoll sind die Feierlichkeiten in Valle Gran Rey, Playa Santiago und San Sebastian.

Fiesta de la Virgen del Pino 
El Cercado im mittleren Westen feiert seinen Schutzheiligen Ende des Monats.

August

15. August: Maria Himmelfahrt – Asunción de la Virgen 
Mit Prozessionen und feierlichem Rahmenprogramm begehen viele Orte den Tag der Heiligen Jungfrau Maria. Im Anschluss spielen lokale Musikgruppen auf, es wird getanzt und gefeiert bis spät in die Nacht. 

September

6. September: Fiesta Colombina 
Mit einem prächtigen Umzug erinnert San Sebastian an den Aufbruch von Christoph Columbus zur Entdeckung Amerikas.

11. September: Nuestra Señora de Buen Paso 
Eindrucksvoller Festzug von Alajero (spanisch: Alajeró) bis zum Roque Calvario mit anschließender Fiesta auf dem Dorfplatz.

Oktober

5. Oktober: Bajada de la Virgen de Guadalupe 
Die Ehrung der Inselheiligen gilt als wichtigstes Fest auf La Gomera. Es findet alle fünf Jahre statt – zum letzten mal 2008. Die Einwohner tragen die Madonnenfigur wochenlang in feierlichen Umzügen über die Insel. Ausgangs- und Schlussort ist die Kapelle in Puntallana (bei San Sebastian).

12. Oktober: Día de la Hispanidad
Nationaler Gedenktag in Erinnerung an die Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus. Letzte Station, bevor er Richtung Amerika aufbrach, war La Gomera. Entsprechend jubelreich sind die Feierlichkeiten auf der Insel.

November

Allerheiligen 1. November – Nationalfeiertag 

30. November: Weinfest in San Andres
Die Bauern von Vallehermoso, Agulo, San Andres (spanisch: San Andrés) und Hermigua feiern die Ernte des Jahres und verkosten den neuen Wein, begleitet von Tanz und Musik.

Dezember

Maria Empfängnis 8. Dezember – Nationalfeiertag 

Bajada de Nuestra Señora Virgen de los Reyes
 Das Fest zu Ehren der Schutzheiligen des Valle Gran Rey findet alle 5 Jahre statt, geht von Dezember bis Januar (das letzte Mal 2008) und dauert über mehrere Wochen. Von der Eremita de los Reyes bei El Guro tragen die Einheimischen die Figur der Schutzheiligen durch die Orte des Tals und bringen sie auch dorthin zurück. Ein fröhliches Programm rahmt die religiösen Feierlichkeiten.

25. Dezember: Weihnachtsfeiertag

Reise und Verkehr

Wer nach La Gomera reist, kommt meist über die Nachbarinsel Teneriffa. Der Flug von Deutschland nach Teneriffa dauert circa 4 Stunden. In den Sommermonaten starten die großen Airlines wie Condor täglich von allen großen Flughäfen nach Teneriffa. Wer nach La Gomera reist, wählt den Südflughafen von Teneriffa (Reina Sofia). Von hier aus dauert der Transfer zum Fährhafen Los Cristianos circa 30 Minuten. Die Überfahrt dauert etwa 1 Stunde. Die letzte Fähre geht um 19 Uhr, die erste Fähre ab La Gomera um 7 Uhr. Wer spät auf Teneriffa landet bzw. zeitig abreist, muss eine Übernachtung einplanen, bevor es weitergeht nach La Gomera oder nach Hause.

Transferbusse von Neckermann Reisen verkehren zwischen Flug- und Fährhafen und bringen dich auf La Gomera zu deinem Hotel. Die Fahrtzeit hängt vom Urlaubsort ab. Die Fahrt vom Fährhafen San Sebastian zum Valle Gran Rey im Westen dauert etwa 1 Stunde. Das Straßennetz ist gut erschlossen.

Deutsche Staatsbürger reisen mit einem gültigen Reisepass oder Personalausweis (oder vorläufigem Reisepass bzw. Personalausweis). Kinder bis 16 Jahre benötigen einen gültigen Kinderreisepass und Jugendliche einen gültigen Reisepass oder Personalausweis.

Gesundheitsprophylaxe und -tipps

Für Reisen nach La Gomera existieren keine Impfvorschriften. Empfehlenswert sind Impfungen gegen Diphterie, Tetanus, Polio und Hepatitis A. Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen können eine kostenlose ärztliche Versorgung beanspruchen, sofern der behandelnde Arzt bzw. die Einrichtung von der spanischen Sozialversicherung zugelassen ist. Besorge dir dafür die europäische Krankenversicherungskarte bei deiner Kasse. Ratsam für alle ist der Abschluss einer privaten Auslandskrankenversicherung – so ist die Übernahme entsprechender oder zusätzlicher Kosten gewährleistet.

