Dubai: eine Metropole wie auf einem Wüstenplaneten

Ich kann einfach nicht aufhören, aus dem Fenster zu starren. Mein Blick aus dem Hotelzimmer mitten in Dubais Business-Viertel an der Sheikh Zayed Road hat sich festgesaugt an dieser futuristischen, irren Skyline – sie glitzert bei Nacht und verschwimmt am Tag im schwül-heißen Dunst der Wüste.

Beim Verlassen des klimatisierten Hotels schlägt mir eine Wand aus über 40 Grad Hitze entgegen. Einen Tag und eine Nacht habe ich Zeit, die Wüstenmetropole bei einem Stopover auf dem Weg nach Indonesien zu erkunden, und die will gut genutzt sein.

Ein bisschen Las Vegas, ein bisschen Tausendundeine Nacht

Auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt fühlt sich Dubai zunächst ein bisschen an wie Las Vegas: schick und alles eine Nummer zu groß geraten, doch ohne die Spielcasinos und die Elvisse, dafür mit dem Flair von Tausendundeiner Nacht. Noch so eine Stadt, in der Hotels Sehenswürdigkeiten sind, ein aus der Wüste auftauchendes Lichtermeer, mehrspurige Highways und Wolkenkratzer.

Doch unterwegs fällt mein Blick auf die Menschen in ihren langen Gewändern, ein Meer karamellfarbener Wohnhäuser in einer karamellfarbenen Wüste, auf einmal höre ich Gebetsrufe aus den wunderschönen (und ebenfalls karamellfarbenen) Moscheen durch die Luft schallen, die mir neben den futuristischen Wolkenkratzern erst gar nicht aufgefallen waren, und weiß: Das hier ist kein Las Vegas-Klon, das ist etwas anderes, eigenes. Ich muss auf einem weit entfernten Wüstenplaneten gelandet sein.

Auf der Suche nach dem alten Dubai

Mit dem Verkehrsmittel Nr. 1, den unschlagbar günstigen Taxis (unter 1 Euro pro km), fahre ich zum Dubai Creek und mache mich auf die Suche nach dem ‚alten‘ Dubai. Am Ufer des Creeks bewundere ich die alten arabische Segel- und Handelsschiffe („Dhaus“) und schaue zu, wie sie immer noch von Hand für ihre Fahrten beladen werden. Dann nehme ich eines der vielen Wassertaxis („Abra“), das mich für weniger als 2 Euro und in wenigen Minuten den Fluss entlangschippert und zum Gewürz-Souk bringt, wo ich eine bunte Vielfalt an Gewürzen bestaunen und beschnuppern kann, die ich vorher noch nie so gesehen habe.

Mit dem Abra fahre ich anschließend hinüber zum alten Souk am gegenüberliegenden Flussufer, den ich jedoch sehr touristisch finde. Viel interessanter finde ich einen Streifzug durch die angrenzenden Straßen, denn die Gegend hier zählt zu den ältesten Stadtteilen von Dubai. Ich mache mich auf in Richtung des nur wenige Minuten entfernten Bastakiya-Viertels, wo ich durch historisch-renovierte Gassen im persischen Stil mit Häusern aus Sandstein und Lehm schlendere. Im Café des „XVA Gallery Art Hotel und Café“ lege ich im schattigen Innenhof bei Minz-Tee und einem kleinen Snack mit Hummus und Fladenbrot eine Pause ein, bevor es mich wieder hinaus ins futuristisch-moderne Dubai zieht.

Die Wüstenmetropole von oben – vom höchsten Gebäude der Welt!

Von der Ferne habe ich ihn schon bewundert (er ist ja auch kaum zu übersehen), doch jetzt will ich ihn endlich mal aus der Nähe begutachten: Burj Khalifa, das mit 828 m immerhin höchste Gebäude der Welt!

Wieder geht es ins Taxi, von denen es hier jede Menge gibt, denn bis auf wenige Metrolinien ist Dubai eine Autostadt. Ihr könnt für weniger als 50 Euro in Taxis den ganzen Tag von A nach B fahren und dabei verschiedene Stationen abklappern. Sogar eine mehrstündige Stadtrundfahrt ist im Taxi möglich (10 km Fahrt kosten weniger als 10 Euro und 1 Stunde Stand-/Wartezeit auch). Und so stehe ich kurze Zeit später wieder in Downtown Dubai vor dem Wolkenkratzer-Koloss, der so hoch ist, dass seine Spitze ins Unendliche zu reichen scheint und der auf kein Foto passt. Mir ist klar: Ich will da hoch!

In 456m (!) Höhe gibt es nämlich eine Aussichtsplattform, deren Besuch zwar stolze 30 Euro kostet (und die ihr vorher online reservieren solltet), von der ihr aber eine absolut spektakuläre Aussicht habt. Als mich der ultra-futuristische Lift im 124. Stock ausspuckt, bleibt mir jedenfalls fast die Luft weg. Es fühlt sich genauso an, wie es ist: Als hätte ich mich mal eben mehrere Hundert Meter hinausgezoomt, unter mir die Metropole mit ihren (von hier oben fast schon klein wirkenden) Wolkenkratzern, mehrspurigen Highways, Baustellen, Moscheen, die mit der Wüste zu verschwimmen scheint. Irre. Erst von oben wird mir klar, dass ich mich die ganze Zeit eigentlich schon in der Wüste befinde. Und die geht scheinbar nahtlos ins Meer über, das von hier oben nur einen Steinwurf entfernt scheint. Da möchte ich nachher unbedingt auch noch hin!

Doch zuvor mache ich noch einen Abstecher in die Parkanlage mit dem See und den Wasserspielen vor dem Burj Khalifa und die direkt angrenzende riesige Dubai Mall, in der es neben unzähligen Geschäften und Food Courts zum Stärken auch noch wie selbstverständlich einen Eislaufring gibt. Doch so langsam wundert mich hier nichts mehr …

Dubai kann auch Strand und Meer

Als letzte Station lasse ich mich im Taxi endlich ans Meer bringen, genauer gesagt zum Jumeirah Beach etwas außerhalb des Zentrums, der auch einige öffentliche Strandabschnitte hat, z.B. den Jumeirah Beach Park (Eintritt ca. 1 Euro). Hier finde ich weißen Sand und Annehmlichkeiten wie Kioske und Umkleidekabinen sowie badewannenwarmes Meer, in das ich anschließend noch hineinhüpfe. Wenige Kilometer südlich ragt die segelförmige Kulisse des Luxushotels Burj al Arab ins Meer hinein. Eins ist klar: Dies ist definitiv keine gewöhnliche Stadt.

Susi Maier

Susi Maier

Susi Maier ist Reisebloggerin und schreibt auf www.blackdotswhitespots.com über ihre Reiseabenteuer. Sie mag Roadtrips und fährt gerne auf schnurgeraden Straßen durch endlose Weiten, mag lieber Berge als Meer sowie Erkundungen im Großstadtdschungel und schreckt auch vor Eisbergen und Schnee nicht zurück. Wenn sie nicht auf Reisen ist, lebt und arbeitet sie als freiberufliche Redakteurin, Bloggerin und Beraterin in Berlin.

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