Reisetipps Niederlande – Grachten, Tulpen und Windmühlen

Viel Wasser umgibt die Niederlande: An den Küsten im Norden und Süden, der Provinz Zeeland und auf den Nordseeinseln Texel, Schiermonnikoog, Ameland und Terschelling dreht sich im Sommer das Urlaubskarussell.

Stadturlaub par excellence verbringst du in den Metropolen Amsterdam, Rotterdam und Den Haag. Hier mischt sich der Wind der großen Welt mit den niederländischen Traditionen. Du spazierst durch mittelalterliche Kulissen – hier fällt es leicht, sich in die Vergangenheit zurückzuversetzen. Gleichzeitig triffst du auf Moderne, Weltoffenheit und Shoppinghighlights. Vor allem beim Thema Design sind die Niederlande wegweisend. Hier findest du alle wichtigen Informationen für deinen Niederlande-Urlaub!

Klima und Anreise

Die niederländischen Sommer sind mäßig warm und die Winter mild. Die Nordsee wirkt als großer Wärmespeicher, so dass es selten richtig kalt wird. Im Frühjahr und Sommer hingegen sorgt die kühle Nordsee für Frische und hält die Lufttemperaturen bei etwa 20 Grad. Es wird also selten richtig heiß. Atlantische Strömungen bringen häufig schnelle Wetterwechsel sowie Stürme im Oktober und Februar. In Richtung Südosten, zur deutschen Grenze hin, steigen die Sommertemperaturen leicht an. Diese Region verzeichnet die wärmsten Tage innerhalb der Niederlande.

Die beste Reisezeit für die Niederlande hängt ganz davon ab, was du gern unternehmen möchtest. Für einen Urlaub am Meer bieten sich die Sommermonate von Juni bis August an. Wobei das Baden auch in dieser Zeit eine Sache der Abhärtung ist, denn die Nordsee erreicht erst im Juli bzw. August akzeptable 16 bis 17 Grad. Die Temperaturen im Frühling und Herbst sind ideal für Spaziergänge zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Für einen Städteurlaub ist es entscheidend, welche Pläne du hast. Die Museen und Geschäfte sind zur kalten Jahreszeit gut beheizt und die Stimmung ist vor allem zur Vorweihnachtszeit sehr romantisch. Allerdings lernst du die sonnige Seite Amsterdams oder Den Haags besser im Frühling oder Sommer besser kennen.

Anreise

Der Direktflug von Deutschland in die Niederlande dauert je nach Abflughafen eineinhalb Stunden. Am besten sind die Verbindungen zum Amsterdamer Flughafen Schiphol – dem größten des Landes. Weitere bedeutende Flughäfen sind Rotterdam, Groningen (Norden), Maastricht und Eindhoven (Süden). In der Regel sind die Flüge umso günstiger, desto eher du buchst.

Bei der Anreise mit dem eigenen Auto bist du Sie vor Ort flexibel, vor allem in den ländlichen Regionen und am Meer. Von München nach Amsterdam benötigst du ca. 8 Stunden, von Berlin nach Amsterdam etwa 7 Stunden. Die Fahrt von München nach Texel in den Norden beansprucht über 10 Stunden. Von Berlin aus erreichst du die Nordseeinsel in 8 Stunden – inklusive Fährfahrt von einer halben Stunde. Die Fährhäfen zu den Nordseeinseln liegen in Den Helder (Überfahrt nach Texel), Holwerd (Überfahrt nach Ameland), Lauwersoog (Überfahrt nach Schiermonnikoog) und Harlingen (Überfahrt nach Terschelling).

Züge verkehren täglich mehrmals zwischen den deutschen und den niederländischen Großstädten wie Amsterdam, Utrecht, Rotterdam oder Den Haag. Vor allem für eine Städtereise ist eine Zugfahrt die bequemste Lösung und vor Ort hast du keine Parkprobleme.

Deutsche Staatsbürger reisen mit dem gültigen Reisepass oder Personalausweis, Kinder unter 16 Jahren mit dem Kinderreisepass.

