Cowboy Feeling und Grand Canyon

von Karla F. | mehr Artikel von | 21. September 2015 | Citytrips, Rundreisen | Keine Kommentare

Wenn das Wetter in Deutschland wieder einmal verrückt spielt, fange ich an von der Ferne zu träumen… Ein ganz großer Traum von mir war immer eine Reise nach Amerika und den wollte ich mir nun endlich erfüllen. Nach langem hin und her stand das Ziel fest: Las Vegas. Die bunte und laute Glücksspielstadt mitten in der Wüste. Die meisten Urlauber besuchen Las Vegas in der Hoffnung auf den großen Gewinn (der leider oft kleiner ausfällt als erwartet) oder wegen der verschiedenen Shows mit allerlei berühmten SängerInnen, Comedians und begabten Artisten des Cirque du Soleil. Mein Ziel war jedoch hauptsächlich die Umgebung von Las Vegas zu erkunden. Staubige Pfade durch die weite Mojave-Wüste, gesäumt von Kakteen und Joshua-Bäumen, die das Gefühl von echtem wilden Westen vermitteln – das war der Plan!

In Las Vegas angekommen ging es erst einmal mit dem Taxi zum Hotel Luxor. Auf dem Hinweg fuhren wir über den neuen Freeway und zahlten 25$ für die Fahrt, bei der Abreise nahm das Taxi die Route durch die Stand und auf dem Taxameter standen 15$. Für ein Hotel am südlichen Ende des Strips empfehle ich euch also eher die Route durch die Stadt zu nehmen.

Das Hotel selbst war (wie der Name Luxor schon vermuten lässt) ganz im ägyptischen Stil gehalten. Eine Pyramide mitten in Amerika! Zugegeben, sie ist aus Glas und nicht aus Stein, aber trotzdem beeindruckt das 107m hohe Gebäude. Eine Sphinx hält vor dem Eingang des Hotels Wache und der gewaltige Lichtstrahl aus der Pyramidenspitze wirkt, als könne er bis ins Weltall reichen. Auch von innen ist das Luxor Hotel etwas Besonderes – hier fahren die Aufzüge seitwärts!

Luxor Hotel

Unsere Ausflüge wurden vom Concierge Service des Luxor Hotels bestätigt und wir erhielten sogar eine Karte mit der Beschreibung zum Abholpunkt. Auf ging es also zum ersten Ausflug: Ein Ausritt durch den Red Rock Canyon mit anschließendem Cowboy-Dinner und Musik am Lagerfeuer gebucht über Cowboy Trail Rides. Der Shuttlebus sammelte uns am Nachbarhotel ein und brachte uns und andere Pferdebegeisterte zu unserem Startpunkt. Nach einer kleinen Einführung (und einer Frage nach eventuell vorhandenen Vorkenntnissen) wurden die Pferde verteilt. Als kleiner Angsthase bekam ich eine kleine, ruhige Haflingerstute zugewiesen. Im Gänsemarsch ging es dann über schmale Pfade, entlang eines ausgetrockneten Flussbettes und vorbei an roten Felsformationen. Als langsam die Sonne hinter den Bergen versank, war das Cowboy-Feeling perfekt. Genau das hatte ich mir gewünscht!

Abend Ausritt
Pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit kamen wir wieder am Ausgangspunkt an. Hier gab es nun ein typisches Abendessen für richtige Cowboys: Steak (oder einen Veggie-Bratling für mich), Kartoffeln, Bohnen und Maiskolben. Nach dem Essen versammelten wir uns alle um ein Lagerfeuer und grillten S´mores. Für diese amerikanische Variante vom Stockbrot röstet man ein Marshmallow über dem Feuer, um es dann zwischen 2 Crackern oder Cookies zu zerquetschen – Ein sehr einfacher und doch extrem leckerer Nachtisch. Während des Essen und am Lagerfeuer gab außerdem ein waschechter Cowboy mit Gitarre diverse Country Songs zum besten. Mehr kann man sich von so einem Ausflug nicht wünschen!

