Reisetipps Portugal – ungeschliffenes Juwel am Rande Europas

Vielleicht waren es die Lage am westlichen Ende Europas oder die feurige Präsenz des großen iberischen Bruders Spanien, die Portugal lange Zeit ein wenig in den Schatten gestellt hat – völlig zu Unrecht. Das Land der Seefahrer ist mittlerweile ein begehrtes Reiseziel und hat mehr als die sonnigen Küstenstrände der Algarve oder das Wanderparadies Madeira zu bieten. Malerische Landschaften wie der üppig-grüne Norden oder ursprüngliche Dörfer im Landesinneren, aber auch eine Begegnung mit der faszinierenden Kultur und Geschichte der ehemaligen Kolonialmacht sind einen Portugal Urlaub wert.

Klima und Anreise

Das mediterrane Klima Portugals steht in inneren Regionen im Einflussbereich der kontinentalen Klimazone, an der Küste ist der atlantische Einfluss vorherrschend. Frische Winde sorgen hier ganzjährig für ausgeglichenes Wetter und angenehme Temperaturen. Im Sommer kann es vor allem im Süden und dem nördlichen Landesinneren mit durchschnittlich 28 Grad heiß werden. Im Norden gibt es die meisten Niederschläge, was die Region zu einer der grünsten des Landes macht. Die Temperaturen im Winter können unter den Gefrierpunkt fallen und sorgen vor allem im nördlichen Hinterland für Schnee. Für einen Sommerurlaub am Meer bietet sich die Algarve im Süden an mit Wassertemperaturen um die 20 Grad, an der windigen West- und Nordküste ist das Wasser deutlich kühler. Die beste Reisezeit für einen Städte-Urlaub sind Frühling und Herbst, und wer in den Genuss des milden und trockenen Klimas des Südens und auf der Urlaubsinsel Madeira kommen möchte, kann dies bevorzugt von April bis Oktober tun.

Anreise

Der schnellste und einfachste Anreiseweg nach Portugal ist mit dem Flugzeug. Von vielen deutschen Flughäfen aus starten Maschinen zu den internationalen Flughäfen Lissabon, Porto oder Faro. Die Ferienregion an der Algarve ist Ziel vieler Reisender und wird regelmäßig, unter Umständen mit Zwischenstopp, angeflogen. Ein Direktflug von München nach Lissabon dauert rund drei Stunden, von Berlin aus fast vier. Nach Faro fliegen Sie circa dreieinhalb beziehungsweise rund vier Stunden. Für die Einreise in das EU-Land Portugal benötigen Sie einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.

Gesundheit und Tipps

Während Ihres Neckermann Reisen Urlaubs am Meer sollten Sie auf die roten und gelben Strand-Flaggen achten: Sie warnen vor gefährlichen Strömungen und zeigen, wo das Baden verboten ist. Mit der Blauen Flagge ausgezeichnete Strände weisen auf geprüftes sauberes Wasser hin. Leitungswasser sollten Sie sicherheitshalber nicht trinken, sondern auf abgepacktes Trinkwasser aus dem Supermarkt zurückgreifen.

Sehenswürdigkeiten

Portugals Kulturgüter sind nicht zuletzt, was Traditionsreichtum anbelangt, einzigartig in Europa. Besonders die schwermütigen Klänge des Fado, einem folkloristischen Klageliedes, das zu Portugals immateriellen UNESCO-Kulturgütern gehört, sowie das leuchtende Blau der seit dem Spätmittelalter Paläste, Kirchen, Klöster und Häuser zierenden Azulejos-Wandkacheln sind ureigenster Ausdruck der portugiesischen Kultur. Zentren neuer Einflüsse sind die Großstädte Lissabon und Porto, aber auch in kleineren Städten ist der aufregende Kontrast zwischen Tradition und Moderne zu spüren. Und was Kunst- und Architekturschätze betrifft, kann Portugal es mit jedem anderen Land Europas aufnehmen.

