Reisetipps Kanaren

Sie gehören zwar zu Spanien, haben aber durch ihre Lage vor der Küste Marokkos und durch ihre Geschichte einen ganz eigenen Zauber: Die Kanarischen Inseln sind das perfekte Ziel für Erholungssuchende das ganze Jahr über. Die „Inseln des ewigen Frühlings“ werden sie wegen ihres durchgängig milden Klimas genannt. Sieben unterschiedlich große Inseln sind es: Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, La Palma und die beiden kleinsten, touristisch am wenigsten erschlossenen, La Gomera und El Hierro. Jede der Inseln ist vulkanischen Ursprungs und dennoch einzigartig. Erkunde die bizarre Lavalandschaft auf Lanzarote, die Wanderdünen von Maspalomas auf Gran Canaria oder erklimme auf Teneriffa den höchsten Berg Spaniens, den Pico del Teide. Ein Kanaren Urlaub bietet für jeden ein unvergessliches Erlebnis. Überzeuge dich selbst!

Klima und Reisezeit

Nicht ohne Grund werden sie die „Inseln des ewigen Frühlings“ genannt: Der Passatwind und der Golfstrom machen das Klima auf den Kanaren so ausgeglichen und mild, dass du hier das ganze Jahr über angenehme Temperaturen hast. Die Durchschnittstemperaturen liegen bei 18 Grad im Winter und 24 Grad im Sommer. Die monatliche Niederschlagsmenge übersteigt auf den Kanaren selten 50 Millimeter. La Palma und La Gomera haben die größten Regenmengen, Lanzarote und Fuerteventura die geringsten. Die Wassertemperaturen liegen immer um die 20 Grad.

Von Januar bis Dezember findest du hier perfekte Urlaubsbedingungen vor. Warum nicht mal Weihnachten ohne Schal und Handschuhe verbringen? Oder im Februar die fantastischen Karnevalsumzüge in Santa Cruz de Tenerife oder Las Palmas de Gran Canaria mitfeiern?

Sehenswürdigkeiten

Die Kanarischen Inseln bezaubern nicht nur mit ihrem milden Klima und abwechslungsreichen Landschaften, sondern auch mit interessanten historischen Städten, Museen und archäologischen und ethnologische Stätten, die dich in vergangene Zeiten versetzen.

La Vegueta, Gran Canaria

La Vegueta, das älteste Viertel von Las Palmas, der größten Stadt der Kanaren, wird von einem Labyrinth enger Straßen durchzogen. Hier kannst du viele historische Häuser mit Holzbalkonen und hübschen Innenhöfen sehen. Besonders charmant sind die alten Plätze, etwa die Plaza de Santo Domingo. Besuche auch das Casa de Colón, den Palast des ersten Gouverneurs der Insel. Christoph Kolumbus war hier 1492 zu Gast, als eines seiner Schiffe repariert werden musste.

Museumsdorf Alcogida, Fuerteventura

Eines der hübschesten Dörfer Fuerteventuras ist La Oliva im Norden der Insel. Die ersten Siedler ließen sich hier im frühen 14. Jahrhundert nieder. Nicht weit von hier, an der Straße nach Betancuria, liegt das Freilichtmuseum Alcogida (spanisch: Ecomuseo de la Alcogida). Sieben historische Bauernhäuser wurden hier auf ihren ursprünglichen Mauern naturgetreu wieder aufgebaut und bieten einen interessanten Einblick in die traditionelle Architektur und Lebensweise von Fuerteventura.

Betancuria, Fuerteventura

Betancuria ist eine der Hauptattraktionen Fuerteventuras, die erste Stadt der Kanaren, die nach der Kolonisierung durch die Spanier entstand. Der Ort liegt in einem Vulkankrater. Hier, mitten im Parque Natural de Betancuria, sieht man ringsum ein eindrucksvolles Panorama von erloschenen Vulkanen. Der hübsche Ortskern der 1405 gegründeten Siedlung steht heute unter Denkmalschutz.

Cueva de los Verdes, Lanzarote

Cueva de los Verdes ist ein sieben Kilometer langer natürlicher Tunnel im Vulkangestein, der vor 5.000 Jahren beim Ausbruch des nahen Monte Corona entstand. Er ist einer der längsten unterirdischen Gänge der Welt. Zwei Kilometer davon kannst du besichtigen, die Tour dauert etwa 40-50 Minuten. Ein weiteres Stück des Lavatunnels, etwa 300 Meter vor der Küste, wurde vom Architekten und Naturschützer César Manrique zur Touristenattraktion „Jameos del Agua“ ausgebaut, ebenfalls ein faszinierendes unterirdisches Highlight.

