Reisetipps Korsika – Traumstrände und imposante Berglandschaften

Korsika ist eine wunderschöne Französin. Sie ist die gebirgigste und die viertgrößte Insel im Mittelmeer – nach Sizilien, Sardinien und Zypern. Berge nehmen über 80 Prozent der Fläche ein. Nur ein Drittel der Küste ist zugängig. Der Rest zeigt sich unwirtlich, dafür umso eindrucksvoller. Typisch für die West- und Südküste sind die kleinen Badebuchten – sie sind sandig bis kiesig. Den Osten säumen lange, familienfreundliche Sandstrände. Auch die Strände im Norden dehnen sich über mehrere Kilometer aus und sind überwiegend feinsandig. Die 180 Kilometer lange und 80 Kilometer breite Insel ist ideal für eine Kombination aus Wander- und Badeurlaub. Wanderer lieben die vielen 2.000er. Der höchste Berg ist der Monte Cinto mit 2.706 Metern. Über viele verschiedene Routen erreichst du die Naturschönheiten der Insel und wirst Teil einer wildromantischen Landschaft. Finde hier alle wichtigen Informationen sowie Hinweise und Tipps für deinen Korsika-Urlaub.

Klima und Anreise

Drei Klimazonen prägen das korsische Wetter. An den Küsten herrscht mediterranes Klima. Typisch sind die warmen Sommer und milden Winter. Besonders schön ist es im Frühjahr, wenn alles blüht – bei Sonnenschein und milden Temperaturen: die ideale Zeit für Küstenwanderungen, denn im Inneren kann es im Mai noch schneien. Das Thermometer zeigt an manchen Frühlingstagen schon Temperaturen von über 20 Grad.

Im Sommer steigen sie weiter bis auf maximal 29 Grad. Baden ist von Mitte Mai bis Mitte Oktober möglich.

Der meiste Regen fällt von Oktober bis April, bei Temperaturen von maximal 18 und Tiefstwerten von 4 Grad.

Gemäßigtes Klima bestimmt die Übergangszone – zwischen 200 und 100 Meter. Die Höhen über 1.500 Meter kennzeichnet alpines Klima.

Stete Winde suchen Korsika beinahe das gesamte Jahr über heim. Der Scirocco dominiert das Frühjahr und den Herbst. Er kommt von Afrika, bringt Hitze und peitscht das Meer an der Ostküste tageweise gehörig auf – sehr zur Freude aller Surfer. Häufigste Windrichtung ist allerdings West bis Südwest.

Die beste Reisezeit für deinen Korsika-Urlaub sind die Monate Juni bis August. Ideal für Wanderungen ist der Herbst. Im Frühling kann in den Bergen noch Schnee liegen.

Anreise

Die meisten Urlauber reisen mit dem Flugzeug oder dem eigenen Auto an. Die Flughäfen befinden sich in Calvi, Bastia (Norden), Ajaccio und Figari (Süden). Sie werden von vielen großen deutschen Flughäfen, aber auch von der Schweiz und Österreich aus angeflogen – in den Sommermonaten ist die Taktung dichter. Die Flugzeit beträgt nicht ganz zwei Stunden. Transferbusse bringen dich zu deinem Hotel.

Für die Anreise mit dem eigenen Auto benötigst du mehr Zeit – dann ist der Weg das Ziel. Du stoppst oder übernachtest, wo es dir gerade gefällt und setzt schließlich mit der Fähre über – von Frankreich oder Italien aus. Die großen Häfen liegen in Genua, Livorno und Nizza. Reserviere die Fährtickets schon Monate vor deiner Reise. In der Hochsaison bekommst du spontan kaum Karten. Die Überfahrt von Livorno nach Bastia ist die kürzeste, sie dauert 4 Stunden.

Deutsche Staatsbürger reisen mit gültigem Reisepass oder Personalausweis, Kinder unter 16 Jahren mit dem Kinderreisepass.

