Toskana: Mit dem Fahrrad durch Florenz

Es gibt böse Zungen, die behaupten, italienischer Straßenverkehr sei – vorsichtig ausgedrückt – eine Herausforderung und für Radfahrer nur bedingt empfehlenswert. Bei Florenz, der toskanischen Hauptstadt, sieht das, zumindest in der Innenstadt, zum Glück etwas anders aus. Das touristische Zentrum ist nahezu autofrei. Und so begebe ich mich per Mietfahrrad auf meine ganz persönliche Rundfahrt entlang der größten Sehenswürdigkeiten der Stadt (Fahrradverleih: Florence by Bike, Via San Zanobi 54, ab 14 Euro pro Tag).

Um nicht nur daran vorbei zu fahren, sondern auch Infos zu den einzelnen Stationen zu bekommen, habe ich mir im Vorfeld den kostenlosen Audioguide von Italy Guides auf mein Smartphone geladen. So erfahre ich zum Beispiel, dass Florenz historisch als Heimat der Renaissance des 15. und 16. Jahrhunderts bekannt geworden ist. Zu den berühmtesten Söhnen der Region gehören der Maler und Bildhauer Leonardo da Vinci, der in der Provinz Florenz geboren wurde, sowie der Politiker und Philosoph Niccolò Machiavelli.

Eines der beeindruckendsten Bauwerke ist die riesige Kuppel der Cattedrale di Santa Maria del Fiore, eine architektonische Meisterleistung der frühen Renaissance. Von ihr lasse ich den Blick über die roten Dächer der Stadt schweifen. Ebenfalls ein besonderer Ort ist die Ponte Vecchio, ein Mix aus Brücke und Häusergasse. Sie führt als Brücke über den Stadtfluss Arno, ist aber auf beiden Flanken mit Häusern bebaut, in denen ursprünglich Gerber und Schlachter ansässig waren. Im Laufe der Jahre wurden diese durch Goldschmiede ausgetauscht, und so findet man in den Läden noch heute hauptsächlich Juweliere.

Raus in die Toskana!

Nach ein paar Stunden – inklusive Espressopause in einem Café an der Piazza della Repubblica – habe ich genug von der Stadterkundung und entschließe mich, mit dem Fahrrad hinaus in die Natur zu fahren. Ich durchquere Florenz Richtung Norden, wo sich direkt hinter der Stadtgrenze die Schönheit der Toskana auftut: Zypressen und Olivenhaine, eine sonnengegerbte Landschaft und Weintrauben, die ich direkt am Wegesrand pflücken kann. Ziel meines kleinen Ausflugs ist das Bergdorf Fiesole, vorbei an einem alten Kloster und Villen, die teilweise aus dem 15. Jahrhundert stammen. Fiesoles Kirchturm wurde sogar bereits im 11. Jahrhundert errichtet.

Und das schönste an dieser knapp sieben Kilometer langen Radtour in die toskanischen Berge ist die Aussicht: Auf einer der Bänke entlang der Strecke gönne ich mir eine Pause und ziehe aus meinem Rucksack die Weintrauben, die ich vorhin gepflückt hatte. Was für eine herrliche Belohnung für die kräftezehrende Auffahrt, die beim Blick auf das unter mir liegende Terrakotta der Florentiner Dächer ganz schnell wieder vergessen ist.

Christoph Karrasch

Christoph Karrasch

Ist es möglich, bei der Karnevalskönigin von Panama zu landen? Sollte man bei -17 Grad in ein finnisches Eisloch springen? Warum werden in einigen Tokioter Restaurants Selbstmordkapseln serviert?Unsere Welt hält Fragen bereit, für die wir dringend Antworten benötigen. Und einer muss es ja in Angriff nehmen. Einer muss doch ausprobieren, wie halsbrecherisch es wirklich ist, sich mit einem Paragliding-Schirm in die Tiefe zu stürzen (bevor ihr es in eurem nächsten Urlaub selbst tut). Einer muss doch feststellen, wie schmerzhaft es ist, seine Zunge in das extrem salzige Tote Meer zu stecken (damit ihr es lieber nicht tut). Und einer muss sich doch mal in verdammt cooler Pose vor das Sydney Opera House setzen (damit... och, einfach so). Auch wenn mich keiner gefragt hat: Kein Ding, ich übernehme das!

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