Mirador del Río, Lanzarote

Der Aussichtspunkt Mirador del Río, ebenfalls ein von César Manrique geschaffenes Kunstwerk, erhebt sich im Norden von Lanzarote 479 Meter über dem Meer. Von diesem Felsen aus hast du einen atemberaubenden Blick über die Klippen und auf die nahen kleinen Inseln Graciosa, Montana Clara und Alegranza.

Nationalpark Timanfaya, Lanzarote

Die Vulkanlandschaft im Süden der Insel, zwischen Yaiza und Tinajo, ist seit 1974 ein Nationalpark. Im 18. Jahrhundert begruben Lavaströme hier ganze Dörfer unter sich. Auch wenn die Vulkane zurzeit sicher erscheinen, sind sie noch immer aktiv – und Schwefelgeruch hängt in der Luft. Wandere entlang der Vulkanroute (spanisch: Ruta de los Volcanes) und erlebe wie auf dem Vulkangrill im Restaurant „El Diablo“ Speisen zubereitet werden.

La Orotava, Teneriffa

Die bezaubernde Stadt La Orotava gehört zu den am besten erhaltenen Städten auf Teneriffa und zu den schönsten der gesamten Kanaren. Die engen, steilen Straßen mit Kopfsteinpflaster bezaubern ebenso wie die reizvollen Häuser des 17. und 18. Jahrhunderts. Ihre mit Schnitzarbeiten verzierten Balkone aus dunklem Holz sind typisch für die Kanarischen Inseln.

Steinpyramiden von Güimar, Teneriffa

Im ethnographischen Park „Pirámides de Güimar“ kannst du die rätselhaften Steinpyramiden bewundern, die auch den berühmten Forscher und Abenteurer Thor Heyerdahl faszinierten: sechs langgestreckte, pyramidenförmige Terrassenbauten aus aufgeschichteten Lavasteinen, deren Sinn und Zweck bis heute ungeklärt ist. Sie erinnern an die Bauwerke der Mayas und Azteken in Südamerika. Faszinierend und geheimnisvoll.

Santa Cruz, La Palma

Mit ihren prunkvollen Herrenhäusern erinnert die Hauptstadt von La Palma, Santa Cruz, an die Kolonialzeit. Hier steht auch ein Nachbau der Santa Maria, des Schiffes, mit dem Christoph Kolumbus Amerika entdeckte. Schlendere durch die geschichtsträchtigen Gassen.

Altstadt von San Sebastian, La Gomera

Im Jahre 1492 war die Bucht von San Sebastian (spanisch: San Sebastián) der letzte Anlaufpunkt auf dem Weg zur Entdeckung Amerikas. Einige Sehenswürdigkeiten erinnern daran, dass Christoph Kolumbus die Hauptstadt von La Gomera angelaufen hat. Besuche das Casa de Colón, Casa de La Aguada, die Kirche Nuestra Señora de la Asunción, die Kapelle von San Sebastian und den Turm des Grafen.

Strand und Meer

Weißer Pudersand und Palmen wie in der Karibik oder bizarr schwarzer Sand und steile Klippen: Die Strände auf den Kanarischen Inseln sind vielfältig und faszinierend. Was dich auf den einzelnen Inseln erwartet, erfährst du hier:

Fuerteventura

Fuerteventura ist zwar die am dünnsten besiedelte Insel der Kanaren, hat aber die meisten Strände. Am schönsten sind sie auf der Halbinsel Jandía, zum Beispiel der kilometerlange Playa de Sotavento hinter Costa Calma mit dem hellen Sandstrand und dem kristallklaren, azurblauen Wasser. Am herrlichen Dünenstrand Playas de Corralejo im Norden der Insel geht immer eine frische Brise.

Teneriffa

An den Stränden von Teneriffa hast du jede Menge Action, vom Tauchkurs bis zum Wasserski oder Paragliding mit Boot. Der beständige Wind macht die Insel für Windsurfer attraktiv. Wunderschön ist der künstlich angelegte Strand Las Teresitas nördlich von Santa Cruz mit schönen Palmen in einer geschützten Bucht zwischen Felsen. Der feine, helle Sand stammt aus der Sahara. Kinder lieben den flachen Strand von Playa Fanabe in Puerto de la Cruz. Die Playa de Leocadie Machado im Südwesten ist der längste natürliche Strand der Insel.

