Tipps gegen Flugangst

Tipps gegen Flugangst

7 Tipps gegen Flugangst


Machen Sie sich nicht verrückt. Etwas Nervosität vor dem Flug ist völlig normal. Sogar für den Fall, dass Sie wirklich unter Flugangst leiden, gibt es Wege, die Sie dennoch den Flieger besteigen lassen, die an Board für Entspannung sorgen und Ihnen so dabei helfen, Ihr Traumreiseziel zu erreichen. Neckermann Reisen hat sie für Sie zusammengefasst und sogar eine Flugbegleiterin um Rat gefragt. Sie erklärt, wie sie Ihnen an Board hilft und weshalb Sie sich bei Flugangst unbedingt an die Crew wenden sollten. Wir verraten wiederum, weshalb das Flugzeug so sicher ist, was Sie tun können, um sich bei Nervosität abzulenken, und wo Sie am besten sitzen.

1. Ihr perfekter Sitzplatz bei Flugangst

Auch für Sie gibt es den perfekten Sitzplatz – und dank des Check-ins von zu Hause aus bekommen Sie ihn auch. Suchen Sie sich einen Sitz über den Tragflächen oder weiter vorne aus, spüren Sie Bewegungen des Flugzeugs am wenigsten. Liegt er zudem am Gang, fühlen Sie sich weniger eingeengt. Unterbewusst haben Sie dort das Gefühl, im Notfall ausweichen zu können. Platzangst, häufig Teil der Flugangst, hat weniger Chancen.

Der perfekte Sitzplatz
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2. Gut vorbereiten

Informieren Sie sich vorab bewusst, finden Sie schnell heraus, dass ein Flieger auch ohne Triebwerke noch bis zu 200 Kilometer weit gleiten kann, dass die Tragflächen Bewegungsspielraum benötigen und dieser bei einem Jumbo acht Meter beträgt. So entsteht ein Mantra, das Sie sich vorsagen, sobald Nervosität einsetzt. Bei Turbulenzen denken Sie an folgenden Pilotensatz: “Das Flugzeug hält viel mehr aus als die Passagiere.”

Das Flugzeug hält viel mehr aus als die Passagiere.
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3. Richtige Kleidung für alle Fälle

Wer entspannen möchte, kombiniert nicht die hautenge Jeans mit einem am Körper anliegenden Rollkragenpulli. Er wählt gemütliche Kleidung. Exakt so verfahren Sie für Ihren Flug. Tragen Sie entspannt sitzende, dennoch stilvolle Kleidung. Am besten in mehreren Schichten. So entledigen Sie sich schnell einer, sollte Ihnen plötzlich warm werden, oder packen sich warm ein, wenn es fröstelt.

Die richtige Kleidung an Bord
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Flugbegleiterin über Flugangst: “Kontakt zur Crew kann Unsicherheit mindern”

Seit 11 Jahren arbeitet Nihal Reiwald (35) als Flugbegleiterin, zehn davon für Sun Express. Im Interview erklärt sie, wie Flugbegleiter Ihnen gegen Flugangst helfen und was Sie selbst tun können.

Erkennen Sie sofort einen Passagier, der unter Flugangst leidet?
Ja, tatsächlich. Meistens kommen sie beim Einsteigen sogar von selbst auf uns zu. Zudem zählt es zu unseren Hauptaufgaben, jegliche unnatürliche Situation, jegliches spezielle Verhalten sofort zu erkennen.

Bieten Airlines dafür spezielle Trainingsprogramme an?
Ja. Denn Passagiere mit Flugangst benötigen eine spezielle Behandlung. Am wichtigsten ist, Ihnen das Gefühl zu geben, ernst genommen zu sein, dass wir uns für ihr Problem interessieren. Zudem muss man auf dem selben Level kommunizieren. Derartige Dinge erfordern besondere Kommunikationsfähigkeiten – und die bedürfen einer Menge Training. (lacht)

Und wie reagieren Sie, wenn Ihnen ein Passagier mit Flugangst auffällt?
Zunächst informiere ich die übrigen Mitglieder meiner Crew. So weiß jeder, dass wir während des Flugs ein Auge auf sie oder ihn haben müssen. Allerdings sprechen wir den Passagier nie direkt an, wenn sie oder er es nicht von sich aus wünschen. Fühlt sich der Passagier auf seinem Sitz sichtlich unwohl, nehme ich ihn mit auf einen Platz, von dem aus er mich sehen kann.

