Lissabon Tipps – Reise in Portugals Hauptstadt

Lissabon, die kleine Metropole am westlichen Ende Europas, mausert sich zum bevorzugten Reiseziel junger und neugieriger Urlauber. So fällt der Name der portugiesischen Hauptstadt des Öfteren in einem Atemzug mit Paris und London, Rom oder Barcelona. Wer von einer Reise nach Lisboa nach Hause kommt, ist um viele Erfahrungen reicher. Weil die portugiesische Hauptstadt für viele noch immer eine große Unbekannte ist. Sie verströmt eine einzigartige Mischung aus entspannter Lässigkeit, Lebensfreude und über die Jahrhunderte perfektionierter Melancholie. Lissabon: eine Stadt, deren wichtigstes Verkehrsmittel für Touristen eine historische Straßenbahn ist, die ihr chronisches Verkehrschaos zur Lebensart stilisiert und die von ihren Bewohnern ebenso innig geliebt wie eifrig verlassen wird. Entdecke mit Neckermann Reisen in deinem Urlaub Lissabon, die vielleicht entspannteste Hauptstadt Europas.

Klima und Anreise

Fragt man die Einheimischen, was sie an ihrer Stadt am meisten lieben, bekommst du eine unerwartete Antwort: Es ist das Licht. Vom „guten Licht von Lissabon“ schwärmen Schriftsteller und Intellektuelle in Interviews den Journalisten vor. Das Strahlen spiegelt sich in den Azulejos, den gläsernen Wandkacheln der Altstadtgassen. Und es begegnet dem Gast in den freundlichen Gesichtern auf den Märkten und abends in den Gassen zwischen den Docks und dem alten Maurenviertel. Wer die Stadt in den Sommermonaten in Ruhe genießen durfte, weiß, was es damit auf sich hat.

Als Reiseziel kann Neckermann Reisen die Stadt am Tejo das ganze Jahr über empfehlen. Die Sommer sind nicht zu heiß und die seltenen Regenfälle erfrischen angenehm. Die Winter bleiben mild. Das subtropische Seeklima sorgt auch zwischen Dezember und Februar für Temperaturen von bis zu 15 Grad und fast nie unter dem Gefrierpunkt. Wobei es von Oktober bis April häufiger regnet.

Wen es nach Lisboa zieht, der will eine aufregende und faszinierende Stadt erleben. Die gelassene Metropole reizt mit ihrer lebendigen Kultur und reichen Geschichte. Gelegen in der Bucht an der Mündung des Tejo, verfügt Lissabon selbst über keinen bedeutenden Badestrand. Doch wer die salzige Frische und die Wellen des weiten Atlantik genießen will, fährt zusammen mit einheimischen Familien, Wassersportlern und Surfern in die benachbarten Seebäder.

Anreise

Die Mehrzahl der Touristen kommt mit dem Flugzeug nach Lissabon. Von Frankfurt am Main, München und Köln fliegen verschiedene Airlines die portugiesische Hauptstadt ohne Zwischenstopp an. Für die Einreise in das EU-Land Portugal brauchen deutsche Staatsbürger nur ein gültiges Personaldokument.

Sehenswürdigkeiten

Die Stadt am Tejo ist kleiner, als der erfahrene Reisende es von europäischen Hauptstädten gewohnt ist. Die Metropolregion an der Nordseite der Tejo-Bucht wird von fast drei Millionen Einwohnern belebt. Doch nur knapp eine halbe Million Einwohner lebt direkt im Stadtgebiet.

Die Geschichte der Stadt ist uralt und eindrucksvoll. Über 1.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung errichteten phönizische Händler in der geschützten Bucht einen Handelshafen. Karthager, Römer, Goten und Mauren herrschten hier wahrscheinlich Jahrhunderte lang und hinterließen Spuren auf den sieben Hügeln, die sich stufenartig den Tejo entlang landeinwärts ziehen.

Leider wurden viele der historischen Zeitzeugen in den großen Erdbeben zerstört, die Lisboa in seiner Geschichte zu erleiden hatte. Als Residenz der portugiesischen Könige erlebte Lissabon den Aufstieg der Seefahrernation und Vasco da Gamas Entdeckung des Seeweges nach Indien. Der Aufstieg zur glanzvollen Perle Europas endete tragisch mit dem großen Beben von 1755, das die barocke Pracht in Schutt und Asche legte.