Gran Canaria

Die Küstenlinie Gran Canarias ist 236 Kilometer lang. Hier hast du die Auswahl zwischen 160 Stränden! Während sie im Norden eher felsig sind, herrschen im Süden weite Sandstrände vor. Würdest du hier nicht das Meeresrauschen hören und den Atlantik sehen, könntest du dich am Strand von Maspalomas tatsächlich in der Wüste wähnen: Der goldene Sand und die großen Dünen machen das Sahara-Feeling perfekt. Der Playa del Ingles bildet mit den Stränden von Maspalomas und San Agustín die so genannte „Costa Canaria“. In Playa del Ingles pulsiert das Leben Tag und Nacht. Puerto de Morgan im Südwesten der Insel ist malerisch zwischen hohen Klippen gelegen.

Lanzarote

Die schönsten Strände von Lanzarote liegen nördlich von Arrecife und auf der Isla Graciosa. Mit hellem Sand und karibischem Flair lockt der Playa del Reducto, der Hausstrand der Inselhauptstadt Arrecife. Der Playa de Famara ist ein Sandparadies für Strandläufer. Die Papagayo-Strände (Playas de Papagayo) sind herrliche goldgelbe Dünenstrände, abgelegen in einem Naturschutzgebiet im Südwesten der Insel. Die Anfahrt ist etwas holperig, aber der feine, helle Sand und das klare Wasser werden dich dafür mehr als entschädigen.

La Gomera

Der Strände und des Badens wegen kommen die Wenigsten hierher, doch für eine kleine Abkühlung im Atlantik reicht es allemal. Im Osten sind der Playa de la Caleta und der Playa Abalo bei San Sebastian durchaus einen Badeabstecher wert.

La Palma

Auf der schönen Insel (spanisch: „La Isla Bonita“), wie die Einheimischen sie nennen, sind die meisten Strände aus schwarzem Lavasand. Die schönsten Strände sind der Strand von Los Cancajos und der Playa Bajamar in der Gemeinde Brena Alta.

El Hierro

Hauptbadeort auf der winzigen Kanareninsel El Hierro ist La Restinga. Im Norden der Insel eignet sich der geschützte Playa de la Caleta am besten zum Baden.

Feste und Events

Das ganze Jahr über finden auf den Kanarischen Inseln Feste und Events statt, die auch für dich als Besucher ein Erlebnis sind. Und das Beste: Die Temperaturen sind immer angenehm mild, heftige jahreszeitliche Unterschiede wie bei uns gibt es nicht.

Januar

Auf den meisten Inseln der Kanaren finden in diesem Monat Klassikkonzerte mit internationalen Orchestern und Musikern anlässlich des „Festival de Música de Canarias“ statt. Der 6. Januar, Dreikönigstag (spanisch: Día de los Reyes) wird mit Prozessionen gefeiert, bei denen den Kindern Süßigkeiten zugeworfen werden.

Februar

Mehrere Wochen lang wird im Februar und / oder März auf den Kanarischen Inseln der Karneval ausgelassen zelebriert. Es wird eine Karnevalskönigin gewählt, außerdem kannst du fröhlichen Feiern und farbenprächtigen Karnevalsumzügen beiwohnen. Der Karneval in Santa Cruz auf Teneriffa wird oft mit dem von Rio de Janeiro verglichen und ist ein echtes Erlebnis. Aber auch der Karneval auf Gran Canaria in Las Palmas, in Playa del Ingles und in anderen größeren Orten ist absolut sehenswert.

März

Anfang März wird auf allen Inseln das Mandelblütenfest begangen, besonders in Tejeda und Valsequillo auf Gran Canaria. Die Woche vor Ostern ist religiösen Feierlichkeiten vorbehalten, etwa der Karfreitagsprozession, die Woche danach Wallfahrten.

April

Auf der kleinen Kanaren-Insel El Hierro wird am 25. April das Fest der Schäfer gefeiert. Am 29. April erinnert man sich überall auf den Kanaren an den Sieg der Spanier über die Guanchen, die Ureinwohner der Inseln. Mit Musik und Tänzen wird dieser Tag begangen. Ende April beziehungsweise Anfang Mai widmet die Kleinstadt Santa María de Guía auf Gran Canaria dem Käse, für den sie berühmt ist, ein einwöchiges Festival.

Mai

Fronleichnam im Mai / Juni wird in Las Palmas und Arucas auf Gran Canaria traditionell groß gefeiert. Die Hausfassaden werden mit Palmen, Girlanden und Fahnen geschmückt. Die Straßen sind mit Blumenteppichen oder Dekorationen aus bunten Sägespänen, gefärbtem Salz oder bunten Eierschalen verziert, über die dann die Fronleichnamsprozession führt. Auch in La Laguna und La Orotava auf Teneriffa sind die Feierlichkeiten sehr beeindruckend.

