Reisetipps Santorin

Die schneeweißen Häuserkaskaden auf den Steilküsten von Santorin gehören zu den bekanntesten Fotomotiven Griechenlands. Inszeniert haben diese traumhafte Kulisse Mensch und Natur. Gewaltige Vulkanausbrüche haben die Form des rund 93 Quadratkilometer großen Archipels geschaffen. Heute sind die Inseln mit Stränden aus Lavasand ein beliebtes Ferienziel und ihr einzigartiges Flair begeistert Besucher aus aller Welt. Hier findest du Informationen, Anregungen und Tipps für deinen Santorin-Urlaub.

Klima und Anreise

Santorin ist ein klassisches Sommerurlaubsziel, denn im Winter kann es kühl und feucht werden, und die meisten touristischen Einrichtungen sind zwischen November und Ostern geschlossen. Die Reisesaison beginnt im April und dauert bis in den Oktober. Und da die Kykladen zu den sonnenreichsten Gebieten Griechenlands gehören, ist das Meer spätestens ab Juni mit über 20 Grad badetauglich. Die Wassertemperaturen pendeln sich über die Sommermonate bei 23 bis 25 Grad ein und auch im Oktober ist das Wasser noch warm genug. Der aus nördlicher Richtung wehende Meltemi-Wind kühlt die Sommerhitze ab und schafft auf Santorin angenehme Temperaturen mit durchschnittlich 26 Grad (im August bis zu 29 Grad). Die Natur kannst du im Frühjahr sprießen sehen. Diese Zeit, und mit kleinen Einschränkungen auch der Herbst, eignet sich besonders gut für Entdeckungstouren und Sightseeing.

Anreise

Im Sommer starten von vielen größeren Flughäfen Deutschlands regelmäßig Maschinen nach Santorin. Der Flughafen liegt in Monolithos, rund fünf Kilometer vom Hauptort Fira entfernt. Von dort bringt dich ein Bustransfer bequem zu deiner Neckermann Reisen Unterkunft. Für die Einreise und den Aufenthalt auf Santorin benötigen EU-Bürger einen gültigen Reisepass oder Personalausweis. Das gilt auch für Kinder (ab 10 Jahren mit Lichtbild).

Gesundheitsprophylaxe und Tipps

In der Regel reicht die Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) für eine kostenfreie Behandlung bei Vertragsärzten aus. Es empfiehlt sich jedoch auf Reisen stets, eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport abzuschließen. So bist du auf der sicheren Seite und kannst deinen Urlaub auf Santorin unbeschwert genießen. Zur Vorbereitung gehört auch die Überprüfung und gegebenenfalls Auffrischung der Standardimpfungen nach Rücksprache mit deinem Hausarzt.

Leitungswasser solltest du auf Santorin nicht trinken, sondern auf abgepacktes Mineralwasser zurückgreifen. Von Letzterem solltest du indes eine Menge zu dir nehmen, denn die griechische Dauersonne trocknet nicht nur die Landschaft aus (ein verantwortungsvoller Umgang mit dem kostbaren Nass gebietet sich deshalb von selbst). Aus diesem Grund ist es auch wichtig, an Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor zu denken sowie an eine Kopfbedeckung und Ruhezeiten (über den Mittag sind ohnehin die meisten Sehenswürdigkeiten, Geschäfte und Lokale geschlossen). Je nach Beschaffenheit des Strandes und Temperatur des Sandes solltest du Badeschuhe tragen, vor allem für Kinder sind sie ratsam. Strömungen oder Felsformationen können das Badevergnügen nicht nur beeinträchtigen, sondern zur Gefahr werden. Informiere dich deshalb bitte vor Ort, welche Stellen du besser meiden solltest.

Sehenswürdigkeiten

Die Sehenswürdigkeiten stehen auf Santorin nicht im Vordergrund – die Urlaubsgäste stehen quasi mittendrin! Allein die Aussicht und das Licht sind eine Attraktion für sich. Die charakteristischen weiß-blauen Häuschen und das Meer erstrahlen in den Farben Griechenlands und machen den magischen Charme dieses Urlaubsortes aus. Am besten lernst du die Highlights von Santorin auf einer Tour kennen. Ob mit der Seilbahn, zu Fuß, mit dem Bus oder auf dem Boot – die Schönheit des Archipels ist auf allen Erkundungswegen einzigartig.