Lissabon

Die Eroberung neuer Welten brachte einst unermesslichen Reichtum in die Stadt am Tejo, doch das große Erdbeben von 1755 veränderte Lissabons Gesicht für immer. Heute zeigt sich Portugals Hauptstadt als moderne Großstadt, dazu beigetragen haben nicht zuletzt die Baumaßnahmen im Rahmen der EXPO 1998, wie zum Beispiel der Metrobahnhof Estação Oriente. Die Lage am Meer, das lebhafte und doch beschauliche Treiben sowie unzählige Kunstwerke und Baudenkmäler aus Lissabons bewegter Geschichte, wie das berühmte Denkmal der Entdecker Padrão dos Descobrimentos oder der Torre de Belém, tragen zur unnachahmlichen Atmosphäre dieser Stadt bei. Vor allem das gut erhaltene mittelalterliche Viertel Alfama ist mit seinen engen Gassen, Treppen und der verschachtelten Architektur ein bauhistorisches Kleinod. Das Herz der Stadt bildet der Rossio mit der knapp dreißig Meter hohen Marmorsäule im Zentrum des von Cafés und dem Teatro Nacional Dona Maria II. gesäumten Platzes. Ein Mix aus verschiedenen Epochen ist das auf einem Hügel thronende Castelo des São Jorge: Römische, westgotische und maurische Einflüsse kommen in der ehemaligen Königsresidenz zur Geltung. Ein ganz besonderes Erlebnis ist die Fahrt mit einer der altertümlichen Straßenbahnen sowie ein Besuch der weltberühmten Klosteranlage Mosteiro dos Jerónimos im Vorort Belém.

Porto

Pulsierender Mittelpunkt der fruchtbaren Costa Verde im Norden des Landes ist die Europäische Kulturhauptstadt von 2001, Porto. Der Charme der geschichtsträchtigen, modernen Handelsstadt und ihrer stolzen Bewohner ist rau, aber herzlich, und nicht zuletzt das kulturelle Angebot und die imposanten Baudenkmäler wie die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Altstadt oder die romanisch-gotische Kathedrale Sé machen Porto zu einem beliebten Reiseziel. In Portugals Namensgeberin und – neben Lissabon – einziger Großstadt dominiert der Handel, was sich auch in der Architektur zeigt: Pomp und Demonstration herrschaftlicher Macht fehlen hier weitestgehend, an deren Stelle treten kaufmännische Nüchternheit und bürgerliche Bodenständigkeit. Tipp: Besuchen Sie eine der Portweinkellereien oder machen Sie einen Ausflug in die südlich gelegene Lagunenstadt Aveiro, dem „Lusitanischen Venedig“ Portugals.

Evora

Das von einer römischen Ringmauer umgebene Evora (Portugiesisch: Évora) gilt als Perle des Alentejo und zählt zu den bedeutendsten Kulturstädten Portugals. Als Universitätsstadt, Bischofssitz und als einer der größten Handelsplätze der iberischen Halbinsel hat Evora eine lange Tradition, auch was die Stilepochen übergreifende Architektur betrifft. Die Schönheit Evoras und die einzigartige Bauweise, vor allem der Mudéjarstil ist charakteristisch für das Stadtbild, wurden von der UNESCO mit dem Titel Weltkulturerbe versehen und bringen Jahr für Jahr immer mehr Besucher ins nördliche Landesinnere.

Parque Arqueológico do Vale do Côa

Im Flusstal des Côa wurden im Zuge eines Staudammprojektes auf einer Länge von rund siebzehn Kilometern prähistorische Felsgravierungen entdeckt, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Besichtigen können Sie die eindrucksvollen Zeichnungen des Parque Arqueológico do Vale do Côa im Nordosten Portugals nur unter Voranmeldung und im Rahmen einer Führung. Hinweis: Achten Sie bei der Planung auf das aktuelle Klima. Im Sommer kann es im Tal sehr heiß werden.

Kloster Alcobaca und Kloster Bathala

Besuchermagnet des an der Costa de Lisboa gelegenen Städtchens Alcobaca (Portugiesisch: Alcobaça) ist die größte Zisterzienserkirche Europas. Die Mosteiro de Santa Maria de Alcobaca ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler des Landes und gehört seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Nach der Befreiung von den Mauren ließ Portugals erster König Alfonso Henriques Mitte des 12. Jahrhunderts den Grundstein legen. Besonders erwähnenswert sind die prunkvoll gestalteten Grabmäler von König Pedro I. und seiner ermordeten Geliebten Inês de Castro von 1370.

