Hamburg zu Fuß

Hamburg zu Fuß

Hamburg zu Fuß in 2 Stunden

Am Wasser flaniert es sich besonders gut: Entsprechend angenehm gestalten sich Spaziergänge in Hamburg mit Alster, Elbe und Hafen. Regelmäßig spazieren Sie an Kanälen und Fleeten entlang, besichtigen auf Ihrem Weg zudem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Hamburgs. Sie erkunden die Binnenalster, das historischen Rathaus, den Michel, dazu die Speicherstadt und die Landungsbrücken. Begleiten Sie Neckermann auf einen unvergesslichen Spaziergang durch Hamburg. Sogar ein kurzer Abstecher nach Portugal ist dabei. Zwei Stunden genügen.

Zum Start vom Jungfernstieg über die Binnenalster blicken

Dass Sie in Hamburg wirklich überall von Wasser umgeben sind, haben Sie längst bemerkt. Verlassen Sie den U- oder S-Bahnhof Jungfernstieg (Linien 1, 2, 4 | Linien 1, 2, 3), stehen Sie jedoch direkt vor einem besonders schönen Stück Hamburger Wasserbecken. Eingerahmt von prachtvollen Fassaden schmiegt sich die Binnenalster nahtlos an die Innenstadt, lässt Schiffe über ihre beinahe quadratische Oberfläche gleiten. Sehen Sie die steinerne Brücke in der Ferne? Dahinter befindet sich die Außenalster.

Haben Sie Ihren Besuch in Hamburg auf den Zeitraum zwischen Frühlingsbeginn und Anfang November gelegt, sehen Sie nun zudem, wie die berühmte Alsterfontäne Wasser bis zu 60 Meter in die Luft pustet. In Kombination mit den Prachtbauten rund um die Binnenalster ergibt sich so ein wunderschönes Panorama. Speichern Sie die Szenerie ab und bewegen Sie sich danach auf die Europa Passage zu.

Ein riesiger "See" mitten in der Innenstadt: Entspannen an der Binnenalster.
Ein riesiger "See" mitten in der Innenstadt: Entspannen an der Binnenalster. (© oscity – Fotolia.com)

Der Rathausmarkt mit dem historischen Rathaus

Vom Jungfernstieg aus liegt sie rechts, führt Sie über den Ballindamm direkt auf den Plan. Sie sehen, weshalb Sie hier sind. Nicht wegen des Kopfsteinpflasters. Auch nicht wegen der Schaufenster. Das Rathaus, eines der Wahrzeichen Hamburgs, liegt direkt vor Ihnen. Noch sehen Sie "nur" den 112 Meter hohen Turm des Neorenaissance-Baus. Einige Meter weiter stehen Sie jedoch bereits mitten auf dem beinahe rechteckigen, nach dem Großen Brand von 1842 angelegten Rathausmarkt.

Dort fallen Ihnen auch erstmals die Ausmaße des beinahe so breiten wie hohen Sitzes des Hamburger Senats und Parlaments auf. Inspizieren Sie die Abbilder deutscher Kaiser, die Charakterbüsten für Vertreter der bürgerlichen Berufe und spazieren Sie danach in den von Renaissance-Fassaden umgebenen Innenhof. Der Brunnen ist Hygieia gewidmet. Nachdem Hamburg 1892 dank verbesserter Hygiene-Maßnahmen die Cholera-Epidemie überwunden hatte, sah man in der griechischen Göttin für Gesundheit nämlich die perfekte Symbolik.

Blick vom Jungfernstieg über die Kleine Alster zum Rathhaus der Hansestadt. Rechts die Alsterarkaden, der Kirchturm ganz links außen gehört zur Hauptkirche St. Petri.
Blick vom Jungfernstieg über die Kleine Alster zum Rathhaus der Hansestadt. Rechts die Alsterarkaden, der Kirchturm ganz links außen gehört zur Hauptkirche St. Petri. (© JFL Photography – Fotolia.com)

Nikolaikirche: ein Mahnmal

Lassen Sie das Gesehene ruhig auf sich wirken. Kompliziert sind die nächsten Meter Ihres Hamburg-Spaziergangs ohnehin nicht. Sehen Sie die Straße, die genau links am Rathaus vorbeiführt, die Große Johannisstraße? Die nehmen Sie und laufen geradeaus. Erst wenn der Hahntrapp abgeht, biegen auch Sie links ab. Erneut treffen Sie auf Kopfsteinpflaster. Erneut sehen Sie Ihr Ziel bereits vor sich. Diesmal besuchen Sie das Mahnmal St. Nikolai.