In allen größeren Orten der Insel befindet sich ein medizinisches Versorgungszentrum „Centro de Salud“, in Valle Gran Rey zudem ein deutsches Ärztezentrum. Das Krankenhaus liegt in San Sebastián. Apotheken sind mit einem grünen Kreuz gekennzeichnet.

Trinke kein Leitungswasser – es ist zwar sauber, aber kein Trinkwasser.

Ein hoher Sonnenschutz ist auf La Gomera das ganze Jahr über wichtig und besonders in den heißen Sommermonaten. Meide die Mittagshitze im Juli und August.

Kulinarisches

Die Küche La Gomeras spiegelt die Geschichte, den Lebensraum und die Mentalität der Einwohner. Sie vereint spanische, afrikanische und lateinamerikanische Einflüsse. Die Grundlage bilden natürliche Lebensmittel, einfach kombiniert, bodenständig gewürzt. Überall auf der Insel begegnet man den Gaben des Meeres, Schweine-, Lamm- oder Kaninchenfleisch, gutem Schafs- oder Ziegenkäse, Kartoffeln, den pikanten Saucen Mojo Verde und Mojo Rojo oder dem Gofio, einem Brei aus Mais- und Weizenmehl.

Der Fisch wird traditionell dort zubereitet und gegessen, wo er gefangen wird. Zu empfehlen sind die Fischlokale von Playa de Santiago – frisch auf den Tisch kommen Seehecht, Papageienfisch, Zackenbarsch und Goldbrasse oder Krabben in Olivenöl.

Die Köche legen Wert auf ihre Hausrezepte. So unterscheiden sich die Saucen Mojo Verde und Mojo Rojo nur in Nuancen voneinander. Sie bestehen traditionell aus Olivenöl, Salz und rotem Paprika. Bei Mojo Verde ersetzen Koriander oder Petersilie die Paprika.

Hervorzuheben sind auch die Weine La Gomeras. Eine strohgelbe Farbe zeichnet die Weißweine aus, die Rotweine leuchten rubinrot. Immer eine gute Wahl ist der Hauswein, meist ein einfacher, schmackhafter Bauernwein vom Fass.

Die Gomeros legen wenig Wert auf das Frühstück, es fällt mit einem Kaffee und einem Stück Gebäck eher knapp aus. Umfangreicher ist das Mittagessen. Gegen 2 Uhr trifft man sich und nimmt sich ausreichend Zeit. Das Abendessen ist gegen 22 Uhr und verläuft in mehreren Gängen. Für den Hunger zwischendurch stehen Tapas in vielen Bars bereit.

Potaje de berros – Kressesuppe
Sopa de arroz – Reissuppe
Albondigas – Hackfleischklößchen
Papas arrugadas – Kartoffeln mit Salzkruste
Viejas a la plancha – gegrillter Papageienfisch
Barrado de cabrito – gebackenes Zicklein
Morcilla al estilo del Chef – Blutwurst nach Art des Küchenchefs
Ensalada de atún – Thunfischsalat
Muslo de pollo – gebratene Hühnchenschenkel
Tarta de vilana – Kartoffelkuchen
Torta de almendras – Mandeltorte
Almogrote – Pikante Käsecreme
Miel de palma – Palmenhonig

Land und Leute

Lebenslust, Besonnenheit und Stolz sind typische Eigenschaften der Gomeros. Sie schätzen die Natur und das einfache Leben. Status oder Prestige bedeuten ihnen weniger als das Glück, sie selbst zu sein. Organisation oder Pünktlichkeit stellen keine Werte dar wie beispielsweise in Deutschland. Stelle dich darauf ein und sei sparsam mit Ratschlägen etwa zum Thema Kindererziehung, Umweltschutz oder Politik.

Traditionsverbunden ehren die Gomeros ihre Schutzheiligen bei prächtigen Prozessionen oder pflegen die uralte Pfeifsprache El Silbo. Mittels Pfiffen transportieren sie einfache Botschaften über größere Entfernungen. Eine Möglichkeit, den teils unwegsamen Raum der Insel zu überwinden. El Silbo steht auf der Liste zum UNESCO-Weltkulturerbe. Einzigartig ist der Trommeltanz Baile del tambor. Trommelrhythmen, tragender Gesang und Tänzer erzählen in Versen eine romantische Geschichte.

Wichtig für die meisten Gomeros ist die Familie. Kinder werden liebevoll erzogen und sind ein Teil des Lebens. Dementsprechend natürlich und unverstellt ist der Umgang mit ihnen.