Der Anblick, den die Stadt heute bietet, ist stark von der Architektur des 18. Jahrhunderts geprägt. Die schmalen Gassen der Altstadt Baixa, der Hafen und das alte, noch immer großenteils dem Verfall preisgegebene Maurenviertel geben Lissabon seinen melancholischen Charme. Wie Perlen eingestreut warten Zeugen der reichen Vergangenheit und eine junge und aufregende Stadtkultur auf ihre Entdeckung.

Mosteiro dos Jerónimos

Das Hieronymus-Kloster ist ein eindrucksvolles Beispiel des Baustils der Manuelitik. Diese portugiesische Form der Spätgotik ist nur an wenigen Orten so prachtvoll erhalten wie in diesem Kloster, das wie durch ein Wunder das große Erdbeben überstehen konnte.

Torre de Belém

Wahrzeichen von Lissabon ist der 1515 erbaute Wehrturm Torre de Belém. Der gedrungene Turm diente vor allem der Orientierung für die unzähligen Schiffe, die zur Glanzzeit des Handelimperiums die Hauptstadt ansteuerten. Gemeinsam mit seinem durch das Erdbeben zerstörten Zwilling war er aber auch eine sehr ernste Bedrohung für feindliche Flotten.

Heute dient er vor allem als Aussichtsplattform für Reisende mit dem grandiosen Blick über das Stadt-Panorama entlang des Tejo.

Catedral Sé Patriarcal

Die Hauptstadt des katholischen Portugal hat etliche große und kleine Kirchen und Kathedralen aufzuweisen, von denen viele noch aus der Zeit vor dem Beben von 1755 stammen. Dass aber die älteste Kirche der Stadt zu Großteilen erhalten blieb, ist ein Geschenk, für das die Stadt besonders dankbar ist. Mit dem Bau der Catredral Sé Patriarcal wurde 1147 begonnen. Ihr romanischer und gotischer Innenraum strahlt eine ruhige Erhabenheit aus, die zum Innehalten einlädt.

Seilbahnen und ein Stadtaufzug

Wenn der Stadtverkehr in Lissabon als Touristenattraktion gilt, dann ist das vor allem zwei Verkehrsmitteln zu verdanken. Auf der berühmten Linie 28 bezwingen die historischen Eléctricos seit Jahrzehnten unermüdlich steilste Streckenabschnitte und zwängen sich mit stoischer Ruhe durch engste Gassen. Ein Schauspiel, das du erlebt haben musst!

Sehr sehens- und fahrenswert sind auch die Standseilbahnen und der Elevador de Santa Justa. Sie verbinden die tiefer gelegene Altstadt mit den oberen Vierteln auf den angrenzenden Hügeln.

Die Fado Bars in Bairro Alto, Alfama

Was wäre ein Besuch in Lissabon ohne die Klänge des Fado (portugiesischer Chanson) zu erleben? Die berühmten Fado Bars des Bairro Alto, der Alfama und des alten Maurenviertels La Mouraria sind die Orte, an denen das Herz der Stadt schlägt.

In Bars wie O Faia, dem Café Luso oder Senhor Vinho sang die legendäre Amália Rodrigues. Sie wuchs ähnlich wie viele berühmte Sängerinnen und Sänger in den ärmlichen Verhältnissen von La Mouraria auf, lange bevor der Fado mit ihr Berühmtheit erlangte. Heute erlebt man hier eine junge Generation, die den Musikstil lebt, der allein in der Lage ist, der Saudade (eine spezifisch portugiesische und galizische Form des Weltschmerzes) Ausdruck zu verleihen.

Strand und Meer

Obwohl es in Portugal schwer ist, sich allzu weit vom Meer zu entfernen, ist Lissabon selbst kein Badeort. Die Hauptstadt am Tejo besitzt zwar viele schöne Stellen wie die alten Docks, an denen Sie den Blick auf die Bucht genießen können. Doch wer den weiten Atlantik hautnah erleben will, fährt einige Stationen mit der Bahn in die nahegelegenen Badeorte.

Die luxuriösen Strände von Estoril

Der pittoreske Badeort ist der traditionelle Rückzugsort für die betuchte Lissabonner Oberschicht. Er ist in rund 40 Minuten mit der S-Bahn erreichbar. Seine malerischen Sandstrände sind umrahmt von mediterranen, grünen Hügeln und dem luxuriösen Flair alter Casinos, Bars und Restaurants. Ein gutes Ziel während des bekannten Estoril-Jazz-Festivals oder auch in der Nebensaison, wenn die breiten Strände wie die Praia do Tamariz weniger überlaufen sind.

