Reisetipps Toskana - Chianti, Renaissance und Traumstrände

Inmitten von sanft geschwungenen Weinbergen, Olivenhainen und schier endlosen Zypressenalleen liegt Italiens Schatzkammer: die Toskana. Naturliebhaber und Feinschmecker genießen die ursprüngliche Lebensart der ländlichen Gebiete, und wer sich für Kunst und Architektur interessiert, begegnet in Kulturmetropolen wie Florenz, Siena oder Pisa Meisterwerken von Weltrang. Hier finden Sie Informationen, Anregungen und Tipps für Ihren Toskana-Urlaub mit neckermann-reisen.de.

Klima und Anreise

Das Klima an der toskanischen Küste wird vorwiegend von mild-mediterranem Einfluss beherrscht, im Landesinnern und in Tallagen kann es im Sommer mit über 30 Grad heiß werden und an den Flussniederungen schwül. Ähnlich wie an der Küste ist in höheren Lagen die Luft frischer und deutlich stärker in Bewegung, was Auswirkungen auf die Temperaturen hat. Die Winter sind je nach Region mild bis kalt. In den Wintermonaten sowie im März und April ist die Niederschlagswahrscheinlichkeit am höchsten. Die angenehmste Reisezeit ist im Frühjahr und Herbst, in dieser Zeit finden auch die meisten traditionellen und landwirtschaftlichen Feste statt. Ideal für Wandertouren sind der Mai und Juni, denn dann erblüht die Natur. Strandurlauber kommen im Sommer auf ihre Kosten, aber auch im Herbst ist das Meer mit rund 20 Grad Wassertemperatur noch warm genug zum Baden.

Anreise

Das ganze Jahr starten von allen großen Flughäfen Deutschlands Flüge nach Pisa und Florenz. Beide Flughäfen verfügen über Busshuttles beziehungsweise Schnellzugverbindungen, die die ankommenden Gäste ins Stadtzentrum bringen. Gute Zugverbindungen, primär nach Florenz, gibt es von allen größeren deutschen Städten. Wer die Reise über Nacht bestreiten möchte, kann beispielsweise von München aus einen Nachtzug nach Florenz nehmen. Die Fahrt dauert rund neuneinhalb Stunden. Für die Anreise mit dem Auto ist zu berücksichtigen, dass nahezu alle Autobahnen (autostrada) in Italien gebührenpflichtig sind (pedaggio). Wartezeiten an den Mautstellen erspart die VIACARD, mit der Sie bargeldlos bezahlen können. Erhältlich ist sie über Automobilclubs sowie an Mautstellen und Raststätten. Die gängigste Fahrtroute führt über Innsbruck und den Brenner nach Verona, Bologna und Florenz. Als Reisedokument ist ein gültiger Personalausweis oder Reisepass ausreichend. 

Gesundheit und Tipps

Wie bei jeder Reise in südliche Gefilde ist auch für den Urlaub in der Toskana ein sehr guter Sonnenschutz unabdingbar. Dies gilt vor allem im Sommer, bei Wanderungen und für den Aufenthalt am Meer. Gerade in der Mittagshitze können die Temperaturen eine starke Belastung für den Körper sein, in dieser Zeit ist eine Ruhepause im Schatten oder im Hotel ratsam. Und natürlich muss der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden. Dafür sollten Sie jedoch nicht auf Leitungswasser zurückgreifen, sondern abgepacktes Mineralwasser trinken. 

Sehenswürdigkeiten

Um die unzähligen Sehenswürdigkeiten der toskanischen Kunstmetropolen genießen zu können, braucht es vor allem Zeit und Geduld. Die weltweite Beliebtheit von Städten wie Florenz, Siena oder Pisa zeigt sich nicht zuletzt in den Besucherzahlen. Doch mit einer guten Vorausplanung und Organisation lässt sich eine Sightseeing-Tour ohne Probleme meistern. Unvergesslich ist die kulturelle Vielfalt der Toskana in jedem Fall.