Früh am nächsten Morgen ging es weiter zum nächsten heiß ersehnten Programmpunkt: der Ausflug zum Grand Canyon inklusive kurzem Fotostopp am Hoover Dam. Im Internet finden sich viele verschieden Ausflüge und nach ausführlichen Recherchen haben wir uns entschieden den West-Rand im Gebiet der Hualapai-Indianer zu besuchen. Hier befindet sich zum Beispiel der bekannte Skywalk: Eine Aussichtsplattform mit Glasboden, die bis zu 22 Meter über den Rand des bis zu 1.100 Meter tiefen Grand Canyon hinausragt. Wir begnügten uns allerdings mit dem Ausblick vom Rand des Canyons direkt neben dem Skywalk. Das Besondere am West Rand: Das Gebiet der Hualapai-Indianer ist ein Reservat mit eigenen Gesetzen und somit nicht an die in Amerika geltenden Vorschriften für Zäune gebunden. Bis auf zwei Schilder, die auf die gefährliche Klippe verweisen, gibt es am Rand fast keine Zäune oder Abgrenzungen. Obwohl dies vielleicht auf den ersten Blick unvorsichtig erscheinen mag, ist aber alles halb so wild: Die großen Steine am Rand des Canyons sind stabil und bieten auch den Wagemutigen halt. Trotzdem sollte natürlich jeder seinen gesunden Menschenverstand anschalten und einen angemessenen Abstand zum Rand einhalten.

Grand Canyon

Der Teil des Grand Canyons, in dem sich der Skywalk befindet, wird aufgrund seiner Felsformationen „Eagle Point“ genannt und mit ein wenig Fantasie kann man gut einen Adler mit ausgebreiteten Flügeln erkennen. Sehr amerikanisch! Direkt daneben ruht der „Sleeping Dog“, eine kleinere Felskombination links neben dem Adler. Hier braucht man dann schon etwas mehr Fantasie, um den schlafenden Hund zu erkennen. Ohne ein Bild dieser dankbaren Fotomotive wird hier natürlich niemand wegfahren und wieder in der Heimat angekommen lässt sich diese wunderschöne und einprägsame Kulisse in so manchem Fernseh- oder Filmbeitrag wiedererkennen.

Sleeping Dog und Eagle

Weiter ging es auf unserer Tour entlang des Grand Canyon bis zum Guano Point. Wie eine Halbinsel ragt hier der Fels in den Canyon hinein und formt einen runden Aussichtspunkt in dessen Mitte sich ein ebenso runder Hügel auftürmt. Der kleine und doch steinige Aufstieg auf diesen Hügel belohnt den Kletterer schließlich mit einer atemberaubenden Aussicht auf den Canyon, der uns hier zu fast 360° umgibt. Nur ein schmaler Weg führt vom Aussichtspunkt wieder zurück zum Rand. Der Guano Point bekam seinen Namen durch eine Höhle in der Felswand unterhalb des Aussichtspunktes. Hier wurde bis Ende der 50er Jahre relativ erfolglos versucht Guano abzubauen. Die Reste der stillgelegten Guano-Miene sind hier heute noch zu sehen. Trotz der vielen Menschen, die reihenweise in Bussen zum Grand Canyon gefahren werden, haben wir übrigens immer viel Platz für uns gehabt und konnten problemlos wunderschöne Fotos von der Landschaft machen.

Guano Point

Ohne Frage ist der Grand Canyon immer wieder eine Reise wert. Auch ich habe fest geplant noch einmal wiederzukommen. Beim nächsten Mal folgt dann die Helikopter Tour inklusive Rafting auf dem Colorado River oder vielleicht eine Wanderung zum Grund des Grand Canyon!

An unserem letzten Tag in Las Vegas wollten wir uns von der Stadt am berühmten Wasserspiel vom Bellagio verabschieden. Als aus den Lautsprechern „Time to Say Goodbye“ schallte und die Fontänen im Takt sprudelten war der Kitsch perfekt und ich musste doch ein Tränchen verdrücken… Leider haben wir auf unserer Reise längst nicht alle Highlights rund um Las Vegas sehen können, doch bei der nächsten Reise wird dies selbstverständlich nachgeholt. Ich freue mich jetzt schon auf den Lake Mead, den Bryce Canyon, Death Valley…

Karla F.

Karla F. [Mitarbeiter]

Referentin Produktmanagement bei Thomas Cook AG
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