Berühmt ist auch das Casino Estoril, bei dem jeder James Bond-Fan an „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ denken wird.

Das Seebad Cascais

Cascais ist neben Estoril das klassische Ziel der badelustigen Lisboetas. Hier verbrachte auch die Königsfamilie ihren Badeurlaub. Neben wunderschönen Sandstränden, von denen sich manche in abgelegenen Felsenbuchten verbergen, bietet die alte Stadt am Meer auch etliche Sehenswürdigkeiten, die sie zum lohnenden Ausflugsziel machen. Der malerische Leuchtturm Farol de Santa Marta ist ein Wahrzeichen von Cascais. Die Boca do Inferno, eine tief unterspülte Steilküste, ist zwei Kilometer entfernt und den Spaziergang zu Fuß unbedingt wert.

Nationalpark Sintra-Cascais und das Cabo da Roca

In den ganzen Reichtum der Küste Estremaduras führt dich Neckermann Reisen auf einem der Wanderwege durch den Nationalpark Sintra-Cascais im Westen Lissabons. Hier erlebst du die prächtige Küstenvegetation, die sich mit wunderschönen Parks, Gärten und Palästen abwechselt.

Besonders hervorzuheben ist der berühmte Palacio Nacional da Sintra – das Märchenschloss Estremaduras.

Und endlich führt der Weg an das Cabo da Roca. Es ist der westlichste Punkt Kontinentaleuropas. An diesem steil abfallenden Felsen mit dem nahegelegenen Leuchtturm endet die Alte Welt.

Land und Leute

Portugal ist das Land von Vasco da Gama und Fernando Pessoa, ein Land von Dichtern, Träumern, Heiligen und Seefahrern. In der Metropole Lissabon ticken die Uhren etwas schneller als in der Provinz. Aber vom Straßenverkehr abgesehen ist es eine ruhige, gelassene Schnelligkeit, die sich von allem unterscheidet, was wir unter diesem Begriff kennen.

Die Bewohner von Lissabon, die Lisboetas, lieben das Feiern und genießen endlos lange, warme Abende. Hier suchen sie Entspannung von großstädtischer Hektik. Die entsteht vor allem durch ein traditionell marodes Verkehrsnetz, das der stetig wachsenden Zahl von Berufspendlern noch nie entsprochen hat.

Wo der Deutsche jetzt energisch die Ärmel hochkrempeln, organisieren und anpacken würde, hält der Lisboeta inne, betrachtet, fühlt und dann lächelt er, seufzt oder tut beides zugleich. Schicksalhaft und liebevoll betrachten die Lisboetas die schmalen Gassen und den Reichtum der alten Bauwerke, die oft nur langsamer in Stand gesetzt werden können, als ihre Nachbarn verfallen.

Man liebt es, zu reden, sich zu organisieren, zu debattieren und zu protestieren. Der Weg zum Ergebnis ist lang und will in aller Ruhe genossen werden. Denn den Ergebnissen selbst stehen die Südländer oft eher skeptisch gegenüber.

Stolz, Sehnsucht, Melancholie und eine unbeirrbare Fröhlichkeit sind die magischen Zutaten für ein Lebensgefühl, das es so nur in Lissabon geben kann. Die Saudade – der Stoff aus dem die Fados gewoben werden.

Währenddessen bleiben die Dinge, wie sie sind. Das ist auch sehr gut so, denn sonst wäre diese wundervolle Stadt nicht der Ort, den wir auf so einzigartige Weise genießen.

Küche und Gastfreundschaft

Die Lissabonner Küche ist mediterran geprägt, dabei ländlich und deftig. Viele Spezialitäten der iberischen Halbinsel finden sich hier in regionaler Variante. Fisch und Fleisch, Reis und Kartoffeln kommen reichlich auf die großen Teller. Eine Empfehlung sind die tascas, die unauffälligen Wirtshäuser außerhalb der großen Touristengebiete, wo die Dona selbst am Herd steht.