Florenz

Vor allem die Künstler der Renaissance gaben der toskanischen Hauptstadt ihr unverwechselbares und weltbekanntes Gesicht: Sakralbauten, Stadtpaläste, Museen, Plätze und andere stilprägende Kunstdenkmäler verzaubern das ganze Jahr über Millionen von Besuchern. Die schiere Wucht der florentinischen Kulturgeschichte lässt die Stimmung in der Stadt vibrieren – und wer sie einmal erlebt hat, dem wird sie unvergessen bleiben. Zu den Highlights zählen die Piazza del Duomo (Kathedrale Santa Maria del Fiore, Baptisterium und Kampanile sind UNESCO-Weltkulturerbe), eines der Wahrzeichen von Florenz, die Brücke Ponte Vecchio, die gotische Franziskanerkirche Santa Croce (hier liegen Größen wie Michelangelo oder Galileo Galilei begraben) sowie die bekannteste Kunstgalerie Italiens, die Uffizien. Und wer bei all der Pracht eine Stärkung braucht, kann an der im Zentrum der historischen Altstadt gelegenen Piazza della Signoria einen Espresso zu sich nehmen und mit Blick auf Michelangelos berühmter Monumentalskulptur „David“ (das Original steht in der Galleria dell‘ Accademia) die rege Atmosphäre genießen. 

Uffizien

Paris hat den Louvre, Florenz die Galleria degli Uffizi: Im ehemaligen herzöglichen Bürokomplex aus dem 16. Jahrhundert befindet sich eine der umfangreichsten und wertvollsten Kunstgalerien der Welt. Begründet wurde sie durch die Sammlung der berühmten florentinischen Familie der Medicis. Mittlerweile werden epochale Werkschauen von der Antike bis zum Spätbarock gezeigt (und stetig erweitert), wobei die Kunst der Gotik und Renaissance den Schwerpunkt bildet. Zu den bekanntesten Beispielen zählen Botticellis „Primavera“ und „Geburt der Venus“ sowie Raffaels „Madonna mit dem Zeisig“. Aufgrund des hohen Besucherandrangs ist eine Ticketreservierung im Internet sinnvoll. Und noch ein Tipp: Lassen Sie sich Zeit! 

Pisa

Eine Reise wert ist Pisa nicht nur wegen des Wahrzeichens und größten Besuchermagnets, dem schiefen Turm des Doms. Die lebhafte Atmosphäre der einstigen Lagunen- und heutigen Universitätsstadt sowie die bauwerklichen Schönheiten und UNESCO-Weltkulturgüter aus Carrera-Marmor am Piazza del Duomo begeistern. Ebenso sehenswert sind die historische Altstadt und eines der größten Museen der Toskana, das Museo Nazionale di San Matteo.  

Schiefer Turm von Pisa

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Italiens hat seine Berühmtheit nicht zuletzt einer fehlerhaften Bauplanung zu verdanken: Der schiefe Turm von Pisa wurde auf sandigem Schwemmlanduntergrund gebaut und bereits vor der Fertigstellung im Jahr 1350 begann er sich zu neigen. Längere Zeit war der Torre Pendente gesperrt, nach eingehender Renovierung und Stabilisierung kann der 55 Meter hohe Glockenturm wieder besichtigt werden. Für die entsprechend sorgfältig organisierte Begehung empfiehlt sich in jedem Fall eine Online-Ticketreservierung. 

Siena

Dem Ruf als schönste Stadt der Toskana wird Siena gerecht und nicht ohne Grund wurde ihr historischer, im typischen Sienarot erstrahlender Kern von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt (die charakteristische rote Steinfarbe ist auf natürliche Pigmente aus regionaler Tonerde zurückzuführen). Das mittelalterliche Schmuckstück beeindruckt mit Bauten aus der Zeit der Gotik, wie zum Beispiel dem romanisch-gotischen Duomo Santa Maria Assunta, einer der schönsten Kirchen Italiens, sowie der zentral gelegenen, fächerförmigen Piazza del Campo. Dort findet das größte Volksfest der Toskana statt: der Palio de Siena. Die Tradition des weltberühmten Pferderennens lässt sich bis ins Jahr 1283 zurückverfolgen.  

