Typisch Dresden

Typisch Dresden

Typisch Dresden

Natürlich besichtigen Sie während Ihrer Städtereise nach Dresden die Frauenkirche. Heute ist sie Wahrzeichen, einst lag Sie Jahrzehnte in Ruinen, ehe sie elf Jahre lang wieder aufgebaut wurde. Typisch Dresden. Genauso wie Zwinger, Semperoper, die barocke Altstadt und die Elbwiesen. Begleiten Sie Neckermann Reisen auf eine Tour entlang der größten Sehenswürdigkeiten Dresdens.

Frauenkirche: vom Mahnmal zum Wahrzeichen

Vor nicht einmal 30 Jahren kamen Menschen nicht nach Dresden, um ein barockes Bauwerk mit riesiger Kuppel zu bewundern. Vor nicht einmal 30 Jahren wäre das auch gar nicht möglich gewesen. Denn fast fünf Jahrzehnte lang diente die Frauenkirche ausschließlich als Mahnmal gegen den Krieg. Während der DDR-Zeit hatte Dresden auf einen Wiederaufbau der evangelisch-lutherischen Kirche verzichtet. Stattdessen beließ die Stadt die Trümmer an jenem Ort, an dem das Bauwerk am Vormittag des 15. Februar 1945, zwei Tage nach dem Bombardement Dresdens durch die Alliierten, aufgrund der immensen Hitzeentwicklung eingestürzt war.

Über die Jahre entwickelte sich die Frauenkirche danach vom Mahnmal gegen den Krieg zum Symbol der Friedensbewegung – auch weil die Ruine nicht abgetragen, sondern konserviert wurde. Mithilfe von Spenden aus aller Welt begann 1993 schließlich der Wiederaufbau. Stein für Stein setzten die Bauherren größtenteils originales Material nach historischem Vorbild an die ursprünglichen Stellen, bis das Projekt mit einer festlichen Weihe 2005 schließlich seinen Abschluss fand. Heute zählt die Frauenkirche wieder zu den beeindruckendsten Bauwerken Dresdens. Und daher kommen Menschen heute tatsächlich nach Dresden, um ein barockes Bauwerk mit riesiger Kuppel zu bewundern.

Zwölf Jahre dauerte der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche.
Zwölf Jahre dauerte der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. (© BRIAN_KINNEY, Fotolia.com)

Renaissance und Barock in der Altstadt: Semperoper und Zwinger

Ein wenig grenzt Dresdens linkes Elbufer an ein Wunder. Nicht, weil all die Bauwerke dort so schön wären. Das sind sie. Vielmehr, weil Sie überhaupt dort stehen. Schließlich wurde Dresdens Altstadt während des Zweiten Weltkriegs nahezu vollständig zerstört. Heute steht jedoch wieder alles dort, wo es einst stand, ist gewissermaßen wieder jeder Stein, wo er hingehört. Denn die Dresdner Altstadt mit ihren Bauwerken aus der Renaissance, dem Barock und dem 19. Jahrhundert wurde gemäß der originalen Baupläne wiederaufgebaut.

Neben der Frauenkirche bewundern Sie auf Ihrem Weg durch Dresdens historisches Zentrum deshalb das bekannteste Opernhaus Deutschlands. Exakt 40 Jahre nach ihrer Zerstörung öffnete die prunkvolle Semperoper 1985 wieder ihre Tore und dient heute der Sächsischen Staatskapelle als Heimat. Sie können sowohl Ballettaufführungen als auch Konzerte und Operetten besuchen. Besonders günstig wird es mit etwas Glück 20 bis 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Dann besteht die Chance auf deutlich verbilligte Restkarten für die Vorstellung. Oder Sie lassen sich die Geschichte der Semperoper einfach während einer öffentlichen Führung näherbringen (11 Euro pro | 7 Euro ermäßigt).

Beendet ist Ihre Pracht-Sightseeing-Tour durch Dresden damit allerdings noch nicht. Denn Sie besuchen auch den barocken Zwinger, seinen wunderschönen Innenhof mit den Brunnen und imposanten Laternen sogar kostenlos. Für die Gemäldegalerie Alte Meister und die Porzellansammlung bezahlen Sie 10 Euro Eintritt. Lassen Sie sich auch das Glockenspiel aus Meißner Porzellan im Glockenspielpavillon des Zwingers nicht entgehen. Es erklingt zur viertel, halben, dreiviertel und vollen Stunde. Weitere Prachtbauten der Dresdner Altstadt sind das Residenzschloss, die Kathedrale, die Kunstakademie, das Albertinum, die Kreuzkirche sowie der Altmarkt und die Neue Synagoge.

