Marrakesch zu Fuß

Marrakesch zu Fuß

Marrakesch zu Fuß in 2 Stunden

Marrakesch – das sind verwinkelte Gassen, oasengleiche Innenhöfe. Prunkvolle Gebäude und buntes Treiben. Mittendrin: Sie. Begleiten Sie uns auf einen zweistündigen Spaziergang entlang der größten Sehenswürdigkeiten Marrakeschs, über den Platz der Gaukler, den Djemaa el Fna, zur Koutoubia-Moschee, vom Bahia-Palast mitten durch die Medina. Lassen Sie sich treiben. Erleben Sie Marrakeschs besonderen Rhythmus und beschließen Sie Ihren Ausflug durch die Rote Stadt mit einer einzigartigen Aussicht.

Start auf dem Djemaa el Fna

Wo, wenn nicht in der Medina, wenn nicht auf Marrakeschs berühmtestem Platz, sollten Sie Ihren Stadtspaziergang durch Marrakesch beginnen? Eben. Deshalb besteigen Sie vom Hotel aus einfach ein Taxi – in Marrakesch der einfachste Weg der Fortbewegung außerhalb der Altstadt – in Richtung Djemaa el Fna. Mittags ist es noch ruhig. Vereinzelt stellen Schlangenbeschwörer ihre Künste zur Schau, bieten Händler ihre Waren an.

Wirklich gegaukelt wird erst abends. Daher kommen Sie nach Ihrer Tour durch die Rote Stadt noch einmal zurück. Übersetzt bedeutet "Djemaa el Fna" übrigens "Versammlung der Toten". Passt gar nicht zu diesem lebendigen Mix aus Marokkanern und Urlaubern, aus Gauklern, Händlern und Essensständen, aus Düften und audiovisueller Reizüberflutung. Passt dafür umso besser zur Vergangenheit des Djemaa el Fna. Zu Zeiten der Almohaden nutzten die Sultane den Platz nämlich für Hinrichtungen – und, um die Köpfe der Opfer später aufgespießt zur Schau zu stellen.

Buntes Treiben auf dem zentralen Platz Djemaa el Fna
Buntes Treiben auf dem zentralen Platz Djemaa el Fna.
(© visualspace, iStock)

Marrakeschs Rhythmus annehmen und zum Palais El Badii treiben lassen

So viel zur traurigen Vergangenheit, zurück in die bunte Gegenwart. Nun verlassen Sie den Djemaa el Fna am östlichen Ende auf die Riad Zitoun Lakdim in Richtung Süden. Sie haben es sicher längst bemerkt: Wie ein Fluss besitzt Marrakesch seinen eigenen Rhythmus, seine eigene Geschwindigkeit. Lassen Sie sich treiben. Schwimmen Sie einfach mit dem Strom und genießen Sie Marrakeschs einzigartigen Rhythmus, das Farbenmeer, das Sprachengewirr, das Gewusel. So kommen Sie nach wenigen Minuten an einen Kreisverkehr.

Dort biegen Sie rechts in die Rue Tougma, an der folgenden T-Kreuzung links in die Ksibat Nhass ab. Noch wenige Meter, dann stehen Sie schon vor dem Palais El Badii – respektive seinen Überresten. Da der Palast nur wenige Jahre nach seiner Fertigstellung auf Wunsch des Alaouiten-Herrschers Moulay Ismail nach Meknes umziehen musste, sehen Sie heute noch die imposanten Lehmmauern des einstigen Prachtbaus. Allein dafür lohnt sich der Besuch. Dafür und für die Terrasse des El-Badii-Palastes …

Palais El Badii
Die Überreste des Palais el Badii in Marrakesch. (© agafapaperiapunta, iStock)

Die letzte Ruhestätte vieler Sultane und eine Moschee mit Vorbildfunktion

… denn von dort blicken Sie einmal über die Dächer Marrakeschs, ehe Sie links auf die Ksibat Nhass zurückkehren, bei erster Gelegenheit links, danach die zweite Straße rechts abbiegen. In eleganter S-Form führt Sie die Derb Demnat nun in Richtung Rue de La Kasbah, die Sie nach rechts betreten, um nach wenigen Metern eines der schönsten Gebäude Marrakeschs zu erreichen. Sieben Sultane fanden in den Saadier-Gräbern ihre letzte Ruhestätte und gaben sich natürlich mit nicht weniger als prunkvollem Mosaik und einer beeindruckenden Architektur zufrieden.

Einen genaueren Blick ist das natürlich wert. Genau wie die Moulay El Yazid-, auch bekannt als Kasbah-Moschee. Immerhin ist sie Marrakeschs einziges erhaltenes Gebäude aus der Zeit der Almohaden. Das Minarett beeindruckt dabei so nachhaltig, dass sein Stil vielen anderen Minaretten Marokkos als Vorbild diente.

Moulay el Yazid Moschee
Das Minarett der Moulay el Yazid Moschee ist Vorbild für viele marokkanische Moscheen.
(© TinasDreamworld, iStock)

Durch das Bab-Agnaou-Tor zu Marrakeschs Wahrzeichen

Über die Rue Oqba Ben Nafaa und Route Daou erreichen Sie auf Ihrem Spaziergang durch Marrakesch wenig später das Bab-Agnaou-Tor. Im 12. Jahrhundert von den Almoraviden errichtet, bietet es Ihnen nun genau die Lücke in der berühmten roten Stadtmauer von Marrakeschs Altstadt – nebenbei Grund für den Spitznamen "die Rote Stadt" –, den Sie brauchen. Durchqueren Sie das Tor und biegen Sie rechts ab.