Die meisten Gomeros arbeiten im Dienstleistungssektor oder im Bauwesen.

Die Gomeros sehen sich als Kanarier und legen Wert auf die Unterschiede zu den Festlandspaniern. So bedeuten ihnen Stierkampf oder Flamenco eher wenig. Einwanderer aus Afrika und Lateinamerika brachten dafür Salsa und Merengue mit.

Sport

La Gomera ist ein Ort für Wanderer. Naturparks und Klippenwege bitten zur unverstellten Begegnung mit den Schönheiten der Insel. Radfahrer bekommen es gelegentlich mit Respekt einflößenden Steigungen zu tun.

Wandern

Ein gut ausgebautes und hervorragend markiertes Wegenetz steht Wanderern zur Seite. Zwei Fernwanderwege queren die Insel. Einer von San Sebastian zur Playa de Vallehermoso. Ein anderer umrundet die Insel. Hauptwanderspot ist der Nationalpark Garajonay in der Inselmitte mit dem von der UNESCO geschützten Lorbeerwald El Cedro. Sie wandern durch eine magische Region uralter Bäume und verschlungener Pfade. Ein anderes Highlight ist eine Tour durch das Bananental (ab Hermigua) mit der angeblich gesündesten Luft der Welt. Erwähnenswert ist außerdem die Querung des Barranco de Guarimiar, auch „Dolomitensteig“ genannt. Ausgangspunkt ist die Straßenkreuzung Cruce de Pajaritos, Ziel Playa de Santiago (Dauer etwa 5 Stunden).

Wer sich in über 1.000 Meter Höhe begibt, ist mit wetterfester Kleidung gut ausgerüstet.

Radfahren

Beachtliche Höhenunterschiede erwarten Biker. Die Touren variieren zwischen mittel und schwer – die anspruchsvollen überwiegen, der Wechsel zwischen Anstieg und Abfahrt ist auf den meisten Strecken enorm und erfordert ein gutes Fitnesslevel. Wer das eigene Rad zuhause lässt, wendet sich an die Verleihstationen in Playa Santiago und Valle Gran Rey. Idealer Startpunkt für die meisten Touren ist das Valle Gran Rey. Hauptattraktion ist der Nationalpark Garajonay. Die Routen sind beschildert. Eine andere Tour führt vom Valle Gran Rey im Westen nach Playa de Santiago im Süden über entlegene Bergdörfer und die Ausläufer des Nationalparks. Retour geht es per Boot. 

Tauchen

Die bevorzugten Tauchgebiete liegen im Westen und Süden. Hier ist der Atlantik ruhiger, das Wasser ist sauber und sehr klar. Die Felswände der Insel bohren sich tief unter die Wasseroberfläche. Taucher stoßen auf seltene Unterwasserformationen erkalteter Lava, Barrakudas, Zackenbarsche, Papageienfische und Fischschwärme. Bei Temperaturen zwischen 17 und 24 Grad ist das Wasser das ganze Jahr über angenehm warm. Tauchschulen gibt es im Valle Gran Rey, Playa Santiago und San Sebastian.

Whalewatching

Viele Besucher kommen zum Whalewatching nach La Gomera. Die Chancen, auf Wale oder Delfine zu treffen, sind relativ groß. Selbst die Fähren von Teneriffa begleiten häufig Delfine. Einige Anbieter vor Ort organisieren Touren und kennen die bevorzugten Gebiete der Tiere. Die meisten Trips starten in den frühen Morgenstunden in Vueltas, einem Ortsteil des Valle Gran Rey. 21 Delfinarten wurden bereits gezählt. Die kleineren Schnabelwale kommen oft nah an die Küste. Aber auch die großen Wale wie Pott-, Finn- oder Seiwale lassen sich gelegentlich sehen, allerdings weiter draußen auf dem Meer.

Segeln

La Gomera ist ein hervorragendes Segelrevier. Die Winde sind zuverlässig und die Temperaturen das ganze Jahr über mild. Du ankerst in kleinen Buchten oder modernen Häfen und startest zur Inselumrundung, mit faszinierenden Aussichten auf gewaltige Steilküsten. Startpunkt für viele Törns sind San Sebastian, Playa Santiago oder Valle Gran Rey.

Tipps je nach Reisetyp

Gomera ist eine Urgewalt, die perfekte Insel für jeden, der Ruhe, Bewegung und die Natur liebt. Gomera hat wirklich für jeden etwas zu bieten:

Familie

Familien fühlen sich wohl auf Gomera. Kinder spielen vor einer grünen Kulisse, wie sie faszinierender nicht sein könnte und baden im Schutz abgeschirmter Buchten. Besonders allein reisende Mütter oder Väter finden schnell Anschluss.

