Amsterdam zu Fuß

Amsterdam zu Fuß

Amsterdam zu Fuß in 2 Stunden

Auf schmalen Straßen laufen Sie entlang schmaler Kanäle, bewundern historische Fassaden. Seine Grachten machen Amsterdam zu etwas Besonderem – und zum perfekten Ort für einen Stadtspaziergang. Wahrscheinlich könnten Sie endlos durch die wunderschönen Straßen laufen, dabei genügen Ihnen zwei Stunden, um mithilfe des Grachtengürtels Amsterdams wichtigste Attraktionen kennenzulernen. Sie sehen, wo eine alte Kirche auf sündiges Gewerbe trifft, wo Rembrandt wohnte und besuchen den höchsten Platz Amsterdams, dazu den größten Tagesmarkt Europas, auf dem Sie zudem einige echte niederländische Spezialitäten probieren: Pannenkoeken – Waffeln. Alles ist dabei. Begleiten Sie Neckermann Reisen auf einen zweistündigen Spaziergang durch Amsterdam.

Start am Amsterdam Centraal

Am Amsterdam Centraal läuft alles zusammen. Die Metro. Die Tram. Busse. Züge. Also beginnen Sie Ihren zweistündigen Spaziergang genau hier, an Amsterdams Hauptbahnhof. Verlassen Sie das rote Backsteingebäude mit seinen beiden Türmen, breitet sich die Stadt gewissermaßen vor Ihnen aus. Hinter Ihnen der Hauptbahnhof, dahinter der Noordzeekanaal, vor Ihnen Amsterdam mit seinen unzähligen Wasserwegen. Überall sehen Sie, wie Wasser zwischen Häusern und Straßen hindurchschimmert. Gleich sind Sie mittendrin.

Sprichwörtlich. Denn die ersten Meter führen zwischen den beiden Wasserbecken direkt vor dem Hauptbahnhof hindurch über die Prins Hendrikkade. Auf der gegenüberliegenden Seite biegen Sie vor der Damrak links ab, passieren das nächste Wasserbecken und spazieren kurz darauf halbrechts auf die Nieuebrugsteeg. Folgen Sie dem Rechtsknick, er führt Sie am Wasser entlang die Straße hinunter, bis rechts nach einigen Metern eine Kirche auftaucht.

Dreh- und Angelpunkt im Alltag eines jeden Amsterdamers: Das rote Backsteingebäude von Amsterdam Centraal
Dreh- und Angelpunkt im Alltag eines jeden Amsterdamers: Das rote Backsteingebäude von Amsterdam Centraal. (© Vlada Z, Fotolia.com)

Oude Kerk trifft sündige Fenster

Soeben haben Sie Amsterdams ältestes Gebäude erreicht. Eitel ist es deshalb jedoch nicht. Völlig unprätentiös nennt es sich einfach Oude Kerk, Alte Kirche. Gottesdienste finden hier ebenso statt wie Konzerte und Ausstellungen. Besonders macht die Oude Kerk neben ihrem Alter jedoch vor allem ihre Lage.

Vielleicht haben Sie es bereits bemerkt. Falls nicht – und auch sonst – starten Sie einen kleinen Erkundungslauf rund um die Kirche. Schmale Gassen trennen ihr Gemäuer von den Häusern auf der anderen Seite. Häuser mit großen Schaufenstern. Schaufenster, aus denen leicht bekleidete Damen grüßen. Die Oude Kerk befindet sich nämlich mitten in Amsterdams berühmtem Rotlichtviertel De Wallen. Hier das Gotteshaus, dort das sündige Gewerbe. Ein besonderer Gegensatz, den Sie so vielleicht nur in Amsterdam finden.

Das Amsterdamer Rotlichtviertel, hier auf dem Oudekennissteeg am Oudezijds Achterburgwal-Kanal
Das Amsterdamer Rotlichtviertel, hier auf dem Oudekennissteeg am Oudezijds Achterburgwal Kanal. (© ake1150, Fotolia.com)

Zentrum mit Palast und Mahnmal: der Dam-Platz

Danach folgen Sie einfach der Oudezijds Voorburgwal weiter am Kanal entlang. Links das Wasser, rechts Amsterdams historische Fassaden. Längst wissen Sie, weshalb Amsterdam zu den schönsten Städten Europas zählt. Dennoch müssen Sie das Wasser kurz verlassen, rechts in die Damstraat abbiegen. Denn dort sehen Sie nach wenigen Metern nicht weniger als das Nationaal Monument der Niederlande. 22 Meter ragt der Obelisk über eine teilweise geschwungene Gedenkmauer in die Höhe, wird dabei durch drei Skulpturen verziert. Die vier Männer stehen für Krieg, Frau und Kind für Frieden, die beiden Männer mit ihren Hunden für den Widerstand. "Nie wieder", sagt es aus. Eine klare Botschaft. Ein Mahnmal für die Opfer der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs, dazu ein Monument des Friedens und der Befreiung. Ein besonderer Ort.

