Reisetipps Kreta

Die berühmte Urlaubsinsel Kreta ist die größte griechische Insel. Hier steht die Wiege der europäischen Kultur: die Minoer errichteten sie im 3. Jahrhundert vor Christus. Kretas Beliebtheit erschöpft sich nicht in kulturellen Highlights. Die Insel verzückt zugleich mit ihrer landschaftlichen Anmut und dem Widerspruch aus karstigen Bergen und endlos flachen Sandstränden. Die größten und populärsten touristischen Strände säumen die Nordküste. Der Süden präsentiert sich wesentlich karger. Hier zerfällt die Küste in felsige Abschnitte mit kleineren Buchten. Mehrere Gebirge – das Ida-Gebirge, die Berge des Dikti und die Lefka Ori, die Weißen Berge – markieren die Inselmitte und reichen stellenweise bis ans Meer im Süden. Kretas höchster Berg misst 2.456 Meter – Wanderer schwärmen für die Vielzahl an Touren: Von leicht bis alpin reicht das Spektrum. Kretas Charme spricht ganz verschiedene Urlaubsbedürfnisse an. In den Hotels von Kreta – die hauptsächlich der 4- oder 5-Sterne-Kategorie angehören – findet jeder im Kreta Urlaub Erholung und Entspannung.

Lage und Verkehrsanbindung

160 Kilometer trennen Kreta vom griechischen Festland. Heraklion ist die Hauptstadt. Nach einer Flugzeit von etwa 3 Stunden landest du auf der zweitsüdlichsten Insel Europas – nur die kleine Insel Gavdos liegt südlicher. Die großen Chartergesellschaften unterhalten vor allem in der Ferienzeit dichte Flugpläne, so dass von den deutschen Flughäfen mehrmals täglich Flugzeuge in Richtung Kreta aufbrechen. Kretas Flughäfen befinden sich in Heraklion und Chania – beide liegen im Norden.

Deine Anreise

Zu deinem Reisepaket gehört meist der Flug zum nächstgelegenen Flughafen, damit die Transferzeit so kurz wie möglich ist. Je nachdem, in welchem Hotel du wohnst, dauert der Transfer. Dabei liegt Heraklion näher an den nordöstlichen Orten. Die Fahrt von Heraklion nach Rethymnon dauert 75 Minuten, nach Agios Nikolaos 60 Minuten, von Heraklion nach Chersonissos sind es 30 Minuten, nach Sisi 45 Minuten und in den Touristenort Malia 40 Minuten. Der Flughafen von Chania bedient hauptsächlich die Ferienorte im Nordwesten und mittleren Norden. Von Chania bis nach Rethymnon sind es 60 Minuten. Bis nach Agia Marina 20 Minuten. Der Transfer nach Plakias im Süden nimmt etwa 2 Stunden in Anspruch. 

Strände und Aktivitäten

Die Hauptferienorte mit komfortablen Hotelanlagen samt moderner Infrastruktur konzentrieren sich an der kretischen Nordküste. Grund dafür sind die kilometerlangen, feinen Sandstrände. Die Ufer fallen überwiegend flach ins Meer und sind perfekt für einen Familienurlaub.

Chersonissos und Malia

An den populären Stränden von Malia und Chersonissos (östlich von Heraklion) steht das Feiern im Mittelpunkt. Sie liegen fest in der Hand internationaler Partypeople. Pubs, Bars, Restaurants und Diskotheken säumen die Promenade. Am weitläufigen Sandstrand davor sorgt ein großes Wassersportangebot für Spaß und Amüsement.

Balos Strand

Im äußersten Nordwesten, auf der Halbinsel Gramvousa, bezirzt der Traumstrand von Balos seine Besucher. Die Tour lohnt sich. In Kissamos starten Ausflugsboote. Nach einer kurzen Überfahrt empfängt Sie echtes Robinson-Karibik-Feeling. Die davor liegende Lagune beschert idyllisches Badevergnügen und sagenhafte Fotomotive. Am Strand gibt es keine Liegen oder Schirme. Wer Schatten braucht, bringt seine eigene Ausrüstung mit. 

Vai

Ein weiterer Traumstrand befindet sich an der Ostküste. Den Strand von Vai überragen kräftige Dattelpalmen und versammeln sich zum größten natürlichen Palmenwald Europas. Seiner Beliebtheit und Schönheit verdankt der Strand den Besucherandrang, der vor allem im Sommer enorm ist. Tipp: Besuche Vai nach Möglichkeit zur Nebensaison im Frühling oder Herbst. 