Gesundheitsprophylaxe und -tipps

Wer gesetzlich versichert ist, kann sich auf Korsika kostenlos behandeln lassen – sofern der korsische Arzt Mitglied der staatlichen Krankenkasse ist. Die europäische Versicherungskarte weist dich als Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse aus. Die Karte erhälst du bei deiner Kasse. Verlange vom Arzt immer eine detaillierte Rechnung – für eventuelle Rückfragen der Krankenkasse oder den Fall, dass du die Kosten zunächst bar auslegen musst. Private Ärzte arbeiten ausschließlich auf Rechnung. Diese Praxen sind in der Regel besser ausgestattet. Neckermann Reisen empfiehlt den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung. So bekommst du die Kosten für jede Versorgung, Medikamente oder den Rücktransport unkompliziert erstattet. Die meisten Mediziner sprechen Französisch und Englisch. In jedem großen Ort gibt es einen Arzt sowie Krankenhäuser in Bastia, Ajaccio, Corte, Bonifacio, Porto Veccio und Sartene.

Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Ratsam ist die Auffrischung der Standardimpfungen.

Sehenswürdigkeiten

Napoleon liebte seine Heimat. In der Hauptstadt erinnern viele Denkmäler an ihn. Die Genuesen hinterließen viele Türme und Paläste auf der Insel. Landschaftlich reizvoll sind die Dörfer der Balagne.

Ajaccio und Maison Bonaparte

Die Hauptstadt Korsikas befindet sich an der Südwestküste. Sie ist die größte Stadt der Insel und hat die meisten Einwohner. Besucher nehmen schnell das mondäne und elegante Antlitz wahr. So französisch wie Ajaccio ist keine andere Stadt auf Korsika. Breite Boulevards und die Hafenpromenade bitten zum Stadtbummel. Auf noblen Plätzen legst du eine Pause ein und blickst auf das alltägliche Treiben.

Ajaccio ist die Geburtsstadt Napoleons. Mehrere Statuen erinnern an den großen Politiker. Das Geburtshaus mitten in der Altstadt steht offen für deinen Besuch.

Zitadelle von Calvi

Die Hafenstadt liegt im Nordwesten. Die meisten Touristen kommen wegen der Zitadelle, der Altstadt und dem Gouverneurspalast. Familien schätzen vor allem die Strände in der Umgebung. Die Zitadelle ist das Wahrzeichen der Stadt. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert und beeindruckt ihre Besucher mit stattlichen Mauern. Erhaben thront sie auf einer Halbinsel. Wer zu der wie entrückt wirkenden Burganlage aufsteigt, betritt eine mittelalterliche Welt aus Gebäuden und Gassen. Die Aussicht auf die Küste ist großartig. In der lebendigen Unterstadt gehen die Bewohner ihrem Alltag nach.

Bonifacio

Die sehenswerte Altstadt an der Südküste balanciert auf einem weißen Kreidefelsen in 80 Metern Höhe. Die Häuser in der ersten Reihe stehen nahe dem Abgrund. Wer hier zur Haustür heraustritt, landet vermutlich direkt im Meer. Bei einem Bummel durch die Gassen machst du dir ein Bild von diesem Balanceakt. Bei guter Sicht schaust du bis nach Sardinien.

Ein toskanischer Markgraf gründete Bonifacio im 9. Jahrhundert. Anfang des 12. Jahrhunderts eroberten die Genuesen die Stadt und hielten sie bis zur Übernahme durch die Franzosen in der Mitte des 18. Jahrhunderts. In der Unterstadt geht es wesentlich moderner zu.

Ausgrabungsstätte Filitosa

Filitosa liegt 20 Kilometer von der Südwestküste entfernt in einem alten Olivenhain. Die Ausgrabungsstätte gehört zu den Hauptattraktionen Korsikas. Von der Entdeckung der ersten plattenförmigen Steinfigur im Jahr 1946 bis zu deren Ausgrabung dauerte es fast 10 Jahre. Die sogenannten Menhirstatuen zeigen weibliche und männliche Figuren mit teilweise angedeuteten Gesichtern. Archäologen datieren die Funde in die Jungsteinzeit und die Zeit der Megalithkultur. Über die Jahre und die fortschreitende Entwicklung der Menschen modernisierte sich auch die Gestaltung der Figuren. Das Areal befindet sich in Familienbesitz. Etwa seit dem 7. Jahrtausend v. Chr. siedelten Menschen in der Region.

