Stressfrei durch den Stau

Stressfrei durch den Stau

Stressfrei durch den Stau

 

Nichts stört den Weg in den Urlaub mehr als der obligatorische Stau. Stressen muss er Sie dennoch nicht. Denn wir verraten, wie Sie am elegantesten durch schlecht fließenden Verkehr rollen, weshalb es sich eigentlich nicht lohnt, die Spur zu wechseln oder die Autobahn zu verlassen, Sie nicht zu nah auffahren sollten und Sie den Stau unter anderem für ein spontanes Bad in einem wunderschönen Bergsee nutzen sollten.

Spurwechsel vermeiden und an den Reißverschluss denken

Die eigene Spur steht, die andere fließt. Schnell nach links oder rechts. Wenige Meter später das gleiche Bild, nur unter umgekehrten Vorzeichen. Erneut steht die eigene Spur. Eine Verschwörung? Nicht ganz. Der eigene Kopf spielt uns einen Streich. Laut Studien nehmen wir Autos, die uns überholen, stärker wahr als solche, an denen wir selbst vorbeiziehen. So fühlt es sich stets an, als befänden wir uns auf der langsameren Spur. Mit der Betonung auf "fühlt". Denn der Spurwechsel bedeutet nicht nur zusätzlichen Stress, er lohnt sich auch tatsächlich nicht. Zumal hintere Auto abbremsen müssen, sich die Stauwelle so verlängert.

Ein ähnliches Phänomen lässt sich übrigens bei der Verengung von zwei auf eine Spur beziehungsweise von drei auf zwei beobachten. Drängen Fahrer frühzeitig auf die weiterführende Spur, müssen andere stehen bleiben. Der Stau verlängert sich. Die Lösung: das allseits beliebte Reißverschlussverfahren. Befinden Sie sich auf der endenden Spur, fahren Sie sie deshalb bis zum Ende und ordnen sich dann ganz entspannt und reibungslos ein. Befinden Sie sich auf der weiterführenden, bitten Sie die anderen gemäß des Reißverschlusses freundlich vor Ihnen hinein. So haben Stau und Stress schnell ein Ende.

Gerade in den Sommermonaten wird auf Europas Autobahnen viel gebaut. Mit dem Reissverschlussverfahren rollt der Verkehr flüssiger.
Gerade in den Sommermonaten wird auf Europas Autobahnen viel gebaut. Mit dem Reissverschlussverfahren rollt der Verkehr flüssiger. (© fototamara – Fotolia.com)

Staus unter 10 Kilometer nicht verlassen

Es ist einer der verständlichsten Autobahnreflexe: Das Verkehrsfunk oder das Navi sagen einen Stau voraus. Also schnell runter von der Autobahn. Die Landstraße führt schließlich schneller ans Urlaubsziel, richtig? Nicht ganz. Bei Staus unter 10 Kilometern ist der Weg über die Autobahn tatsächlich weiterhin der schnellere. Erst recht, da Sie die Idee der Umfahrung meist nicht exklusiv haben. Verlagert sich eine Masse an Autos von der Autobahn auf die Landstraße, ist auch die schnell verstopft. Stau Nummer zwei bildet sich – und erneut sind Sie mittendrin.

Unter 10 km Stau lohnt sich das Ausweichen auf die Landstraße in aller Regel nicht!
Unter 10 km Stau lohnt sich das Ausweichen auf die Landstraße in aller Regel nicht! (© monsieurmueller – Fotolia.com)

Nicht zu dicht auffahren

Dieses permanente Stop-and-go geht auf Dauer gehörig an die Substanz. Nach einigen Metern Fahren herrscht auch schon wieder für wenige Sekunden Stillstand. Danach beginnt alles von vorn. Im Angesicht der Stoßstange des Vordermanns scheint die Zeit stillzustehen. Abstand halten ist deshalb die beste – und nervenschonendste – Stautaktik. So führt nicht jedes Bremsen des Vordermanns zum eigenen Stillstand. Sie bremsen seltener, rollen länger und gleichmäßiger dahin. Der Stau wirkt weniger gravierend, der Stressfaktor sinkt.

