Die gesamte erste Hälfte des Jahres habe ich darauf hingefiebert, gemeinsam mit meinem Mann und unseren beiden Jungs in den wohlverdienten Sommerurlaub aufzubrechen.

Schon Wochen im Voraus hatte ich mir deswegen eine Liste von Dingen gemacht, die wir auf gar keinen Fall vergessen sollten: Ladekabel, Lieblingskekse, Badehosen, Kaltwachsstreifen, Unokarten und unsere Spiegelreflexkamera.

Seit einigen Jahren aber, in denen wir mit unseren Kindern verreisen, haben wir es uns außerdem zur Gewohnheit gemacht, das Hauptaugenmerk nicht nur die auf Freude vor den Urlaub zu legen, sondern erst recht auf die Zeit danach.

„Und sollten unsere Kinder irgendwann mal meckern: „Früher war alles viel besser!“, dann meinen sie damit jetzt.“ (Cro)

Nur allzu oft verpufft die Euphorie des Urlaubs mit den ersten klatschenden Passagieren beim Absetzen des Fliegers auf dem Rollfeld nämlich wieder – wenn sie’s denn überhaupt bis dahin schafft.

Um die wohligen Wellen der Urlaubsnachwirkung möglichst lange aufrechtzuerhalten, setzen wir seit einiger Zeit deswegen auf folgende Rituale:

 

Bevor es losgeht: Aufräumen!

Wir saugen und wischen den Boden, leeren Wäschetonne und Wäscheständer.
Außerdem suchen wir uns stets einen netten Nachbarn, der sich in unserer Abwesenheit nicht nur um Blumen und Briefkasten kümmert, sondern je nach Jahreszeit auch mal durchlüftet oder die Heizung hochdreht, bevor wir wieder nach Hause kommen.

So fühlen wir uns gleich wieder heimelig und trotzdem noch so ein bisschen wie in einem richtig guten Hotel.

Merke: Ankunftstag ist bei uns grundsätzlich Pizza- oder Thaibestelltag, denn niemandem ist heute ernsthaft noch nach Kochen zumute.

 

Notizbuch statt Fernseher.

Jeden Abend notieren wir flink, was uns der Tag alles bescherte: Wie waren Wetter und Laune? Was haben wir unternommen? Was gab’s zu essen?

Wenn man irgendwann nämlich wieder daheim auf der Couch sitzt, ist der Griff zur Fernbedienung nur allzu verlockend – und im Handumdrehen ist das Urlaubsgefühl dahin.

Aber: wenn man stattdessen das Büchlein zur Hand nimmt und in gemeinsamer Runde noch mal Revue passieren lässt, was man gestern erst gemeinsam erlebte, entgeht man diesem Alltagstrott zumindest noch für einen weiteren Abend. Dabei fällt jedem Familienmitglied garantiert auch eine Antwort auf die Frage ein, was an diesem Urlaub am schönsten war.

Merke: Besonders schöne Blanko-Notizbücher gibt’s von „Paperblanks“.

 

Hoch lebe der Fotoordner!

In Ergänzung zu Ritual Nummer 2 hat sich mein Mann außerdem angewöhnt, für jeden Urlaub einen Best-Of Ordner anzulegen und diesen schon während des Urlaubs zu befüllen.

Zum einen hat man so die schönsten Motive bereits gebündelt an einem Ort und muss später für eine persönliche Slideshow auf dem Fernseher nicht mehr an dreihundertachtundzwanzigtausend anderen Fotos vorbei.

Zum anderen aber hilft diese Angewohnheit ungemein beim Erstellen eines Fotokalenders für die buckelige Verwandtschaft Großeltern an Weihnachten. Kann man oberspießig finden, aber ich sag Euch das: Omas und Opas freuen sich auch 2017 noch über schöne Bilder zum Anfassen!

Making Memories: Die schönsten Fotos schaffen’s auf Papier.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

In jedem Urlaub darf sich jedes unserer Kinder eine Kleinigkeit mit nach Hause nehmen: Das kann ein schöner Stein sein, eine Muschel, ein geflochtenes Bastarmband… Andenken finden sich fast überall – aber noch wertvoller werden sie, wenn man sich eine schöne Geschichte dazu ausdenkt oder eine Erinnerung hat, die man damit verknüpfen kann.

Merke: Die schönsten Urlaubsmitbringsel darf man als Kind abends mit ins Bett nehmen. Außer es ist eine faule Kokosnuss. Dann nicht.

 

Die Welt vor Augen.

Sobald wir wieder daheim sind, stampfen wir zu der Weltkarte an unserer Wand und markieren darauf die Orte, die wir inzwischen schon gesehen und bereist haben. Wenn man mal ernsthaft darüber nachdenkt, dann sind es immer wesentlich mehr als anfangs vermutet.
Von diesem Standpunkt aus fällt es dann auch viel leichter, zu sagen: Hey, ist es nicht irgendwie cool, gerade mal wieder bei der Homebase gelandet zu sein?

Merke: Mann, ist die Welt riesig!

 

Wir lassen die Kinder malen.

Kinder erinnern sich ab einem gewissen Alter meist viel genauer an Erlebtes als wir Erwachsenen.

Also entsinnen wir uns ein oder zwei Tage nach unserer Ankunft gemeinsam zurück und zücken die Filzstifte: wie sah noch mal das beste Essen aus? Und wie wir alle am Wasser? Welche Farbe hatte nochmal Papas Badehose, als wir zusammen vom Tretboot gesprungen sind?

Merke: Bilder vom Urlaub, also: gemalte Bilder finden ab einer gewissen Anzahl auch eine sehr gute Zweitverwertung als Geschenkpapier…

What happens im Urlaub stays nicht unbedingt im Urlaub.


Wir planen das nächste Abenteuer.

Und last but not least: um nicht gleich wieder im „Jetzt hat uns der Alltag wieder“-Gedümpel zu versacken, überlegen wir uns gleich, wie es weitergehen könnte:
Was wollen wir als Nächstes sehen?
Wie wollen wir unterkommen?
Wie finanzieren wir das?

Denn sowieso gilt…

Der nächste Urlaub ist immer der Schönste!

Alles im Rahmen: neue Seelenfotos für zuhause.