Sehenswürdigkeiten

Die Sehenswürdigkeiten der Niederlande präsentieren eine ideale Mischung aus Kunst und Kultur in Städten wie Amsterdam oder Rotterdam, meisterhafter Ingenieurskunst und unglaublichen Naturwundern.

Amsterdam

Amsterdam ist eine Stadt wie im Bilderbuch. Grachten graben sich auf einer Länge von 80 Kilometern hindurch und prägen das Bild der Hauptstadt. An den Häusern links und rechts der Wasserstraßen parken kleine Boote wie hierzulande Autos, von Efeu bewachsene Brücken verbinden die Ufer, an den Promenaden servieren Cafés und Restaurants Erfrischungen und niederländische Spezialitäten. Vor allem im Frühling und Sommer ist der Besuch Amsterdams ein sinnliches Erlebnis – du betrittst ein riesiges Freilichtmuseum. Lass dich per Boot über die Grachten treiben und vom angenehmen Rhythmus der Stadt anstecken. Verpasse auch die anderen Highlights der Stadt nicht: das Anne Frank Haus, das Van Gogh Museum oder den Königlichen Palast, der heute lediglich zu Repräsentationszwecken dient. Übrigens: Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt haben eine eigene Anlegestelle. Empfehlenswert ist auch ein Bummel über den Albert-Cuip-Markt. Er ist der bekannteste Markt der Stadt und der größte der Niederlande. Von Blumen und Gemüse über Stoffe und Kleidung bis hin zu Schmuckwaren und Leder gibt es hier alles plus Hippieflair. Der Markt liegt mitten im Szeneviertel Pijp. Populär und sehenswert ist auch der Amsterdamer Zoo.

Rotterdam

Rotterdam ist eine Trendsetterin – ihr Fach ist die Architektur. So viel moderne Architektur wie hier gibt es kaum an einem anderen Ort in den Niederlanden. Wenn irgendwo modernisiert oder neu gebaut wird, dann hier. Gallionsfigur der Hafenmetropole ist die Skyline – daher auch der Beiname „Manhattan an der Maas“. Rotterdam zählt zu den größten Container- und Frachthäfen der Welt. Zu den Highlights der Stadt zählen unter anderem das alte Hafenviertel „Delfshaven“ mit vielen historischen Häusern, der Euromast, die 356 Meter lange, rote Willemsbrücke über die Maas, die Kunsthalle und das Weiße Haus – der erste Wolkenkratzer Europas. Zusammen mit Amsterdam gibt Rotterdam den kulturellen Takt vor und ist zudem ein Shoppingparadies.

Wattenmeer

Das niederländische Wattenmeer liegt zwischen Den Helder und der Bucht „Dollart“ auf einer Fläche von 2.550 Quadratkilometern. Die bewohnten Wattenmeerinseln heißen Schiermonnikoog, Ameland, Terschelling, Vlieland und Texel. Texel ist der westlichste Punkt. Seit 2010 steht das Wattenmeer auf der Liste zum UNESCO-Weltnaturerbe. Ebbe und Flut geben den Rhythmus vor. 10 Millionen Zugvögel finden hier jedes Jahr ihre Nahrung für die Weiterreise. Unternimm lange Wattwanderungen mit erfahrenen Guides. Unter dir spürst du den den aufgeweichten Boden und passierst Muscheln, Garnelen, Schnecken oder Schlickwürmer. Voraussetzung sind gute Schuhe.

Nationalpark De Meinweg

Der Nationalpark befindet sich im Osten, an der Grenze zu Deutschland. Er nimmt eine Fläche von 1.800 Hektar ein. Das Besondere dieser Landschaft sind die steilen Terrassen. Besucher erwartet ein großartiges Erholungsgebiet aus Heidefeldern, Mooren, Bachtälern und Eichenwäldern. Hier leben Islandponys und Hochlandrinder. Mehrere Wander- und Radwege führen hindurch. Guides begleiten die Touren auf Wunsch zu ausgewiesenen Natur- oder Kulturthemen.