Fira

Der auf dem Kraterrand liegende Hauptort Fira (Griechisch: Firá) ist das lebhafte Zentrum der Insel und bietet das größte Unterhaltungs- und Kulturangebot. Zudem findest du hier wunderschöne Beispiele der kykladischen Architektur. Während der Hochsaison summt der Ort wie ein Bienenkorb. Erholungssuchende können sich problemlos ein ruhigeres Fleckchen auf der Insel suchen, dennoch gehört ein Bummel und (mindestens ein) sonnenunterganggarniertes Abendessen in einer der malerischen Tavernen unbedingt dazu. Und wenn du deinem Appetit nach Kultur nachkommen willst, kannst du das unter anderem bei einer Besichtigung des Katholischen Viertels, der Kathedrale Ypapánti, des Prähistorischen Museums, des Santozeums oder des Alten Hafens am Fuße der Insel tun. Tipp: Für die Umgehung der 587 Stufen kannst du die Seilbahn, eine der Hauptattraktionen von Fira, benutzen.

Oia

Das Dorf Oia (Griechisch: Oía) im Norden der Hauptinsel wurde bei dem heftigen Erdbeben von 1956 in weiten Teilen zerstört, doch davon ist kaum noch etwas zu merken. Oia gilt als schönster Ort Santorins, und seit dem Wiederaufbau erstrahlt das ehemalige Schiffsbau- und Seefahrerzentrum in neuer Pracht. In Oia geht es ruhiger und auch nobler zu als in der Inselhauptstadt Fira, aber auch hier schlendern entspannte Besucher durch die idyllischen Gässchen und bestaunen in seliger Stimmung das einzigartige Schauspiel der untergehenden Sonne. Besonders sehenswert sind das Marinemuseum und das Kastell Argýri, von wo aus sich ein herrlicher Blick auf die Nachbarinsel Thirassia bietet. Tipp: Besuche bei romantischer Abendbeleuchtung eine der direkt am Wasser gelegenen Fischtavernen im Ammoudi-Hafen. Urlaubsfeeling pur!

Bootsfahrt zu den Kameni-Inseln

Wer auf Santorin Urlaub macht, darf eine Bootsfahrt zur kleinen Nebeninsel Nea Kameni nicht verpassen. Die Tour startet von Fira oder von Oia und bringt dich über den Wasserweg der Caldera zum „Baby“ des Archipels: Nea Kameni (Griechisch: Néa Kaméni) hat erst um 1711 das Licht der Welt erblickt und bietet mit dem schwefelumdampften Krater einen spektakulären Einblick in die geologische Geschichte der Inseln. Bei einem Ausflug kannst du den 128 Meter hohen Georgios-Krater besteigen, darfst dabei aber nicht die zusätzliche Hitzeentwicklung unterschätzen. Ausreichend Trinkwasser helfen beim nicht unbeschwerlichen Aufstieg, der sich angesichts des einzigartigen Naturschauspiels jedoch mehr als lohnt. Die Tour wird meist in Verbindung mit einem Ausflug nach Palea Kameni und Thirassia angeboten. Auch diese vulkanischen Nachbarinseln lohnen einen Besuch.

Akrotiri

Bekannt ist das kleine Dörfchen Akrotiri im Süden von Santorin vor allem wegen der weltberühmten Ausgrabungsstätte. Einem Vulkanausbruch Mitte des zweiten Jahrtausends vor Christus ist der gute Erhaltungszustand zu verdanken, denn ähnlich wie in Pompeji konservierte eine Schicht aus Asche und Bimsstein die kykladisch-minoische Siedlung. Seit 1967 haben Ausgrabungen allerlei faszinierende Zeugnisse des kulturellen und alltäglichen Lebens der Bewohner zu Tage gefördert, weit ältere Relikte reichen gar bis in die Jungsteinzeit. Viele Exponate kannst du im Prähistorischen Museum in Fira bewundern sowie Nachbildungen der farbenreichen Fresken im Santozeum.