Als Top-Familienspot gilt das Valle Gran Rey. Hotels und private Anbieter organisieren Kinderbetreuung, kreative Workshops, Ausflüge in den verwunschenen Nebelwald des Grajonay-Nationalparks, Eselritte oder Bootstouren zu Delfinen.

Beliebte Familienstrände im Valle Gran Rey sind der Charco del Conde mit Lagune und die schwarzsandige Playa de Vueltas. Interessante Alternative ist ein Besuch des Meerwasserschwimmbads von Vallehermoso.

Strandurlauber / Pauschalreisende

Die Pauschalreiseangebote von Neckermann Reisen enthalten unterschiedliche Leistungen: mit oder ohne Transfer, mit Mietwagen, mit oder ohne Frühstück. Du entscheidest entsprechend deiner Pläne. Wer auf eigene Faust vom Flug- zum Fährhafen auf Teneriffa reist und mit der Fähre übersetzt, erlebt das Reisen auf unmittelbare Weise. Wer lieber auf Nummer sicher geht, wählt den organisierten Transfer und lehnt sich entspannt zurück.

Typisch für die Unterbringung auf La Gomera sind Studios oder Appartments. Die Hotels sind meist klein und auf mehrere Häuser verteilt, die sich harmonisch der Landschaft und Umgebung anpassen – häufig mit spektakulärem Blick auf das Meer oder die berauschende Natur im Hinterland.

Die Zahl der Strände ist begrenzt. Zum intensiven Badeurlaub eignet sich die Insel weniger. Dennoch schätzen Gäste die Strände – platziert in idyllischen Buchten vor saftig grünen Pflanzen-Terrassen. Die meisten Strände liegen im Westen und Süden. Wer nicht zimperlich ist, badet bei Wassertemperaturen von durchschnittlich 20 Grad das ganze Jahr über.

Paare

Naturerlebnisse zu zweit: Dafür ist Gomera ideal. Lange Wanderungen oder Fahrradtouren durch den Garajonay-Nationalpark mit anschließender Wellnesseinheit im Hotel oder einem Badestopp in einer stillen Bucht. Paare können einen Rückzug kaum schöner gestalten. Hier sind sie für sich. Lauschige Hotels sind ideale Verstecke vor dem Trubel der Welt und gute Basislager für sportliche Ausflüge oder Abstecher zum Strand.

Einheimische Lokale und Bars verköstigen mit inseltypischen Gerichten und gutem Hauswein. Erwarten Sie keine trendig eingerichteten Restaurants. Freuen Sie sich auf ehrliche Gastfreundschaft und einfache Speisen in rustikaler Umgebung. Fangfrischer Fisch, dazu Kartoffeln in Salzkruste und eine der köstlichen Mojo-Saucen.

Bei einem Besuch der Weingüter von Hermigua im Norden, Vallehermoso im Nordwesten oder Valle Gran Rey im Süden lernen Sie die Arbeit der Weinbauern kennen und probieren den ausgezeichneten roten Listán Negro oder den weißen Gomera Blanca.

Infrastruktur und Verkehrsmittel

Gomera besitzt ein gutes Straßennetz. Es erschließt alle Teile der Insel – ist sehr bergig und serpentinenreich. Es gibt keine Autobahn. Zu entlegenen Winkeln und Dörfern reichen lediglich Schotterpisten. Die Mietwagenverleihstationen in San Sebastian, Playa de Santiago und Valle Gran Rey stellen eine gute Auswahl von Fahrzeugen.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung beträgt außerhalb von Ortschaften 80 km/h und innerhalb 50 km/h.

Busse fahren in alle Ecken der Insel. Der Fahrpreis ist relativ günstig. Die Fahrer halten auf Wunsch sogar auf offener Straße.

Die Fährhäfen liegen in San Sebastian, Playa de Santiago und dem Valle Gran Rey – hier legen die Fähren nach Teneriffa, La Palma oder El Hierro ab.

Der kleine Flughafen von Gomera unterhält Verbindungen nach Gran Canaria und Teneriffa, die ausschließlich von der kanarischen Fluggesellschaft Binter Canarias bedient werden.

In allen größeren Orten verkehren Taxis. Die Taxistände sind bis 22 Uhr besetzt. Gern helfen die Einheimischen oder der Barmann beim nächtlichen Transport – häufig kennt jemand einen privaten Taxifahrer, der sich über den Auftrag freut. Bestehe auf das Einschalten des Taxameters oder verhandele den Preis vor der Fahrt. Der Richtwert liegt bei 90 Cent pro Kilometer.

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