Deltawerke Zeeland

Besuche ein Wunder der Technik: das weltweit größte Sturmflutwehr. Es schützt Zeeland vor der Wucht des Meeres. Eine gewaltige Sturmflut überschwemmte die Halbinseln der Provinz im Jahr 1953 und stürzte die Region in eine Katastrophe. Dagegen wollte man sich rüsten. Wasserbauingenieure sahen sich einer großen Aufgabe gegenüber. Bewältigten sie mit Bravour – wovon sich heute zahlreiche Besucher aus der ganzen Welt in Oosterschelde überzeugen.

Historische Windmühlen von Kinderdijk

Windmühlen sind ein typisches Symbol der Niederlande. Die Windmühlen von Kinderdijk entstanden Mitte des 18. Jahrhunderts. Unter anderem um das Land vor Überflutungen zu bewahren. Heute stehen sie symbolisch für den Erfindergeist dieser Zeit. Die Mühlen befinden sich in der Nähe von Rotterdam und stehen als Weltkulturerbe auf der Liste der UNESCO.

19 Mühlen stehen sich in zwei Reihen gegenüber. Im Juli und August drehen sich ihre Räder zu einem eindrucksvollen Reigen.

Tulpenblüte Keukenhof

Es scheint, als schaltete der Frühling gegen Ende März ihre Lichter an. Dann leuchten Millionen von Blumen in Pink, Weiß, Gelb und Rot, fluten riesige Flächen. Den Anfang machen die Krokusse, dann blühen die Narzissen, nach ihnen die Tulpen. Besonders prächtig ist die Blüte in der zweiten Aprilhälfte. Ein berühmter Schauplatz dieser visuellen Pracht ist der Park von Keukenhof. Seine Blumenfelder breiten sich über 32 Hektar aus. In kleinen Pavillons veranstalten die Betreiber anmutige Shows.

Schöne Blumenflächen grüßen außerdem zwischen den Städten Leiden und Den Helder, in der Nähe von Enkhuizen und in der Provinz Flevoland.

Strand und Meer

Sandstrände ohne Ende – dahinter weite Dünen. Das ist das häufige Bild an der niederländischen Küste. Du kannst baden, Rad fahren oder spazieren gehen.

Hübsche Küstenorte ergänzen das Bild und sorgen für eine perfekte Wohlfühlumgebung.

Zeeland

Die Provinz Zeeland im Süden der Niederlande ist ein Meer-Strand-Sand-Paradies. Auch für Familien. Strände, so weit das Auge reicht, auf einer Länge von 70 Kilometern. Die beliebten Badeorte sind Cadzand, Domburg, Renesse, Ouddorp, Oostkapelle und Westkapelle. Kenner sagen: Zeeland hat die schönsten Strände des Landes.

Callantsoog

Der kleine Badeort liegt im Nordwesten in der Provinz Nordholland. Hinter den schmalen Dünen weitet sich der lange Standstrand. Urlauber, die es gern ruhig mögen, werden sich hier wohl fühlen. Selbst in der Hochsaison gibt es genügend Platz am Strand.

Scheveningen

Scheveningen ist ein Stadtteil von Den Haag und der beliebteste Badeort in der Region. Kilometerweit zieht sich der feine Sandstrand in die Länge. Am Ufer ist einiges geboten: Hüpfburgen für Kinder, Hotels, Surfschulen, Restaurants und Bars. Im Sommer geht es lebhaft zu und es wird an guten Tagen richtig voll. Typisches Bild: das prächtige Kurhaus von Anfang des 19. Jahrhunderts direkt an der Promenade.

Kijkduin

Kijkduin liegt 6 Kilometer von Den Haag entfernt. Der Badeort ist weniger populär als Scheveningen. Darum geht es hier auch ruhiger zu. Der feine Sandstrand ist besonders bei Familien beliebt. Entlang der Strandpromenade reihen sich Restaurants, Cafés und Läden.