Alt Thera

In der Inselmitte Santorins liegt eine weitere spektakuläre Ausgrabungsstätte: die antike Siedlung Alt Thera. Bewohnt wurde die Stadt von circa 900 vor Christus bis ins Jahr 726 nach Christus. Heute beeindrucken die Ruinen von Wohnhäusern, Straßen, Säulengängen oder Tempeln. Neben den Gründern der Siedlung, den Dorern, lebten hier auch die aus Ägypten stammenden Ptolemäer sowie die Römer. Ein weiterer Grund für einen Ausflug nach Alt Thera ist die Lage. Vom schmalen Gipfelrücken des Messa Vouno bietet sich ein grandioses Panorama über die Insel und das Ägäische Meer.

Panagía Episcopí

Die über der Küstenebene von Kamari in idyllischer Natur eingebettete Kirche Panagia Episcopi zählt zu den kulturellen Highlights von Santorin. Sie ist eines der wichtigsten Zeugnisse aus Santorins byzantinischer Zeit. Die ehemalige Episkopalkirche des orthodoxen Kirchenoberhaupts musste im Lauf der Jahrhunderte einige „Glaubenswechsel“ hinnehmen und das Erdbeben von 1956 verursachte gewaltige Zerstörungen. Nach längeren Renovierungsarbeiten steht die Kirche heute unter Denkmalschutz. Besonders sehenswert ist der Innenraum mit eindrucksvollen Ikonen und Fresken sowie antiken Architekturrelikten.

Strand und Natur

Santorin ist aus Feuer geboren. Die kesselförmige Caldera ist heute vom Meer umspült und vom vulkanischen Ursprung zeugen nicht zuletzt die Strände aus schwarz-grauem Lavasand und felsigen Steilküsten. Ein einmaliges Naturerlebnis!

Kamari

Der beliebte Badeort Kamari (Griechisch: Kamári) liegt an der Südostküste der Insel und gehört zu Santorins Top-Stränden. Über mehrere Kilometer erstreckt sich der Strand aus dunklem Lavakies am Fuße des Messa Vouno. Hier kannst du die Annehmlichkeiten einer touristisch sehr gut erschlossenen Ecke der Insel nutzen und das Rundumpaket aus Sonne, Strand und Meer genießen.

Perissa

Perissa (Griechisch: Períssa )hat neben Kamari die größte Auswahl an Freizeitaktivitäten. Insgesamt drei Strände bilden den idealen Ort für Bade- und Wassersportvergnügen wie Wasserski, Windsurfen oder Tauchen. Obwohl die lavasteinlastige Caldera kein klassisches Tauchrevier ist, bietet sie ein unvergleichliches Unterwassererlebnis. Tauchschulen gibt es zahlreiche auf der Insel, vorwiegend in Perissa und Kamari. Für jeden ist eine passende Tour dabei, ob für Anfänger, Fortgeschrittene oder Profis – und auch Schnorchler kommen auf ihre Kosten. Die Tauchgänge selbst starten in der Regel direkt vom Boot aus.

Red Beach

Südlich der Ausgrabungsstätte Akrotiri liegt Santorins bekanntester und spektakulärster Strand: der Red Beach. Der rund 200 Meter lange Kokkini Paraliia erstreckt sich vor einer in Rot- und Grautönen leuchtenden Lavafelswand – welcher er auch seinen Namen verdankt. In der Nähe befinden sich Tavernen und eine kleine Bar. Um sich vor der griechischen Sonne zu schützen, empfiehlt sich das Mieten eines Sonnenschirms.

Wanderung am Kraterrand

Mit einer Kraterwanderung um die Caldera kannst du deinen Santorin Aufenthalt im wahrsten Sinne des Wortes abrunden. Die circa elf Kilometer lange Route beginnt in Fira und führt vorbei am Nonnenkloster Agios Nikolaos nach Imerovigli. Von hier hast du einen grandiosen Ausblick. Weitere Örtchen und Sehenswürdigkeiten begegnen dir auf dem Rest der Strecke, die schließlich mit einem Abstieg nach Oia endet. Tipp: Achte auf ausreichend Trinkwasser, gutes Schuhwerk und Sonnenschutz. Es empfiehlt sich zudem, der größten Hitze aus dem Weg zu gehen und nachmittags zu starten. So kannst du auch in Oia die wohlverdiente Erfrischung mit Sonnenuntergangsbeleuchtung genießen.

