Norwegen: Das Licht von Oslo

Vor mir liegt die norwegische Hauptstadt Oslo noch im morgendlichen Schlummerschlaf. Langsam nähern wir uns der Stadt, deren Shillouette von Weitem eher wie ein kleines Fischerdorf wirkt als wie eine Hauptstadt. Die Bucht von Oslo schmiegt sich behutsam in die Fjordlandschaft. Die Überfahrt mit der Fähre von Kopenhagen nach Oslo dauert eine Nacht. Pünktlich um 9:30 Uhr steuern wir den Hafen an. Hinter uns liegt das Oslofjord mit seinen Hügeln, die aus dem Meer ragen, mit roten Holzhäuschen, die in der Einsamkeit der Landschaft ausharren, ich sehe ein kleines Kirchlein mitten auf einem kleinen Felsen zwischen den Fjorden stehen. Wie mag das Leben hier zwischen See und Fjord aussehen?

Ankunft am Hafen von Oslo

Am Hafen triumphiert das weiße Opernhaus, dessen Architektur an einen im Eismeer treibenden Eisberg erinnern soll. Als ich auf das Dach des Opernhauses steige, habe ich eine tolle Aussicht auf den Hafen und die Bucht vor Oslo. Das Licht in den Sommertagen ist so hell, dass der weiße Carrara-Marmor und die weißen Segelboote im Hafen blenden. In diesen Tagen gibt es wohl nirgendwo intensivere Farben als hier oben im Norden. Eine weitere prägnante Fassade am Hafen von Oslo ist das Rathaus mit seinen 2 roten schlichten Türmen. Hier werden jedes Jahr die Friedensnobelpreise verliehen. Vom Hafen aus schlendere ich direkt hinein in die Innenstadt. Oslo ist eine ruhige Stadt ohne Großstadthektik, die ich sonst von europäischen Großstädten her kenne. Mein Weg führt direkt zum königlichen Schloss von Norwegen.

Zur Wachablösung am norwegischen Königsschloss

Die Flagge auf dem Dach des Schlosses ist gehisst. Die Königsfamilie mit Prinzessin Mette-Marit und Prinz Haakoon scheint zuhause zu sein. Schlicht und einfach wirkt auch das Schloss, das der Regierungssitz der norwegischen Monarchen ist. Gerade rechtzeitig zur Wachablösung komme ich am Schloss an und schaue dem Treiben eine Weile zu. Einige Zuschauer versuchen vergebens, die strammen Wachsoldaten zu einem Lächeln zu bewegen. Vom Schloss laufe ich die Schloss- und Haupteinkaufsstraße Karl Johans Gate hinunter, die ganze Stadt riecht nach Flieder und verströmt den Duft von Sommer. Ich komme am norwegischen Parlament Stortinget vorbei, in dem seit 1866 die Regierung tagt.

Hoch hinaus auf den Holmenkollen

Ich beschließe, mit der S-Bahn ca. 15 Minuten an den Stadtrand von Norwegen auf den Berg Holmenkollen zu fahren. Dort befindet sich die olympische Skisprungschanze, auf der 1952 die Olympischen Winterspiele ausgetragen wurden. Sie gilt als weltweit älteste Skisprungschanze, außerdem beherbergt die Anlage auch das norwegische Skimuseum. Mit dem Aufzug geht es die Sprungschanze hinauf. 60 Meter stürzen sich hier die Skispringer hinunter, nie im Leben würde ich mich das trauen, denn von hier oben sieht die Skischanze ziemlich steil aus. Auf der anderen Seite genieße ich von hier oben einen tollen Blick auf Oslo. Der Berg Hollmenkollen zeigt einen Ausschnitt, wie Norwegen im Landesinnern aussehen muss: grüne Berghänge, blaue Seen und rote Holzhütten, ganz so, wie ich mir Norwegen vorstelle.

Mit dem Segelboot zur Museumsinsel Bygdøy

Zurück in Oslos Zentrum kaufe ich mir ein Ticket für die Museumsinsel Bygdøy am Hafen. Mit einem alten Holzsegelboot geht es hinüber auf die Museumsinsel, auf der sich einige der wichtigsten Museen von Norwegen befinden. Aber allein schon die Hop-on-hop-off Segeltour ist ein Erlebnis für sich. Mit dem Oslo-Pass ist diese Tour übrigens inklusive, genauso wie der Eintritt in die Museen. Ich steuere als allererstes das Wikinger-Museum an. Hier sind alte Wikingerschiffe aus dem 9. Jahrhundert, die als Grabbeilagen gefunden wurden, ausgestellt. Weiter gehe ich zum Polarschiffmusuem FRAM. Die FRAM ist eines der stabilsten Polarschiffe der Welt. Roald Amundsen hat 1910 seine Polarexpeditionen zum Südpol mit der FRAM gemacht. Wer sich für noch mehr Expiditionsfahrten interessiert, sollte sich auch das Kon-Tiki-Museum anschauen, hier befindet sich das Kon-Tiki-Floß, mit dem der Wissenschaftler Heyerdahl auf Entdeckungsfahrten ging.
Nach so viel kulturellem Input genieße ich die Rückfahrt mit dem Segelboot in den Hafen von Oslo. Im Abendlicht schlendere ich hier die alte Stadtmauer hinauf zur Festung Akershus und in die Innenstadt. Der Hunger führt mich in ein Restaurant, ich bestelle Fish and Chips für sagenhafte 25 Euro! Norwegen ist nichts für Sparer, wer hierher reist, sollte bei den Preisen beide Augen zumachen. Aber ein Ausflug nach Norwegen und ein Tag in Oslo lohnen sich auf alle Fälle. Die norwegische Hauptstadt hat mich total überrascht. Selten habe ich so eine entspannte Atmosphäre in einer Hauptstadt vorgefunden, so freundliche und stolze Menschen und so ein atemberaubendes Sommerlicht. Irgendwann muss ich noch einmal kommen und noch mehr von diesem Land sehen.

Nicole Aupperle

Nicole Aupperle

Hey, ich bin Nicole, die Reisebloggerin vom unterwegs & daheim Reiseblog. Hier schreibe ich von meinen Reisen, Kurztrips und Ausflügen von unterwegs & daheim. Ob ich von der Spitze einer Maya-Pyramide im mexikanischen Dschungel berichte, von einem Segeltörn durch die türkische Ägäis oder den Apfelstrudel in Wiener Kaffeehäusern teste, ich liebe es die Welt mit allen Sinnen zu erkunden.