Preveli Beach

Im Süden, 10 Kilometer östlich von Plakias, liegt der Preveli Strand. Ein feinsandiger Naturstrand mit Liegen und Schirmen zum Ausleihen. Hier mündet der Megalopotamos-Fluss ins Meer. Davor fließt er durch Oleanderhaine und dreht eine Ehrenrunde über den Strand – wo er eine Lagune bildet, bevor er sich entschließt, im Meer zu enden. 

Matala

Der Urlaubsort Matala im Süden ist vor allem bei Aussteigern und Alternativen bekannt. In den 70ern wohnten die Hippies in den Höhlen am Meer – die man auch heute noch sehen kann. Inzwischen ist Matala ein quirliger Urlaubsort mit vielen Tavernen, Pensionen, Hotels und dem besagten Stadtstrand, den die beschaulichen Höhlen begrenzen. Matala ist eine Welt für sich. Wer den Berg im Westen der Bucht überwindet, landet an einem weniger vollen, doch mindestens ebenso schönen Sandstrand. 

Agios Pavlos

Ein weiteres Schmuckstück der Südküste ist der Kiesstrand von Agios Pavlos. Der Wind verteilt den Sand über die angrenzenden Felsen, so dass der Eindruck entsteht, man badet vor der Kulisse eines Amphitheaters. Am Strand gibt es keine Liegen oder Schirme. Der Belag ist kiesig. 

Elafonissi

Im äußersten Südwesten bittet der Traumstrand von Elafonissi zum Besuch. Er befindet sich auf einer kleinen Insel vor dem Festland. Wer hinüber möchte, watet durchs seichte Wasser. Geich beim Betreten des Naturschutzgebietes spüren Sie den feinen weißen Sand unter den Füßen. Ausflugsboote nach Elafonissi starten in Paleochora. Schirme und Liegen kannst du dir vor Ort leihen.  

Wandern

Wanderer fühlen sich auf Kreta im Glück. Das Wegenetz ist groß, landschaftlich vielseitig und richtet sich an alle Fitnesslevel. Du hast die Wahl zwischen Küstenwanderung im Westen, einer Tour durch die Lefka Ori (die Weißen Berge) im Nordwesten oder durch die Dikti-Berge im Südosten. Seilbahnen und Lifte – Fehlanzeige. Wanderer stoßen auf archaische Bedingungen, was das Ganze umso attraktiver macht. Highlight ist die Route durch die Samaria-Schlucht. Wobei man sich den 16 Kilometer langen Weg mit vielen anderen teilen muss. Die beliebte Schlucht zählt zu den längsten Europas. Meterhohe Felsen säumen den Weg und verengen ihn, so dass stellenweise nur ein Spalt von 3 Metern bleibt.

Ein weiteres Schmankerl ist der Europäische Fernwanderweg, der die Insel von Ost nach West über eine Länge von 320 Kilometern kreuzt. Die ideale Zeit für eine Wanderreise ist von April bis Juni und von September bis Oktober.  

Radfahren

Kretas Radwege richten sich an trainierte Fahrer. Im Frühjahr und Herbst kommen viele Profisportler auf die Insel zum jährlichen Trainingslager. Die Pisten sind meist steinig und wenig beschildert – sie verlaufen entlang alter Eselspfade oder führen durch Olivenhaine. Der Duft wilder Kräuter begleitet beinahe jede Bergetappe. Beliebt ist die Strecke von Chania zur Omalos-Hochebene (40 Kilometer), die Wege über die Messara-Ebene oder durch das Amarni-Becken.  

Sehenswürdigkeiten

Wer eine Insel von derart kultureller Bedeutung besucht, kommt an den Sehenswürdigkeiten nicht vorbei. Highlight Kretas sind die Überreste der minoischen Kultur, der ältesten Kultur Europas.

Knossos

Fünf Kilometer südlich von Heraklion triffst du auf die Wurzeln der europäischen Kultur. Die Ruinen des antiken Knossos sind die bekannteste Sehenswürdigkeit Kretas. Die hier vorzufindenden Überreste weisen ein stolzes Alter von 4.000 Jahren auf. Dabei handelt es sich beim minoischen Palast bereits um einen „neuen“ Palast – ein Erdbeben zerstörte den alten. Die uralten Steine und Mauern berichten eindrucksvoll vom Alltag um 2000 v. Chr. Zu sehen: Wohngebäude, Waschräume, Ställe und Thronzimmer.  

Phaistos

Ein weiterer Beweis für die Existenz und Großartigkeit der minoischen Kultur ist die Palastanlage von Phaistos. Sie befindet sich auf einem Hochplateau in der Messara-Ebene und liegt 55 Kilometer südlich von Heraklion. Hier triffst du auf originale Ruinen aus der Zeit um 1700 v. Chr. – die Überreste von Knossos haben bereits eine Restaurierung hinter sich. 