Die Lisboetas gehen gerne auswärts essen, wenn sie es sich leisten können. Almoço, das Mittagessen, wird zwischen 13 und 15 Uhr serviert. Das portugiesische Abendessen jantar beginnt nach 20 Uhr. Die Bars und Restaurants der Altstadt sind immer belebt und du solltest reservieren, wenn du nach 21 Uhr in einem angesagten Restaurant einen Tisch finden möchtest.

Wer wenig Hunger hat, bestellt meia dose, die halbe Portion. Oft kommt noch das couvert, kleine Häppchen mit Brot, Butter und Oliven, oft auch Schinken und Käse auf den Tisch. Das gibt es unaufgefordert zur Mahlzeit und es erscheint nur auf der Rechnung, wenn du dich daran bedienst. Du kannst es auch problemlos unangerührt abtragen lassen.

Probiere unbedingt die maritime Küche Lissabons und mach dich mit dem „guten Freund“ der Lisboetas, dem luftgetrockneten Stockfisch bacalhau, bekannt! Was in vielen Urlaubsdestinationen gilt, ist auch in Lissabon ein guter Tipp: Geh dort essen, wo mehr Einheimische als Touristen zu finden sind. Dort erwartet dich authentische Lissabonner Küche.

Sprache

Die portugiesische Sprache ist alt und hat eine reiche Geschichte. Eindrucksvoll ist, wie der Portugiese die unzähligen Varianten des „sch“ unterscheidet. Einige Vokabeln wie „Danke“ – „obrigado“ bzw. „obrigada“ für die Damen – helfen im Alltag und führen schnell zu Kontakten mit den Einheimischen. Die beherrschen häufiger als zum Beispiel die Spanier auch ein recht passables Englisch.

Wer in Deutschland einen Sprachkurs belegt, sollte beachten, dass brasilianisches Portugiesisch eine andere, für unsere Ohren klarere Aussprache besitzt. Lerne daher besser das iberische Portugiesisch.

Auf keinen Fall solltest du den Fauxpas begehen und es als eine Form des Spanischen betrachten. Im ungünstigen Fall könntest du mit konstantem Gebrauch spanischer Vokabeln den Stolz eines Lisboetas ernsthaft kränken.

Währung

Seit 2002 gilt in Portugal der Euro. Du kannst an vielen Orten in der Hauptstadt bequem und gebührenfrei mit EC-Karte zahlen und auch die gängigen Kreditkarten werden gern akzeptiert.

Wer sich mit Bargeld versorgen möchte, tut dies aufgrund der teilweise üppigen Bankgebühren besser einmal in größerer Summe. Vorsicht allerdings vor den gelegentlichen, geschickten Taschendieben!

Einige Institute wie die Deutsche Bank unterhalten auch in Portugal ein Filialnetz, bei dem du kostenlos die Auszahlung am Automaten nutzen kannst.

Mietwagen und öffentlicher Verkehr

Von einem Mietwagen ist in Lissabon selbst eher abzuraten, solange du ihn nicht nutzen möchtest, um zu Erkundungstouren ins Landesinnere oder entlang der Küste aufzubrechen. Der Stadtverkehr in Lissabon ist eine Sehenswürdigkeit, die sich besser von außen betrachten lässt.

Nutze lieber den gut gefüllten, aber funktionierenden öffentlichen Nahverkehr. Straßenbahnen, vier U-Bahn-Linien und vor allem die Carris – die Stadtbusse – bringen dich schnell an jeden Ort und geben dir Gelegenheit, die Lisboetas im Alltag kennenzulernen. Das Tarifsystem ist allerdings von mediterraner Kreativität geprägt. Es empfiehlt sich, schon vor Reiseantritt einen Blick darauf zu werfen.

Abends kommt der öffentliche Verkehr zur Ruhe. Wer seine Unterkunft von den Bars der Altstadt aus nicht zu Fuß erreicht, nimmt eines der zahlreichen Taxis. Die Preise sind deutlich günstiger als in Deutschland.

Besonderheiten & Tipps

Es gibt aufgrund der prekären wirtschaftlichen Lage der Taxifahrer manche schwarze Schafe, die sich mit Umwegen, Fantasiepreisen und anderen Tricksereien ein paar Euro dazuverdienen.

Vergewissere dich, dass der Taxameter auf Startpreis steht (2 EUR am Tag, 2,50 EUR in der Nacht). Im Zweifelsfall tritt selbstsicher auf und verlange eine schriftliche Quittung – die factura –, auf die du die Fahrzeugnummer notierst. Das kann Wunder wirken.

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