Was das Fliegen schön macht: 7 Tipps für den perfekten Flug

Durch meinen Beruf als Flugbegleiterin werde ich oft gefragt, wie ich es schaffe, lange Flugreisen angenehmer für mich zu gestalten. Denn auch wenn ich nicht so lange im Sitz bin, wie ein reisender Passagier; gemeinsam haben wir trotzdem das Unterwegs sein und da ich auch privat sehr oft mit dem Flugzeug reise, möchte ich hier gerne einmal meinen Fundus an Tricks nennen.
Ich sitze gerade im Flugzeug, während ich diese Zeilen verfasse und versuche also genau dieses, meine persönliche Phänomen zu benennen, weshalb ich hier oben an meinem persönlich schönsten Aussichtspunkt die Worte am liebsten zu Papier bringe. Hier also meine 7 persönlichen Tipps, wie auch ihr das Flugzeug zu eurem Lieblingsort machen könnt:

1. Das Offline sein als Auszeit nutzen

Ich liebe meinen Beruf nicht zuletzt auch deswegen, weil ich für eine gewisse Zeit im wahrsten Sinne des Wortes unerreichbar bin. Ich genieße es, während ich über den Wolken bin, sowohl offline als auch physisch nicht erreichbar zu sein. Ich unterliege nicht dem Zwang, mein Handy alle zehn Minuten in die Hand nehmen zu müssen. Das ist äußerst befreiend, weil der Fokus auf anderen Dingen liegt. Das gilt sowohl auf privaten als auch auf beruflichen Reisen. Versucht es doch auch mal – bewusst einfach abschalten! Egal ob das Handy oder im Kopf!
Denn privat genieße ich nachwievor die Aussicht nach draußen, als würde ich das erste Mal fliegen.

2. Einen Fokus setzen

Die Weite des Horizonts, die ständig sich verändernde Wolkenfomation und eine Welt unter uns, die einer modellierten Spielzeugwelt gleich kommt. Kein Ausblick ist für mich schöner, als hier oben, wo die Sonne den Horizont am Morgen begrüßt oder sich verabschiedet. Wenn Mond und Sterne dem Morgengrauen weichen. Nichts auf der Welt kann diesen Ausblick ersetzen, wenn sich am Horizont die Heimat erkenntlich zeigt oder schnnebedeckte Bergspitzen golden sind. Und darauf fokussiere ich mich – jede Einzelheit der Landschaft unter mir versuche ich zu erblicken.


Alles Reale erscheint so weit weg und ich genieße genau das. Weil es mich inspiriert, während ich Musik höre. Und in Verbindung mit dieser schreibe ich gerade genau diese Worte. Wer mal längere Zeit während einer längeren Bahnfahrt in einem Funkloch steckte, wird wissen wovon ich spreche. Diese Offline Zeit nutze ich für Meditation, für Worte, Musik und für das Lesen eines Buchs oder einfach nur zum Wolkenschauen.

3. Entspannung mit Musik

Reise ich beruflich ist das natürlich während der Arbeitszeit nicht möglich. Haben wir allerdings Pause, läuft auch zum Einschlafen Musik über meine Kopfhörer. Die ist überall dabei. Oder es läuft ein gutes Hörbuch. Das kann eine Geschichte sein oder eine geführte Meditation. Es muss etwas ENTspannendes sein und nichts, das mich wach hält, weil unsere Pausen natürlich begrenzt sind und der Schlaf wichtig.

4. Wärme und wohltuende Gerüche für ein Stück Heimat

Neben der Musik und Atemübungen wie beispielsweise der 4 -7 -8 Technik, habe ich auch eine Wärmflasche für ein schnelleres und entspannteres Einschlafen bei mir. Wärmflaschen lassen sich auch im Flugzeug mit heißem Wasser auffüllen. Auch gute Gerüche helfen enorm dabei zu entspannen und von der Aufregung wegzukommen. Ein Tropfen des Lieblingsparfüms, eine Lieblingscreme oder eins, zwei Tropfen eines ätherischen Öls meiner Wahl auf ein kleines Kissen von Zuhause helfen mir enorm zu entspannen und abzuschalten. Das gilt auf Reisen im Flugzeug, langen Bus- und Bahnfahrten, im Hotel und auch Zuhause, wenn der Jetlag quält.

5. Richtige Hautpflege & Co.

Unser Körper will nicht nur von innen mit ausreichend Flüssigkeit versorgt werden, sondern braucht gerade in meinem Beruf auch Unterstützung von außen. Gerade in der Winterzeit ist meine Haut eine kleine Mimose und nebst trockener Heizungsluft und Kälte setzt die Fliegerluft ihr noch einmal kräftig zu. Mit regelmäßigen Dampfbädern, sanften Peelings, einer feuchtigkeitsspendenden Creme und dem ein oder anderen Körperöl habe ich mittlerweile ein gute Routine gefunden, um meiner Haut Gutes zu tun. Ja. Ich muss nun etwas mehr Geld für Kosmetik ausgeben – aber es lohnt sich und unter uns gesagt: es macht ja auch Spaß Neues zu entdecken das einem Gut tut! Außerdem immer dabei im Handgepäck: Augentropfen. Gerade als Kontaktlinsenträgerin leiden oft auch meine Augen unter Trockenheit.
Und zwei Punkte zu guter Letzt:

6. Wasser, Wassser und noch mehr Wasser

Ja. Es ist wichtig, viel Wasser zu trinken. In meiner Anfangszeit der Fliegerei habe ich sehr schnell feststellen müssen, wie sich zu wenig Trinken auswirkt. Trockene und fahle Haut, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Müdigkeit – das kennt fast jeder, der am späten Abend merkt, dass er zu wenig Flüssigkeit zu sich nahm. Ich meine damit Wasser. Keinen Kaffee. Keinen Wein. Keine Softdrinks. Einfach nur Wasser. Dehydriert lässt es sich nicht gut reisen, soviel steht fest.

7. Bewegung und Dehnung

Kein unwichtiger, aber doch oft nachlässig behandelnder Punkt: Sport und Bewegung als Ausgleich. Langes Sitzen oder Stehen will ausgeglichen werden, auch wenn die Versuchung sehr nahe liegt, nach langen Tagen einfach mal nichts zu machen. Ich muss nicht erklären, dass Sport und Bewegung die Blutzirkulation und Sauerstoffversorgung anregt, gesund ist, für einen besseren Schlaf sorgt und auch schlicht und ergreifend helfen, den Kopf freizubekommen.
Ich persönlich übe viel Yoga, dehne mich viel und verzichte, wo immer es geht, auf Rolltreppen. Kurze Dehnübungen sind auch in einem Flugzeug leicht zu praktizieren und bei langen Reisen eine willkommene Abwechslung während des langen Sitzens.
Das sind zwei längst keine geheimen Tipps mehr. Aber sie helfen tatsächlich. Und vielleicht hilft der Rest dem Einen oder Anderen auch die Aufregung vor Flügen ein wenig besser händeln zu können. Was hilft Euch denn, sich auf Flügen zu entspannen und sehr lange Flüge besser zu überstehen?

Joanna

Joanna B

Wortakrobatin und Freigeist und stets zwischen dem Ankommen und Gehen auf der Suche nach Inspiration in der Fremde. Neue Sprachen und das Reisen sind mein Beruf. Lieblingsfarbe? Das Meer und der Sommer. Kann nicht ohne Musik und nicht ohne Worte.

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