Juni

Am 24. Juni wird das Stadtgründungsjubiläum von Las Palmas auf Gran Canaria gefeiert, mit kulturellen, Sport- und Freizeit-Programmen. Geschäfte und Museen sind geschlossen. Außerdem finden an diesem Tag in Telde und Arucas auf Gran Canaria Festlichkeiten für den Schutzpatron Johannes den Täufer (spanisch: San Juan Bautista) statt.

Juli

Drei Wochen lang findet auf den meisten Kanarischen Inseln im Juli ein internationales Jazzfestival statt, außerdem eine Woche lang auf Lanzarote das Festival des Schutzpatrons der Insel. Ende Juli wird jedes Jahr auf Fuerteventura der „Surf World Cup“ ausgetragen. Internationale Profis zeigen in Disziplinen wie Kite-Boarden und Windsurfen ihr beeindruckendes Können.

August

Das Fest der Kiefernzweige (spanisch: Bajada de la Rama) am 4. August ist ein auf die Altkanarier (Guanchen) zurückgehendes, sehr volkstümlich-religiöses Fest, das in Puerto de las Nieves und Agaete auf Gran Canaria gefeiert wird. Das Marienfest in Santa María de Guía auf Gran Canaria am 15. August ist eines der größten Volksfeste. Am 24. August feiert man den Heiligen Bartholomäus auf Lanzarote mit Prozessionen, Musik und Tanz.

September

Christoph Kolumbus ist der inoffizielle Schutzpatron der Insel La Gomera. Hier unterbrach er dreimal seine Entdeckungsreisen in Richtung der Neuen Welt. Die Fiesta Colombina, die alljährlich eine Woche lang Anfang September gefeiert wird, erinnert an seine erste Reise. Vom 6. bis 8. September huldigt man in Teror der Schutzpatronin von Gran Canaria mit Opfergaben und Prozessionen.

Oktober

Der Nationalfeiertag (spanisch: Día de la Hispanidad) wird am 12. Oktober begangen. Mitte Oktober findet in Las Palmas auf Gran Canaria eine Schiffsprozession zu Ehren der Jungfrau Maria statt.

November

Im Mittelpunkt der Feiern in Guía de Isora auf Teneriffa am 16. November steht Spaniens höchster Berg, der Pico del Teide. Die „Atlantic Rally for Cruisers“, ein jährlicher Wettbewerb für Fahrten- und Regattasegler, startet mit Einsetzen des Passatwindes Ende November in Las Palmas auf Gran Canaria. Zieleinlauf ist vor Weihnachten auf St. Lucia in der Karibik.

Dezember

Für die Feiern des „Día de Santa Lucia“ am 13. Dezember werden auf Gran Canaria Kirchen und Dörfer beleuchtet. Der 28. Dezember ist auf den Inseln so etwas wie bei uns der 1. April – wundere dich also nicht, wenn sich jemand einen Scherz mit dir erlaubt. Am 31. findet in Maspalomas auf Gran Canaria der traditionelle Silvesterlauf statt.

Kulinarisches

Die kanarische Küche ist natürlich von der spanischen geprägt, dazu kommen aber noch die Speisetraditionen der Urbevölkerung, der Guanchen. Sie werden viel Fisch auf den Speisekarten finden, als Fleisch neben Rind oft Lamm oder Ziege, als Beilagen Reis, Mais, Kartoffeln und verschiedene Gemüse und frische Früchte. Die Zubereitung ist eher schlicht, Fleisch und Fisch werden meist gegrillt. Eine Besonderheit ist die typische „Mojo“-Soße aus Olivenöl, zerstoßenen Kräutern und Gewürzen. Es gibt sie als grüne (spanisch: verde) und rote (spanisch: picón) Variante. Beliebt sind auch Eintöpfe aus Gemüse und verschiedenen Fleischsorten, zum Beispiel der „Puchero Canario“, den du probieren solltest. Wie auch im Festland-Spanien, isst man auf den Kanaren gerne Tapas, kleine Appetizer-Häppchen, zum Beispiel „Papas arrugadas“ („runzlige Kartoffeln“), „jamón serrano“ (luftgetrockneter Schinken) oder „Chorizo“, eine Rohwurst vom Schwein. „Gofio“ ist eine typisch kanarische Spezialität, ein Brei aus geröstetem Mais und Getreide, aus dem auch Teigbällchen hergestellt werden. Der kanarische Ziegenkäse ist dank der guten Qualität der Milch einheimischer Ziegen und den Veredelungsmethoden (er wird beispielsweise mit Gofio bestreut) ein echter Leckerbissen, den du unbedingt kosten solltest.

