Punting, Picknick & Pimm´s - Ein Wochenende in Cambridge

von Isabella P. | mehr Artikel von | 11. August 2014 | Citytrips | Keine Kommentare

„Cambridge? Was willst du denn da?“ fragte mich eine Freundin, als ich ihr erzählte, dass ich zu meinem Geburtstag ganz spontan einen Flug nach London gebucht hatte, um dann weiter nach Cambridge zu fahren. „London ist doch viel cooler, bleib doch dort, wenn du schon nach London fliegst“. Ich wollte aber weder eine coole Stadt sehen noch wollte ich noch mehr Hektik erleben als die, die hier in Frankfurt schon herrscht. Ich wollte einfach nur ein ruhiges Wochenende verbringen. Mein bester Freund, der in Cambridge lebt, freute sich total, als ich ihm mitteilte, dass ich ihn besuchen könnte und meinte: „Ja, du musst kommen, ich mache uns ein schönes Programm! Wir können auch nach London fahren.“ Da war es schon wieder! Als ich ihm erzählte, dass mir ein gemütliches, ruhiges Wochenende lieber wäre, versicherte er mir, dass wir das auch hinbekämen. Na dann…

Am Donnerstagabend fliege ich in Frankfurt los. Hektik, genervte Passagiere! Ich lande in London und es hat sich einfach nicht viel verändert: Auch dort herrscht Hektik und man sieht genervte Passagiere. Als ich den Zug nach Cambridge nehme, spüre ich schon während der Fahrt, wie Mrs. Hektik, die mit mir in Frankfurt in den Flieger stieg und mich bis England begleitete, so langsam sich von mir entfernt. Yuhu!  Ich bin sie los und freue mich!

Erster Tag: Birthday with punting on the river Cam

Das Programm der nächsten drei Tage klingt vielversprechend. Als Geburtstagsgeschenk bekomme ich eine Punting-Tour auf den Fluss Cam. Was das ist? Eine „Gondelfahrt“ durch Cambridge. Als Absolvent der Cambridge University muss man „punten“ können. Somit leihen wir uns ein Boot – oder ist es eine Gondel – und ich nehme gemütlich Platz und werde von meinem Kumpel durch Cambridge geschippert.

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Cam

Er hat an alles gedacht: Das Wetter ist perfekt, einen Picknick-Korb haben wir dabei mit kaltem Sekt und Mini-Quiches. Herrlich! Das Tempo, in dem wir an den verschiedenen Colleges vorbeirauschen bringt so viel Entschleunigung in mein Leben, als wäre ich bereits seit einer Woche auf ner Wellness-Farm. Die Fahrt geht dann leider nach drei Stunden zu Ende. Ich bin ausgeruht und entspannt und mein „Gondoliere“ wahrscheinlich fix und alle. Aber er sagt nichts und lässt sich auch nichts anmerken.

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Cam

Zum „Ausruhen“, ich brauchte es ja nicht aber er hatte es vorgeschlagen, kehren wir dann in Cambridges neuem Design Hotel The Varsity Hotel & Spa ein, um auf der Dachterrasse mit Blick auf die Stadt einen Pimm´s  zu trinken. Das schmeckt gut und ist so erfrischend mit all dem Obst und Gemüse im Glas. Da merkt man doch glatt den Gin nicht.

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Pimms

Zweiter Tag: Ich will wieder studieren!

Heute möchte ich die Stadt, die ich am vorigen Tag vom Wasser aus kennen gelernt habe, zu Fuß erkunden. Der Stadt sieht man es sofort an, dass  knapp 20 Prozent der Einwohner Studenten sind. Erinnert mich ein wenig an meine Studienstadt Münster. Durch die Great Gate laufe ich voller Ehrfurcht auf das größte und reichste College der Universität Cambridge, dem Trinity College,  zu.