Genießen Sie die tolle Aussicht auf den imposanten Zwinger mit seinem schönen Innenhof.
Genießen Sie die tolle Aussicht auf den imposanten Zwinger mit seinem schönen Innenhof. (© arborpulchra, Fotolia.com)

Das längste Porzellanbild der Welt: der Fürstenzug

Nicht New York, nicht London, nicht Paris, Dresden hat es: das längste Porzellanbild der Welt. Aus über 24.000 Fliesen feinstem Meißner Porzellan besteht der Fürstenzug, stolze 101 Meter ist er lang. Abgebildet sind auf dem Reiterzug 35 Könige, Kurfürsten und Markgrafen des Herrschergeschlechts des Hauses Wettin, zudem 59 Handwerker, Künstler, Wissenschaftler und Bauern. Vier Jahre dauerte es, ehe das Kunstwerk im 19. Jahrhundert von Wilhelm Walter an der Außenseite des Stallhofs angebracht wurde, noch einmal drei, bis es auf die heute sichtbaren Meißner Porzellanfliesen übertragen war.

Belassen Sie es jedoch nicht beim Fürstenzug, sondern schauen Sie sich auch den Stallhof an, auf dem früher Ritter- und Reiterturniere stattfanden. Heute dient er als Schauplatz kultureller Veranstaltungen. Zudem besuchen Sie natürlich das nahe gelegene Residenzschloss mit seinem Grünen Gewölbe. Die Straßenbahnlinien 4, 8 und 9 bringen Sie zur Haltestelle Theaterplatz. Von dort sind es nur wenige Meter zu Fürstenzug, Stallhof und Residenztheater.

Das weltgrößte Porzellanbild „Fürstenzug“ auf über 24.000 Fliesen aus Meißner Porzellan.
Das weltgrößte Porzellanbild „Fürstenzug“ auf über 24.000 Fliesen aus Meißner Porzellan.
(© thauwald-pictures, Fotolia.com)

Entspannung, Sonnenuntergang und Filmnächte auf den Elbwiesen

 

Andere Städte begradigen ihre Flüsse in Zentrumsnähe, pressen sie in ein Korsett, errichten Deiche. Dresden besitzt die Elbwiesen. Bis zu 400 Meter breit ziehen sie sich auf insgesamt 30 Kilometern am linken und rechten Elbufer entlang. Mitten durch die Stadt schlängeln sie sich, lassen dem Fluss damit seinen natürlich Verlauf und bieten Dresdnern und Besuchern ein schier endloses Naherholungsgebiet, auf dem sie Sport treiben, entspannen und grillen können. Allein zum Spaß dienen die Elbwiesen jedoch nicht. Auch zum Hochwasserschutz tragen sie bei.

Zwischen Ende Juni und Ende August finden jährlich übrigens die  Filmnächte am Elbufer statt: Kino unter freiem Himmel mit Blick auf Dresdens barocke Altstadt. Doch auch außerhalb dieser beiden Monate ist das Elbufer der perfekte Ort für die Dämmerung. Nämlich dann, wenn Sie es sich während Ihres Dresden-Urlaubs auf den Elbwiesen gemütlich machen, direkt auf die imposanten Bauwerke blicken und zusehen, wie die untergehende Sonne die Stadt in einen besonderen Mix aus Rot, Orange und Lila taucht: willkommen im "Elbflorenz".

Auf den Dresdner Elbwiesen können Sie ganz entspannt den Sonnenuntergang genießen.
Auf den Dresdner Elbwiesen können Sie ganz entspannt den Sonnenuntergang genießen.
(© Tino, Fotolia.com)

Flanieren auf der Brühlschen Terrasse

Den "Balkon Europas" entlang spazieren. Eine verlockende Vorstellung? Dann besuchen Sie Dresden erst recht. Mit ihren 500 Metern Länge, mitunter bis zu 10 Metern Höhe sowie einer Breite zwischen 20 und 200 Metern trägt die Brühlsche Terrasse direkt am Elbufer zwischen Carola- und Augustusbrücke nämlich den Spitznamen "Balkon Europas". Bis 1814 dem Adel vorbehalten, ist sie heute vom Schlossplatz aus über die Freitreppe im Westen zugänglich.