Übrigens: Die Essenszeiten sind auf den Kanaren eher spät, die Einheimischen gehen meist nicht vor 21 Uhr zum Abendessen. Dafür darfst du auch überall lange sitzen bleiben. In den Ferienorten orientiert man sich natürlich an den Gewohnheiten der Gäste.

Kanarischer Wein

Die Weinproduktion hat in der Geschichte der Inseln eine lange Tradition. Probiere also unbedingt ein paar der guten Tropfen. Noch heute gedeihen auf den Inseln Rebsorten, die bereits die spanischen Eroberer kultivierten. Winzer auf Teneriffa oder El Hierro pflegen dieses Erbe. Besonders sehenswert ist das Weinanbaugebiet La Geria auf Lanzarote, das größte der Kanaren. Dort werden im Trockenfeldbau jährlich etwa 5 Millionen Liter Wein produziert. In den 1960er Jahren wurde dieses Gebiet vom Museum of Modern Art in New York City zum Gesamtkunstwerk erklärt, denn die Anlagen auf dem schwarzen Boden, Nachwirkungen eines Vulkanausbruchs im 18. Jahrhundert, sind wirklich eine Augenweide. Gehe auf eine kulinarische Entdeckungstour. Einige Weingüter in dieser Gegend bieten eine degustación (Weinprobe) an. Auch die älteste Weinkellerei der Kanaren, El Grifo, liegt nahe diesem Gebiet. An die Bodega angegliedert befindet sich ein Weinmuseum.

Reise und Verkehr

Auf die Kanaren reist du am besten mit dem Flugzeug. Von fast allen großen Flughäfen Europas gehen zahlreiche Charter- und Linienflüge auf die Inseln. In vier bis fünf Flugstunden landest du bereits dort. Zur Einreise benötigst du lediglich deinen gültigen Personalausweis oder Reisepass und deine Kinder den Kinderausweis.

Gesundheitsprophylaxe und Tipps

Die Kanaren sind ein sicheres und sauberes Reiseziel. Packe aber unbedingt ausreichend Sonnenschutz ein, denn den wirst du hier brauchen. Meide die starke Mittagssonne und unterschätze die UV-Strahlung auch bei kühleren Temperaturen in den Bergen nicht! Achte beim Baden auf Quallen, deren Berührung kann unangenehm brennen. Trinkwasser ist auf den Inseln ein kostbares Gut. Sei respektvoll und gehe sparsam damit um. Kleine medizinische Probleme löst jede Apotheke (spanisch: farmacia), dort versteht man auch oft Deutsch oder Englisch. Als EU-Bürger erhältst du in allen Krankenhäusern in Spanien kostenlose medizinische Versorgung, auch Akut-Zahnbehandlungen, sofern du krankenversichert bist und eine Europäische Krankenversicherungskarte vorweisen kannst. Diese Karte ist identisch mit deiner regulären (gesetzlichen) Krankenversichertenkarte.

Land und Leute

Die Kanarischen Inseln haben eine Gesamtbevölkerung von etwa 2,1 Millionen. Die meisten davon leben auf Teneriffa und Gran Canaria. Die Kultur der Ureinwohner, der Guanchen, wurde durch die Kolonisation der Spanier zwar fast ausgerottet, konnte sich aber auch zu kleinen Teilen mit der spanischen vermischen. Viele Einwohner der Inseln tragen altkanarische Wurzeln in sich. Die Sprache, die Kultur und die Bewohner der Kanarischen Inseln zeugen vom fröhlichen spanischen Lifestyle. Kanarische Traditionen und Feste werden das ganze Jahr über gepflegt, viele davon sind religiöse Feiern. Etwa 90 Prozent der kanarischen Bevölkerung sind katholisch.