Das weltberühmte Mosteiro de Santa Maria da Vitória in Bathala verbindet Meilensteine der Landesgeschichte mit der Glanzzeit portugiesischer Baukunst: Als Denkmal des Sieges über die Spanier wurde unweit des Schlachtfeldes bei Aljubarrota Ende des 14. Jahrhunderts mit dem Bau begonnen. Baumeister aus ganz Europa verliehen dem Kloster seine markante Pracht, und auch heute noch ist das UNESCO-Weltkulturerbe Ausdruck nationalen Stolzes.

Universitätsstadt Coimbra

Neben Lissabon und Porto zählt die „Perle des Mondego“ im Herzen der Costa de Prata zu den wichtigsten Städten Portugals. Das aus einer römischen Siedlung erbaute Coimbra war im Lauf der Geschichte unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt, so prägte die christliche, jüdische und maurische Kultur das Stadtbild. Aushängeschild und dominanter Faktor der früheren Hauptstadt des einstigen Königreichs sind die Altstadt und die prachtvolle Universität, die seit Anfang des 14. Jahrhunderts das geistige Leben im Land maßgeblich geprägt hat. Beide zählen heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Strand und Natur

Portugals Küste bietet während der Sommermonate herrliches Badevergnügen, und das vielfältige Freizeitangebot richtet sich sowohl an Aktiv-Urlauber als auch an Erholungssuchende. Vor allem der Süden lockt mit quirligen Ferienorten, sonnig-warmen Temperaturen und weiten Stränden. Im Landesinnern können Sie während Ihres Portugal-Urlaubs mit neckermann-reisen.de ursprüngliche Landschaften und malerische Dörfer erleben.

Algarve

Entlang der felsigen Südküste liegt Portugals beliebteste Ferienregion, die Algarve. An über fünfzig landschaftlich vielfältigen Stränden (von Sanddünen über Klippen ist alles dabei) finden Urlauber Entspannung und können sich beim Wassersport, Reiten oder Golfen die Zeit vertreiben. Lebhafte Orte wie Faro, Lagos oder Albufeira locken mit einem umfassenden Unterhaltungs- und Sportangebot aktive Gäste, aber auch für einen ruhigen Strandurlaub in abgelegeneren Buchten ist gesorgt. Und wer dem Meer für eine Weile den Rücken kehren möchte, kann die malerische Hügellandschaft der Serra de Monchique erkunden.

Costa do Sol

Die „portugiesische Riviera“ unweit Lissabons begeistert mit herrlichen Sandstränden, mondäner Architektur und üppigen Parklandschaften. Entsprechend beliebt ist diese Region bei Einheimischen und Urlaubern. Charmante Orte wie Estoril, Cascais oder Guincho erfreuen sich wachsender Beliebtheit, und die imposanten Bauten der von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannten Kulturlandschaft Serra de Sintra bestimmen auf eindrucksvolle Weise das Bild dieser einzigartigen Landschaft, so zum Beispiel der Palácio da Pena, das Neuschwanstein Portugals, oder der gewaltige Klosterpalast Palácio Nacional in Mafra. Ein unvergessliches Erlebnis ist der Blick auf den Atlantik vom Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt Kontinentaleuropas.

Costa de Prata

Portugals Surferparadies liegt bei Ericeira an der Costa de Prata. Den Küstenabschnitt von Lissabon bis Porto säumen urige Fischerdörfer und schöne Sandstrände, aber auch zahlreiche architektonische Juwele finden sich in dieser zauberhaften Ecke Portugals, so zum Beispiel die weltberühmten Klöster von Batalha und Alcobaca sowie die Universitätsstadt Coimbra. Nördlich von Coimbra liegt der Garten Eden des Landes: die von einer 5.700 Meter langen Mauer umgebene prachtvolle Parkanlage Parque Nacional do Buçaco.