Halten Sie Stau immer genügend Abstand zum Vordermann
Halten Sie Stau immer genügend Abstand zum Vordermann. (© mitifoto – Fotolia.com)

Immer leckeren Stau-Proviant dabei haben

Der Verkehr steht still, die nächste Ausfahrt liegt Kilometer entfernt, doch das Hungergefühl ignoriert souverän sowohl Fakt Nummer eins als auch Nummer zwei. Rücksichtslos macht es sich breit – und steigert das Stresslevel. Es sei denn, Sie haben leckere Snacks für sich und die Kinder dabei. Dazu erfrischende und gesunde Getränke. Ein schneller Biss. Ein kurzer Schluck. Genuss vertreibt den Hunger.

Ganz nebenbei konzentrieren Sie und die Familie sich auf das Essen, nicht auf den Stau. So vergehen Zeit und Stillstand schneller. Nehmen Sie zudem genügend Wasser mit. Nur für den Fall, dass es auf dem Weg in den Urlaub irgendwann tatsächlich zum kompletten Stillstand kommt, die Sonne unbarmherzig auf das Autodach scheint und der trockene Mund nach Flüssigkeit verlangt.

Snacks und Getränke verkürzen nicht nur den Kleinen im Stau die Zeit.
Leckere Snacks und Getränke verkürzen nicht nur den Kleinen die Zeit. (© Syda Productions – Fotolia.com)

Umgebung beobachten und spontane Pause einlegen

Natürlich ist auch in langsam dahin rollendem Verkehr Konzentration geboten, hin und wieder kann das Auge dennoch in Richtung Ausfahrt wandern. Nicht, um den Stau zu umfahren – vielmehr sucht es nach Alternativen in Autobahnnähe. Nach einem Badesee, vielleicht sogar einem Freizeitpark. Denn je nach Staulänge ist es für den eigenen Gemütszustand und natürlich den der Familie am besten, den Stau für einige Zeit einfach Stau sein zu lassen und erste echte Urlaubserlebnisse zu sammeln. Pausen machen den Stau erträglicher. Und wer weiß – vielleicht hat er sich bei Ihrer Rückkehr auf die Autobahn bereits aufgelöst.

Nicht nur den Kindern, auch dem FahrKurze Pausen in der Natur machen den Stau kurzzeitig vergessen.er tut eine kurze Erholungspause vom Stau sehr gut
Kurze Pausen in der Natur machen den Stau kurzzeitig vergessen. (© bettina sampl – Fotolia.com)

Nicht zu sehr am eigenen Zeitplan hängen

Das Problem der Ferienzeit: Sie steht einem nicht exklusiv zu. Zeitgleich macht sich das halbe Bundesland, vielleicht sogar die halbe Republik auf in Richtung Urlaubsziel. Stau bleibt da nicht aus. Setzen Sie sich deshalb keinen zu engen Zeitplan. Planen Sie nicht, auf die Minute pünktlich am Ziel zu sein. Planen Sie vielmehr, wahrscheinlich den einen oder anderen Kilometer im Stau zu verbringen, die eine oder andere Pause mehr einzulegen. Kommt es wirklich dazu, wussten Sie es ohnehin. Bleibt der große Stau überraschend aus, ist die Freude umso größer.

Lassen Sie sich Zeit und planen Sie genügend Zeit ein. Sie sind schließlich im Urlaub.
Lassen Sie sich Zeit und planen Sie genügend Zeit ein. Sie sind schließlich im Urlaub. (© detailblick-foto – Fotolia.com)

Aussteigen im Stau? Nicht gestattet – eigentlich

Das Kino suggeriert schon mal, dass sich die Autobahn im Staufall problemlos zum überdimensionalen Grill- oder Fußballplatz umfunktionieren lässt. Die Realität verlangt – sollten Sie dabei erwischt werden – dagegen 10 Euro Bußgeld. Aussteigen ist im Stau nämlich nicht gestattet. Eigentlich. Denn steht alles wirklich für längere Zeit still, drücken die Ordnungshüter schon mal ein Auge zu. Solange Sie dennoch die Rettungsgasse freihalten.

Intensives Ballspiel ist dennoch nicht gestattet. Schließlich birgt es die Gefahr, dass sich die Spieler etwas weiter vom Auto entfernen. Keine gute Idee. Löst sich der Stau plötzlich auf, müssen Sie vorbei an fahrenden Autos zurück zum eigenen Auto. Das wiederum ist sehr gefährlich. Zudem hält das eigene Auto den Verkehr auf und verzögert das Auflösen des Staus dahinter.

Oft zu sehen, aber Aussteigen ist auf der Autobahn nicht erlaubt.
Oft zu sehen, aber Aussteigen ist auf der Autobahn nicht erlaubt. (© Peter Maszlen
– Fotolia.com)

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