Es geht zur berühmten Koutoubia-Moschee, dem Wahrzeichen Marrakeschs. Sie folgen einfach der Rue Sidi Mimoun, bis Sie irgendwann jenes 77 Meter hohe Minarett sehen, das Sie wahrscheinlich bereits während Ihres Landeanflugs bewundert haben. Einmal angekommen, sehen Sie sich eine der ältesten Moscheen Marokkos genauer an. Von außen. Das Innere ist, wie in Marokko üblich, gläubigen Muslimen vorbehalten.

Bab Agnaou Tor
Kunstvoller Durchgang zur Altstadt: das Bab Agnaou Tor.
(© FrankvandenBergh, iStock)

Entspannen in einem versteckten Garten

Mehr als gern von innen betrachten dürfen Sie dagegen – der Name verrät es nicht ganz – Marrakeschs geheimen Garten, den Jardin Secret. Dafür verlassen Sie die Koutoubia-Moschee über die Avenue Mohammed V und biegen rechts in die Rue Jbel Lakhdar ab. Sie gehen geradeaus, danach links in die Rue Mouassine und wieder einige Meter geradeaus direkt in den geheimen Garten. Im 16. Jahrhundert angelegt, später zerstört, Mitte des 19. Jahrhunderts nach Vorbild der Saadier wiederaufgebaut, 2016 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, bietet er Ihnen einen wunderschönen, quadratischen Innenhof inmitten eines Riads.

Im exotischen Garten bewundern Sie Pflanzen aus aller Welt, im islamischen Garten das Spiegelbild eines Gartens aus dem 18. Jahrhundert, eine kleine Oase. Bäume spenden Schatten. Die Geometrie bestimmt den vierteiligen Aufbau. Eine Metapher für den Himmel. Apropos, nachdem Sie den wunderschönen Jardin Secret mit obligatorischen Mosaiken genossen haben geht es eine Etage höher. Neben einem Wasserbecken besitzt er nämlich auch einen Turm, von dessen Aussichtsplattform aus Sie über Marrakesch bis zum Atlasgebirge blicken.

Jardin Secret
Ein Ort der Ruhe, versteckt hinter hohen Mauern: der Jardin Secret. (© Minou Chabrel, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons)

Stärkung mit Panorama im Café des Épices

"Dazu ein erfrischendes Getränk, vielleicht ein kleiner Snack", denken Sie, "schon wäre alles perfekt." Kommen Sie mit. Rechts zurück auf Rue Mouassine und Rue Sidi el Yamani, bei erster Gelegenheit links auf die Rue Fehl Chidmi und erneut links auf die Derb Deffa ou Rbaá. Klingt lang? Dauert nur rund 7 Minuten. Denn noch einmal links abgebogen, stehen Sie schon bald auf dem Place des Épices – und sehen ein rotbraunes Sandsteingebäude, das Café des Éspices. Gehen Sie hinein, suchen Sie die Treppe und folgen Sie ihr auf die Dachterrasse des kleinen Cafés. Zu Ihren Füßen geht ein kleiner Markt seinen gewohnten Gang, vor Ihnen breitet sich Marrakesch aus – und Sie genehmigen sich einen Kaffee oder Tee, einen Salat oder ein Sandwich.

Tee in Marrakech
Tee an heißen Tagen? Probieren Sie es einfach einmal aus! (© MoreISO, iStock)

Hollywood-Kulisse im Palais de la Bahia

Gut gestärkt gehen Sie danach einige Meter denselben Weg zurück, den Sie gekommen sind. Eine 180-Grad-Kurve mit darauffolgendem Rechtsknick später stehen Sie auf der Rue des Banques, die kurz darauf in die Rue Riad Zitoun el Jdid übergeht. Auch der folgen Sie, bis es nicht mehr weiter geht. Nun geht es links, danach durch die geschwungene Rue Bahia Bab Mellah. Nun wartet der Palais de la Bahia, Marrakeschs wohl beeindruckendstes Bauwerk, eine beliebte Hollywood-Kulisse. Gehen Sie hinein und bewundern Sie den wunderschönen Innenhof mit – genau – Brunnen und Mosaiken.

Palais de la Bahia
Kunstvoll mit Mosaiken verziert: der Palais de la Bahia. (© Jorge Lascar, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons)

Panorama-Abschluss in der Maison de la Photographie

Nun ist die Medina, Marrakeschs Altstadt, dran. Nun ist der Weg das Ziel Ihres Spaziergangs durch die "Rote Stadt". Fast jedenfalls. Denn am Ende kommen Sie an der Maison de la Photographie. Bis dahin springen Sie wieder in den Fluss namens Marrakesch und lassen sich treiben, nehmen den Rhythmus der Königsstadt an. Sie laufen durch die engen Gassen der Medina, links, rechts, noch mal rechts, wieder links. Hier ein kleiner Gewürzladen, dort eine Auswahl teurer Stoffe. Hinter der nächsten Ecke wartet ein lebhafter Souk. Sie handeln,

kaufen Souvenirs, wahrscheinlich verlaufen Sie sich sogar. Kein Problem. Auch das gehört zum Marrakesch-Urlaub. Zur Not erhalten Sie – gegen ein kleines Trinkgeld – Hilfe von Einheimischen, die Sie zur Maison de la Photographie geleiten, wo Sie zunächst die Fotografien aus längst vergangenen Tagen bewundern, um Ihren Spaziergang durch Marrakesch danach auf der Dachterrasse bei einem kühlen Getränk ausklingen zu lassen.

Medina von Marrakesch
Blick über Marrakeschs Medina. (© AtanasBozhikovNasko, iStock)

Übernachten in Marrakesch: Unsere besten Hotelempfehlungen für Sie

X
Täglich von 8 - 22 Uhr für Sie erreichbar. Es gelten die Verbindungskosten Ihres Telefonanbieters.