Dörfer der Balagne

Die Balagne bezeichnet das Gebiet um Calvi (Nordwesten). Viele romantische Dörfer aus windschiefen Häusern hängen an den Bergen der Region. In den Tälern darunter liegt das saftige fruchtbare Land – hier gedeihen wilde Kräuter, Macchia, Wein, Zitronen und Oliven. Dichte Kiefern- und Kastanienwälder wachsen die Hänge hinauf. Man sagt, die Balagne ist der Garten Korsikas. Das Olivenöl der Region ist köstlich.

Cap Corse

Das Cap nimmt den nördlichsten Teil der Insel ein. Typisch für diesen Küstenabschnitt sind die vielen kleinen Badebuchten und Genuesen-Türme.

Die Berge schieben sich bis an die Küste. Ihre höchste Erhebung ist der Monte Stello. Von hier oben überblickst du die gesamte Umgebung, das Meer und die nahen Inseln. Einer der schönsten Strände der Region ist der Barcaggio. Besuch auch die Wüste der Agriates – eine karge Landschaft, die sich über 16.000 Hektar ausbreitet.

Strand und Meer

Die Strände Korsikas muten vielerorts karibisch an. Der Sand ist weiß, das Wasser türkis. Kleine Buchten markieren die Nord- und Westküste. Die Strände im Osten und Süden hingegen sind endlos lang.

Calvi

Den Strand von Calvi bevorzugen vor allem Familien. Er verläuft über 6 Kilometer an der Nordküste und ist feinsandig. Sein Ufer neigt sich flach ins Meer. Eltern können ihre Kinder unbesorgt spielen lassen. Schirme und Liegen stehen bereit, ebenso wie ein großes Wassersportangebot. Die Zitadelle von Calvi schmückt die Kulisse im Hintergrund.

Saleccia

Die Bucht von Saleccia ist ein Traumstrand. Er liegt im Norden. Kein Haus, kein Hotel, keine Straße – weit und breit nur weißer Sand, Sträucher, Bäume und das klare Wasser des Mittelmeeres. Der Weg hierher ist etwas holprig. Besser, du fährst mit einem Geländewagen oder kommst zu Fuß. In Saint Florent und Ile Rousse legen Boote nach Saleccia ab.

Palombaggia

Der Strand ist einer der schönsten von Korsika. Er säumt die Nordostküste in der Nähe der Hafenstadt Porto Vecchio. Rote Felsen und ein Pinienwald rahmen die Traumbucht aus weißem Sand und karibischem Wasser. In den Sommermonaten ist der Palombaggia-Strand gut besucht – auch von Familien. Die Ufer sind flach. Ein umfangreiches Wassersport- und Unterhaltungsangebot sorgt für amüsante Strandtage.

Pinarello

Der Pinarello befindet sich an der Südostküste. Die flachen, feinsandigen Ufer und das klare Wasser machen ihn zum perfekten Familienstrand. Dichte Pinienwälder schirmen das Hinterland ab. Im Sommer wird es hier lebhaft. Am Strand gibt es mehrere Restaurants und Bootsverleihe.

Roccapina

Eine wilde, natürliche Landschaft umgibt die herrliche Sandbucht an der Südwestküste. Der Sand ist fein und weiß, das Wasser türkisblau. Markant ist der Felsen über dem Strand. Seine Gestalt erinnert an einen Löwen. Der Legende nach verwandelte sich hier ein Adliger in den Steinlöwen, nachdem seine Geliebte gestorben war.

Canella

Feiner weißer Sand überzieht den Strand von Canella. Er zählt zu den Highlights an der Ostküste. Familien freuen sich über den flachen Einstieg und den Schatten des nahen Pinienwaldes. Wer Schnorchel und Taucherbrille mitbringt, kommt bei den reichen Fischbeständen und Felsen der Umgebung ganz sicher ins Schwärmen.

