Stand up Paddling im Urlaub – ein Selbstversuch

Meine Knie zittern, ich wanke hin und her. Das Brett unter mir schwankt gefährlich. Jetzt ganz ruhig, das Schlimmste was passieren kann, ist, dass ich ins Wasser falle. Schon wieder. Warum ich hier stehe? Allein und nur mit einem Paddel bewaffnet? Na ja, eigentlich fing alles völlig harmlos an. „Lass uns doch mal Stand up Paddling im Urlaub testen“. Der Vorschlag meiner Freundin traf mich völlig unvorbereitet und ich ließ mich spontan darauf ein: „Klar, gute Idee!“ Wir hatten uns zwar noch auf kein Reiseziel geeinigt, aber dass es mit Neckermann Reisen sportlich werden sollte, stand hiermit wohl fest. Sie schwärmte von SUP-Boards, Entspannung, innerer Balance und warf schließlich sogar mit Wörtern wie Yoga um sich. Die Urlaubsvorfreude sprang ihr regelrecht aus dem Gesicht. Und mir wurde heiß und kalt. Stand up Paddling! Im Urlaub! Alles klar. Ich habe Informationen eingeholt und Kurse gebucht. Nun bin ich hier, mit wackligen Beinen auf dem Wasser und frage mich, was genau ich hier mache.

Stand up Paddling - ein Sport mit meditativem Charakter …
Stand up Paddling –Sport und Entspannung.

Ich und das Board – ganz allein

Ich versuche mich zu erinnern, was ich im Stand-up-Paddling-Kurs gelernt habe. Die Anleitung war eigentlich einfach. Erstmal keine großen Wellen ansteuern. Check! Nicht auf das Paddelboard, sondern in Richtung Horizont schauen. Check! Nicht nur Arme, sondern auch Rücken, Rumpf und Beine beim Paddeln einsetzten und dann einfach entspannen. Ja klar, einfach. Über den Wind und die zittrigen Knie wurde nichts gesagt. Auch nicht von meiner Freundin, die aktuell auf einer Strandliege döst. Stand up Paddling im Urlaub war schließlich ihre Idee. Mit hätte ein Strandurlaub gereicht. Ganz klassisch. Aber nein, Aktivurlaub ist das neue Ausruhen. Aber ich muss gestehen, es hat sich schon gut angehört.

langsam bekomme ich eine Ahnung von der Faszination
Langsam geht es auf dem Board über das Wasser.

Vorbereitung auf ein Abenteuer: Ist Stand up Paddling das Richtige für mich?

Nachdem die Worte „Stand up Paddling im Urlaub“ gefallen waren, machte ich mich gleich ans Werk. Denn ganz ehrlich, ich hatte keine Ahnung was „SUP“ eigentlich ist. Brauche ich fürs Stand up Paddling bestimmte Voraussetzungen und welches Urlaubsziel eignet sich am besten für diesen Sport? Ich hatte keine Ahnung. Du weißt es auch nicht? Keine Panik, hier habe ich die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

 

Was ist Stand up Paddling?

Stand up Paddling – oder auch SUP genannt – ist nichts anders als Stehpaddeln. Also eine Wassersportart, bei der du auf einem Board stehst und dich mit einem Strechpaddel über das Wasser fortbewegst. Das Board ähnelt einem Surfbrett.

Welche Ausrüstung brauchst du

Du brauchst ein Board, ein Paddel und das war es auch schon. Wie für eine Trendsportart typisch, gibt es das alles aber in unzähliger Ausführung. Anfänger, Fortgeschrittene und Profis können zwischen aufblasbaren Brettern, Hardboards und verschiedenen Paddeln wählen. Mein Tipp für alle, die Stand up Paddling ausprobieren möchten: Leih dir einfach die Ausrüstung direkt am Urlaubsort. Das ist unkompliziert und spart Geld.

Weniger ist manchmal mehr …
Ein Board und ein Paddel – mehr braucht es nicht für den SUP-Anfänger.

Welche Voraussetzungen sind erforderlich

Stand up Paddling im Urlaub ist für alle geeignet. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Erwachsene sowie Kinder erlernen die Sportart schnell. So heißt es jedenfalls. Die Mischung aus Kajakfahren und Surfen soll als Ganzkörpertraining gut für die Fitness sein und Entspannung auf dem Wasser mit sich bringen. Davon war auch meine Freundin angetan. „Du musst nur schwimmen können, und darfst keine Angst vor Wasser haben“. Das waren ihre Worte. Nun bräunt sie in der Sonne vor sich hin, und ich treibe auf dem Mittelmeer irgendwo zwischen Strand und Horizont.

Tipps und Tricks für Anfänger

Noch unsicher? Hol dir hier die besten Tipps und Tricks für SUP-Anfänger. Ganz ehrlich: ich hätte das vielleicht auch machen sollen.

