Malta: Drei Tage mit dem Linienbus über die Insel

Dutzende von Augen schauen mich an, sie blicken fast ein bisschen wehmütig. Sanft schaukeln sie auf und ab und warten auf ihren nächsten Einsatz … Willkommen in Marsaxlokk, dem beliebtesten Fischerort auf Malta. Unzählige Boote liegen in der hufeisenförmigen Bucht. Alle sind farbenfroh bemalt, die meisten haben zwei Augen am Bug. Diese sollen den Fischern Glück bringen und sie auf hoher See vor Unheil bewahren. Am Nachmittag haben die Männer ihr Tagwerk schon vollbracht. Die Ergebnisse sind in den Auslagen der zahlreichen Fischrestaurants am Hafen zu bestaunen. Frischer als hier ist Fisch kaum zu bekommen.

Kleines Land mit viel Verkehr

Marsaxlokk ist das erste Ziel, das wir nach unserer Ankunft auf Malta ansteuern. Vom Flughafen aus fährt direkt ein Bus in knapp einer halben Stunde in den Fischerort. Drei Tage haben wir Zeit, auch den Rest der Insel zu erkunden. Reicht das aus? Als wir über Malta kreisen, lässt mich der Blick aus dem Flugzeugfenster zuversichtlich nicken: Ich kann von oben das andere Ende der Insel erkennen – so groß scheint der kleine Staat nicht zu sein.

Wir sind gelandet. Vor allem rund um Valletta, der Hauptstadt Maltas, herrscht viel Verkehr. Der Linienbus schiebt sich durch die engen Straßen. Wer keine Lust hat, sich mit einem Mietwagen in das Verkehrsgetümmel zu stürzen, ist mit der Tallinja Card der Verkehrsgesellschaft gut bedient: Für 21 Euro können sämtliche Buslinien sieben Tage lang genutzt werden. Die Karte ist direkt am Flughafen erhältlich.

Mdina am besten am Abend

Wir nutzen unser Ticket voll aus. Nächster Stopp nach dem Fischerdorf: Mdina. Die bestens erhaltene Altstadt mitten auf der Insel ist nur zu Fuß zu erkunden – sie wird auch „Stadt der Stille“ genannt. Durch ein Tor gelangen wir uns Innere der Festungsmauern und lassen uns durch die Gassen treiben. Barocke Architektur, mittelalterliche Bauwerke, prächtige Kirchen und eindrucksvolle Paläste reihen sich aneinander. Während tagsüber viele Touristen in der Mdina unterwegs sind, herrscht abends in der Altstadt wieder Ruhe. Die gelben Straßenlaternen werfen ein romantisches Licht auf die alten Bauten, während unsere Schritte von den Mauern widerhallen.

Wandern an der Golden Bay

An unserem zweiten Tag auf Malta wird es sportlich: Wir fahren zur Golden Bay. Eigentlich könnten wir hier an diesem goldfarbenen Strand direkt verweilen, doch wir wollen wandern gehen. Hinter dem großen Hotel am Rande der Bucht steigen wir zu den Klippen hinauf und laufen – immer mit Blick auf das tiefblaue Meer – den gut sichtbaren Pfad entlang. Nach zwei Stunden erreichen wir Popeye Village, den Drehort für den Film „Popeye, der Seemann“ aus den 1980er-Jahren. Der Eintritt in den Funpark, der sich vor allem für Kinder lohnt, kostet ab 8 Euro.

Prachtvolle Kirche in Valletta

Der dritte Tag auf Malta ist der Hauptstadt Valletta gewidmet. Hier hat mich vor allem die St. John‘s Co-Cathedral beeindruckt. Von außen ist die Kirche völlig unscheinbar. Doch nachdem wir unsere 10 Euro Eintritt bezahlt haben, eröffnet sich vor uns ein wahres Wunder: Prachtvolle Malereien und Reliefs, der Boden ein einziges Mosaik-Kunstwerk, reich verzierte Kapellen und nicht zuletzt ein bedeutendes Gemälde von Michelangelo da Caravaggio sind jeden Cent Eintritt wert. Wir lassen den Tag in Vallettas Parkanlage Upper Barracca Gardens mit Blick über den Grand Harbour ausklingen und stellen fest: Drei Tage reichen nicht aus, um Malta gerecht zu werden. Wir kommen wieder!

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Sabine Olschner

Sabine Olschner

Ich heiße Sabine Olschner und ich bin nicht nur Journalistin, sondern vor allem auch ein Reisejunkie. Als Tochter eines Binnenschiffers ist mir das Reise-Gen buchstäblich in die Wiege gelegt worden, denn meine ersten drei Lebensjahre habe ich mit meinen Eltern nur auf dem Schiff gelebt. Mit 17 fuhr ich zum Schüleraustausch nach Australien, mit 22 lebte ich ein Jahr in Großbritannien, später ging es auf eigene Faust durch Asien, Afrika und die USA. Flug buchen, Rucksack packen und dann mal schauen, was passiert, ist mir die liebste Art zu reisen. Und wenn ich von einer Tour nach Hause zurückkehre, wird bereits die nüchste geplant. Meist reise ich dabei mit meinem Partner - bevor wir uns kennengelernt haben, war ich oft und gern auch allein unterwegs.

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