Nehmen Sie ihn ruhig genau in Augenschein – blicken Sie sich jedoch auch um. Mittlerweile befinden Sie sich nämlich auf Amsterdams zentralem Platz. Und als solchen rahmen den Dam Plaza natürlich diverse geschichts- und bedeutungsträchtige Fassaden ein. Blicken Sie mit dem Monument im Rücken einmal quer über den Dam-Platz, sehen Sie rechts in der Ecke die Nieuwe Kerk, die die Oude Kerk einst als Pfarrei Amsterdams ablöste.

Besonders imposant ist jedoch das riesige Gebäude direkt vor Ihnen. Wir präsentieren: Amsterdams königlichen Palast, den Paleis op de Dam. Als Residenz dient er dem Hause Oranien-Nassau zwar nicht, dafür ist er das wichtigste Bauwerk aus Amsterdams Goldenem Zeitalter und wird von der Niederländischen Königsfamilie auch heute noch als Gästehaus für Staatsgäste genutzt.

Der Königliche Palast auf dem Dam, dem größten zentrale Platz mitten in der Altstadt von Amsterdam. Der Dam unterbricht die beliebte Fußgängerzone, die nördlich des Palastes als Nieuwendijk und südlich davon als Kalverstraat verläuft
Der Königliche Palast auf dem Dam, dem größten zentrale Platz mitten in der Altstadt von Amsterdam. Der Dam unterbricht die beliebte Fußgängerzone, die nördlich des Palastes als Nieuwendijk und südlich davon als Kalverstraat verläuft. (© ake1150, Fotolia.com)

Zum höchsten Kirchturm Amsterdams

Doch genug der Baukunst. Natürlich möchten Sie endlich den Grachtengürtel, Amsterdams berühmtes, 80 Kilometer langes Stück UNESCO-Welterbe erkunden. Indem Sie einfach links am Palast vorbeispazieren, tun Sie nun genau das. Nach nur wenigen Metern auf der Paleisstraat erblicken Sie erneut Wasser, den innersten Ring des Grachtengürtels, den Singel. Einige Meter weiter treffen Sie auf die Herengracht. Überquerten Sie auch sie, träfen Sie auf die Keizers- dahinter auf die Prinsengracht. Kennenlernen werden Sie beide später.

Denn diese vier Kanäle, die im 17. Jahrhundert im Zeichen eines besseren Warentransports angelegt wurden, ziehen sich wie ein glitzernd dahinfließender Gürtel parallel zueinander durch Amsterdams Innenstadt – womit der Grachtengürtel nicht nur ein einmaliges Bild abgibt, sondern Ihnen gleichzeitig als Orientierungshilfe dient. Passieren Sie auf Ihrem Weg über die Brücken nach der Keizers- die Herengracht, nähern Sie sich dem Stadtkern. Laufen Sie umgekehrt, entfernen Sie sich vom Zentrum.

Und genau diesen Weg beschreiten Sie nun. Anstatt die Herengracht zu überqueren, biegen Sie rechts ab, bis Sie an der nächsten Brücke auf die Raadhuisstraat treffen. Auf der rechten Straßenseite überqueren Sie nun die Herengracht und laufen einige Meter. Weiter über die Keizersgracht (den Kanal), danach rechts in die Keizersgracht (die Straße) – schon haben Sie Ihr nächstes Ziel direkt vor sich: die Westerkerk, respektive Ihren Turm.

85 Meter ist der Westertoren hoch, damit der höchste Kirchturm Amsterdams und in dieser Funktion stets sicht- und dank seines Glockenspiels mit insgesamt 49 Glocken bestens hörbar. So gut sogar, dass ihn Anne Frank in ihrem Tagebuch beschrieb, da sie die Glocken bis in ihr Versteck hören konnte. Es ist ganz nah. Doch dazu gleich mehr. Fällt Ihr Urlaub in Amsterdam auf den Sommer, besuchen Sie zunächst die erste Plattform des Turms und blicken über die Stadt. Laufen Sie einmal herum und genießen Sie die traumhafte Aussicht über Amsterdam.

