Tiwi Beach – Entspannung im Reich der Affenbrotbäume

Der Indische Ozean glitzert mir in den schönsten Türkistönen entgegen, als ich am Tiwi Beach ankomme. Die Kokospalmen rauschen leise Willkommensgrüße, eine Affenhorde beobachtet aus sicherer Entfernung jeden meiner Schritte. Der Sand hat die Farbe von Zitroneneis, die Hütten tragen Strohdächer, Strandmöbel aus weißem Holz laden ein zum tagelangen Nichtstun.

Mittendrin streckt ein riesiger Affenbrotbaum dem Himmel seine mächtigen Zweige entgegen. Das Pink der Blumen, das schillernde Violett der Muscheln und das grelle Türkis des Wassers, alle Farben scheinen hier ein bisschen kräftiger als an allen anderen Stränden, an denen ich bis jetzt war.

Ruhe vor Beach Boys, Verkäufern und Touristenmassen

Ich befinde mich etwa 16 km nördlich vom Diani Beach, der bekanntesten Stranddestination Kenias. Der Tiwi Beach ist ein bisschen verschlafener, hier gibt es keine Partys, keine Strandbars, kaum „Beach Boys“ und nur wenige Restaurants. Perfekt für Menschen wie mich, die gern ihre Ruhe haben.

Mein Tagesprogramm besteht hier aus Schwimmen, Sonnen, Strandwanderungen, Essen. Am liebsten Fisch, den mir die „Locals“ frisch fangen und abends über dem Lagerfeuer grillen. Als Snack zwischendurch bitte ich sie manchmal, mir eine der Kokosnüsse zu pflücken. Das kostet weniger als einen Euro und lohnt sich schon deshalb, um zu sehen, wie schnell Kenianer Palmen hochklettern können.

Keine Ruhe vor verfressenen Affen

Sobald ich irgendwas Essbares in der Nähe habe, suche ich mir einen Stock, um es vor den Affen zu verteidigen. Die sind nie weit und besonders freche Exemplare springen in den Restaurants gern auf die Tische, um den Touristen direkt vom Teller zu fressen. Vertreiben lassen sie sich meistens nur von Männern, ich bin zu klein, um ihnen Angst zu machen. Aber ein paar symbolische Hiebe mit dem Stock erfüllen auch ihren Zweck.

Sport und Shopping in Ukunda und Diani Beach

Der Tiwi Beach ist wie gemacht für lange, faule Strandtage. Wer es gern ein bisschen aktiver mag, bevorzugt den Diani Beach. Hier könnt ihr gegen kleines Geld Kitesurfen, Tauchen und Kanufahren.

Shopping ist in Mombasa zwar am günstigsten, allerdings ist die Stadt groß, laut und hektisch. Ich bevorzuge für den Kauf von Souvenirs das rund 10 Kilometer entfernte Ukunda. Dort finde ich in den Auslagen der Händler geschnitzte Holzfiguren, Ledertaschen, Schuhe, Tücher und Schmuck. Auf dem Markt und an Straßenständen werden die Verkäufer mitunter aufdringlich, wenn ich die Waren zu lange anschaue. Dann hilft ein deutliches „Nein“. Vor jedem Kauf solltet ihr unbedingt handeln. Der erste Preisvorschlag ist meist so hoch angesetzt, dass ihr bei eurem Gegenangebot ruhig um 50 Prozent heruntergehen könnt. Zudem solltet ihr die Preise an mehreren Ständen vergleichen.

Ruhiger geht es im Diani Beach Shopping Center zu. Hier finden sich Preisschilder auf den Waren und das Feilschen ist unüblich, dafür ist aber auch alles teurer. In Ukunda finde ich zudem Internetcafés, Geldautomaten und Banken, in denen ich vom besten Wechselkurs profitiere.

In 20 Minuten von Diani nach Tiwi Beach

Tiwi Beach liegt 17 km südlich von Mombasa, vom dortigen Flughafen erreicht ihr ihn am besten im privaten Taxi (5.000 Schilling, etwa 45 Euro). Vom Diani Beach, wo die meisten Hotels sind, erreicht man Tiwi Beach in 20 Minuten mit dem Taxi, eine Strecke kostet etwa 1.000 Schilling. Ihr könnt auch von der Hauptstraße aus mit einem „Matatu“ fahren, so werden die öffentlichen Busse hier genannt. Das kostet nur 30 Schilling, führt aber nicht direkt ans Ziel und ihr müsst die letzten Meter zu Fuß laufen.

Caroline Lohrmann

Caroline Lohrmann

Vor meiner ersten Reise wurde ich von allen gewarnt. Ich sei zu unselbstständig, zu naiv, zu schusselig, zum Reisen völlig ungeeignet. In manchen Bereichen stimmt das vielleicht, meine Augen werden in Flugzeugen zu roten verquollenen Sehschlitzen, ich kann nicht im Sitzen schlafen, ich bin manchmal vergesslich. Aber je öfter mir gesagt wurde, ich sei zu Hause am besten aufgehoben, desto mehr gab es etwas in mir, das mich immer wieder raus in die Welt zog. Und dieses Etwas hatte Recht. Denn Reisen macht mich nicht nur sehr glücklich, es ist auch eine wunderbare Lebensschule. In jedem Land, in das ich reise, führe ich ein Leben wie auf Probe. Ich kann ausprobieren, ob ich als Elefantenpflegerin in Thailand glücklich würde, als Pferdezüchterin in Argentinien, als Dorfschullehrerin in Afrika. Für mich ist das der beste Weg, mit einer Welt der 1000 Möglichkeiten zurecht zu kommen. Wieso soll ich mich direkt entscheiden, wenn ich doch erstmal alles machen kann?

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