Einst stolze Hauptkirche St. Nikolai, fiel der neogotische Bau während des Zweiten Weltkriegs der Operation Gomorrha, einer Serie von Luftangriffen der Alliierten, sowie weiteren Abrissarbeiten zum Opfer. Nur der 147 Meter hohe Turm, dazu ein Teil der südlichen Außenmauer und des Chors blieben verschont und dienen heute als Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes. Durch die gläserne Pyramide betreten Sie nun das Museum, wo Sie alles zu Hamburgs Stadtgeschichte – inklusive der Zerstörung während des Zweiten Weltkriegs – erfahren, zudem, wann die Nikolaikirche das höchste Gebäude der Welt war.

Der noch erhaltene Kirchturm von St. Nikolai – heute ein Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes.
Der noch erhaltene Kirchturm von St. Nikolai – heute ein Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes. (© CC0 Public Domain)

Historische Deichstraße

Gerade noch in der Tiefe, befinden Sie sich dank des gläsernen Aufzugs nun auf 76 Metern Höhe auf der Aussichtsplattform des Mahnmals. Das Rathaus. Die Speicherstadt. Die Elbphilharmonie und vielleicht Ihr nächstes Ziel – alles breitet sich unter Ihnen aus. Zurück am Boden nehmen Sie den Hopfenmarkt, biegen links in den Kleinen Burstah ab, überqueren die Willy-Brandt-Straße, biegen rechts in die Deichstraße ab – plötzlich ändert sich alles. Schlagartig werden aus modernen Bauten althamburger Bürgerhäuser.

Direkt am Nikolaifleet wurden sie einst errichtet, führen Ihnen heute Fachwerk und barocke Fassaden vor. Zudem erzählen die Gebäude eine Geschichte. Eine traurige. Denn die Bauten der Deichstraße sind die letzten dieser traditionellen Hamburger Bürgerhäuser. Grund ist das Große Feuer von 1842, das in der Deichstraße ausbrach, erst nach gut drei Tagen unter Kontrolle gebracht werden konnte und große Teile der Innenstadt zerstörte. Nur die Gebäude, die Sie gerade betrachten, blieben verschont.

Blick auf die alten Bürgerhäuser der Deichstraße, rückseitig vom Nikolaifleet aus gesehen.
Blick auf die alten Bürgerhäuser der Deichstraße, rückseitig vom Nikolaifleet aus gesehen. (© Matthias Stolt – Fotolia.com)

Zu den Backsteinfassaden der Speicherstadt

Daher laufen Sie die Deichstraße auch ganz bis zum Ende entlang. Es sind ohnehin nur einige Meter. Schon sehen Sie Backstein. Beim Überqueren der Hohen Brücke blicken Sie allerdings noch kurz nach links, betrachten die dem Nikolaifleet zugewandten Fassaden der Deichstraße und lassen Ihr Ziel danach nicht mehr aus den Augen: die Speicherstadt. Immer weiter laufen Sie direkt am Zollkanal vorbei. Links grün bewachsene Bäume, rechts das Wasser, dahinter Backsteinbauten – schönstes Hamburg-Feeling!

Auf der Brooksbrücke überqueren Sie schließlich den Kanal: willkommen in der Speicherstadt! Möchten Sie Ihren Hamburg-Spaziergang ein wenig verlängern, gleichzeitig den Kindern eine Freude machen, besuchen Sie nun das im Kehrwieder gelegene Miniatur Wunderland. Oder Sie erkunden einfach echtes UNESCO-Kulturerbe, die rotbraunen Backsteinfassaden, den weltgrößten, historischen Lagerkomplex: die Speicherstadt.