Die Amtssprache auf den Kanarischen Inseln ist bekanntermaßen Spanisch, allerdings mit einem Dialekt gesprochen, der etwa dem kubanischen oder puerto-ricanischen ähnelt. In den meisten Hotels werden auch Deutsch und Englisch verstanden und gesprochen. Die „Canarios“ sind stolz auf ihre Heimat, ihre Geschichte und ihre Herkunft. Traditionen wie die inseltypische Töpferei ohne Drehscheibe oder aufwendige Stickarbeiten werden gepflegt und auch altkanarische Sportarten werden wieder ausgeübt. In der traditionellen Form des Ringkampfes, der Luchacamaria, werden sogar Meisterschaften auf Regional- und Provinzebene ausgetragen und auch den Palo genannten Stockkampf können die Jüngeren heute in der Schule erlernen. Etwa zwischen 14 und 17 Uhr wird auf den Kanaren, wie in ganz Spanien, die sogenannte Siesta abgehalten. Während dieser Zeit sind die meisten Geschäfte geschlossen. Größere Kaufhäuser oder Einkaufszentren haben dennoch durchgehend geöffnet. Genieße den erholsamen Rhythmus dieses einfachen und gelassenen Lebensstils.

Währung

Auf den Kanarischen Inseln kannst du in Euro zahlen, gängige Kreditkarten werden in Banken, Hotels und vielen Geschäften akzeptiert. An zahlreichen EC-Automaten kannst du rund um die Uhr Geld abheben.

Kleidung und Einladungen

Ihre Badesachen wirst du bestimmt nicht vergessen, wenn du auf die Kanaren fliegst. Oben ohne Sonnen und Baden wird geduldet, es gibt auch einige FKK-Strände. Wenn du auch ein wenig (etwa im Gebirge) wandern willst, solltest du auch eine warme Hose und eine warme Jacke im Gepäck haben. Zipp-off-Hosen sind ebenfalls für Ausflüge sehr nützlich. Und denke für den Besuch von Kirchen unbedingt daran, sich den Landessitten entsprechend zu verhalten und zu kleiden: Zeige nicht zu viel Haut, Arme und Bauch sollten bedeckt sein, am besten auch die Beine durch eine lange Hose oder einen langen Rock.

Konversation und Tabuthemen

Canarios fallen den Touristen nicht gleich um den Hals – dazu sind sie viel zu selbstbewusst –, aber sie lassen sie gerne teilhaben an ihren Traditionen, an ihren Festen und Bräuchen. Vermeide nur – etwa im Karneval – die „Hörnergeste“ mit an den Kopf gehaltenen gekrümmten Zeigefingern. Damit bezeichnest du deinen Gegenüber als betrogenen („gehörnten“) Ehemann – eine üble Beleidigung.

Wenn du im Restaurant essen gehst, solltest du daran denken, dass es auf den Kanaren unüblich ist, die Rechnung getrennt zu zahlen. Außerdem lässt man sich normalerweise das Wechselgeld herausgeben und hinterlässt dann vor dem Gehen das Trinkgeld auf dem Tisch.

Besondere Sitten und Bräuche

Traditionelle Handarbeiten wie Sticken, Spitzenklöppeln, Korbflechten, Töpfern und Holzschnitzen werden auf den Kanarischen Inseln noch lebendig gehalten. Als Souvenirs perfekt! Die einzelnen Inseln haben sich spezialisiert: La Gomera ist berühmt für Korbwaren sowie für Keramik, die ohne Töpferscheibe hergestellt wird. Auf Teneriffa findest du traditionelle Tonwaren im Stil der Guanchen, auf El Hierro kunstvoll gewebte Teppiche sowie Taschen, in Ingenio auf Gran Canaria wundervolle Stickereien.

Der Karneval ist auf den Kanarischen Inseln ein wichtiges, wochenlang zelebriertes Fest, Lebensfreude pur. Die Feiern von Santa Cruz auf Teneriffa werden oft mit dem Karneval in Rio de Janeiro oder New Orleans verglichen. Hier trägt fast jeder Kostüm und Maske, nicht nur die Teilnehmer der Karnevalsumzüge. Auch als Tourist bist du herzlich eingeladen mitzumachen. Ganz wichtig sind auch Frisur und Schminke. Die Verkleidung führt zu euphorischer Stimmung, den ganzen Tag über werden ausgelassene Partys gefeiert.

Fronleichnam im Juni ist einer der wichtigsten kirchlichen Feiertage und wird auf allen Kanarischen Inseln mit feierlichen Prozessionen begangen. Teneriffas prunkvollste Umzüge finden in La Orotava und La Laguna statt. Die beiden Städte wetteifern darum, wer die prächtigeren Dekorationen hat. La Orotavas Plaza de General Franco wird an diesem Fest mit „Bilderteppichen“ aus vielfarbigem Vulkansand bedeckt.

