Kochen mit Pippo: 5 italienische Spezialitäten, die du probieren musst

„Ich hatte die beste Kochausbildung, die man kriegen kann“, betont Pippo immer wieder stolz. Falls ihr glaubt, dass er in einem italienischen Nobelrestaurant von Sterneköchen höchstpersönlich die Kunst der italienischen Küche gelernt hat? Nein. Viel besser. Er hat die Originalrezepte seiner Mamma und Nonna auf Lager. Na, braucht ihr noch ein paar Appetitmacher für euern nächsten Italienurlaub? Dann seid ihr hier genau richtig. Denn unser Italien Experte Pippo verrät dir heute, welche typisch italienischen Leckereien du dir in deinem Urlaub auf keinen Fall durch die Lappen gehen lassen solltest. Ob Antipasti, italienisches Streetfood oder Desserts vom aller Feinsten – hier hört keiner auf zu essen 😀

1. Antipasti Highlight: Caponata

Zum Einstieg serviert Pippo eins der vielen Antipasti Highlights der sizilianischen Küche – die traditionelle Caponata. Sie ist ein echter Allrounder und gilt vor allem in Süditalien als leichtes Sommergericht. Genießt sie als Beilage zu Fisch oder Fleisch, aufs Brot oder einfach nur zu einem guten Glas Wein. Das süßsaure Gemüsegericht ist der perfekte Begleiter und wird sicher auch dein Feinschmecker Herz höher schlagen lassen. Eigentlich gibt es dieses EINE Caponata Rezept gar nicht, denn es unterscheidet sich praktisch von Dorf zu Dorf.

Ich verrate euch einfach mal unser persönliches Familienrezept. 🙂 Aubergine, Paprika, Kartoffeln und Zwiebel etc. in mundgroße Stücke schneiden. Auberginen in Salzwasser tun und vor dem Fritieren abtrocknen. Jetzt kannst du alles nacheinander in 180 Grad heißem Öl frittieren – bis das Gemüse goldgelb ist. Jetzt kannst du es erstmal abtropfen lassen und anschließend mit klein geschnittenen Tomaten in einer Schüssel vermengen. Gib nun Weißweinessig und gehackten Basilikum dazu und schmecke es mit Salz, Zucker und Pfeffer ab. Bedecke die warmen Zutaten nun mit Frischhaltefolie und lasse sie über Nacht bei Zimmertemperatur ziehen. Und jetzt freu dich auf das Geschmackserlebnis am nächsten Tag. 😀

2. Schnapp dir eine Pizza Fritta

Wer Neapel besucht, der kommt an einer Pizza Fritta nicht vorbei! Dieser Snack hat in Neapel absoluten Kultstatus erreicht und ist auf den Streetfood Märkten Neapels eine heiß begehrte Spezialität. So eine frittierte Pizza ist natürlich nicht ganz kalorienarm… Aber das ist uns heute allen mal egal 😀

Deswegen gehts auch ganz schnell an die Zubereitung. Löse die Hefe in Wasser auf und rühr sie anschließend zum Mehl und Salz in einer Schüssel. Öl nachgießen und 2-3 Minuten kneten. Decke das Ganze mit einem feuchten Geschirrtuch ab und lasse es für die nächsten 15 Minuten gehen. Verstreue etwas Mehl auf die Arbeitsfläche und schnapp dir den Teig. Den kannst du jetzt erstmal 3-4 Minuten ordentlich durchkneten. So jetzt nochmal abdecken und circa für eine Stunde bei 40 Grad gehen lassen.

Jetzt formst du den Teig zu einer Rolle und formst acht gleich große Pizzen. Jedes Stück flach drücken und mit Tomatensauce bestreichen. Erhitze nun Öl – am besten in einer Wok Pfanne – darin frittierst du die Pizzen einzeln (ca. 5 Minuten) und wendest sie ca. 4 Mal. Zum Schluss verteilst du Mozzarella auf den Pizzen, gibst Oregano und Basilikum dazu und lässt sie im Ofen für 3 Minuten gratinieren. Fertig ist das Meisterwerk!

3. Lecker schmecker Arancini

Pippo nennt die italienische Küche auch gerne „eine Wissenschaft“. Eine ganz wichtige – nennen wir es Subkategorie dieser Wissenschaft – sind Arancini. Für die hatte Pippo schon als Kind eine große Schwäche. Die knusprigen Reisbällchen, die in der traditionellen sizilianischen Variante mit Hackfleisch, Erbsen und zart geschmolzener Mozzarella gefüllt sind, haben sich längst über Siziliens Grenzen hinaus verbreitet. Arancini sind der absolute Renner auf italienischen Streetfood Märkten und die modernen Interpretationen des traditionellen Rezepts machen einem die Auswahl wirklich nicht leichter…

Wir gehen am besten mal zusammen das Ursprungsrezept durch. 😉 Zuerst kümmern wir uns um die Füllung: Schneide Zwiebeln und Knoblauch in feine Würfel und erhitze sie in der Pfanne. Jetzt gibst du das Hackfleisch hinzu und brätst es an. Gib geraspelte Karotten dazu und rühre sie unter. Jetzt ist es an der Zeit Oregano, Erbsen und Tomatenmark dazuzugeben und das Ganze mit Salz und Pfeffer abzuschmecken. 🙂 Danach lässt du es zu einer pastenartigen Sauce schmoren.