Die Westerkerk gesehen von der Brücke der Reestraat an der Prinsengracht.
Die Westerkerk gesehen von der Brücke der Reestraat an der Prinsengracht. Im Sommer hat das Koffiehuis De Hoek hier an der Ecke Reestraat und Prinsengracht auch meist ein paar Stühle direkt am Kanal stehen, so dass die den Ausblick auf die Westerkerk mit einem "Koffie Verkeert" und einem süßen "Pannenkoek" genießen können! (© sborisov, Fotolia.com)

Durch Grachten, vorbei am Rijksmuseum in Richtung Albert-Cuyp-Markt

Genug gesehen? Dann biegen Sie am Ausgang der Westerkerk links ab und laufen die wenigen Meter bis zur Prinsengracht. Weshalb sich hier so viele Menschen versammelt haben? Das Eckhaus zu Ihrer Rechten gewährte einst Anne Frank Unterschlupf. Planen Sie Zeit ein und kommen Sie später noch einmal wieder. Ihr Spaziergang durch Amsterdam führt Sie nun nämlich nach links die Prinsengracht entlang.

Hier sehen Sie viel Backstein, große Fenster, schmale, wunderschöne Fassaden. Haben Sie bereits vergessen, dass Sie sich in der größten Stadt der Niederlande befinden? Möglich ist es. So gemütlich wirkt gerade der äußere Grachtengürtel, mit seinen Bäumen, den schmalen Straßen, historischen Bauwerken und natürlich Kanälen, auf denen immer wieder ein Boot vorbeigleitet – als befänden Sie sich mitten in einem Postkartenmotiv.

An der Spiegelgracht biegen Sie rechts ab, verlassen damit den Grachtengürtel und blicken vor ihrem Linksknick in die Weteringschans – gehen Sie kurz geradeaus. Sehen Sie das große Gebäude? Fast sind Sie am Rijksmuseum, dem bekanntesten Museum der Niederlande. Fast. Denn Ihr Amsterdam-Spaziergang führt Sie zum Gemeinschaftsgarten, einem kleinen Park, in dem Sie direkt am Kanal entlang laufen, bis Sie auf die Weteringlaan treffen, rechts abbiegen und danach bis zur Albert Cuypstraat spazieren.

Blick von der Westerkerk die Prinsengracht hinauf; vorne rechts im Bild der Museumstrakt des Anne Frank Hauses
Blick von der Westerkerk die Prinsengracht hinauf; vorne rechts im Bild der Museumstrakt des Anne Frank Hauses, dessen rotes Ziegeldach gleich dahinter zu erkennen ist. (© Kavalenkava, Fotolia.com)

Niederländische Spezialitäten auf Europas größtem Tagesmarkt

Soeben sind Sie am größten Tagesmarkt Europas, am Albert-Cuyp-Markt angekommen. Frisches Obst und Gemüse, frischer Fisch und bunte Blumen, Kleidung und Stoffe, Lederwaren und Schmuck, auf dem Markt finden Sie wirklich alles – sofern Sie in der Zeit von Montag bis Samstag zwischen 9 und 17 Uhr vorbeikommen. Natürlich probieren Sie Stroopwafels, diese unglaublich gute niederländische Spezialität, bei der eine Schicht Karamell zwei knusprige, dennoch leicht weiche Waffelhälften voneinander trennt.

Apropos, Zeit für eine Pause. Zeit für weitere niederländische Spezialitäten. Wählen Sie bei Vlaardingse Haringhandel beispielsweise den bei Niederländern extrem beliebten, in Essig eingelegten Hering mit Zwiebeln und Essiggurke im Brötchen. Danach probieren Sie bei Poffertjes Albert Cuyp Poffertjes, diese unglaublich guten kleinen Pfannkuchen mit Butter und Puderzucker. Oder Sie folgen einfach dem leicht süßlichen Duft zu Wally's Waffles. Endlich niederländische Waffeln. Schlagen Sie zu, wählen aus unterschiedlichen Toppings wie Schokolade, Sahne, Karamell oder Zimt – und genießen Sie.