Es geht voran – Entspannung auf dem Wasser beim SUP

Ich setze das Paddel ins Wasser und ziehe. Ganz langsam. Und plötzlich geht es voran. Wieder ausbalancieren bis der Stand fest ist, erneut das Paddel durchziehen. Das Board bewegt sich wieder ein Stück nach vorne. Olympiareife Glücksgefühle durchströmen mich. Sanft gleite ich über die Wasseroberfläche und spüre die Sonne auf meiner Haut. Jetzt nur vorsichtig sein, dass ich nicht in die Badeurlauber reingerate. Abstand halten, Richtung anpassen. Geht doch! Ich treibe ruhig dahin. Das Wasser plätschert unter mir, ich atme langsam. Ah, das ist also die berühmte Entspannung. Ja, tatsächlich fühlt sich das fantastisch an. Das Meer ist schön ruhig, der Wellengang kaum zu spüren. Mallorca war für die Reise also doch die richtige Wahl. Ich werde es meiner Freundin gleich unter die Nase reiben, was sie verpasst hat. Gleich wenn ich wieder am Ufer bin.

die Natur und ich - Entspannung und Glücksgefühle werden zu meinen Begleitern
Sonnenuntergang auf dem Board – ein besonderes Erlebnis.

Wohin soll es gehen – die besten Ziele für einen Stand-up-Paddling-Urlaub

Das richtige Urlaubsziel für die ersten Versuche auf dem Stand up Paddle Board zu finden, war schwer. Eine nervenaufreibende Angelegenheit. Für mich jedenfalls. Es gibt zu viele schöne und perfekte Reiseziele für einen Urlaub inklusive eines SUP-Kurses. Entscheidungen fallen da schwer. Das wird nicht leichter, wenn der Diskussionspartner meine Freundin ist.

Vom Bodensee bis Mecklenburg-Vorpommern – Wassersport in Deutschland

Ein Urlaub in Deutschland an der Ostsee sei doch schön, meinte sie untypisch ruhig. Vielleicht ein Stand-up-Paddling-Kurs am Timmendorfer Strand. Oder doch an den Bodensee? Eigene Anreise, schöne Hotels und ein ruhiges Gewässer – perfekt für SUP-Anfänger. Auch die Mecklenburger Seenplatte oder die vielen bayerischen Seen wie der Ammersee seien hervorragend geeignet. Ich konnte nichts Gegenteiliges sagen. Aber ich wollte weiter weg.

Der Bodensee lädt zu einer SUP-Tour mit Bergpanorama
Der Bodensee lädt zu einer SUP-Tour mit Bergpanorama ein.

Gardasee oder italienische Insel – SUP in Italien

Ich schlug den Gardasee vor. Ein perfektes Revier für jeglichen Wassersport – vom Windsurfen übers Segeln bis hin zum Stand-up-Paddeln. Oder gleich auf die Mittelmeerinsel Sardinien, wo herrliche Natur, weiße Sandstrände und glasklares Wasser warten?

Blick über den Gardasee
Blick über den Gardasee.

Bergseen für die ersten Züge – perfekte Ziele in Österreich

Klares Wasser hätten auch die Strände an den Seen in Österreich, konterte mein Schatz. Die Anfahrt sei nicht so lang, die Landschaft ein Traum. Zahlreiche Hotels stünden etwa am Achensee in Tirol bereit – leckeres Essen und Wellnessbehandlungen inklusive. Ich sag’s nicht gern, aber sie hat Recht.

Idylle pur am Achensee
Idylle pur – der Achensee.

Das Ziel ist gefunden – Stand up Paddling in Spanien

Ich warf danach Mallorca für unseren Urlaub in den Ring. Stand up Paddling beispielsweise in einer Bucht bei Cala Ratjada oder bei Palma. Dank einer Pauschalreise mit Flug und Hotel ist die Baleareninsel leicht und schnell zu erreichen. Per Flug ist man von Deutschland aus in nur zwei Stunden dort. SUP-Schulen und Verleihstationen sind auf der Insel vorhanden. Sandstrände und Top-Wetter sorgen für herrliche Urlaubsbedingungen, auch wenn „nur“ Baden auf dem Programm steht. Aber genauso ist die Insel ideal für das erste Mal Stand up Paddling im Urlaub. Ein Seufzer ihrerseits. Na gut! Das war der Anfang. Jetzt bin ich hier und sie ist auffällig oft außerhalb des Wassers zu finden.

Standuppaddling bei Sonnenaufgang auf Mallorca
Stand up Paddling beim Sonnenaufgang auf Mallorca – so soll Urlaub sein.

Triumph aus voller Brust – zumindest kurz

Ich nähere mich wieder dem Strand. Zug um Zug. Und tatsächlich macht es Spaß. Ein ganz neues und eigenes Outdoor-Erlebnis. Ich fühle mich frei und total relaxt. Eine Familie mit Kindern zieht auf ihren Boards an mir vorbei. Sieht elegant aus. Das ist nicht ihre erste Tour. Aber hey, ich bin noch Anfänger. Erst das zweite Mal auf dem Brett. Dafür klappt es schon ganz gut. Eine kleine Welle streift das Board. Ich stehe sicher und steuere weiter auf die Küste zu. Meine Freundin hebt den Kopf von der Liege. Ja, sie kann ruhig sehen wie professionell das aussieht. Ich hebe den Arm mit dem Paddel und winke ihr zu. Was folgt ist ein lautes Platschen und ich liege im Wasser. Sie dreht sich genüsslich auf der Liege um. Ich wuchte mich wieder aufs Brett. Angespornt für morgen. Da gehen wir nämlich zu zweit aufs Wasser!

 

Magazin Redaktion

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