San Gimignano

Obwohl der kleine Ort in der Provinz Siena eine der größten Attraktionen der Toskana ist, hat sich San Gimignano seinen ursprünglichen Charme bewahrt. Fünfzehn imposante Geschlechtertürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert beherrschen die Silhouette der nicht mal 8.000 Einwohner zählenden Stadt und gehören samt mittelalterlicher Altstadt seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wohlhabende Familien ließen die (einstmals 72) Türme zur Verteidigung und als Ausdruck von Macht und Ansehen errichten. Wohlstand brachten unter anderem Pilger, die auf der Via Francigena (Frankenweg) in Richtung Rom in San Gimignano Halt machten. 

Strand und Natur

Die Dichte und Fülle an toskanischen Kulturgütern ist einzigartig in Europa, aber auch reizvolle Landschaften machen die Toskana zu einem Top-Reiseziel. Von der rauen Bergwelt der Apuanischen Alpen im Norden, über die rund 300 Kilometer lange Küstenlinie am Thyrrenischen Meer bis hin zu den sanften Hügeln des Chianti und den Inseln des Toskanischen Archipels präsentiert sich die Provinz in abwechslungsreichem Gewand.

Apuanische Alpen

Das nördliche „Rückgrat“ der Toskana bildet der Apennin. Diesem vorgelagert erheben sich die Berge der Apuanischen Alpen auf einer Höhe von bis zu 2.000 Metern. Bekannt ist diese Region vor allem für den weltberühmten, makellosen Marmor, der seit der Römerzeit in den Brüchen bei Carrara oder Massa abgebaut wird. Hier befindet sich auch einer der reizvollsten Nationalparks der Provinz: der Parco Naturale delle Alpi Apuane am Rande des Garfagnana-Tals. In dieser waldreichen Gebirgslandschaft gibt es traumhaft schöne Wanderwege und Panoramastraßen, die auch jedes Mountainbiker-Herz höher schlagen lassen. 

Versilia und Apuanische Riviera

Der nördliche, schmale Küstenabschnitt umfasst die Gebiete Versilia und Apuanische Riviera. Vor der Kulisse der Apuanischen Alpen entstand hier eine der beliebtesten und am besten erschlossenen Urlaubs-Regionen der Toskana. Feine Sandstrände und milde Temperaturen locken seit Anfang des 19. Jahrhundert zahlreiche Sommergäste in die traditionellen, mit pittoresken Promenaden bestückten Jugendstil-Seebäder (besonders mondän: Viareggio) und lebhaften Ferien-Orte wie Forte dei Marmi und Lido di Camaiore. Etwas ruhiger geht es an der Küste der Etruskischen Riviera zwischen Livorno und Piombino zu sowie an der Maremma im Süden der Toskana. 

Chianti

Eins der besten Weinbaugebiete Italiens befindet sich im Zentrum der Toskana: das malerische Chianti. Bereits die Etrusker haben in dieser herrlichen Landschaft Wein angebaut. Bei einer Weintour durch idyllische Bauerndörfer, Olivenhaine und Weinberge lohnt ein Stopp in einem der öffentlich zugänglichen Weingüter (Fattoria). Und natürlich darf die Verkostung des berühmtesten Weines der Region nicht fehlen: der Chianti Classico. 

Elba

Elba ist mit 224 Quadratkilometern die größte Insel des Toskanischen Archipels – und mit Abstand die beliebteste. Ihre Bekanntheit führt nicht zuletzt auf einen weltberühmten „Gast“ zurück: Nach seiner Verbannung aus Frankreich verbrachte Napoleon Bonaparte auf Elba ein knapp zehnmonatiges Exil. Die felsige, rund 150 Kilometer lange Küste bietet mit paradiesischen Sand- und Kieselstränden und glasklarem Wasser den idealen Ort für einen erholsamen Strand-Urlaub. Ein Ausflug ins bergige Landesinnere und ein Besuch der Inselstädtchen und Fischereidörfer runden den Aufenthalt auf Elba ab. Tipp: Mit der Seilbahn erreichen Sie den 1.018 Meter hohen Monte Capanne und können von dort aus einen atemberaubenden Blick über das Archipel genießen. 