Sport

Für Aktivurlauber sind die Kanarischen Inseln perfekt. Hier hast du neben Schwimmen und Tauchen zahlreiche andere Möglichkeiten, dich sportlich zu betätigen. Ein paar Ideen:

Angeln

Die Gewässer rund um die Kanarischen Inseln sind voller faszinierender Fische: Barrakudas, Thunfische oder gar kleine Haie kannst du hier an den Haken bekommen. Auf fast jeder Insel gibt es Angebote zum Hochseeangeln. Schließe dich einer Tour an oder miete ein Boot samt Ausrüstung.

Joggen

Für Läufer sind die Kanaren ideal, sei es am Strand oder auch mal im Inselinneren. Am besten schnürst du am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang die Turnschuhe, wenn die Sonne nicht so brennt.

Gleitschirmfliegen

Von steilen Klippen oder sanften Hügeln aus kannst du vor allem auf Gran Canaria und Teneriffa durch die Luft segeln. Bei günstigen Winden gleitest du fast über die ganze Insel.

Golf

Auf fünf der sieben Inseln findest du mittlerweile über 20 Golfplätze, weitere sind in Planung. Für Freunde des Weißen Sports ein Traum, schlägst du hier doch auf sehr gepflegten Anlagen, zum Teil mit Blick auf den Atlantik, ab. Wichtigste „Golfinsel“ ist Teneriffa, nur die kleinen Insel El Hierro und La Palma haben keine Plätze.

Radfahren und Mountainbiking

Nicht ganz ohne, aber ein einmaliges Erlebnis ist das Biken im gebirgigen Terrain der Inseln. Du solltest allerdings schon eine gewisse Kondition dafür mitbringen. Vorsicht ist geboten, wenn du auf den Straßen unterwegs bist, die du dir mit Autos teilen musst. Die Nationalparks sind ideal für längere, abwechslungsreiche Touren. Hier kannst du dir auch von einem Führer die besten Routen zeigen lassen. An einigen Orten kannst du mittlerweile auch komfortable E-Bikes mieten, mit denen sich Steigungen leichter bewältigen lassen.

Reiten

Nicht der typische Sport der Kanaren, dennoch kannst du auf den meisten Inseln am Strand entlang galoppieren. Für längere Ausritte sind vor allem die Gestüte auf Teneriffa und La Palma ausgerüstet.

Segeln

Zum Segeln sind die Bedingungen um die Kanarischen Inseln das ganze Jahr über ideal. Wenn du über einen Segelschein verfügst, kannst du in den meisten Häfen ganz einfach eine Jolle, einen Katamaran oder eine Yacht chartern. Viele Segelschulen bieten auch Anfängerkurse an.

Tauchen und Schnorcheln

Im klaren Gewässer rund um die Inseln kannst du wunderbar schnorcheln und tauchen. Barrakudas und bunte Papageienfische, Rochen und Schildkröten werden deinen Weg kreuzen. In jedem Ferienort findest du Tauchzentren, die Kurse und Exkursionen anbieten.

Tennis

Fast alle größeren Hotels verfügen über eigene Tennisplätze oder vermitteln Spielplätze in Anlagen benachbarter Clubs. Du kannst selbstverständlich auch Trainerstunden buchen.

Wandern

Die Kanaren mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft und dem gemäßigten Klima sind ein absolutes Wanderparadies. In zahlreichen Naturparks und Schutzgebieten findest du beste Voraussetzungen und Routen verschiedener Schwierigkeitsgrade, wie etwa im Nationalpark La Garajonay auf La Gomera.

Wassersport

Jetski und Wasserski kannst du in vielen Ferienorten für Wasserspaß mieten. Auch ein Spaß: sich von einem Motorboot im Gleitschirm in die Luft ziehen zu lassen.

Wellenreiten und Windsurfen

Die besten Windsurfer kommen jedes Jahr nach Fuerteventura zusammen, um die Windsurf-Weltmeisterschaft auszutragen. Die Bedingungen sind hier einfach ideal. Beliebte Surfspots sind der Playa de Sotavento auf Fuerteventura, El Medano auf Teneriffa und Pozo Izquierdo auf Gran Canaria. Aber unterschätze nicht die Wellen des Atlantiks und erkundige dich unbedingt nach den Strömungen. Bei Wellenreitern ist zum Beispiel der Strand von Maspalomas auf Gran Canaria sehr beliebt. Auf Anfänger ist man jedoch nicht überall eingestellt.

Tipps je nach Reisetyp

Welche Kanaren-Insel ist die richtige? Jede hat ihre ganz bestimmten Vorzüge und Reize:

Aktivurlauber

La Gomera, die kleine Nachbarinsel von Teneriffa, wird vor allem von Naturfreunden geschätzt. Die vielen Wanderwege machen sie zu einem Erholungsparadies. Auf Fuerteventura herrschen optimale Windverhältnisse für Surfer. Der „Parque Nacional del Teide“ auf Teneriffa mit seinem felsigen Vulkangestein ist ein Wanderparadies. Lanzarote lockt mit dem Sporthotel „La Santa“.

