Fuerteventura – das Beste der Insel an einem Tag

Die meterhohen Palmen wiegen im Takt der Windböen. Zwischen ihnen schlängelt sich in der gleißenden Sonne ein klarer Fluss vorbei an wilden Kakteen und verwandelt das Tal in eine grüne Oase. Ich stehe am Aussichtspunkt von Rio Palmas und kann nicht fassen, was für eine dramatische Landschaft sich vor mir ausbreitet. Wer hat jemals behauptet, Fuerteventura gleiche einer kargen Wüste?

Die alte Hauptstadt

Bei der Einfahrt in die Ortschaft Betancuria bietet sich mir eine weitere Bilderbuchansicht: strahlend weiße Kolonialhäuser erheben sich aus einem Tal aus Olivenbäumen, Palmen und Kakteen. Seit dem Verlust des Status als Hauptstadt Fuerteventuras im Jahr 1834 lag das Dorf in einer Art Dornröschenschlaf, aus dem es erst durch den Tourismus wiedererweckt wurde. Ich flaniere durch die hügeligen Gassen und lasse die besondere Atmosphäre der liebevoll restaurierten Fassaden auf mich wirken.

Kaffee mit Panoramablick

Ich verlasse Betancuria und folge mit dem Mietwagen der steilen Serpentinenstraße Richtung Antigua. Am höchsten Punkt zweigt rechts ein Weg zum Aussichtspunkt „Mirador de Morro Velosa“ ab. Durch einen kleinen Kakteengarten gelange ich zum Ausstellungshaus (Montag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr, Eintritt kostenlos), durch dessen Panoramafenster ich bei einer Tasse Kaffee das darunterliegende weite Tal mit seinen Lavabergen bestaune. Im Anschluss besuche ich die optisch sehr ansprechende Ausstellung über die Geologie, Flora und Fauna Fuerteventuras.

Ein Meer aus Sand

Nach einer rund 50-minütigen Etappe gen Norden ändert sich die Landschaft kurz vor Corralejo dramatisch. Plötzlich wird die Landstraße von einer Menge Sand umgeben. Ich stoppe in einer Parkbucht und laufe barfuß durch den feinen Sand der Düne, in der sich elegante Wellenmuster herausgebildet haben. Am gegenüberliegenden Strand Playa del Moro ist es zwar zu windig zum Baden, doch ich kann wunderbar den waghalsigen Surfern beim Wellenreiten zusehen.

Bootsausflug zur Isla de Lobos

Gerade rechtzeitig schaffe ich es noch gegen Mittag zum Hafen von Corralejo, um an einem dreistündigen Bootsausflug zum kleinen, aber feinen Eiland Isla de Lobos teilzunehmen (15 Euro pro Person). Dort folge ich einem etwa zweistündigen und sehr abwechslungsreichen Rundwanderweg zu einem Leuchtturm, von dem aus die Nachbarinsel Lanzarote zum Greifen nah erscheint. Als entspannte Alternative zum Wandern bietet sich der unmittelbar am Hafen gelegene Sandstrand Playa la Concha an, der für kanarische Verhältnisse sehr badefreundlich ist. Im einzigen Restaurant der Insel gibt es eine riesengroße Portion Fisch oder Paella für nicht mal 10 Euro. Eine spektakuläre Aussicht auf das karibisch anmutende türkisfarbene Riff gibt es gratis dazu.

Shoppingparadies Corralejo

Wem nicht nach einem Bootsausflug zumute ist, der kann auch einfach einen Strandspaziergang in Corralejo unternehmen und in einem der zahlreichen Fischrestaurants einkehren, beispielsweise in „La Marquesina“ (Calle El Muelle Chico), das mit exzellenter Livemusik beschallt wird. Der Boulevard des Städtchens ist gesäumt von Shoppingcentern, Cafés und Souvenirläden, so dass hier garantiert keine Langeweile aufkommt. Der Glockenturm des Einkaufszentrums „El Campanario“ bietet einen großartigen Rundblick über Corralejo und die Isla de Lobos hinweg bis nach Lanzarote.

Ein Fischerdorf voller Künstler

Zum Abschluss des Tages wartet die Wundertüte Fuerteventura mit einem letzten Highlight auf. 30 Minuten Fahrt trennen mich vom ruhigen Fischerdorf El Cotillo, das als Gegenpol zum geschäftigen Corralejo einen alternativen und sehr sympathischen Charme versprüht. Ich kann mich kaum sattsehen an der wunderschönen Uferpromenade, deren Häuser mit kräftigen blauen Akzenten versehen sind. In den Hintergassen erwarten mich zudem süße Cafés sowie kleine Läden mit kreativen Handarbeiten und Kunsthandwerk. Ich beschließe den perfekten Tag mit einem Sonnenuntergangs-Spaziergang zu den Klippen der Playa Castillo im Süden des Dorfes und einem Abendessen auf der Dachterrasse des exzellenten Restaurants „La Vaca Azul“(Calle Requena 9). Für rund 15 Euro gibt es hier den vielleicht besten gegrillten Fisch der Insel. Sowas spricht sich natürlich rum. Deswegen solltet ihr unbedingt vorher anrufen und reservieren, um euch abends einen guten Tisch zu sichern.

Stefanie Schwarz

Stefanie Schwarz

Servus, ich bin Steffi! Ich komme ursprünglich aus einem abgeschiedenen 300-Seelen-Dorf im bayerischen Altmühltal. Nach dem Abi ging´s in die "große Stadt" München, wo ich vor zwei Jahren mein Ingenieurstudium beendet habe. Die Regelstudienzeit habe ich dabei weit hinter mir gelassen, denn mir war wichtiger, etwas von der Welt zu sehen! Auf meinen Reisen versuche ich, alternative Wege zu beschreiten, und vor allem, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Dafür lerne ich nicht nur Fremdsprachen wie bekloppt (die sechste ist in Arbeit), auch Couchsurfing ist für mich essentiell - man macht nicht nur einmalige Erfahrungen, sondern findet obendrein Freunde für´s Leben! Falls es mit dem Couchsurfen mal nicht klappt, wird man mich im Hostel finden. Günstig reise ich nicht nur aus Not, sondern weil ich es einfach spannender ist. Ab und zu fahre ich auch per Anhalter.