Petten

Petten gehört zur Provinz Nordholland. Charakteristisch sind die Blumenfelder im Hinterland und der Hondsbosche Zeewering – ein künstlicher Deich. Ein Sturm zerstörte die Dünen, die vormals an seiner Stelle den Ort vor dem Meer schützten. Zwischen Meer und Blumenmeer fädeln sich lange Radwege. Petten gilt als ruhiger Urlaubsort mit einem vielfältigen Wassersportangebot. Der Sandstrand ist breit und fein.

Zandvoort

Zandvoort liegt in der Provinz Nordholland, 30 Kilometer westlich von Amsterdam. Der Strand ist 9 Kilometer lang. Dahinter weitet sich eine großflächige Dünenlandschaft. Zandvoort bedient die perfekte Mischung aus Strandurlaub und vortrefflicher Unterhaltung. Etliche Cafés, Kneipen und Restaurants freuen sich über deinen Besuch.

Katwijk

Urlauber lieben den breiten und 5 Kilometer langen Sandstrand. Besonders Familien kommen gern. Der Urlaubsort mit seiner perfekten Infrastruktur befindet sich 5 Kilometer westlich von Leiden. Wahrzeichen sind der weiße Leuchtturm und die weiße Kirche. Der Leuchtturm ist der älteste an der niederländischen Küste. Die Promenade lädt zum Bummeln, Spazierengehen und Radeln ein.

Nordseeinseln: Texel, Schiermonnikoog, Ameland und Terschelling

Wer über den Sand der Nordseeinseln läuft, fühlt Samt unter seinen Füßen. Weicher kann ein Strandbelag kaum sein. Dazu das Besondere des Insellebens. Man ist für sich und doch nicht allein. Ein Urlaub an den Stränden der Nordseeinseln ist ein existentielles Erlebnis. Die Nordsee rauscht heran oder zieht sich zurück. Du erlebst die Gezeiten und spürst die Gewalt der Natur. In Schiermonnikoog kann es im Sommer gelegentlich voll werden. Am Strand von Ameland weht die Blaue Flagge – für hervorragende Qualität von Strand und Meer. Die Strandpavillons von Ameland sind im Vergleich zu den anderen Inseln das ganze Jahr über geöffnet.

Sprache und Kultur

Wer von der holländischen Sprache spricht, meint eigentlich einen Dialekt aus dem Westen des Landes, der Region Holland. Korrekt spricht man von der niederländischen Sprache. Versuche daran zu denken. Die Niederländer mögen es nicht so gern, wenn man sie als Holländer oder ihre Sprache als Holländisch bezeichnet. Das Niederländisch zählt zur Gruppe der Westgermanischen Sprachen. Es besteht eine Verwandtschaft mit Friesisch, Englisch und Niederdeutsch. Niederländisch und Deutsch sind sozusagen „Sprachgeschwister“ – weshalb uns viele Worte vertraut scheinen. Niederländisch entwickelte sich aus einem Zweig des Niederdeutschen und war lange Jahre ein deutscher Dialekt, bis der flämische Dialekt mehr Einfluss gewann und sich eine eigene Sprache ausbildete.

Kultur: Museen der Niederlande

Die Niederlande verzeichnen die höchste Museumsdichte der Welt. Ganz im Sinne der großen Künstler vergangener Tage pflegt und schützt das Land seinen reichen kulturellen Nachlass. Besuche die Bilder klassischer und moderner Maler im Van-Gogh-Museum in Amsterdam. Entdecke Arbeiten von Vermeer und Rembrandt im Amsterdamer Rijksmuseum. Betrachte in der Den Haager Königlichen Bildergalerie Mauritshuis Vermeers Meisterstück „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“. Im Bonnefanten museum in Maastricht mischen sich mittelalterliche Skulpturen mit zeitgenössischer Kunst. Hier kommen Sie in den Genuss der Werke von Joseph Beuys oder Anselm Kiefer. Und lass dich in der Kunsthalle von Rotterdam von einer der ständig wechselnden Ausstellungen überraschen.

Historische Einblicke gewährt das Anne-Frank-Haus oder das Jüdisch Historische Museum – beide in Amsterdam.

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