Algajola

Der feine Kiesstrand von Algajola ist der Surferstrand Korsikas. Er liegt im Norden. An windigen Tagen bäumen sich die Wellen meterhoch auf. Das Ufer fällt steil ab. Tolle Schnorchel-Reviere begrenzen die Bucht zu beiden Seiten.

Propriano

Der Urlaubsort befindet sich an der Südwestküste am Golf von Valinco. Die Strände der Region sind perfekt für einen Familienurlaub. Die Infrastruktur der Umgebung ist mit Hotels, Restaurants und Geschäften touristisch hervorragend erschlossen.

Santa Giulia

Santa Giulia gehört zu den beliebtesten Buchten der Insel. Entsprechend gut ausgebaut ist die Infrastruktur für Urlauber. Sie liegt an der Südostküste, in der Nähe von Porto Vecchio und weckt Karibik-Feeling. Das Wasser schimmert türkisfarben, der Sand ist blendend weiß. Familien schätzen den seichten Einstieg ins Meer und das ruhige Wasser. Für eine erfüllte Mittagspause sorgen einige Restaurants, für aktiven Ausgleich ein großes Wassersportangebot.

Land und Leute

Über 300.000 Menschen leben auf Korsika. Die meisten Korsen arbeiten im Dienstleistungssektor. Der Tourismus ist die wichtigste Einnahmequelle der Korsen. In den Sommermonaten platzen einige Orte aus den Nähten und die Einwohner sind deutlich in der Minderheit. Weshalb sich manche wortkarg zurückziehen und andere in dieser Zeit mehr arbeiten als im Rest des Jahres. 2 von 10 Korsen sind über 65 Jahre alt. Die Gastgeber sind freundlich und überaus entspannt. Getreu dem Motto: Dem Glücklichen schlägt keine Stunde. Wer auf so einer wunderschönen Insel lebt, kann sich wirklich glücklich schätzen. Man sieht ältere Menschen oft vor ihren Häusern sitzen. Sie schweigen und strahlen große Zufriedenheit aus. Viele junge gehen weg, suchen Arbeit auf dem Festland. Aber alle kehren eines Tages heim – denn die Korsen lieben ihre Heimat. Und sie sind stolz auf ihre Sprache. Viele Straßenschilder sind zweisprachig: auf Korsisch und auf Französisch (beide Sprachen sind Amtssprachen). Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen mit Frankreich – seit längeren strebt eine politische Bewegung nach der Unabhängigkeit Korsikas. Frankreich lehnt diese ab.

Ein Teil der Korsen bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben, der andere hängt der orthodoxen Religion an. Zwischen beiden Glaubensrichtungen existieren Parallelen, aber auch Unterschiede, die sich beispielsweise zum Osterfest deutlich zeigen.

Einkaufen

Die Preise liegen um etwa 15 Prozent über denen vom Festland. Sonnencreme und sonstige Reiseaccessoires bringst du besser von zuhause mit. Viele Geschäfte und die großen Supermärkte sind den ganzen Tag geöffnet. Kleinere Läden haben über Mittag geschlossen. Eine Besonderheit ist das Mitternachtsshopping in vielen Küstenorten. Dann sind die Geschäfte bis 24 Uhr geöffnet.

Typische Mitbringsel sind Wein und Olivenöl. Korsische Weine gehören inzwischen zu den Spitzenweinen. Die Anbauregionen Patrimonio, Cap Corse, Calvi, Ajaccio, Sartene, Figari und Porto Vecchio tragen das Qualitätssiegel AOC. Eine andere alkoholische Spezialität sind die hausgemachten Liköre und Fruchtweine – probier auf jeden Fall den Kastanienlikör.

Das Olivenöl kaufst du in kleinen Läden oder im Supermarkt. Vor allem die Öle der Balagne sind populär. Ihre Qualität ist erstklassig.

In den Souvenirläden und auf den Märkten liegen Schmuck, Glas und Keramik, Holzspielzeug oder Korbwaren aus. Erkundige dich, wann Markttag ist – so lernst du die Produkte und Lebensart der Korsen noch besser kennen. Bauern verkaufen eigenen Kastanienhonig, frischen Ziegenkäse und selbst gemachte Marmelade.

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