Was Urlauber über Urlaubs-Mitbringsel wissen müssen

von | mehr Artikel von | 27. April 2015 | Familien, Rundreisen, Strandurlaub | Keine Kommentare

Wer am Urlaubsort günstig einkauft, vergisst oft den Zoll zu Hause. Zwar sind die Zollgrenzen innerhalb der Europäischen Union gefallen. Doch beim Warenverkehr gibt es weiter Schlagbäume. Die Beamten nehmen es dabei grundsätzlich genau – Einfuhrabgaben werden fällig.

Regel Nummer eins bei der Einreise aus Drittländern: Die bestehenden Freigrenzen richten sich stets nach dem persönlichen Bedarf des Reisenden und seinem Alter. Alles, was über die Einreise-Freimenge hinaus geht, muss dann beim Zoll angemeldet werden – durch das Benutzen des roten Ausgangs.

Frei von Einfuhrabgaben bleiben für Reisende über 17 Jahren beispielsweise 200 Zigaretten und bei Spirituosen ein Liter Hochprozentiges. Führt ein Urlauber bis zu 800 Zigaretten oder bis zu zehn Liter Schnaps ein, gilt diese Richtmenge zwar immer noch als persönlicher Bedarf.

 

Dennoch können bei Einfuhren aus bestimmten Ländern – wie etwa Bulgarien, Kroatien, Lettland, Litauen, Rumänien der Ungarn – abweichende Mengengrenzen zum Tagen kommen. „Diese beträgt bei Zigaretten 300 Stück“, erläutert Christine Straß vom Hauptzollamt in Frankfurt am Main. „Hat man mehr dabei, muss man Tabaksteuer nachbezahlen“. Zudem werden die Zigaretten sicher gestellt.

Auch bei Mitbringseln aus Nicht-EU-Ländern gibt es feste Regeln. Wer sich beispielsweise in Asien eine günstige Kamera kauft, muss wissen: Lediglich Güter mit einem Warenwert von bis zu 430 Euro – bei Kindern unter 15 Jahren 175 Euro – sind einfuhrabgabenfrei. Alles darüber kostet extra. Bis zu einem Warenwert von 700 Euro werden beispielsweise 17,5 Prozent vom Kaufpreis pauschal versteuert. Ist das Geschenk noch mehr wert, werden Zoll und Einfuhr-Umsatzsteuer nach Zolltarif erhoben.

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Achtsamkeit ist auch beim Einkauf von Medikamenten – Aspirin beispielsweise kostet im Ausland oft viel weniger – geboten: Schließlich ist in Deutschland grundsätzlich die Einfuhr von Arzneimitteln aus Drittländern durch Privatpersonen verboten. Eine Ausnahe gibt es dennoch: Der Dreimonatsbedarf im Reiseverkehr. Doch schon die Einfuhr eines Packs mit 100 Pillen kann gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen – es sei denn, ein besonderes Rezept liegt vor. Sonst gilt: Alles, was den Dreimonatsbedarf sprengt, wird vom Zoll dem Regierungspräsidium als Arzneimittelüberwachungsbehörde übergeben.

Wichtig zu wissen auch: Liegen keine Quittungen über die Einkäufe vor, schätzt der Zoll den Wert über vorgegebene Methoden, was zu höheren Abgaben führen kann. Deswegen sollten Reisende auch immer entsprechende Belege aufbewahren. Grundsätzlich gilt dabei: Bei Zollfragen gibt es die umgekehrte Beweislast – hegen Beamte einen Verdacht, muss der Reisende beweisen, dass dieser falsch ist. Straß: „Dies kann natürlich auch nachträglich geschehen.“

 

Wie teuer es wird, sich vor Abgaben und Steuern zu drücken, erfuhr einst Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn. Der frühere Fußball-Star hatte im April 2011 im Dubai-Urlaub feste eingekauft und kam mit Kleidung im Gesamtwert von fast 7000 Euro zurück, die er aber den Zöllnern am Münchner Flughafen nicht anmeldete. Weil dem Staat somit Einfuhrabgaben von fast 2000 Euro entgangen wären, wurde Kahn zur Zahlung einer Geldstrafe von 125 000 Euro verurteilt.

 

Dabei hatte die Kicker-Ikone noch Glück: Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich 350 000 Euro gefordert. In besonders schweren Fällen drohen Steuerhinterziehern sogar Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren.

Ganz tabu ist – auch bei Reisen innerhalb der EU – die Einfuhr von illegalen Waffen, wozu beispielsweise auch Springmesser, Schlagringe und Elektroschocker gehören. Wer eines beispielsweise aus Bulgarien oder Rumänien – dort an fast jeder Straßenecke zu haben – mitbringt, hat es bei der Zollkontrolle los.

Stefanie D.

Stefanie D. [User]

Online Redakteurin / Content Marketing bei Thomas Cook / Neckermann Reisen
Seit 2009 bei Thomas Cook Als Pressereferentin habe ich vier Jahre lang Journalisten für unsere Marken und Produkte begeistert. Seit Oktober 2013 bin ich Online-Redakteurin und für Content-Marketing zuständig. Privat reise ich am liebsten unabhängig, auch gerne an´s andere Ende der Welt. Die Kamera stets im Gepäck, bin ich immer darauf aus meine Eindrücke festzuhalten. Meine letzten Reisen führten mich per Shinkansen durch Japan, mit Tricycle über so manche philippinische Insel, per Inselhopping habe ich die Kykladen erkundet und zuletzt zu Fuß den Kilimandscharo bestiegen. Privat blogge ich unter: http://smile4travel.de/
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