Stroopwaffels sind mit Karamell gefüllt und werden traditionell zu Kaffee, Tee oder Kakao gereicht.
Stroopwaffels sind mit Karamell gefüllt und werden traditionell zu Kaffee, Tee oder Kakao gereicht. Sie werden vor dem Verzehr auf die Tasse gelegt, um die Waffel zu erwärmen und den Sirup darin zu verflüssigen. (© Martin Rettenberger, Fotolia.com)

Rembrandts einstiges Zuhause: das Rembrandthuis

Lassen Sie sich für den Genuss ruhig Zeit. Erst danach setzen Sie sich langsam wieder in Bewegung, folgen der Westeinde bis zur Frederiksplein, biegen rechts ab und treffen wenige Meter weiter erneut auf Wasser. Die Häuser bestehen weiter aus Backstein, besitzen große Fenster. Die Straßen bleiben schmal. Nur die Brücken sind länger. Sie befinden sich an der Amstel. Am Fluss, der durch Amsterdam fließt. Spazieren Sie ihn links entlang.

Bald überqueren Sie die Prinsengracht, die von Hausbooten gesäumt direkt in die Amstel mündet, und sehen bereits die Magere Brug, eine der wenigen, erhaltenen Holzbrücken der Niederlande. Überqueren Sie diese – Panoramafoto inklusive. Am Ende geht es links zwischen Hausbooten und Bauwerken geradeaus. Eventuell müssen Sie kurz warten. Denn eventuell passiert ein Schiff die Zugbrücke vor Ihnen. Die Ampel schaltet auf Grün? Weiter geht's.

Sie folgen einem leichten Linksbogen, bewundern rechts kurz das Gebäude "De Nationale Opera" und biegen am Zwanenburgwal rechts ab. Noch wenige Meter, dann stehen Sie vor dem Rembrandthuis. Jenem Gebäude, in dem das Genie mit Hang zum exzessiven Leben zwischen 1639 und 1658 lebte. Wenn Sie nun möchten, bewundern Sie in dem 1911 eröffneten Museum Radierungen des berühmten Malers, dazu Werke von Zeitgenossen sowie eine Rekonstruktion der Inneneinrichtung zu Lebzeiten.

Jodenbreestraat 4, hier lebte Rembrandt von 1639 bis zu seinem Bankrott 1658, woraufhin das Haus versteigert wurde.
Eine äußerst feine Adresse in der Jodenbreestraat 4: Hier lebte Rembrandt im Großen Stil von 1639 bis zu seinem Bankrott 1658, woraufhin das Haus versteigert wurde. Das heutige Museum gewährt einen Einblick, wie der Großmeister lebte. (© M. Rieger)

Eine Piazza auf dem Dach

Fertig? Die letzte Etappe Ihres Spaziergangs durch Amsterdam steht an. Über die Jodenbreestraat hinter dem Rembrandthuis erreichen Sie die Valkenburgerstraat. Biegen Sie links ab und laufen Sie danach einige Minuten die Straße entlang. Sobald Sie Autos im Tunnel unmittelbar vor Ihnen verschwinden sehen, überqueren Sie die große Kreuzung, machen einen Links-, danach direkt einen Rechtsknick und laufen – wie könnte es anders sein – am Wasser entlang. Sehen Sie das grüne Gebäude, das wie ein Schiffsrumpf aus dem Boden zu ragen scheint? Das NEMO. Amsterdams Science Center. Das Finale Ihres Spaziergangs.

Natürlich lohnen sich die Ausstellungen rund um die Wissenschaft, in denen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern selbst sauberes Wasser herstellen, zum Logistikexperten werden, herausfinden, wo wir eigentlich herkommen und sich auf einen Streifzug durch die Entwicklung der Wissenschaft begeben. Erkunden Sie das NEMO – vor allem jedoch das Dach.

Denn es ist nicht weniger als Amsterdams höchster Platz. Architekt Renzo Piano designte das Dach wie eine Piazza, die darstellt, wie die Elemente miteinander interagieren. Deshalb gibt es einen Wasserspielplatz, auf dem sich Ihre Kinder vergnügen. Dazu lernen Sie Interessantes über Sonne, Wind sowie nachhaltige Energie – und nehmen danach im Restaurant einen Snack ein. Das Beste: Der Zutritt auf das Dach des NEMO (täglich 10 bis 17.30 Uhr) ist kostenlos. Der perfekte Abschluss für Ihren Spaziergang durch Amsterdam. Zumal Amsterdam Centraal bereits in Sichtweite ist.

Blick von der Dachterrasse des Wissenschaftsmuseums Nemo.
Blick von der Dachterrasse des Wissenschaftsmuseums Nemo. (Bild © NEMO Science Museum)
Flanieren entlang des Grachtengürtels, hier an der Keizersgracht, hier an Abzweigung zur Leidsegracht
Flanieren entlang des Grachtengürtels, hier aufgenommen an der Keizersgracht an der Abzweigung zur Leidsegracht. (© Anibal Trejo, Fotolia.com)

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