Der Reismantel wartet inzwischen auch schon. Auch hier erhitzt du erst mal Öl in der Pfanne und dünstest darin die vorbereiteten Zwiebelwürfel, bevor du den Reis hinzugibst. Dieser wird jetzt nach und nach mit Gemüsebrühe angegossen. Lass ihn etwas einkochen bis er sich zu einer breiartigen Substanz verwandelt – aber trotzdem noch al dente ist. Wenn du den Reis etwas abkühlen lassen hast, ist das Ei an der Reihe – unterrühren. 🙂

Jetzt geht es an das Formen. Nimm Jeweils einen Esslöffel vom Reis in die Hand und drücke ihn flach. Darüber gießt du einen Esslöffel der vorbereiteten Füllung und mit der nächsten Reisschicht deckst du das Ganze ab. Daraus formst du nun runde Bällchen. Diese kannst du jetzt in Mehl wälzen, einmal durch die gerührten Eier ziehen und evtl. noch in Semmelbrösel wenden. Gleich hast du’s geschafft. Nur noch Fett in einem Topf erhitzen und die Reisbällchen goldbraun frittieren. Der Rest ist laut unserem Privatkoch Pippo „purer Genuss“.

4. Und zum Trinken? Granita die Limone!

Es gibt nichts besseres als sich an einem heißen Strandtag mit einer eiskalten Granita di Limone zu erfrischen. Es kommt einem Zitronensorbet ziemlich nah – aber halt Italian Style. 😀 Gib das Wasser mit Zucker in einen Topf und erhitze es, bis der Zucker sich auflöst. Nimm dann den Topf vom Herd und lass das Zuckerwasser auf Zimmertemperatur abkühlen. Dieses gibst du nun in ein Plastikbehälter und gießt den Zitronensaft hinzu. Jetzt ab in den Gefrierschrank und alle 20 Minuten mit einer Gabel durchschlagen, damit das Flüssige nicht im Ganzen friert. Nach etwas mehr als einer Stunde ist die Granita fertig. Prost – auf den Sommer!

5. Süß, süßer Cannoli!

So jetzt bist du endlich im Himmel angekommen… Den absoluten Knüller hat sich Pippo – wie es sich gehört – bis zum Schluss aufgehoben. Cannoli. Das sizilianische Dessert schlechthin. Umhüllt von einem knusprigen Teig wartet innen schon die himmlische Frischkäsecreme auf euch. Ja bei Cannoli kommt Pippo aus dem Schwärmen wirklich nicht mehr raus… Komm schon verrate uns das Rezept!

„Ihr braucht Metallröhrchen, um die ihr den Teig zur gewünschten Form wickeln könnt. Für den Teig braucht ihr 250 Gramm Mehl, 25 Gramm Puderzucker, zwei Eier, 50ml Marsala und 70 Gramm geschmolzene Butter. Daraus knetet ihr einen glatten Teig und gebt je eine Prise Salz und Zimt dazu. Wickelt den Teig dann in Frischhaltefolie ein und lasst ihn für 2 Stunden im Kühlschrank. Nach der zweistündigen Ruhepause, den Teig dünn ausrollen und in etwa 12 Zentimeter breite Quadrate ausschneiden. Jetzt könnt ihr die Metallröhrchen einfetten und den Teig um die Form wickeln. Die zwei Enden verklebt ihr mit dem Ei. Anschließend erhitzt ihr das Öl in einem Topf backt die Teigröllchen darin etwa vier Minuten (jeweils), bevor ihr sie dann abtropfen und abkühlen lasst.“

„Jetzt geht es an das Herzstück – die Creme! Dafür braucht ihr ungefähr 500 Gramm Ricotta, 25 Gramm Zucker, 200 Gramm Marzipanrohmasse, 150 Milliliter Sahne, eine Vanilleschote und wahlweise gehackte Zartbitterschokolade/ Mandeln/ Pistazien. Und natürlich den Puderzucker zum Bestäuben nicht vergessen. Die Ricotta muss zuerst in einem Sieb abgetropft werden – mindestens 30 Minuten. Anschließend kannst du die Marzipanflocken und den Vanillemark mit der Ricotta in einer Schüssel vermengen und mit einem Esslöffel Puderzucker verfeinern. Das verarbeitest du nun zu einer Creme, die du zum krönenden Abschluss mit einem Spritzbeutel in die Teigröllchen füllst. Finito! Das ist die Königsdisziplin, die Mutter aller Desserts! Lehnt euch zurück und esst soviel ihr könnt!“

 

Dario Ciraulo

Was wäre das Leben ohne unsere Erlebnisse auf Reisen? Die Welt hat so unfassbar viel zu bieten und manchmal geht im Alltag unter, wie glücklich wir uns schätzen können, Teil dieser bunten Welt zu sein. Wann immer ich die Möglichkeit habe, zieht es mich raus in die weite Welt: Zelten auf der chinesischen Mauer, Sightseeing in Rom oder der klassische Chillout Strandurlaub in Griechenland - ich bin dabei! Ganz oben auf meiner Bucket List: Island und die Philippinen!