Montenegros Naturschätze

Noch immer schwirrt mir der Kopf von den 25 schwindelerregenden Haarnadelkurven, die mich zu diesem Aussichtspunkt auf mehreren hundert Metern Höhe geführt haben. Die fjordartige Bucht von Kotor, die sich nun vor meinem Augen ausbreitet, ist umrahmt von dramatisch hohen Bergketten, an deren Fuß die gleichnamige Hafenstadt Kotor wie ein Juwel liegt. Dem hochsommerlichen Trubel der Küstenstädte will ich heute auf einer zweitägigen Tour durch das Landesinnere entgehen und die Naturschätze des Kleinstaats Montenegro erkunden.

Lovćen Nationalpark

Nach einer knappen Stunde weiter bergauf erreiche ich den Lovćen Nationalpark (Eintritt: 2 Euro). Über die 500 beschwerlichen Stufen hieve ich mich vom Parkplatz zum Jezerski-Gipfel, wo sich der montenegrinische Politiker und Dichter Petar Njegoš ein Mausoleum hat errichten lassen. Von dort bietet sich ein einmaliger Ausblick auf die Kotor-Bucht und das Gebirge, und laut den Einheimischen reicht der Blick bei guter Sicht sogar über das ganze Land. Wenn ihr es schon so weit geschafft habt, dann zahlt bitte auch die 3Euro Eintritt für das Mausoleum – nicht um das Monument von Njegoš aus nächster Nähe betrachten zu können, sondern vielmehr um zu der spektakulären Aussichtsplattform zu gelangen.

Durmitor Nationalpark und Tara-Schlucht

Die nächste Etappe von etwa 3 Stunden führt mich tief ins montenegrinische Bergland zum Dorf Žabljak. Wenige Kilometer dahinter liegt der Haupteingang zum Durmitor Nationalpark (Eintritt: 3 Euro), von dem aus ein mit dichtem Nadelwald umgebener Pfad nach 10 Minuten an eine Lichtung führt. Beim Anblick des vor mir liegenden türkisblau funkelnde Sees Crno Jezero verschlägt es mir die Sprache, denn ein Gewässer, das übersetzt „Schwarzer See“ heißt, habe ich mir wahrlich anders vorgestellt. Genüsslich pflücke ich ein paar Blaubeeren und mache es mir auf einer Bank gemütlich. Ich bin froh, dass ich eine Nacht in einem der vielen Gästehäuser in Žabljak eingeplant habe, denn so kann ich den See nun in aller Ruhe zu Fuß umrunden und am nächsten Tag über die gut ausgeschilderten Wanderwege zu weiteren Seen und Hochalmen im Nationalpark gelangen. Auch einem Ausflug zur 30 Minuten entfernten Tara-Brücke, die über eine der tiefsten Schluchten der Welt gespannt ist, kann ich auf diese Weise genug Zeit widmen.

Skutari-See Nationalpark

Auf dem Rückweg Richtung Küste lege ich auf halber Strecke zwischen Podgorica und Cetinje einen Abstecher zu den Hügellandschaften des Skutari-Sees ein. An einer besonders dramatischen Stelle, etwas östlich des idyllischen Dörfchens Rijeka Crnojevića, mäandert sich ein Ausläufer des Sees in Hufeisenform um die sanften Hügel und gibt den Blick auf die hinter ihm liegende Seenlandschaft frei.

Sveti Stefan – Insel der Superreichen

Nach einer weiteren Stunde gelange ich zurück ans Meer vor dem süßen Inselstädtchen Sveti Stefan, gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang. Der Zugang zur Insel ist heutzutage nur den superreichen Gästen des dort ansässigen Luxus-Resorts vorbehalten. Daher beschließe ich den Tag auf dem Festland im Restaurant Drago (Slobode 32), von dessen Terrasse ich einen grandiosen Ausblick auf die Insel und die umliegende Bucht von Budva habe. In diesem freundlichen Familienbetrieb werden deftige Grill- und Fischplatten sowie typische Balkangerichte für weniger als 10€ pro Person serviert.

Stefanie Schwarz

Stefanie Schwarz

Servus, ich bin Steffi! Ich komme ursprünglich aus einem abgeschiedenen 300-Seelen-Dorf im bayerischen Altmühltal. Nach dem Abi ging´s in die "große Stadt" München, wo ich vor zwei Jahren mein Ingenieurstudium beendet habe. Die Regelstudienzeit habe ich dabei weit hinter mir gelassen, denn mir war wichtiger, etwas von der Welt zu sehen! Auf meinen Reisen versuche ich, alternative Wege zu beschreiten, und vor allem, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Dafür lerne ich nicht nur Fremdsprachen wie bekloppt (die sechste ist in Arbeit), auch Couchsurfing ist für mich essentiell - man macht nicht nur einmalige Erfahrungen, sondern findet obendrein Freunde für´s Leben! Falls es mit dem Couchsurfen mal nicht klappt, wird man mich im Hostel finden. Günstig reise ich nicht nur aus Not, sondern weil ich es einfach spannender ist. Ab und zu fahre ich auch per Anhalter.