Die Lagerhäuser der Speicherstadt wurden 1883 auf Eichenpfählen gebaut. Das Viertel ist durchzogen von "Fleeten" genannten Kanälen.
Die Lagerhäuser der Speicherstadt wurden 1883 auf Eichenpfählen gebaut. Das Viertel ist durchzogen von "Fleeten" genannten Kanälen. (© assedesignen – Fotolia.com)

Die beeindruckende Elbphilharmonie

Die beeindruckenden Fassaden der Speicherstadt führen Sie den Sandtorkai hinab, über die Brücke am Kaiserkai … zur Elbphilharmonie. Nach beinahe zehn Jahren Bauzeit wurde Sie Ende 2016 endlich fertiggestellt, im Januar 2017 eingeweiht. Einmalig ist die Lage direkt an der Elbe. Auf einem Backsteinsockel erhebt sich dort ein imposanter, geschwungener Glasbau.

Die Elbphilharmonie am Abend ihrer feierlichen Eröffnung.
Die Elbphilharmonie am Abend ihrer Eröffnung. (© Ralph Larmann, Elbphilharmonie Hamburg)

Laufen Sie umher. Bewundern Sie. Und gehen Sie hinein. Die Elbphilharmonie ist nämlich auch ohne Konzert einen Besuch wert. Über eine lange Rolltreppe gelangen Sie auf die Plaza, gewissermaßen das Dach des Backsteinsockels. Panorama. Auf allen Seiten ist die Plaza offen. Ein Balkon führt außen herum. Sie blicken über den Hafen, über die Elbe und über Hamburg: ein Traum.

Die Plaza – ein öffentlicher Raum in 37 Metern Höhe. (© Iwan Baan, Elbphilharmonie Hamburg)

Pause vor und Panorama auf dem Michel

Ein Traum, den Sie ruhig weiter träumen, während Sie über den Sandtorkai Richtung Elbpromenade laufen. Halten Sie den Blick dort nach links gerichtet. Dort liegen Elbe und Hafen. Über den Baumwall, vorbei am Verlagssitz von Gruner + Jahr, erreichen Sie schließlich die Michelwiesen. Kleine Pause gefällig? Breiten Sie die Picknickdecke aus, spielen Sie Ball, lassen Sie die Kinder ein wenig auf dem Spielplatz toben. Alles im Schatten des berühmten Hamburger Michel.

Offiziell nennt er sich Hauptkirche St. Michaelis. Bereit für einen Ausflug in luftige Höhen? Den Blick von Hamburgs Wahrzeichen müssen Sie gesehen haben. Zumal Sie auf dem 132 Meter hohen Turm nicht nur den vielleicht besten Blick über Hamburg genießen, sondern gleichzeitig noch Deutschlands größte Turmuhr bewundern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hingen im Michel nur noch 2 der 4 Turmglocken. Erst am 19. Mai 2016 wurden diese durch zwei neue Glocken wieder zu vollem Umfang ergänzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hingen im Michel nur noch 2 der 4 Turmglocken. Erst am 19. Mai 2016 wurden diese durch zwei neue Glocken wieder zu vollem Umfang ergänzt. (© pusteflower9024 – Fotolia.com)
Die Landungsbrücken ganz links außen, der prägnante Turm des Michel, St. Petri in der Mitte, Blick in die HafenCity sowie der Elbphilharmonie ganz rechts.
Die Landungsbrücken ganz links außen, der prägnante Turm des Michel, St. Petri in der Mitte, Blick in die HafenCity sowie der Elbphilharmonie ganz rechts. (© Marco2811 – Fotolia.com)

Hamburger Kaffeepause im Portugiesenviertel

Gerade noch hoch über Hamburg stehen Sie nun mitten in Portugal. Wirklich. Rot und Grün dominieren. Die Restaurants tragen portugiesische Namen. Es gibt Fisch und Fleisch wie in Porto oder Lissabon. Aber keine Angst, Sie haben nicht die falsche Abzweigung genommen, Ihr Hamburg-Spaziergang hat Sie vom Michel lediglich ins Portugiesenviertel geführt. Hier ließen sich die portugiesischen Gastarbeiter nieder, die in den 1960er Jahren nach Hamburg kamen – sie sind geblieben und haben Restaurants eröffnet.

