Havanna zu Fuß

Havanna zu Fuß

Havanna zu Fuß in 2 Stunden

Begleiten Sie Neckermann Reisen über eine legendäre Uferpromenade auf einem Spaziergang durch Kubas Geschichte. Entdecken Sie ein nicht ganz einzigartiges Capitol und Ernest Hemingways Lieblingsbar, wo Sie noch heute Seite an Seite mit dem Schriftsteller einen Drink nehmen. Erliegen Sie den Verlockungen echten Kakaogenusses und erfahren Sie im Museo de la Revolución, wie Fidel Castro und Che Guevara einst die Revolution in Gang setzen. Das Beste: Um all das in sich aufzusaugen, genügen Ihnen insgesamt zwei Stunden. Zu Fuß!

Der Callejón de Hamel
© Yoeztudioz, CC BY-SA 4.0

Bunt, bunter, Callejón de Hamel

Soeben hat Sie Ihr buntes Oldtimer-Taxi an Havannas vielleicht farbenfrohestem Straßenzug abgesetzt. Nacktes Mauerwerk? In der Callejón de Hamel ein seltener Anblick. Dafür finden sich überall bunte Wandgemälde, interessante Metallskulpturen und aufwändige Graffitis. Das färbt ab. Denn in der Callejón de Hamel geht es gerade sonntags auch auf der Straße bunt zu. Bands spielen kubanische Musik, Percussions geben den Rhythmus vor. Es wird getanzt und gefeiert.

Lassen Sie sich treiben. Vielleicht wagen Sie sogar ein kleines Tänzchen, ehe Sie die Callejón de Hamel links über die Calle Aramburu verlassen und sofort wieder rechts auf die Calle San Lazaro abbiegen. Nach wenigen Minuten erblicken Sie links das Denkmal des kubanischen Freiheitskämpfers und Nationalhelden Antonio Maceo.

Auf einem hohen Sockel thront er direkt an der Uferpromenade. Noch wichtiger für Sie: Gerade legen Sie die letzten Schritte zum Malecón, Havannas berühmter Uferstraße, zurück. All die bekannten Impressionen aus Kubas Hauptstadt wie die feiernden Habaneros, an die Mauer klatschende Wellen, wartende Angler oder Zigarre rauchende Rentner begegnen Ihnen hier. Biegen Sie kurz hinter dem Denkmal rechts ab, befinden Sie sich auf dem schönsten Abschnitt des Malecón.



Castillo de San Salvador de la Punta

Blicken Sie hinaus auf die offene See oder in Richtung der Hafeneinfahrt. Halten Sie die Kamera dabei stets bereit. Denn am Ende des Malecón treffen Sie auf ein für Havanna einst ungemein wichtiges Bauwerk. Zwischen 1589 und 1610 erbaut, diente das Castillo de San Salvador de la Punta direkt an der Hafeneinfahrt als erste Verteidigungslinie.

Mithilfe einer Kette, die zwischen dem Kastell und dem auf der anderen Seite liegenden Castillo de los Tres Reyes del Morro gespannt wurde, sollten feindliche Schiffe an der Einfahrt gehindert werden. Entsprechend frei öffnet sich Ihnen auch der Blick auf Havannas zweites großes Verteidigungskastell.



Museo de la Revolución
© Paul Mannix, CC BY-SA 2.0

Geschichtsstunde im Museo de la Revolución

Sie sehen: Eine Reise nach Havanna entwickelt sich schnell zur Reise in die Geschichte. Erst recht, wenn Sie Ihren Spaziergang über den Paseo de Martí fortsetzen und schließlich links in die Calle Refugio abbiegen. Dort finden Sie jenen Ort, der Ihnen wirklich alles über Kubas Revolution erzählt: das Museo de la Revolución.

Sogar die Granma, jenes Boot, das gewissermaßen die Revolution in Gang setzte, ist ausgestellt. Mit ihr brachen die Revolutionäre der "Bewegung des 26. Juli" um Fidel Castro und Che Guevara von Tuxpan in Mexiko auf, um das Batista-Regime zu stürzen. Der vielleicht prägendste Moment in Kubas jüngerer Geschichte.



Kathedrale San Christobal
© Harald Biebel – fotolia.com

Auf Papst-Spuren zur Plaza de la Catedral

Am Ende Ihrer kleinen Geschichtsstunde laufen Sie an der Avenida Bélgica rechts und direkt links in die Calle Aguacate. Von dort aus führt Sie ein weiterer Linksknick über die Calle Emredrado zu Havannas vielleicht beeindruckendster Kirche: zur Catedral de la Virgen Maria de la Concepción Inmaculada – oder einfach zur Catedral de la Habana auf der Plaza de Catedral.

Als eine von elf römisch-katholischen Kathedralen in Kuba und Sitz der Erzdiözese San Cristóbal de la Habana empfing sie bereits die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Und sicherlich genossen auch die beiden heiligen Väter den Mix aus toskanischen Elementen und Barock, aus Korallenblöcken und Meeresfossilien in der Fassade.



Plaza de Armas
© Jens Hilberger – fotolia.com

Zum Open-Air-Markt auf die Plaza de Armas

Zurückstehen müssen dagegen die vielen Restaurants nahe der Kathedrale. Denn zunächst machen Sie sich über die Calle Mercaderes im Osten des Plaza de la Catedral auf zum ältesten Platz Havannas. An der Calle O'Reilly links abgebogen, befindet sich die Plaza de Armas beinahe in Sichtweite. Vielleicht haben Sie die Marmorstatue von General Manuel Céspedes bereits entdeckt. Oder Sie widmen sich dem Open-Air-Markt mit revolutionärer Literatur und Souvenirs.