Land und Leute

Die Bevölkerung einer jeden italienischen Provinz legt großen Wert auf die eigene Identität – da sind die Toskaner keine Ausnahme. Auch innerhalb der Toskana gibt es regionale Unterschiede, doch der Stolz auf die bewegte Geschichte sowie die Freude am Feiern und Liebe zur Tradition verbinden. So betonen die Einheimischen gerne gegenüber dem Rest der Republik, dass der toskanische Dialekt das Hochitalienische begründet hat. Nicht zuletzt dieser Haltung verdanken sie den nationalen Ruf, ein etwas überhebliches Volk zu sein. Ein Umstand, der die Toskaner wenig stört. Schließlich leben sie in einer der landschaftlich und kulturell eindrucksvollsten Region des Landes.

Sprache

Ein gewisses Maß an Theatralik, eifrige Kommunikation und jeglicher Ausdruck von Lebensfreude werden in Italien nicht nur gepflegt, sondern sind auch gern gesehen. Ebenso werden Höflichkeit, Komplimente und Lob mit Begeisterung aufgenommen. Wenn Sie also beim abendlichen Genießermenü ein entzücktes „bravo/brava“ oder „grande“ von sich geben, freut sich nicht nur der Ober. Vor allem in touristischen Orten ist eine Verständigung auf Deutsch oder Englisch in vielen Fällen machbar. Das Erlernen von italienischen Grundbegriffen und Floskeln gehört jedoch zu jeder guten Urlaubs-Vorbereitung. Ein „Parla tedesco?“ (Sprechen Sie Deutsch?) kann ein Einstieg für eine nette Konversation sein, und mit „buon giorno“ (Guten Tag), „prego“ (bitte), „grazie“ (danke), „scusi/scusa“ (Entschuldigung) begegnen Sie italienischer Gastfreundschaft mit Respekt und Sie ernten im Gegenzug viel Sympathie. 

Geld

In Italien ist es beim Einkauf oder Bezahlen ratsam, die Quittung (ricevuta fiscale oder auch scontrino) aufzubewahren. Markenimitate zu erwerben ist verboten und kann empfindliche Geldstrafen nach sich ziehen. Umso wichtiger ist es, den Beleg für Ihre Souvenirs bei Kontrollen vorzeigen zu können.

Geldautomaten (bancomat) finden Sie in allen größeren Orten und touristischen Zentren. In vielen Geschäften, Restaurants und Hotels werden die gängigen Kreditkarten (carta di credito) akzeptiert. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie diese gut verwahren und diskret damit bezahlen. Vor allem in Italiens beliebten Urlaubs-Orten sind Taschendiebe weitverbreitet. Lassen Sie deshalb keine Wertsachen im Auto und parken Sie es möglichst in einer geschützten Garage. Beim Flanieren empfiehlt es sich zudem, die Tasche nicht auf der der Straße zugerichteten Seite zu tragen. Die berühmt-berüchtigten Motorrad-Übergriffe sind leider nicht selten. 

Wissenswertes

Die Sommersonne der Toskana trocknet die Vegetation zuweilen sehr aus und es herrscht in vielen ländlichen Regionen akute Brandgefahr. Eine weggeworfene Zigarettenkippe genügt, um trockene Gräser in Brand zu setzen. Bitte vermeiden Sie deshalb eine solche achtlose Geste.

Beim Badeurlaub ist es überaus wichtig, auf Sicherheitshinweise und Strand-Flaggen zu achten. Um ganz sicher zu gehen, erkundigen Sie sich bitte in Ihrer Unterkunft oder beim örtlichen Tourismusbüro nach aktuellen Wetter- und Strömungswarnungen.

Grundsätzlich legen die Italiener sehr viel Wert auf das äußere Erscheinungsbild. Umso angebrachter ist es, als Besucher von Sehenswürdigkeiten, Kirchen und Restaurants die Strand-Outfits im Koffer zu lassen und in dezenter, angemessener Kleidung zu erscheinen. Und für Abendveranstaltungen darf die Kleiderwahl ruhig eleganter sein. 

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