Kopenhagen zu Fuß in 2 Stunden

In Kopenhagen führen viele Wege direkt am Wasser entlang. Perfekte Bedingungen für einen zweistündigen Spaziergang durch Dänemarks Hauptstadt. Begleiten Sie uns und lassen Sie sich von der Fähre zur Oper bringen, bewundern Sie die Stadtresidenz der dänischen Königin, die Kleine Meerjungfrau und die Kronjuwelen, spazieren Sie durch Nyhavn, genießen Sie die dänischen Spezialitäten des Dessertdrachens und tauchen Sie tief ein in Dänemarks Geschichte. In Kopenhagen sind die Wege kurz. Los geht Ihr Spaziergang.

Zum Start mit der Fähre direkt zur Oper

Stilecht beginnen Sie Ihre Erkundungstour durch Kopenhagen. Die letzten Meter zum Start legen Sie nämlich nicht etwa per Bus oder Metro zurück, Sie nehmen die Fähre – das optimale Verkehrsmittel in einer Stadt, die derart vom Wasser dominiert ist wie Kopenhagen. An der Station Nordre Toldbod besteigen Sie die Schiffe der Linie 991 oder 992 und setzen einmal über den Københavns Havn. Ihr Ziel sehen Sie dabei bereits von weitem. Mit ihrem markanten Vordach ist die neue Oper Kopenhagens kaum zu übersehen.

Durch Christianshavn über die Inderhavnsbroen nach Nyhavn

Ehe Sie Ihren Spaziergang durch Kopenhagen fortsetzen, blicken Sie noch über das Wasser ans andere Ufer. Dort sehen Sie das Schloss Amalienborg und die Frederikskirche. Nicht das schlechteste Panorama. Bilder gemacht? Überqueren Sie den Kanal nun nach links und biegen Sie direkt wieder rechts ab. Immer am Wasser geht es entlang. Rechts liegen Boote, links reihen sich flache, rote Häuser aneinander. Kurz darauf wird es grün, Sie überqueren den nächsten Kanal, sehen rechts auf einer kleinen Insel eine Halle. Dort, auf der „Papierinsel“ befindet sich Copenhagen Street Food, einer der bekanntesten Street-Food-Märkte der dänischen Hauptstadt.
Sie wissen noch nicht, wo Sie abends essen sollen? Hier ist eine Option. Zunächst folgen Sie der verzweigten Brüche vor Ihnen jedoch halbrechts und erreichen wenige Meter später die nächste Insel. Folgen Sie der Strandgade bei zweiter Gelegenheit nach links, danach direkt wieder nach rechts, stehen Sie an jener Ecke, an der einst eines der bekanntesten und besten Restaurants der Welt zuhause war. Das NOMA um Chef Rene Redzepi hat sich jedoch eine Auszeit genommen, um frisch inspiriert mit neuen Gerichten an neuer Stelle zu eröffnen. Einen kulinarisch derart historischen Ort besichtigen Sie natürlich dennoch.
Danach spazieren Sie Ihren Weg auf der Strandgade zurück, biegen an der T-Kreuzung links ab. Über die Inderhavensbroen geht es über das Wasser direkt hinein in Kopenhagens wohl beliebtestes Viertel. Sehen Sie die bunten Häuserfassaden? Das lebhafte Treiben direkt am Kanal? Sie sind in Nyhavn. Hier entspannen Einheimische und Urlauber tagsüber und vor allem abends bei Drinks und gutem Essen am Wasser und genießen das dänische Lebensgefühl. Vielleicht finden Sie ja bereits jetzt die passende Bar für den Abend.

Vorbei am Königlichen Markt zu Frederikskirche und Schloss Amalienborg

Weht die Fahne auf dem Dach des Schlosses, ist die Königin zuhause. Falls nicht, wenden Sie sich einfach schnell der Frederikskirche zu. Mit seiner riesigen Kuppel thront der neoklassizistische Spätbarockbau beinahe über der Stadt, prägt ihr Bild mit. Dabei fristete die Frederiks Kirke aufgrund von Uneinigkeiten bezüglich der Finanzierung lange ein Dasein als Bauruine. Diese Zeiten sind offensichtlich vorbei. Besichtigen Sie auch das Innere. Dort finden Sie sehenswerte Skulpturen, Wandmalereien und Mosaike.

Nun geht es zurück auf die Bredgade. Laufen Sie immer geradeaus, bis Sie irgendwann auf Wasser treffen. Halten Sie sich am ersten Kanal rechts. Sehen Sie eine Brücke, danach noch eine? Überqueren Sie beide – schon stehen Sie mitten auf einer überdimensionalen Seerose. So wirkt die fünfeckige Insel, auf der das Kastell von Kopenhagen im 17. Jahrhundert errichtet wurde. Dass es hier einst um die Verteidigung der Stadt ging, lässt sich angesichts des idyllischen Parks, der roten Gemäuer sowie einer kleinen Windmühle heute nur noch erahnen.

Untersuchen Sie das Areal, überqueren Sie danach erneut die beiden Brücken und halten Sie sich links. Den Langelinie Park lassen Sie rechts liegen, denn Ihr Ziel ist eine kleine Landbrücke hinter der eine Kleine Meerjungfrau grazil auf einem Felsen sitzt. Sie haben eine der größten Attraktionen Kopenhagens erreicht – wenngleich die Kleine Meerjungfrau mit ihren 1,25 Metern deutlich kleiner ist, als Sie vielleicht erwartet haben. Wichtig ist ohnehin die Szenerie. Im Vordergrund die elegante, bronzene Skulptur, dahinter das Wasser, der Hafen, vielleicht ein Boot.