Dort sehen Sie auch die Statuen "Vier Tageszeiten" von Johann Schilling. Zudem finden sich auf der Brühlschen Terrasse Hinterlassenschaften aus der Renaissancezeit, das letzte Stadttor der sächsischen Residenz sowie die älteste erhaltene Steinbrücke Dresdens. Vielleicht genügt Ihnen jedoch auch einfach der traumhafte Blick aus erhöhter Lage über die Elbe.

Blick über die Elbe zum "Balkon Europas".
Blick über die Elbe zum "Balkon Europas". (© thauwald-pictures, Fotolia.com)

Dresdner Stollen und Eierschecke – die Liebe zu Gebäck

Dresden liebt seine Spezialitäten – und das völlig zurecht. Wo sonst bekommen Sie einen derart guten Christstollen? Da darf eine Stadt gern ein Stollensiegel vergeben, spezielle Stollenmesser verwenden, ein Stollenmädchen küren und eine Stollenfest ausrichten. Der Striezel gehört zu Dresden. Davon zeugt nicht zuletzt der Striezelmarkt, Dresdens weltberühmter Weihnachtsmarkt, einer der  schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Das Originalrezept für Christstollen geben Bäcker und Konditoren übrigens seit Generationen untereinander weiter. Alle verwenden dieselben Zutaten – unter anderem Weizenmehl, Hefe, Vollmilchpulver und Puderzucker – doch jeder Bäcker, jede Familie hat ihren eigenen Dreh, variiert die Zutatenmenge ein wenig und besitzt damit ihr eigenes Stollenrezept.

Probieren Sie während Ihrer Städtereise nach Dresden zudem unbedingt die Dresdner Eierschecke, diesen leckeren Kuchen, von dem Erich Kästner einst sagte, er sei "zum Schaden der Menschheit auf dem Rest des Globus unbekannt geblieben." Mit dem "Rest" meinte Kästner jeden Flecken Erde außerhalb Sachsens. Denn tatsächlich ist die Eierschecke mit ihren drei Schichten aus cremig gerührtem Eigelb, Butter, Zucker, Vanillepudding, Eiweiß, Quark sowie Milch und einem Boden aus Rühr- oder Hefeteig eine sächsische Spezialität, die gerade Dresdner besonders innig kultivieren. Die beste der Stadt soll es übrigens im  Dresdner Kaffeestübchen  in der Salzgasse 8 geben.

 


Eine Brücke, ein Blaues Wunder

Derlei Konstruktionen hatte im späten 19. Jahrhundert noch niemand gesehen. 280 Meter Stahlfachwerk. Zwei Erhebungen. Ein technisches Wunderwerk. Ein blaues technisches Wunderwerk. Also tauften Dresdens Bürger die Loschwitzer Brücke kurzerhand um. Seither verbindet das "Blaue Wunder" die Wohnviertel Blasewitz und Loschwitz. Als fünfte Elbbrücke der Stadt fertiggestellt, wurde die Brücke während des Zweiten Weltkriegs nicht zerstört und zählt heute zu den Wahrzeichen Dresdens.

Schauen Sie also unbedingt vorbei. Zumal die Zukunft des Blauen Wunders angesichts der hohen Verkehrsbelastung derzeit offen ist. Besonders schön ist es übrigens vom Elbufer aus während des Sonnenuntergangs. Und wenn Sie gerade da sind, besteigen Sie natürlich auch die von der Loschwitzer Brücke startende, älteste Bergbahn der Welt. Von Loschwitz bringt sie Sie nach Oberloschwitz zur Schönen Aussicht – und der Name ist Programm. Ebenfalls einen traumhaften Blick über Dresden haben Sie von der Bergstation der Standseilbahn, die Loschwitz mit dem Villenviertel Weißer Hirsch verbindet.

 

Das Blaue Wunder: ein sehenswertes Wunderwerk.
Das Blaue Wunder: ein sehenswertes Wunderwerk. (© foto_tech, Fotolia.com)

Übernachten in Dresden: Unsere besten Hotelempfehlungen für Sie