Im Sommer stehen die Tische bis hinaus auf den Gehweg, alles spielt sich draußen ab – wie in Portugal. Ihre kleine Pause verbringen Sie jedoch in einem kleinen Café, das zwar im Portugiesenviertel liegt, dennoch nichts mit Portugal zu tun hat: im "Milch" in der Ditmar-Koel-Straße 22. Folgen Sie einfach den weißen Fliesen der Fassade – sie stammen noch vom früher hier ansässigen Milchladen. Schlicht, dennoch gemütlich ist es. Alles dreht sich um die hellblau geflieste Theke. Die Tische hat Besitzer Nico Ueckermann selbst hergestellt. Setzen Sie sich und genehmigen Sie sich einen der im "Milch" besonders guten Kaffees aus kleinen Hamburger Röstereien. Dazu entweder das Lachsbrötchen oder den Cheesecake im Glas. Die perfekte Pause für Ihren Hamburg-Spaziergang.

So lecker wie in ihrer Heimat: Pasteis de Nata im Portugiesenviertel von Hamburg als süße Verführung zum Kaffee.
So lecker wie in ihrer Heimat: Pasteis de Nata im Portugiesenviertel von Hamburg, eine süße Verführung zum Kaffee. (© LisaMarlena – Fotolia.com)

Kiez oder direkt zu Landungsbrücken und Hafenpanorama

Übrigens haben Sie mittlerweile beinahe die Landungsbrücken erreicht. Am Ende der Ditmar-Koel-Straße sehen Sie bereits die Kräne des Hafens auf der anderen Elbseite. Bald treffen Sie auf die Straße "Bei den St. Pauli-Landungsbrücken". Laufen Sie sie bis Sie bis zum Ende entlang. Biegen Sie nun rechts ab, können Sie Ihren Hamburg-Spaziergang ein wenig verlängern. Über die Davidtreppe kommen Sie dort nämlich zur Davidstraße, die Sie geradewegs auf die Reeperbahn führt. Biegen Sie wiederum links ab, dann sehen Sie rechts das szenige Strandpauli, eine Strandbar mit Hafenblick und möglicherweise der perfekte Abschluss für Ihren Spaziergang durch Hamburg in einigen Minuten. Sie gehen nun aber erst einmal die Landungsbrücken direkt am Wasser

entlang. Vorbei an der Kuppel des Alten Elbtunnels – erkunden Sie ihn später – spazieren Sie bis zum berühmten Pegelturm der Brücke 1. Fast ist Ihr Hamburg-Spaziergang vorbei. Fast. Zuvor besteigen Sie noch den kleinen Weinberg hinter dem S-Bahnhof. Ein wenig Panorama zum Abschluss hat schließlich noch nie geschadet. Oben angekommen, sehen Sie eine Jugendherberge und ein Rondell: Ihr Ziel. Von hier aus haben Sie den besten Blick über die Landungsbrücken und die Elbe, bis zu den Verladekränen. Ein perfekter Schlussakkord. Denn nun besteigen Sie an der Station Landungsbrücken die S- oder U-Bahn zurück zu Ihrem Hotel. Oder Sie kehren für ein leckeres Getränk direkt an der Elbe zurück nach Strandpauli.

Die Abenddämmerung bricht über die Landungsbrücken hinein. Ein schöner Tag in Hamburg geht zu ende und es wird Zeit, Abschied zu nehmen.
Die Abenddämmerung bricht über die Landungsbrücken hinein. Ein schöner Tag in Hamburg geht zu Ende und es wird Zeit, Abschied zu nehmen. (© Marco2811 – Fotolia.com)

Übernachten in Hamburg: Unsere besten Hotelempfehlungen für Sie