Unser Emgfang beim Laufcamp Mallorca: „Unser Körper ist eigentlich faul. Er leistet nur das, was von ihm verlangt wird. Keinen Meter darüber hinaus.“ Mit diesen Worten empfängt uns Carsten Eich, einer der erfolgreichsten Straßenwettkämpfer der vergangenen 20 Jahre, bei einem Laufcamp auf Mallorca. Carsten Eich arbeitet seit Beendigung seiner Profilaufbahn als Trainer, Sport- und Gesundheitsmanager. Für Neckermann Reisen bietet Carsten jeweils im März auf Mallorca sowie erstmals in diesem Jahr im Juni an der Mecklenburgischen Seenplatte einwöchige Laufcamps an.
1_Foto 6_Foto Beim Lauf-ABC lernen wir effektiver zu laufen

Auf Mallorca dürfen vier Journalisten und ich Anfang Januar Carstens Laufcamp testen. Unsere Mindestlaufzeit: 45 Minuten. „Wenn man nämlich immer nur 30 Minuten läuft, ist das natürlich besser als gar nichts zu tun. Das Problem ist nur, dass unser ,fauler Körper‘ sich auf die 30 Minuten einstellt. Für das Ausdauer-Training sollten mindestens 45 Minuten her,“ schärft Carsten uns ein. Faulheit… Nicole, eine Teilnehmerin des Trainingscamps weiß genau, wovon Carsten spricht. ,,Und dazu ist Laufen auch noch langweilig, klagt sie. „Wenn euch Laufen keinen Spaß macht, müsst ihr herausfinden, was der persönliche Spaßfaktor sein könnte“, rät Carsten uns. Das kann das Naturerlebnis sein, das Ziel an einem Wettlauf mitzumachen oder die Freude an einem besseren Körpergewicht. „Eine vielverbreitete Spaßbremse beim Laufen ist auch die Geschwindigkeit,“ erklärt Carsten. „Wenn ihr immer zu schnell unterwegs seid und euch das Laufen zu sehr anstrengt, trainiert ihr nicht eure Ausdauerfähigkeit. Also in Zukunft lieber langsamer und länger als kurz und schnell.“
Ich habe noch viele andere Fragen ins Laufcamp mitgebracht: Muss man sich eigentlich vor dem Laufen aufwärmen, welche zeitlichen Abstände zwischen meinen  Joggingrunden sind sinnvoll und welche guten Dehnübungen kann man sich auch langfristig merken?

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Bei unserer Kurzeinführung starten wir aber erst einmal bei unseren Füßen.

„Ohne Schuhe, die den persönlichen Bedürfnissen entsprechen, sind Schmerzen vorprogrammiert. Wer Knie- oder Hüftschmerzen hat, findet auch keinen Gefallen am Laufen“, bläut Carsten uns ein. In Laufcamps oder gut ausgestatteten Sportgeschäften werden deshalb Laufanalysen angeboten. Der Computer zeigt später, ob ein neutraler Laufschuh reicht, oder ob z.B. bei einem Senkfuß ein gestützter Laufschuhe hermuss. Nicole outet sich, dass sie ihre Natural Running- Schuhe bei einer Tombola gewonnen hat. Carsten lacht und treibt uns an. Nach der Theorie kommt jetzt die Praxis. Auch die gewonnenen Schuhe dürfen mit auf die Strecke.

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An der Playa de Muro joggen wir durch ein kleines Kiefernwäldchen. Unser Niveau ist sehr verschieden, aber das macht nichts. Carsten läuft voraus, kommt wieder zurück und hat für jeden individuelle Tipps. In seinen offiziellen Laufcamps hat er sieben weitere Trainer dabei, die sich um die 65 Laufcamp-Teilnehmer kümmern, damit die verschiedenen Lauftempos und Streckenfähigkeiten berücksichtigt werden können. Dann steht Lauf-ABC auf dem Programm, was uns viel Spaß bringt.

Wir hüpfen, hopsen und bringen unsere Knie gen Himmel. Durch die verschiedenen Übungen lernen wir unter anderem effektiver zu laufen und wir trainieren laufspezifische Muskelgruppen. Bei Übungen wie Skippings, Knie-Hebelauf und Hopser-Lauf dehnen wir auch unsere Lachmuskeln. Das ist auf Dauer ganz schön schweißtreibend und die Dusche scheint magisch nach uns zu rufen.

Carsten ruft uns zurück. „Ihr müsst noch eure Muskeln bei Laune halten.“ Na gut. Carsten zeigt uns, wie wir uns dehnen und dabei die Regeneration einleiten.

Beim Abendessen tauschen wir uns weiter aus, stellen Fragen zur richtigen Ernährung und lachen viel, als wir unsere Fotos vom Lauf-ABC anschauen. Das Laufcamp war für mich ein richtig schöner Kurzurlaub. Und mein Köper bekommt nach diesen Erkenntnissen jetzt keine Chance mehr zum Faulsein.

Auch Bloggerin Martina, eine weitere Teilnehmerin unseres Laufcamps, hat für ihre nächsten Wettläufe einiges gelernt.