Zu königlichen Insignien und Kronjuwelen ins Schloss Rosenborg

Haben Sie Ihr perfektes Fotomotiv gefunden, spazieren Sie die letzten Meter um die Insel des Kastells herum und biegen an der Øster Voldgade links ab. Lassen Sie sich vom Verkehr nicht aus der Ruhe bringen. Einige Minuten benötigen Sie. Hinter einer Kreuzung erblicken Sie links bald ein steinernes Tor. Laufen Sie hindurch. Der Verkehr bleibt draußen, Sie sind drinnen: auf dem Vorplatz des Schloss Rosenborg.

Traumpanorama auf dem Runden Turm

Ihr Spaziergang durch Kopenhagen führt Sie danach über die Gothersgade geradeaus auf die Landemærket. Laufen Sie die schmale Straße entlang. Nach einigen Metern passieren Sie das massive Backsteingebäude der Dreifaltigkeitskirche, an dessen Ende Sie links abbiegen. Sehen Sie den runden Turm, den Rundetaarn? Gehen Sie hinein, danach den 209 Meter langen Wendelgang ohne Treppen hinauf auf 42 Meter. Oben angekommen, sehen Sie wie Kirchturmspitzen aus dem Häusermeer Kopenhagens ragen, sehen das Wasser, den Hafen, die gesamte Stadt.

Pause beim Dessertdrachen

Genießen Sie den Ausblick, ehe Sie Ihren Weg durch Kopenhagen fortsetzen, nur um ihn wenige Minuten später kurz zu unterbrechen. Pause. Doch nicht irgendwo. Über Krystalgade, Nørregade und Sankt Peders Stræde erreichen Sie Dessertdragens Kageværksted, die Kuchenwerkstatt des Dessertdrachens. Was das bedeutet? Ganz einfach: genießen! Suchen Sie sich Ihren Favoriten aus den leckeren, selbst gebackenen Backwaren im Fenster aus. Es gibt Brownies, Karotten- und Käsekuchen, zudem Muffins. Geht es nach uns, halten Sie sich an die dänischen Spezialitäten. Die Linse, eine Vanillepuddingtorte, schmeckt beispielsweise hervorragend. Probieren Sie zudem den Himbeer Cut, einen flachen Kuchen, dessen zwei Kecksböden durch eine Schicht Himbeermarmelade getrennt und von einem Zuckerguss überzogen sind.

Kunst- und Biergeschichte in der Ny Carlsberg Glyptotek

Gut gestärkt? Dann machen Sie sich über den H.C. Andersen Boulevard auf den Weg in Richtung Ny Carlsberg Glyptotek. Der Name klingt vertraut. Denn einerseits stiftete Carl Jacobsen, Sohn von Gründer Jacob Christian Jacobsen und Namensgeber der berühmten Carlsberg Brauerei, die beeindruckende Sammlung antiker Skulpturen aus Rom, Griechenland und Ägypten sowie moderner Skulpturen von Edgar Degas und Auguste Rodin. Andererseits war Jacobsen so sehr von der Glyptothek in München begeistert, dass er „sein“ Museum nach ihr benannte. Finanziert wird die Ausstellung, die übrigens auch Werke Monets zeigt, heute übrigens unter anderem durch einen kleinen Obolus, den jeder beim Kauf einer Flasche Carlsberg entrichtet.
Für Ihren Spaziergang durch Kopenhagen konzentrieren Sie sich jedoch auf das Äußere des beeindruckenden Gebäudes, auf die rote Fassade mit ihren Säulenbögen und vor allem auf den wunderschönen Wintergarten, in dem es sich hervorragend noch einmal durchschnaufen lässt. Sollten Ihre Kinder nun leuchtende Augen bekommen, heben Sie die Laune noch mehr mit einem Versprechen. Mit dem Versprechen, am Nachmittag wiederzukommen und den berühmten Tivoli, einen der ältesten Vergnügungsparks der Welt, der beinahe direkt neben der Glyptothek liegt, zu besuchen.

Zum dänischen Nationalmuseum

Zunächst tauchen Sie nur fünf Minuten Fußweg später tief ein in Dänemarks Geschichte. Im Prinzenpalais nimmt Sie das berühmte Nationalmuseum (mit der Copenhagen Card ist der Eintritt frei) mit auf eine Reise von der Stein- in die Wikingerzeit, vom Mittelalter über die Renaissance bis in die neuere Geschichte. Bewundern Sie den mehr als 3000 Jahre alten Sonnenwagen von Trundholm und eine beeindruckende Auswahl archäologischer Funde aus der Wikingerzeit. Im Kindermuseum des dänischen Nationalmuseums erkundet der Nachwuchs ein historisches Klassenzimmer mit Schiefertafeln und Kreide, dazu ein Wikingerschiff und begibt sich danach auf eine Reise um die Welt.

Abschluss an der Knippelsbro

Rechts abgebogen, schon sehen Sie die vierspurige Brücke, die die dänische Künstlerin Karin Brigitte auf der 200-Kronen-Note abgebildet hat, vor sich. Mit ein wenig Glück kommt ein Schiff vorbei und die Knippelsbro wird hochgezogen. Da sich der Schiffsverkehr in Richtung anderer Orte Kopenhagens verlagert hat, kommt das allerdings immer seltener vor. Sie überqueren die Brücke und besteigen am Terminal „Knippelsbro“ erneut die Fähre (Linie 991 oder 992), die Sie zum Ausgangspunkt Ihrer Tour durch Kopenhagen bringt.
Magazin Redaktion

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