Sollten sich Passagiere, die unter Flugangst leiden, grundsätzlich an die Flugbegleiter wenden?
Definitiv. Denn niemand kann die physischen Gefahren von Ängsten vorhersagen. Simple Ängste können schnell in Panikattacken umschlagen. Deshalb sollte man auf Nummer sicher gehen. Das vermeidet viele Probleme.

Was tun Sie, um Flugangst bei Passagieren zu mindern?
Ich muss entspannt sein. Wir hören geduldig zu und nehmen Ängste ernst. Dinge an Bord logisch zu erklären, hilft ebenfalls. Für mich persönlich am wichtigsten ist jedoch Augenkontakt. Ich vermittle immer das Gefühl, dass ich mich kümmere. Ich erinnere mich noch, wie ich einmal neben einer Passagierin saß und während des Flugs ihre Hand hielt. Es braucht schon ein wenig persönlichen Einsatz. (lacht)

Wie können Passagiere selbst aktiv werden?
Ich empfehle, möglichst früh und ausgeruht am Flughafen zu sein, um zusätzlichen Stress zu vermeiden. Zudem kann persönlicher Kontakt zur Crew die Unsicherheit mindern. Ebenfalls eine gute Möglichkeit ist, Informationen über die Airline und ihre Reputation einzuholen.

Und was sollten Passagiere tun, bevor sie ihre Reise antreten?
Einige Fluggesellschaften bieten spezielle Trainings gegen Flugangst an. Dort wird jedes Detail des Fliegens erklärt. Das nutzt definitiv. Denn dort erhalten sie wichtige Informationen rund um das Fliegen, die ihnen Sicherheit geben. Sind die Ängste extrem, empfehle ich eine spezielle Therapie, die ihnen wirklich auf den Grund geht.

Nehmen wir nun an, es kommt während des Flugs zu Turbulenzen oder ein Passagier mit Flugangst vernimmt ein komisches Geräusch. Was empfehlen Sie?
Zunächst einmal nehmen wir wirklich jede Warnung sehr ernst. Wir Informieren die Crew und prüfen, ob tatsächlich etwas nicht stimmt. Andererseits sind Geräusche und Turbulenzen Teil des Fliegens. Ich persönlich empfehle dem Passagier dann, ruhig zu bleiben und erkläre ihr oder ihm, woher die Turbulenzen kommen.


4. Kaffee und Alkohol gegen Flugangst? Besser nicht!

Ein paar Gläschen Wein oder Bier spülen die Angst schon weg? Im Gegenteil. Alkohol verstärkt das mulmige Gefühl eher. Ähnlich ungünstig wirkt Kaffee. Er regt die Adrenalinausschüttung an, erhöht den Blutdruck. Etwas Linderung versprechen Baldrian- oder Johannisbeerkraut-Tropfen aus der Apotheke. Diese rezeptfreien, pflanzlichen Mittel beruhigen tatsächlich – ohne zu benebeln.

Besser kein Kaffee bei Flugangst
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5. Essen gegen das flaue Gefühl

Dass Sie keinerlei Hunger verspüren, ist vollkommen verständlich. Versuchen Sie vor dem Flug dennoch, eine Kleinigkeit zu essen. Ein leerer Magen verstärkt nämlich das flaue Gefühl. Zudem sinkt der Blutzuckerspiegel. Das Unwohlsein steigt. Während des Flugs verbessert ein wenig Obst oder die Lieblingsschokolade das Befinden.

Ein kleiner Snack vor dem Abflug
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6. Ablenken bei Flugangst

Ihre Lieblingsmusik wirkt Wunder. Sie weckt positive Gefühle. Das hilft. Noch mehr, wenn Sie geräuschunterdrückende Kopfhörer verwenden. So blenden Sie Flugzeuglärm beinahe völlig aus. Auch ein Buch, ein interessanter Artikel oder das bordeigene Unterhaltungsprogramm lenken die Konzentration weg von der Flugangst.

Musik zur Entspannung hören
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7. Mit Atemübungen zur Ruhe kommen

Atmen Sie tief durch die Nase ein, danach noch länger durch den Mund wieder aus. Ihre Hand platzieren Sie dabei auf dem Bauch. Warten Sie zwei Sekunden – und noch mal: tief einatmen, lang ausatmen. Wiederholen Sie alles rund zehn Mal. Merken Sie, wie Sie zur Ruhe kommen? Zusätzlich hilft es, sich aufrecht hinzusetzen und beide Beine fest auf den Boden zu stellen. So haben Sie auch in der Luft festen Boden unter den Füßen.

Atemübungen gegen Flugangst
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