Familien

Auf Gran Canaria sind Groß und Klein happy, im riesigen Vergnügungspark „Aqualand“ in Maspalomas wirst du bestimmt unvergessliche Stunden erleben. Toll für Familien ist auch die Insel Teneriffa, die unter anderem mit dem größten Papageienpark der Welt punkten kann.

Strandurlauber / Pauschalreisende

Fuerteventura bietet mehr Strände als jede andere Insel der Kanaren. Hier kannst du herrlich ausspannen oder sich beim Wassersport austoben.

Paare

Auf Lanzarote wird es Ihnen bestimmt nicht langweilig! Die Insel ist sehr abwechslungsreich: Atemberaubende Vulkanlandschaften, idyllische weiße Dörfer und schöne Strände, die teilweise künstlich angelegt wurden, werden dich verzaubern.

Singles

Wenn du dich ins Nachtleben stürzen willst, ist der Playa del Ingles auf Gran Canaria deine beste Anlaufstelle. In Santa Cruz auf Teneriffa ist das Shopping-Angebot besonders abwechslungsreich. Auf Lanzarote gibt es viel zu sehen und zu erleben.

Partygänger

Am aufregendsten ist das Nachtleben am Playa del Ingles (spanisch: Inglés) auf Gran Canaria, hier pulsiert das Leben Tag und Nacht. Shoppingfans aufgepasst: die Hauptstadt von Teneriffa, Santa Cruz, lockt mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten.

Infrastruktur und Verkehrsmittel

Die Straßen auf den Kanaren sind generell gut ausgebaut, du kommst also gut herum. Insel-Hopping per Fähre ist auch möglich.

Straßen

Die Straßen auf den Kanaren sind für Autofahrer in einem sehr guten Zustand, auf den Autobahnen (spanisch: autopistas) kommst du zwischen den größeren Städten schnell voran. Die Höchstgeschwindigkeiten betragen 110 km/h auf Autobahnen, 90 km/h auf Hauptstraßen und 50 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften.

Bus

Auf den großen Inseln wie Gran Canaria und Teneriffa kommst du problemlos mit öffentlichen Bussen überall hin. In kleineren Dörfern fährt dagegen manchmal nur zweimal pro Tag ein Bus.

Mietwagen

Überall auf den Kanaren findest du zahlreiche Angebote von Mietwagenfirmen, sowohl lokale Anbieter als auch weltweit vertretene Firmen. Die Preise sind meistens fair, achte aber auf versteckte Nebenkosten im Vertrag. Ein Auto mit Vierradantrieb ist empfehlenswert, wenn du viele Touren machen willst, denn manche Aussichtspunkte erreichst du nur über Schotterpisten.

Benzin ist auf den Kanarischen Inseln preiswerter als auf dem Festland. Meist wird dich ein Tankwart an der Tankstelle bedienen, dem du ein kleines Trinkgeld geben solltest. Die Öffnungszeiten der Tankstellen variieren stark, auf kleineren Inseln wie El Hierro gibt es nur sehr wenige, tanke also immer rechtzeitig! Halte dich an die Verkehrsregeln, denn die Bußgelder bei Verstößen sind in Spanien teilweise sehr heftig. 0,5 Promille Alkohol sind erlaubt, darüber wird es teuer. Das Anlegen der Sicherheitsgurte ist für alle Autoinsassen Pflicht und wenn du das Fahrzeug bei einer Panne oder einem Unfall verlässt, musst du immer eine Warnweste anlegen.

Taxi

Auf den Kanarischen Inseln bekommst du in den größeren Städten und in den Ferienzentren problemlos ein Taxi. Achte darauf, dass der Taxifahrer immer das Taxameter einschaltet. Die Preise sind etwas höher als in Deutschland.

Fähren

Viel besuchte Ferienorte bieten dir mehrmals täglich Verbindungen zwischen den einzelnen Inseln der Kanaren mit Autofähren oder schnellen Tragflächenbooten. Allerdings gehen nur von Teneriffa aus Fähren direkt zu allen anderen Inseln, bei manchen anderen Routen musst du eventuell auf einer anderen Insel umsteigen. Fähren sind deutlich billiger aus als Flüge zwischen den Inseln, brauchen aber natürlich auch länger.

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