Vertiefen Sie sich ruhig, verlieren Sie aber nicht den Blick für all die prachtvollen Gebäude rund um die Plaza de Armas. Für den Palacio de los Capitanes Generales, der heute das Stadtmuseum beheimatet. Vor allem aber für das Castillo de la Real Fuerza, Havannas älteste, noch existierende Festung, die die UNESCO 1982 zum Weltkulturerbe erklärte.



Kakaopause im Museo del Chocolate

Riechen Sie es? Nein? Dann biegen Sie an der Calle Obispo links auf die Calle Mercaderes ab. Der Duft wird intensiver. Der Duft von Schokolade aus Havannas Museo del Chocolate. Ein wenig führt der Begriff "Museo" allerdings in die Irre. Natürlich spricht nichts dagegen, sich umzusehen, um die Geschichte des Kakaos kennenzulernen.

Vor allem sollten Sie hier jedoch eine kleine Pause einlegen und sich ganz auf all die Spezialitäten konzentrieren. Probieren Sie insbesondere die heiße Schokolade. Schließen Sie die Augen, nehmen Sie das Schokoladenaroma auf und genießen Sie den Geschmack nach frischem Kakao, ehe Sie sich auf den kurzen Weg in Richtung Plaza Vieja machen.



Erst vernachlässigt, dann liebevoll restauriert: die Plaza Vieja

Folgen Sie einfach der Calle Mercaderes nach Süden, bis Sie auf die Calle Muralla treffen. Ein Rechtsknick, einige Meter – schon befinden Sie sich mitten im Herzen von Havannas Altstadt. Arkaden und historische Gebäude säumen die bereits 1559 angelegte Plaza Vieja. Ein Zeugnis von Kubas Geschichte und gleichzeitig ein perfektes Beispiel für die gelungenen Restaurierungen Havannas.

Den Restaurierungsprozess der ehemals verfallenen Gebäude vollziehen Sie auf aufwändigen Tafeln rund um den Platz nach. Vielleicht finden Sie unter den zahlreichen Cafés und Bars einen Platz für einen entspannten Mojito später am Abend. Andererseits gestaltet sich das Barangebot nur wenigen Minuten entfernt noch umfangreicher.

Plaza Vieja
Die Plaza Vieja in Havanna. © diegograndi – fotolia.com

"Wall Street" und Hauptgeschäftsstraße: Calle Obispo

Dafür laufen Sie die Calle San Ignacio einfach in Richtung Norden entlang. Nach einigen Minuten treffen Sie auf die Calle Obispo, Havannas inoffizielle Hauptgeschäftsstraße. Hier befand sich einst der Sitz der Nationalbank, sogar den Spitznamen "Wall Street" trug die Obispo. Heute reiht sie Restaurants an Cafés und Geschäfte. Dazwischen finden Sie die originalgetreu restaurierte alte Apotheke Taquechel. Biegen Sie links ab und tauchen Sie ein.



Parque Central, Havanna
© Photodesign Deluxe – fotolia.com

Ein Park ohne Rasenfläche

Immer weiter geht es die Straße hinab, bis Sie am Museo de Bellas Artes kurz rechts und direkt wieder links laufen. Sehen Sie das Capitolio? Geduld. Zunächst erkunden Sie einen der schönsten Orte Havannas, den Parque Central.

Erwarten Sie jedoch keine klassische Parkanlage, der Boden ist geteert. Dafür brechen sattgrüne Bäume und Palmen das Geflecht imposanter Kolonialfassaden auf. Und in der Mitte wartet natürlich wieder Nationalheld Jose Martí. Diesmal in Form einer Statue.



Vorbild Washington: das Capitolio

Nun erliegen Sie doch dem Charme des Capitolio, das seine Ähnlichkeit zu seinem Pendant in Washington D.C. übrigens erst gar nicht zu leugnen versucht. Schließlich ist es ihm tatsächlich nachempfunden. 1929 eingeweiht, diente das Capitolio einst als Repräsentantenhaus, Havanna heute immer noch als Wahrzeichen. Dazu beheimatet es die Nationalbibliothek, ein Internetcafé sowie die Akademie der Wissenschaften.

Capitolio
© Andrey Armyagov – fotolia.com

Ein Drink mit Hemingway im El Floridita

Was noch fehlt? Ein kühler Drink. Sie sind schließlich in Havanna – und da bietet sich ein leckerer Daiquiri in jener Bar, die ihn der Legende nach einst erfand, förmlich an. Zumal Sie vom Capitolio aus lediglich die Calle Teniente Rey bis zur Avenida Bélgica laufen, dort links und an der Calle Obispo wieder rechts abbiegen. Schon haben Sie das El Floridita erreicht.

Suchen Sie sich einfach ein Plätzchen, vielleicht sogar direkt neben Ernest Hemingway. Der Schriftsteller kam einst nämlich derart gern in seine Lieblingsbar, dass eine Statue an ihn erinnert. Lassen Sie das Erlebte sacken. Entspannen Sie. Zeit haben Sie genug. Alles, was nun noch fehlt, um Ihren zweistündigen Havanna-Spaziergang zu beenden, ist ein buntes Oldtimer-Taxi, das Sie zurück in Ihr Neckermann Reisen-Hotel bringt.


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