Costa Verde

In Portugals grünem Norden lässt das mild-feuchte Klima die Vegetation sprießen – nicht zuletzt die Rebstöcke des berühmten Portweins. Ein wahres Naturparadies ist der Parque Nacional da Peneda-Gerês östlich von Braga. Auf 72.000 Hektar vereinen sich die Gebirgsregionen der Serra da Peneda und Serra do Gerês zu Portugals wohl schönstem Naturpark, der geschützter Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten ist. In der urwüchsigen Wald- und Berglandschaft leben „Exoten“ wie Wölfe und Wildkatzen, aber auch Wildpferde fühlen sich hier wohl. Vor allem an der Atlantikküste um Porto gibt es zahlreiche ausgedehnte Sandstrände. Auch aufgrund der eher frischen Wassertemperaturen von 14 bis 20 Grad sind die herrlichen Strände in dieser Urlaubsregion selten überlaufen, wie zum Beispiel südlich und nördlich von Espinho oder bei Viana do Castelo.

Land und Leute

Portugal befindet sich im Umbruch: Im bäuerlich geprägten Nordosten und Hinterland geht es noch ursprünglich und sehr traditionell zu, die Menschen in den Küstenregionen hingegen gelten nicht zuletzt aufgrund ihrer langen Seefahrts- und Handelsgeschichte als aufgeschlossen. Diese Weltoffenheit ist vor allem in den touristischen Feriengebieten an der Algarve zu spüren sowie in der dynamischen Atmosphäre von Lissabon und Porto, in deren Ballungsräumen circa 35 Prozent der 10,6 Millionen Einwohner Portugals beheimatet sind. Allen Portugiesen gemein ist ein ausgeprägter Familiensinn sowie gelebte Gastfreundschaft, und auch der katholische Glaube sowie konservative Werte spielen eine große Rolle.

Auswanderung

Aufgrund von Sparmaßnahmen und hoher Arbeitslosigkeit im Zuge der europäischen Wirtschaftskrise wird Portugal seit Jahren von einer Auswanderungswelle nie dagewesenen Ausmaßes erfasst, vor allem jüngere Menschen suchen Arbeit und Glück in bessergestellten Ländern Europas oder sie wagen gar den Sprung in ehemalige Kolonien wie Brasilien. Allein im Jahr 2012 haben rund 121.500 Portugiesen ihr Land verlassen – ein Umstand, der das Gesicht des Landes maßgeblich verändert hat.

Zeit

In Portugal herrscht die westeuropäische Zeit, die Uhren gehen also im Vergleich zu Deutschland eine Stunde zurück.

Sprache

Portugiesisch ist eine romanische Sprache und wird auch in einigen von Portugals ehemaligen Kolonien wie Brasilien gesprochen. An der Algarve und anderen touristischen Zentren ist die Verständigung mittels Französisch, Englisch oder Deutsch meist kein Problem, im Rest des Landes gestaltet sich die Kommunikation etwas schwieriger. Die Hilfsbereitschaft der Portugiesen aber macht daraus kein unlösbares Problem – schon so manche unterhaltsame Urlaubs-Anekdote ist aus einem „Perdão, onde é o quarto de banho, por favor?“ (Entschuldigung, wo bitte ist die Toilette?) entstanden.

Geld und Währung

In Portugal gilt der Euro. Mittels EC-/Maestro-Karte können Sie an den weit verbreiteten Bankautomaten (Multibanco) Geld abheben, und die üblichen Kreditkarten werden in den meisten Geschäften, Hotels und Restaurants akzeptiert. Wie in vielen Reisezielen der Welt sind vor allem in touristischen Zentren und gut besuchten Städten Langfinger unterwegs. Achten Sie deshalb vor allem an überfüllten Orten und in Transportmitteln auf Ihren Besitz und lassen Sie Ihre Wertsachen im Hotelsafe.

Wissenswertes

Was Kleidungskonventionen betrifft, ist der Norden des Landes konservativer als der touristisch geprägte Süden. Dennoch sollten Sie in jedem Fall auf angemessene Kleidung achten, vor allem gilt dies für Besuche in Museen, Kirchen und Restaurants. Wie in vielen Ländern Südeuropas prägt das Klima den Charakter der Menschen, so wird auch in Portugal mittags eine Pause eingelegt und Drängeln und Hektik gelten als unhöflich. Wenn die Uhren in manchen Belangen etwas langsamer ticken als in Deutschland, gibt es nur eines: Ruhe bewahren und höflich bleiben. Respekt gegenüber den Gastgebern gehört selbstredend zu jedem Urlaub dazu. Auf Portugals Straßen aber kann es recht turbulent zugehen, hier ist vor allem in lebhaften Städten Vorsicht geboten.

 

 

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