Rethymnon

Besuche die romantische Hafenstadt Rethymnon. Die drittgrößte Stadt der Insel liegt an der Nordküste. Bummel durch die Läden der venezianischen Altstadt, besichtige die Festung aus dem 16. Jahrhundert und kehre zum Mittagessen in eine der zahlreichen Tavernen am Hafen ein.  

Spinalonga

Wer die Insel Spinalonga im Nordosten besucht, betritt eine ehemalige Leprastation. Im Jahr 1903 wurde die Insel zum Aufenthaltsort für alle erkrankten Kreter. Fährboote starten in Agios Nikolaos, Elounda und Plaka. Zu sehen: Wohnhäuser, Krankenstation und die Kirche. 

Gut zu wissen

Griechenland gehört zur EU – die Einreiseformalitäten gestalten sich unkompliziert und das Sozialversicherungsabkommen deckt die medizinische Betreuung aller gesetzlich Versicherten ab.

Beste Reisezeit

Die sonnigste Insel des Mittelmeeres erwartet ihre Gäste mit mediterranem Klima. Heiße Sommer und trockene, niederschlagsreiche Winter markieren das kretische Wetter. Im Hochsommer kratzen die Höchsttemperaturen an der 30-Grad-Marke, im Winter liegen sie bei 16 Grad. Das Mittelmeer erwärmt sich im Sommer auf 24 Grad und kühlt im Winter auf 16 Grad ab. Dann kann es in den Bergen schneien und an den Küsten fällt viel Regen – überwiegend im Januar und Dezember. Die Badesaison beginnt im Mai. Die heißesten Monate sind Juli und August. Bis in den Oktober hinein garantiert Kreta hervorragende Bedingungen für einen Strandurlaub. Die beste Reisezeit für Wanderer fällt in den April, Mai, September und Oktober. 

Einreisedokumente

Für die Einreise nach Kreta benötigest du einen gültigen Reisepass oder Personalausweis. Alternativ kannst du mit vorläufig ausgestellten Dokumenten reisen. 

Gesundheitstipps

Kreta gehört zu Griechenland – also gilt auch hier das europäische Sozialversicherungsabkommen. Das bedeutet: Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen haben bei Vorlage der europäischen Krankenkarte Anspruch auf medizinische Versorgung. Allerdings ausschließlich von staatlich organisierten Praxen oder Krankenhäusern. Der Standard ist insgesamt gut – wobei Privatpraxen hinsichtlich der Ausstattung die Nase immer ein Stück vorn haben. Mit einer Auslandskrankenversicherung erhälst du die Kosten für sämliche Medikamente und Arztbesuche – auch privater Praxen – nach deiner Rückreise erstattet. Der Abschluss einer solchen Police ist immer ratsam. Apotheken sind sehr gut bestückt und an einem grünen Kreuz erkennbar.

Das Gesundheitsamt empfiehlt die Auffrischung aller Standardimpfungen – dazu gehören: Polio, Tetanus, Keuchhusten, Mumps, Masern und Röteln.

Das Leitungswasser ist sauber, jedoch kein Trinkwasser.

Achte auf einen ausreichenden Sonnenschutz – erst recht in den Sommermonaten. Mehrmaliges Eincremen mit einem Lichtschutzfaktor von 30 ist vor allem bei Kindern wichtig. 

Paréa

Für Griechenland und Kreta gilt die Regel: Störe niemals ungebeten eine Paréa. Eine Paréa ist ein fester Kreis, z.B. eine Familie oder eine Freunderunde, die zum Essen oder Plaudern zusammentrifft. Zum sozialen Benimmcode gehört es, diese Runde zu respektieren. Das bedeutet: Wer auf ein solches Zusammentreffen stößt, grüßt freundlich, hält sich jedoch dann am Nachbartisch auf, ohne sich aufzudrängen. Wird man zur Runde gebeten: nur zu. Ohne Aufforderung hinzuzustoßen, verletzt jedoch die Regel und wird als grobe Missachtung verstanden. Einem Touristen wird ein falsches Verhalten selbstverständlich verziehen. 

Kafenio

Sicher fällt dir bei einer Kreta-Reise die spärlich mit Holzstühlen eingerichteten Kaffeehäuser auf. Grelles Neonlicht strahlt von der Decke und verbreitet nach den modernen Maßstäben der Behaglichkeit ein eher ungemütliches Licht. Fast immer sitzen in diesen Cafés Männer. Traditionell fungieren die Kaffeehäuser als soziale Institution, die Männern vorbehalten ist. Sie treffen sich zum Távli-Spiel oder um die Neuigkeiten aus der Politik oder dem Sport auszutauschen.  

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