Das Trinity College besitzt eine starke akademische Tradition und hat bisher 32 Nobelpreisträger als Absolventen. Das College ist außerdem sehr bekannt durch seinen Ruderverein „First and Third Trinity Boa Club“ und seinen Chor „The Choir of Trinity College Cambridge“. Welch schönes Ambiente zum Studieren!

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Trinity College

Meine zweite Station ist das Kings Kollege. Die King’s College Chapel wird gemeinhin als das Wahrzeichen der Stadt gesehen und ist das vielleicht berühmteste und schönste Gebäude gotischer Architektur in Cambridge. Es wurde über einen Zeitraum von rund 100 Jahren in drei Etappen erbaut und verfügt über das größte Fächergewölbe der Welt, viele schöne Kirchenfenster und das Gemälde „Die Anbetung der Weisen aus dem Morgenland“ von Peter Paul Rubens. Die Kapelle wird weiterhin aktiv für Gottesdienste und einige andere Veranstaltungen des Colleges genutzt.

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College

Weiter geht’s zum St. Johns College. Auch dieses College hat einige Nobelpreisträger als Absolventen und einen sehr berühmten Chor. Ich schlendere durch das Gebäude und den Garten und der Wunsch, noch mal jung zu sein und zu studieren wird immer größer! Großer Gott, was ist denn mit mir los, als ich studiert habe, konnte es doch nicht schnell genug zu Ende gehen.

St. Johns CollegeIch mache mich auf den Weg zur Einkaufsmeile, um auf andere Gedanken zu kommen und gehe noch an weiteren tollen, traditionsreichen Colleges vorbei wie: Queens College, Darwin College und Magdalene College. Und schon wieder denke ich mir… Die Studenten hier haben ein tolles Leben. Auf den Wiesen rund um den Fluss Cam liegen alle mit Büchern rum und lernen. Andere sind aktiv am punting und weitere liegen faul rum und machen mal nichts. Es ist eine wahnsinnig freundliche, entspannte Atmosphäre in der Stadt. Kaum in Worte zu fassen.

Dritter Tag: …nun wird es doch noch London

Nach einem ausgiebigen Frühstück in Ely, einer kleinen Stadt ganz in der Nähe von Cambridge und Sitz der anglikanischen Diözese, besuchen wir dort die Kathedrale The Cathedral Church of The Holy and Undivided Trinity. Die Kathedrale ist riesig und man wundert sich, wieso eine Stadt mit knapp 20.00 Einwohnern eine so riesige Kathedrale „braucht“.

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Ely Kathedrale

Der Garten um die Kathedrale ist mindestens genauso einen Besuch wert, wie die Kathedrale selbst. Und Zeit für einen Tee und Scones mit clotted cream sollte man sich unbedingt nehmen im Garten der Kathedrale im Cafe Almonry. Und schon muss ich mich beeilen, da mein zweites Geschenk nun doch etwas mit London zu tun hat. Dabei wollte ich doch nicht…. Aber ich bin ja noch tiefenentspannt…

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London

Die Zugfahrt nach London dauert nur knapp 1.5 Stunden und die Überraschung dort ist doch groß! Ein Besuch des Musicals „Billy Elliot“  zur Sonntagnachmittags-Show.

Wunderbar! Mrs. Hektik lasse ich noch nicht an mich ran. Aber spätestens  vier Stunden später am Flughafen sehe ich mich um und da ist sie wieder… Und sie will mit mir nach Frankfurt reisen. Ich lasse sie aber einfach stehen und steige in den Flieger ein. Ich hab es geschafft. Sie ist in London geblieben. Und ich komme entspannt in Deutschland an: Zwar nicht in Frankfurt – da über Frankfurt Gewitter toben – aber dafür ohne Hektik. Das ist doch schon mal was!

Isabella P.

Isabella P. [Mitarbeiter]

Seit 2010 Pressesprecherin bei Thomas Cook. Ich reise sehr gerne. Wohin? Überall hin!
Isabella P.

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