Land und Leute

Auf Santorin ist der Tourismus maßgeblicher Motor. Und wie der Vulkan selbst schwankt die Aktivität auf den Inseln je nach Saison: Im Sommer herrscht Betriebsamkeit, im Winter ist Beschaulichkeit angesagt. Saisonarbeit ist für die Bewohner griechischer Urlaubsinseln Alltag und natürlich wichtigste Einnahmequelle. Das Angebot für Besucher wird nicht zuletzt aus diesem Grund stetig verbessert und erweitert. Und auch wenn die europäische Wirtschaftskrise das Land arg gebeutelt hat, ist auf Santorin wenig davon zu spüren. Hier fokussiert man sich auf die Gäste und ist bestrebt, ihnen einen unvergesslich schönen Urlaub zu ermöglichen.

Sprache

Nur wenige ausländische Urlauber sind des Neugriechischen mächtig – kein Problem! Auf Santorin kannst du dich in vielen größeren Hotels auf Englisch oder sogar auf Deutsch verständigen und Schildertexte und -namen sind meistens auch in lateinischer Schreibweise dargestellt. Als Gast kannst du einen guten Eindruck hinterlassen, wenn du ein paar Floskeln der Landessprache beherrschst. Mit der Begrüßung „kalimera“ (Guten Tag) erntest du mit Sicherheit ein Lächeln und mit „parakalo“ (bitte) oder „efcharisto“ (danke) liegst du immer richtig. Zu vermeiden sind indessen Gesten mit der Hand oder den Fingern. Die Handfläche gegen jemanden zu richten kann als Beleidigung missverstanden werden.

Religion

Für die Griechen spielt die Religion eine zentrale Rolle. Fast 98 Prozent gehören dem griechisch-orthodoxen Glauben an. Dazu gehören Rituale, Feste und eine auch im Alltag mit Überzeugung gelebte Religiosität. Das größte Glaubensfest ist Ostern. Interessant zu wissen: Die Feiertage fallen selten mit unseren zusammen, da sie nach dem julianischen Kalender berechnet werden.

Besonderheiten und Tipps

Auch wenn es vielleicht nicht unbedingt ein Thema ist, über das du in deinem Urlaub nachdenken willst, sei dir an dieser Stelle Folgendes angeraten: Benutztes Toilettenpapier gehört nicht in die Toilette, sondern in einen dafür vorgesehenen Eimer. Das trifft zumindest auf die meisten „Örtchen“ in Griechenland zu, da die Kanalisation aus sehr engen Rohren besteht und schnell verstopft. In deinem Hotel wirst du entsprechende Hinweise vorfinden und wenn nicht, solltest du diskret an der Rezeption nachfragen. Die Reinigungsfachkräfte werden es dir danken!

Nachdem du das geklärt hast, geht’s ab an den Strand! Dort solltest du aus Respekt vor der Bevölkerung auf keinen Fall nackt baden. Das ist in ganz Griechenland verpönt. Und als respektlos gilt ebenfalls, in allzu legerer Kleidung durch die Straßen, Sehenswürdigkeiten oder Restaurants zu marschieren. Aufgrund der starken Sonneneinstrahlung ist es ohnehin besser, die Haut so gut es geht zu schützen. Bei der Besichtigung von Kirchen und Klöstern müssen Schultern, Knie und Oberkörper unbedingt bedeckt sein und der Hut abgenommen werden – alles andere wäre ein Affront und würde die streng gläubigen Griechen brüskieren. Wenn du das Lokalkolorit samt dazu gesellter Einheimischer fotografieren möchtest, kannst du das gerne tun – aber bitte frag vorher um Erlaubnis. Militärische Einrichtungen und der Flughafen sind indes für deine Fotolinse tabu. Grundsätzlich gilt: Bleib stets höflich und gelassen (auch dann, wenn die Erde ein bisschen wackelt. Das ist auf einer Vulkaninsel nicht ungewöhnlich). Die Griechen sind ein ausgesprochen gastfreundliches, aber auch stolzes Volk – und welcher Gastgeber freut sich nicht über entspannte und achtungsvolle Gäste?

Beliebt

@neckermann_reisen bei Instagram