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Staudamm Assuan
Sehenswürdigkeit oder Bedrohung?
Der Assuan Staudamm ist - gemessen nach dem Volumen - der drittgrößte Stausee der Erde und bestimmt die Landschaft und das Leben der Region.
Die alte Staumauer des Staudamms in Assuan ist inzwischen eine vielbesuchte Touristenattraktion in Ägypten. Sie wurde von dem britischen Ingenieur William Willcocks bereits 1902 fertiggestellt und diente allein dem Zweck, die Wassermassen des Nils, des längsten Flusses der Erde bei Hochwasser besser regulieren zu können. Durch 180 Durchlässe in der über zwei Kilometer langen Mauer konnte der Wasserstand ausgeglichen werden und auch der Nilschlamm konnte passieren.
Als der neue Staudamm in Assuan 1960 gebaut wurde, handelte es sich um ein Prestige-Objekt, das auch politische Ziele verfolgte. Die USA und die Weltbank hatten ihre Zusage für die Finanzierung des Assuan Staudamms zurückgezogen, da Ägypten offiziell die Volksrepublik China anerkannte. Der Bau des Staudamms in Assuan wurde deshalb mit der Hilfe von Russland verwirklicht.
Staudamm Assuan - Fluch oder Segen?
Für den Bau des Staudamms in Assuan sprachen handfeste Argumente wie beispielsweise die Energieerzeugung und die ganzjährige gleichmäßige Bewässerung der Felder. Sowohl der Landwirtschaft als auch der Industrie sollte damit geholfen werden.
Zieht man allerdings 50 Jahre später Bilanz hat der Assuan Staudamm unterm Strich wohl mehr Schaden angerichtet als genützt.
Nicht nur, dass viele ägyptische Kulturdenkmäler in den Fluten versanken, der Fischbestand geht ab Assuan drastisch zurück, da dem Wasser die Nährstoffe fehlen. Der fruchtbare Nilschlamm wird nicht mehr abtransportiert und führt zu einer zunehmenden Versandung des Sees. Zudem stellt die Erosion, die ebenfalls durch einen Mangel an Nilschlamm verursacht wird, flussabwärts ein großes Problem da.
Die beiden Welterbe-Tempel Abu Simbel und Philae wurden jedoch von der UNESCO gerettet und sind heute immer noch zu besichtigen: Stein für Stein musste man sie in höhere Lagen versetzen.
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